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EINE STERNENKARTE FÜR UNSERE KÜCHE
(UND IN WELCHEM TOLLEN LADEN ICH SIE GEFUNDEN HABE)

Ist es schlimm, wenn ich schon wieder einen Laden beschwärme? Ich kann nicht anders. Das liegt nicht nur an meinem Schwärmdrang, sondern auch daran, dass Läden manchmal Orte sind, an denen sich Visionen, Schönheit, Lebensentwürfe und Leidenschaften ausdrücken. „Discover Prints” in Berlin-Mitte ist so ein Ort. Uwe Berger verkauft darin Drucke (im Original und als Reproduktionen), die einem die Welt und das Universum zeigen, aufschlüsseln, benennen, erläutern. Land- und Seekarten aus der vordigitalen Zeit, Ansichten des Mondes, der Milchstraße oder von Kometen in ihrem Flug durch das All, Kunstdrucke, auf denen Hunde 21 verschiedener Rassen friedlich versammelt sind oder ein Schwimmer, der die einzelnen Phasen des Brust- und Rückenschwimmens demonstriert. So hat man Wissbegierigen die Ordnung der Dinge vermittelt, als es Google Maps, die Wikipedia und das Internet noch nicht gab. Man zeichnete oder malte, was es zu wissen gab, und die Wirkung dieser Drucke hat viel damit zu tun, dass sich auf ihnen wissenschaftliche Präzision mit künstlerischer Interpretation verbindet – eine Poesie der Aufklärung gewissermaßen, die Schönheit des Dinglichen, Charakteristischen und Typischen. Die Bilder, die man bei „Discover Prints” entdecken und (in verschiedenen Größen) kaufen kann, bringen einem nicht nur bei, was man auf ihnen sieht, sondern lassen einen auch wieder Staunen über die Welt.

Was dieses Staunen in einem bewirken kann, dafür ist Uwe Berger selbst ein gutes Beispiel. In einem früheren Leben war er mal Meeresbiologe in Norwegen und Schweden und danach Bio- und Physiklehrer, auch an zwei Berliner Gymnasien. Die Drucke, alten Karten und wissenschaftlichen Abbildungen sammelte er nur für sein privates Vergnügen. Bis er sich eines Tages eingestand, dass sie es sind, für die er wirklich brennt und aus seiner Faszination einen Beruf machte. Zuerst auf Flohmärkten, schließlich in seinem Laden, den ich vor einer Weile beim Bummeln entdeckt habe und von dem ich hin und weg war. Von den Schätzen, die man dort findet, von der freundlichen (und kenntnisreichen) Beratung und den überaus gut gemachten Produkten. Berger litographiert die Drucke, die er sammelt, printet sie auf hochwertigem Papier oder auf Leinwand, vergrößert sie, macht sie zu Bildern, die man bei sich zu Hause an die Wand hängen kann.

Seit ein paar Tagen hängt an der Wand in der Küche, eine „Sternkarte des nördlichen Himmels” und eine „Sternkarte des südlichen Himmels” – zwei Kreise voller Sterne, Nebelflecke und Tierkreiszeichen, und seitdem bin ich mitten im Gespräch manchmal für ein paar Sekunden sehr, sehr weit weg, Lichtjahre entfernt. Und wenn ich dann wieder auf der Erde lande, ist mir, als wäre mir ein wenig leichter.

„Discover Prints”, Weinbergsweg 2, 10119 Berlin-Mitte, Di–Sa 12-20 Uhr. Der Onlineshop ist hier zu finden. 




DILLE & KAMILLE (UND EINE VERLOSUNG)




Wenn ich an unsere Ferien in Amsterdam denke, fällt mir so viel Schönes ein, dass ich am liebsten gleich wieder losfahren würde. Das diesige Morgenlicht über den Grachten, die verbummelten Nachmittage in den Parks, die Tour mit dem Käsefahrrad (das in Wahrheit wohl eher ein Holzschuh war, allerdings in der Farbe eines Käses, Fanny und ich liebten es, damit durch die Stadt zu fahren). Und die vielen hinreißenden Läden. Der kleine Shop, in dem es nur Quietscheentchen gab. Das Pralinenparadies. Dieser Kinderladen, in dem wir die Armbänder gekauft haben, die wir heute noch tragen. Und natürlich: Dille & Kamille. Der erste Laden, den ich meiner Schwester zeigte, als sie uns besuchen kam, der Beginn meiner „Wie toll ist bitte diese Stadt?”-Führung. Und auch das Ende unserer Tour. Denn am Nachmittag gingen wir noch ein zweites Mal in den Laden, um das Emaille-Geschirr zu kaufen, das wir nicht den ganzen Tag durch die Stadt tragen wollten (und das wir seither jeden Tag benutzen). Bei Dille & Kamille findet man nützliche Dinge, die das Leben schöner machen: Geschirrtücher und Einmachgläser, Seifen und Kerzen, Notizbücher und Puppenwägen. Alle Waren sind unverpackt in den Läden und aus natürlichen Materialien wie Holz, Porzellan, Baumwolle oder Leinen gemacht. Ein Konzept, das bei der Gründung des Familienunternehmens Anfang der 70er-Jahre in Utrecht zunächst als ziemlich wunderlich galt, aber schnell aufging: Heute gibt es 26 Läden in den Niederlanden und in Belgien. 

Ich schreibe das alles, weil ich mich so gefreut habe, dass es nun auch einen deutschen Onlineshop gibt (und ich noch mehr Emaille-Geschirr nachkaufen kann). Ende 2017 oder Anfang 2018 sollen auch in Deutschland Läden eröffnet werden, aber das ist noch in der Planungsphase. Vielleicht ist im Angebot des Onlineshops ja auch etwas dabei, das euch gefällt. Unter allen Kommentaren, die bis zum 7. Juli um 20 Uhr geschrieben werden, verlose ich nämlich zwei Einkaufsgutscheine im Wert von je 25 Euro. Die beiden Gewinner werden unter diesem Post benachrichtigt (ihr müsst also keine Emailadresse hinterlassen, einfach wieder reinschauen). Viel Glück! Und kommt gut ins Wochenende!





Alle Fotos: PR, Dille & Kamille.

***

Danke für all eure Kommentare. Gewonnen haben: Haus Nummer Dreizehn (Tini, Kommentar am 1. Juli um 7:39) und Julia (Mammilade, Kommentar am 1. Juli und 12:28). Herzlichen Glückwunsch!

SELBSTGEMACHTE NATURKOSMETIK:
EIN GESPRÄCH MIT „THE GLOW”-GRÜNDERIN ANITA BECHLOCH





Ich benutze immer mehr Naturkosmetik, aber darauf, meine Kosmetik selbst zu machen, bin ich bislang nie gekommen. Deswegen war ich wirklich neugierig, als ein Paket von „The Glow” bei mir ankam. Darin: die Zutaten für einen „Coconut Cleansing Balm”, einen „Moisturizing Balm” und ein „Detoxing Body Oil”. Erster Eindruck: Die Produkte sehen toll aus (nicht, dass das bei Kosmetik ein Argument wäre, aber mir ist die Verpackung trotzdem immer wichtig). Auch die Herstellung ist dank der Anleitungsvideos einfach, das gefällt schon mal sehr gut. Zweiter Eindruck nach einigen Tagen mit der neuen Kosmetik: Ich bin wirklich angetan. Es hat ein bisschen gedauert, bis ich mich an eine so reichhaltige Reinigung gewöhnt habe, aber der Kokos-Reinigungsbalm schmilzt richtig auf der Haut und duftet herrlich. Auch der „Moisturizing Balm” ist unglaublich reichhaltig, man braucht nur eine winzige Menge, um die Haut optimal mit Feuchtigkeit zu versorgen (da der Balm auf meiner Haut ziemlich glänzt, benutze ich ihn allerdings nur am Abend). Und schließlich das Body-Oil, das angenehm nach Rosmarin und Grapefruit riecht, erstaunlich schnell einzieht und wunderbar zarte Haut macht. Ich probiere also definitiv weiter. Und weil mir diese Produkte so gefallen, habe ich der „The Glow”-Gründerin Anita Bechloch ein paar Fragen gestellt – vielleicht interessiert euch ja auch, was (und wer) hinter „The Glow” steht und wie es zur Gründung dieser Münchener Naturkosmetik-Marke kam...

Hier geht´s weiter zum Interview.

UND WIE MACHST DU DAS, HELENE?



Hier ist mal wieder eine neue Folge meines Mutter-Fragebogens. Ausgefüllt hat ihn Helene, Mutter von Åsa, Beraterin für strategische Kommunikation und Inhaberin des Online-Shops "Nordliebe".

Name: Helene
Alter: 35
Mutter von: Åsa, 4 Jahre
Stadt: Berlin

Wie ist bei dir die Kinderbetreuung organisiert? Bist du zufrieden damit?
Meine Tochter geht in die Kita und wird nachmittags von mir und manchmal von unserer Kinderfrau abgeholt. An diesen Tagen kann ich länger arbeiten, das entlastet mich und ermöglicht mir eine gewisse Flexibilität.

Unter welchen Bedingungen arbeitest du? Wie funktioniert das für dich?
Bei mir sieht eigentlich kein Tag gleich aus. Ich bringe meine Tochter morgens in die Kita. Danach bin ich beim Kunden, im Büro, im Lager, habe Termine, arbeite zwischendrin mal vom Café aus, wenn es eine Stunde zwischen Terminen gibt. Alle diese Tage müssen sehr gut organisiert sein, damit alles klappt. Sonntagabend plane ich meistens die neue Woche durch. Dabei versuche ich, die Wege kurz zu halten, unnötige Fahrstrecken zu vermeiden, Telefonkonferenzen so zu legen, dass ich sie unterwegs erledigen kann. Die größte Herausforderung ist es, immer alles Notwendige dabei zu haben: den richtigen Rechner, die richtigen Unterlagen und so was wie den Spielzeugtag in der Kita und die diversen Geburtstage nicht zu vergessen. Auf Reisen kann ich auch gut arbeiten, da ich eigentlich nur Laptop, Handy und Kamera brauche. Ich mag die Abwechslung. Als Mama lernt man eh, viele Dinge gleichzeitig zu tun. Davon profitiert man auch im Job. Konzepte und Texte schreibe ich aber am liebsten in Ruhe zu Hause. Dafür eignet sich der Freitag, wenn das Telefon meistens etwas ruhiger ist. Wenn viel zu tun ist, gibt es abends noch mal eine Schicht. Es erfordert manchmal viel Selbstdisziplin, die Existenz des Sofas zu ignorieren.

Wieviel Zeit hast du für dich – jenseits deiner beruflichen und familiären Aufgaben? Reicht sie dir?
Das ist wohl auch die größte Umstellung, wenn man Kinder bekommt, dass man einfach sehr wenig Zeit für sich hat. Wenn man alleinerziehend ist, ist das natürlich noch heftiger. Man kann nicht einfach mal abends weg oder schnell zum Supermarkt flitzen. Da nimmt man das Kind dann eben mit und alles dauert doppelt so lange, weil unterwegs jede Schnecke begrüßt und jeder Kronkorken umgedreht werden muss. Aber so ist das eben. Man muss einfach einen Weg finden, wie man sich Freiräume schafft und trotzdem eine gute Mama ist. Ich finde es sehr wichtig, dass man etwas für seine Balance tut, denn nur eine glückliche Mutter ist eine gute Mutter. Ich brauche eigentlich sehr viel Zeit für mich. Ich sehe zu, dass ich mir an meinen kinderfreien Wochenenden Raum für mich nehme, zum Yoga und regelmäßig zum Laufen gehe. Das Schönste ist definitiv das Ausschlafen, eine Wohnung, die aufgeräumt bleibt (die Sicherheit zu wissen, in welchem Zustand sich ein Zimmer befindet, bevor man die Tür öffnet, ohne Überraschungsmomente wie "aha, die Heizung kann man also auch mit Edding – ist das eigentlich der permanente? – bemalen, ach, schön!") und das Ausgehen. Essen zu gehen (ohne einkaufen, kochen und aufräumen zu müssen) oder ins Kino ist einfach herrlich. Freunde zu treffen ist auch sehr wichtig, über Themen reden zu können, die sich nicht nur um Kinder drehen. Ich merke, dass ich eigentlich mehr Zeit für mich brauche, aber dann denke ich wieder: Ach, langweilen kann ich mich ja noch im Altersheim.

Hast du dir das Muttersein so vorgestellt, wie es ist? Was hast du dir anders vorgestellt?
Ich bin wahnsinnig gerne Mutter. Ich kann mir mich selbst gar nicht anders vorstellen, das ist ein wichtiger Teil von mir. Und auch, wenn es manchmal stressig ist, ist es noch viel schöner, als ich es mir vorgestellt habe.

Was empfindest du als besonders anstrengend?
Tausend Dinge gleichzeitig zu machen und viele Bälle in der Luft zu halten. Und zu arbeiten, auch wenn man eigentlich hundemüde ist.

Was macht dich besonders glücklich?
Eigentlich nichts Besonderes. Ich finde den Alltag sehr schön. Die Vorfreude im Bauch, wenn ich um die Ecke zur Kita biege. Ihr Gesicht, wenn sie mich entdeckt, auf mich zugeflitzt kommt und ihre sandig-klebrigen Ärmchen um mich schlingt, in der Abendsonne auf dem Spielplatz zusammen ein Eis zu essen, noch mal ins Kinderzimmer zu schauen, bevor man selbst ins Bett fällt.

Hast du das Gefühl, dass die Gesellschaft, die Politik, Menschen mit Kindern ausreichend unterstützt? Was müsste deiner Meinung nach besser werden?
Ich bin sehr froh, dass wir in Berlin so eine gute Betreuungssituation haben. Es ist mir ein Rätsel, wie das alleinerziehende Mütter an anderen Orten machen, wo die Kitas früh schließen, und sie trotzdem alleine die Familie ernähren müssen.

Was hast du durchs Muttersein über dich und die Welt gelernt, das du vorher nicht wusstest?
Ich finde, das Elternsein verändert noch mal die Sicht auf die eigenen Eltern und die eigene Kindheit. Das ist schon sehr interessant, wie sich da die Perspektive verändern kann. Und man wird viel härter im Nehmen und gleichzeitig so viel weicher.

Du hast 48 Stunden kinderfrei: was tust du?
Einfach raus. Ans Meer oder in eine schöne Stadt.

Was würdest du einer Frau sagen, die sich fragt, ob sie Mutter werden soll?
Den perfekten Zeitpunkt gibt es nicht. Es ist ein krasser Job, aber es ist der schönste Job der Welt.

Hier sind noch ein paar Bilder vom Nordliebe-Onlineshop mit skandinavischem Design für Kinder. Vielleicht gefällt er euch ja so gut wie mir...

Fotos: Copyright Lina Grün für Little Years. Danke, liebe Helene.


VERLOSUNG: REZEPTKARTEN VON THE DISTRICT SIX STORE


Dafür liebe ich das Internet: Man lernt Menschen kennen, die man sonst nie im Leben getroffen hätte. Menschen wie Caroline Adam, die hier letztes Jahr einen meiner Mutter-Fragebögen beantwortet hat. Ich mag Caroline unheimlich gerne und bin sehr beeindruckt von ihrer entspannten Zielstrebigkeit (geht das zusammen? Doch, das geht...): Gerade hat sie ihren eigenen Online-Shop eröffnet: THE DISTRICT SIX STORE - einen Shop für schöne Dinge und Kunst aus Südafrika. Handgefertigt in kleinen Manufakturen und Werkstätten in Durban, Johannesburg und Kapstadt. Wie man auf die Idee kommt, als Berliner Grafikdesignerin Produkte aus Südafrika zu verkaufen? Caroline hat sich einfach verliebt. Und wie das mit der Liebe so ist, duldet sie manchmal eben keinen Aufschub: „Bei meinem dritten Besuch in Südafrika war es um mich geschehen. Ich hatte mich nicht nur in Land und Leute verliebt, sondern auch in die einzigartigen Designs und Produkte. So flog ich heim mit einem Koffer voller Ideen und der Vision, dieses neue, noch so unbekannte Südafrika nach Deutschland zu bringen”. Man versteht, was sie meint, wenn man sich die Produkte in ihrem Shop ansieht. Besonders verguckt habe ich mich in ihre Abteilung "Paper & Art" (ich bin, was schöne Dinge aus Papier angeht, ein hoffnungsloser Fall, fürchte ich). Deshalb gibt es heute, als Start der Slomo-Geburtstags-Verlosungswoche, die hinreißenden Rezept-Karten von Essie Letterpress zu gewinnen: 20 Karten, die mit einer alten Walze aus Heidelberg von 1964 handbedruckt wurden. (Auch ein tolles Weihnachtsgeschenk, finde ich...).

Wer diese Rezept-Karten gewinnen möchte, hinterlässt bis zum 2. Dezember um 20 Uhr einen Kommentar (samt einer Email-Adresse, damit ich den Gewinner benachrichtigen kann).
Viel Glück! Und vielen Dank, Caroline!

* Der DISTRIXT SIX STORE ist hier zu finden.
* Carolines schönes Blog zum Shop hier.
* Hier ist ein Interview mit "Essie Letterpress" zu finden. 
* Ihr Mutter-Fragebogen ist hier zu lesen.
* Und Informationen über Kapstadt als "World Design Capital 2014" hier.

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Vielen Dank für all die Kommentare. Ich habe einen Gewinner gezogen und das ist... Assata Frauhammer. Herzlichen Glückwunsch!

NEU IM SCHRANK


In den letzten Wochen neu bei mir eingezogen: Dieses cremefarbene T-Shirt (aus der Männerabteilung). Und diese Tweed-Jacke (die meine Lieblingsjacke geworden ist). Nach langer Suche endlich gefunden: eine Tasche für jeden Tag, in die das halbe Leben passt. Außerordentlich bequeme Leo-Sandalen. Und zwei herrlich leichte Blusen: Kariert. Und schwarz mit Muster. Kommt gut in die Woche!

EINE FRAGE, EINE ANTWORT: DIE PERFEKTE JEANS?



Liebe Marlene,
wieso ist es bloß so kompliziert, eine richtig gute Jeans zu finden? Kann doch eigentlich nicht so schwer sein. Aber mir passt bisher nur ein einziges Paar ziemlich gut: die Curve ID von Levi´s. Hast Du vielleicht noch andere Tipps für mich?

Liebe Okka,
die Frage nach der perfekten Jeans. Oje. Es gibt Tage, an denen ich antworten müsste: Es gibt sie nicht! Weil ich gerade neun verschiedene Modelle in drei Läden anprobiert habe und keine davon so an mir aussieht wie ich mir meine Beine vorstelle. Es gibt aber auch Tage, an denen ich in der Umkleide einen Luftsprung mache, weil es sie doch gibt: die perfekte Jeans. Ist es nicht bescheuert, sich so über ein Stück Stoff zu freuen, dass man die Verkäuferin küssen könnte? Andererseits: Jeans sind meine Uniform, eine verlässliche Konstante und im Zweifel immer die Antwort auf die Frage: Was ziehe ich heute an? Ich behaupte mal kühn, dass man mehr Zeit nur mit seinem Partner verbringt. Warum sollte man also nicht die Straße runter tanzen, wenn man die Richtige gefunden hat? Oder sogar mehrere Richtige. Das sind meine fünf Lieblinge.

1. Skinny von Cos in Dunkelgrau. Was ich an den Röhrenjeans von Cos mag: Sie werden um den Knöchel weiter, legen sich also nicht wie eine Manschette um die Waden. Nach einem Fehlkauf weiß ich über die Jeans von Cos inzwischen aber auch, dass ich sie so eng kaufen muss, dass ich in der Umkleide fast in Ohnmacht falle. Dann sitzen sie nach einer Stunde perfekt.

2. Relaxed Fit von Cos in mittelblauer Waschung. Ich liebe diese Jeans. Sieht aus wie vom Mann geklaut, eine Rumhänger-Jeans und mit hohen Schuhen und T-Shirt unschlagbar zum entspannten Ausgehen im Sommer. Ich warte jede Saison darauf, dass Cos sie in dieser Waschung noch mal macht. Bislang vergebens. Warum nur kommen Marken bloß immer auf die Idee, ihre besten Stücke aus dem Programm zu nehmen? Grrr. Gerade gibt es diese Jeans stattdessen aber wenigstens in einem schönen Hellblau. Jeans in einer dunkleren Waschung, die sensationell sitzen: die Sexy Boyfriend von Gap.

3. Boyfriend von Current/Elliott in Weiß. Ich konnte mich lange nicht mit weißen Jeans anfreunden (weiße Jeans = Liz Hurley, dachte ich), aber in dieser lässigen Form ist sie zu einem ständigen Begleiter im Sommer geworden. Beim Blick auf den Preis weiß ich auch wieder, warum ich sie reduziert bei The Outnet gekauft habe. The Outnet ist eh ziemlich großartig, um Jeans zu finden, für die man regulär ein Vermögen hinblättern muss, zum Beispiel von Mother, der Lieblingsmarke meiner Freundin Sandra. Ich habe ihre einmal anprobiert und musste gezwungen werden, sie wieder herzugeben.

4. Casey von All Saints in blauer Waschung. Ähnlich wie die Jeans von Cos, ist die Casey schmal, aber nicht hauteng geschnitten, anders als bei Cos sitzt diese tief auf der Hüfte. Gekauft, weil ich eine Jeans für jeden Tag wollte, in einer klassischen Waschung, die wie eingetragen wirkt. Und genau das ist sie.

5. Skinny von Rag & Bone in "Coal". Diese Jeans ist der Sechser im Lotto. Perfekte Länge. Perfekter Sitz. Der Stoff so weich wie bei einem Pyjama, dabei trotzdem eng anliegend. Und nebenbei der schnellste Jeanskauf meines Lebens: Rein in den Rag & Bone-Laden in New York, sofort von Patrick abgefangen, der mir auf die Frage nach einer schwarzen Jeans zwei zur Auswahl in die Kabine brachte, beide zwei Nummern zu klein. Ich: Patrick, das ist ja sehr schmeichelhaft, aber wenn sie wollen, dass ich die Jeans kaufe, brauche ich eine andere Größe. Patrick: Abwarten. Zehn Minuten später stand ich an der Kasse und habe eine Jeans gekauft, die zwei Nummern kleiner ist als ich sie normal trage und genau richtig sitzt. Vielleicht haben Rag & Bone einfach nur durchschaut, wie Frauen ticken und ihren Jeans kleinere Größen gegeben. Wurscht. Ich bin vor Glück die Straße runter getanzt. Rag & Bone verschicken nach Deutschland und da Jeans in Amerika um einiges günstiger sind als hier, lohnt sich die Frachtgebühr.

Was sind eure Lieblingsjeans? Oder seid ihr auch noch auf der Suche?
Kommt jedenfalls gut in die Woche!

Foto: Marlene Sörensen. Danke!

MEIN BERLIN: MDC COSMETIC





Andere Menschen gehen an richtig schlimmen oder richtig guten Tagen in die Badewanne. Ich gehe zu MDC Cosmetic (und nicht nur, weil ich keine Badewanne habe). Tatsächlich funktioniert der Beauty-Shop am Wasserturm für mich ganz genauso: Reingehen, eintauchen, abtauchen, an gar nichts denken, bloß genießen, einatmen und wieder aus (ich kenne kein Geschäft, das so gut duftet wie dieses). Manchmal kaufe ich gar nichts, ich gucke bloß, es gibt so viel zu sehen (und auszuprobieren): den Lippenbalsam von ApoManum, den Eyeshadow von RMS Beauty, die Öle von Susanne Kaufmann, den Nagellack von Scotch und natürlich das große Regal mit der Kosmetik von Aesop, an der ich mich nicht satt riechen kann. Manchmal schlage ich zu oder spare auf ein Lieblingsprodukt - dank der hervorragenden Beratung habe ich zum Beispiel die Feuchtigkeitsmaske von Susanne Kaufmann entdeckt, auf die ich von alleine nie gekommen wäre. Nach Geschenken für beste Freundinnen und die Mama muss man hier auch nicht lange suchen. Weil ich MDC Cosmetic so mag und man bei jedem Besuch merkt, wie viel Liebe in diesem Laden und in der Auswahl der Produkte steckt, habe ich Inhaberin Melanie dal Canton ein paar Fragen gestellt...

Was ist die Idee von MDC Cosmetic? Wonach wählst du deine Produkte aus?
Melanie dal Canton: Mir ist es wichtig, exklusive Kosmetik, Düfte und Accessoires zum Wohlfühlen anzubieten, die qualitativ hochwertig sind. Schön finde ich, dass eigentlich alle Produkte eine interessante Geschichte zu erzählen haben und dass Menschen hinter den Produkten stehen, die sich sehr viele Gedanken machen. Außerdem liegt es mir am Herzen, dass MDC Cosmetic ein Ort ist, an dem sich meine Kunden wohl und gut aufgehoben fühlen. Ich lege sehr viel Wert auf gute Beratung, und mir ist es wichtig, dass unsere Kunden uns offen auch ihre Ängste und Probleme anvertrauen. Seit Januar 2013 haben wir unser Angebot deshalb auch durch eine TCM Heilpraktikerin erweitert.

Du hast den Concept-Store von Andreas Murkudis gemanagt. Wie kam es zu der Idee, einen eigenen Laden zu eröffnen? Und warum hast du dich für Kosmetik entschieden?
Ich bin nach wie vor Geschäftsführerin bei Andreas Murkudis. Seit vier Jahren beschäftigte ich mich mit dem Thema Kosmetik, mit Düften und Gesundheit. Meine Suche nach kleinen Manufakturen und hochwertigen Produkten hat schnell meine Begeisterung geweckt. Je mehr ich über die einzelnen Produkte in Erfahrung bringen konnte, desto bewusster wurde mir, dass es großen Erklärungsbedarf gegenüber den Kunden gibt. Ich habe alle Manufakturen, die wir im Laden anbieten, besucht und mir persönlich vor Ort ein Bild gemacht, wie die Produkte hergestellt werden. Ich empfinde es fragwürdig, Kosmetika neben Kollektionen und Möbeln zu verkaufen. Wie soll ein Verkäufer, der gelernt hat, mich modisch gut zu beraten, mir allen Ernstes eine passende Gesichtscreme verkaufen können? Bei Körperprodukten ist es wieder ein bisschen anders. So brodelte die Idee schon eine Weile in mir.

Wie beglückend oder anstrengend ist es, den Traum vom eigenen Laden in die Realität umzusetzen?
Vielleicht war es ganz gut, dass ich mich schnell entscheiden musste, als ich erfuhr, dass die Ladenfläche in der Knaackstraße frei wurde. Es war natürlich anstrengend und es mussten viele Entscheidungen in kurzer Zeit getroffen werden, aber irgendwie hatte ich immer ein gutes Gefühl und tolle Menschen um mich, die mich während der ganzen Umbauphase unterstützt haben. Angefeuert von der Vorfreude, den Laden fertig zu stellen mit allen Inhalten.

Welches Produkt würdest du deiner besten Freundin schenken?
Gute Frage. Ich denke, ich würde ihr eine kleine Haarbürste von June Ainscough schenken. Die passt in jede Tasche und man kann sie immer bei sich tragen. Oder eine kleine Beauty-Tasche von Neri Firenze. Die habe ich selbst auch.

Was mich als Mutter interessiert: Wie kriegst du es hin, Muttersein und Karriere so gut zu vereinbaren?
Eigentlich klappt es immer irgendwie. Wir konnten zum Glück einen guten Organisationsweg finden. Ich binde meinen Sohn Levi mittlerweile in meine Arbeit ein bisschen ein, und das findet er ziemlich gut. So habe ich mit Erstaunen festgestellt, dass er eine bessere Nase hat als ich, wenn es darum geht, Düfte auszuwählen. Und ihm macht es eine Menge Spaß, mich dabei zu "beraten".

Vielen herzlichen Dank!

MDC Cosmetic, Knaackstraße 26, 10405 Berlin, Tel: 030 - 400 563 39, Email: mail@mdc-cosmetic.com, www.mdc-cosmetic.com, Mo - Do 10-19 Uhr, Fr - Sa 10-20 Uhr. Fotos: MDC Cosmetic.

UND WAS WÜNSCHST DU DIR ZU WEIHNACHTEN, LAURA?


Könnten Läden Geräusche sein, dann wäre "Ting" von Laura Huppert ein Stoßseufzer. Keine Ahnung, wie oft dieser Laden mich schon gerettet hat - an Nachmittagen, an denen mir die Decke auf den Kopf gefallen ist, auf der Suche nach einem besonderen Geschenk oder nach Weihnachtsdeko, die einen nicht anbrüllt - bei "Ting" werde ich immer fündig. Das liegt auch am ungewöhnlichen Konzept des Ladens: Laura verkauft in ihrem Berliner Geschäft (und im Internet) schöne, mit Liebe ausgesuchte Dinge aus dem nahen Norden und dem fernen Osten. Und ich schwöre, es ist unmöglich, "Ting" ohne eine skandinavische oder fernöstliche Schönheit zu verlassen. (Oder wenigstes ohne eine von diesen unverschämt guten Lakritzstangen...). Dieser Laden ist toll. So toll wie seine Besitzerin. Hier sind Lauras Wünsche:

Eins: Konzertkarten für Agnes Obel. (Zum Beispiel hier zu sehen, oder hier.)
Zwei: Ein neues RUM-Abo. Meine Lieblingseinrichtungszeitschrift aus Dänemark.
Drei: Und ein Abo des australischen Magazins "Frankie".
Vier: Das "Lis Dress 123" von Wood Wood.
Fünf: Das Buch "Scandinavian Modern Houses" von Tobias Faber, mit dem wunderschönen Haus von Poul Kjaerholm auf dem Titel.
Sechs: Ein Wandkalender für 2012 von RK Design.
Sieben: Die Kette "Pyrit Cube" von Hanna Pordzik.
Portraitfoto: Julia Klug.

PS: Wer auch immer mich für "Die Goldenen Blogger 2012" vorgeschlagen hat: DANKESCHÖN. Ich freue mich, als Bestes Mode/ Lifestyle-Blog nominiert zu sein. Ich freue mich so sehr.
PPS: Seit zwei Tagen fast ununterbrochen diesen einen Song gehört, den ich auf "Inattendu" entdeckt habe: "Matilda". Einer dieser Songs, die einen warm halten (danke, Tine!).

KLEIN & GROSS: WAS WIR GERADE GERNE TRAGEN


Ein paar Lieblinge, die wir gerade immer (und immer) wieder anziehen:
Klein: Mütze und Schal von COS, Strickpullover von Zara, braune Jacke von Monoprix, graue Jeans von Zara, rote Schuhe von Stups.
Groß: Mütze und Schal von COS, gelber Pullover von COS, Mantel von Mango, schwarze Jeans von Levis Curve ID, Turnschuhe von Nike.

Jetzt bin ich neugierig: Von welchem Lieblingsstück könnt ihr euch gerade kaum trennen?

EIN PAAR DINGE, DIE MIR GERADE GUTE LAUNE MACHEN




Eine dieser Wochen, in denen der Berg Arbeit irgendwie nie kleiner wird und der Sommer hauptsächlich vorm Fenster stattfindet. Das Gute an solchen zähen Wochen: Am Ende ist trotzdem Freitag. Und dieser Freitag ist der Freitag vorm freien Montag. Oh, ja. Hier sind ein paar Dinge, die mir gute Laune machen:

* Die Fotos von Brian W. Ferry, oben zu sehen. Schönheit.
* Der Herzpullover und die Pinguin-Bluse, die ich mir bestellt habe. Nachdem ich diese Fotos gesehen habe. Herzen und Pinguine? Doch, musste sein.
* Erdbeeren. Erdbeeren. Erdbeeren.
* Dieses Kinderbuch. (Danke für den Tipp, Kati!).
* Dieser Film. Irgendwie verpasst letztes Jahr, diese Woche gesehen und wirklich gemocht.



* Und dieser Film. Diese Woche ebenfalls zufällig gesehen und wirklich gemocht. Wie toll ist denn bitte Emma Stone?



* Eiskaffee. In meinem Lieblingscafé tun sie noch eine Winzigkeit dunkle Schokolade in ihren Frappé, ich bin absolut süchtig danach und muss am Wochenende mal ausprobieren, ob ich das nicht auch hinkriege.
* 20 Kilo Zeitschriften, die darauf warten, gelesen zu werden.
* Wie Fanny ihren Teddy badet. Mit Haarewaschen und allem drum und dran.
* Dieses unfassbar rührende Video. Und die Geschichte dazu.



* Significant Others.
* Wind durchs offene Küchenfenster.
* Katjeskinder. Ungefähr hundert Jahre nicht mehr gegessen, jetzt kann ich plötzlich nicht genug von Lakritz bekommen.
* Dieses Lied:



Und ihr so? Ein schönes Wochenende!
Fotos: Brian W. Ferry (1+2+3)

WEDNESDAY PAPER WORKS (UND EINE VERLOSUNG)








Manchmal, wenn man gar nicht damit rechnet, trifft einen die Liebe. Mich hat sie letzte Woche in der Buchhandlung um die Ecke erwischt, mitten ins Herz. Eigentlich war ich auf der Suche nach Geschenkpapier und hatte es eilig. Gefunden habe ich stattdessen Papier. Ich weiß nicht, wieviel Zeit ich an dem Tisch verbracht habe, den die Buchhändlerin mit soviel Liebe hergerichtet hatte, ein ganzer Tisch voller Journale und Bücher, Drucke und Karten. Es muss lange gewesen sein, denn als ich ging, wurde der Laden geschlossen. "Wednesday Paper Works", sagte die Buchhändlerin bevor ich ging, "zwei ganz tolle Frauen aus Kreuzberg". Wie recht sie hat. Diese beiden Frauen sind wirklich toll. So toll wie die Dinge, die sie sich ausdenken: ein Journal für Backrezepte zum Beispiel (schon auf dem Wunschzettel).  Ein Baby-Journal, so liebevoll gestaltet, dass ich es fast gekauft hätte, obwohl Fanny aus dem Alter nun wirklich raus ist. Ein Werkbuch fürs Stricken und Häkeln. Unglaublich schöne Drucke. Und Karten. Weil ich so beeindruckt von Wednesday Paper Work war, habe ich die beiden Schwestern Chrish und Jenny Klose gefragt, ob sie nicht Lust hätten, mir ein paar Fragen zu beantworten. Hatten sie.

Wer sind die Menschen hinter Wednesday Paper Works?
Chrish Klose: Jenny ist Buchbinde-Meisterin und ich bin Designerin. Zusammen kreieren wir die Welt von Wednesday Paper Works. Aber wir wären nichts ohne unsere Freunde und Familie, die uns unterstützt. Allen voran unsere fabelhafte Freundin Nike Rasche, die für uns den Vertrieb leitet.

Wie ist es, als Schwestern zusammen zu arbeiten? Und wie ist es, zu zweit kreativ zu sein?
Eine Schwester ist wie ein bester Freund, den du nicht mehr los wirst. Du weißt: Egal, was du tust, er wird immer da sein. Jede enge Zusammenarbeit ist eine intensive Beziehung, die alle Phasen von Verliebtsein, Ernüchterung und Krise kennt. Als Schwestern kennt man sich durch und durch und weiß, auf wen man sich einlässt. Da gehts weniger um Verliebtsein als um ein gegenseitiges Ineinandergreifen. Jenny und ich sind in unserer Persönlichkeit sehr unterschiedlich und ergänzen uns an den richtigen Stellen. In gewissem Sinne bin ich das Auge und sie die Hand von Wednesday Paper Works.

Was hat es mit dem Mittwoch auf sich?
Mittwoch wird im Amerikanischen auch gerne hump day genannt. Da ist die Woche auf ihrem Höhepunkt (Hump = Buckel), und ab da geht´s gefühlsmäßig ins Wochenende. Eine schöne Art, die Wochenmitte zu sehen, haben wir gedacht. Wir finden Mittwoch toll, weil unsere Produkte im Herzen Produkte sind, die das Arbeiten begleiten sollen. Aber sie haben eben auch diesen Touch von Wochenende, ohne Sonntagsmätzchen - um in der Sprache der Wochentage zu bleiben...

Wie muss man sich eure Arbeit vorstellen und wie lange dauert die Arbeit an euren Produkten?
Wir reden viel über Ideen für neue Produkte und diskutieren deren Umsetzung und Machbarkeit. Das kann ganz unterschiedlich lange dauern, bis aus einer Idee ein neues Produkt wird. Einiges trägt man schon eine ganze Weile mit sich und kniffelt daran herum, anderes wird binnen eines Tages designt, als gut befunden und in die Produktion gegeben. Das kommt allerdings eher selten vor. Auch die Verarbeitung der Produkte in der Werkstatt ist nicht immer gleich. Es kann eine kleine Veredelung auf einer Karte sein oder wie beim Baby-Journal das Anfertigen einer Schweizer Broschur mit Prägungen.

Was ist euch wichtig bei eurer Arbeit?
Wir sind beide sehr akribische Personen, die versuchen, eine Art lässigen Perfektionismus zu pflegen. Weil sich jegliche Verkrampfung irgendwie immer in dem abbildet, was man macht, versuchen wir, dem inneren Kritiker nicht allzu viel Stimmrecht zu geben. Am Wichtigsten ist uns das Miteinander. Da man soviel Zeit in und mit der Arbeit verbringt, sollte dieser Ort irgendwie auch ein kraftvoller, positiver Ort sein und keiner, der einen auslaugt. Ich freue mich jeden Tag auf meine Arbeit und auf die Menschen, mit denen ich dort zusammen bin. Minus die Tage, an denen der innere Kritiker einem mit der Peitsche einheizt und einem vor Stress ein dritter Arm wächst.

Wie fühlt es sich an, seine eigene Firma zu gründen? 
Es ist toll und wahnsinnig anstrengend. Toll, weil wir eine kleine Welt mit unseren Regeln erschaffen können und wahnsinnig, weil unsere Regeln oft nicht die Regeln der Anderen sind und man sehr viel Kraft braucht, um eine Vision trotz aller Widrigkeiten wahr werden zu lassen. Wie gesagt: Jenny und ich greifen an vielen Punkten ineinander, und Buchbinden und Design lassen sich super kombinieren. Ich wusste, dass wir Wednesday Paper Works gründen würden, als Jenny, die eine sehr bedachte, klare und kritische Person ist, mit bedachter, klarer und vollkommen unkritischer Euphorie sagte: "Oh Mann, wir müssen das machen!".

In der Welt von heute ist Papier fast schon etwas Altmodisches. Reizt euch genau das?
Es ist nicht das Altmodische per se, dass die Anziehung ausmacht. Wir leben in einer schnellen, immer digitaler werdenden Welt, deren Echtzeit uns vorgaukelt, wir wären träge. Alles hat eine innere Zeit - auch Papier. Wer mit Papier arbeitet, muss Zeit mitbringen, Geduld und Bedacht. Wer sich auf Papier irrt, der hinterlässt Spuren, wer sich am Computer irrt, hat x-mal die Möglichkeit, wieder zurück an den Anfang zu gehen. Es ist diese Qualität, die Papier inne hat, die das Besondere ausmacht. Deshalb sagen wir: "Paper is good for you", denn wer sich auf dieses Medium einlässt, der hat ein Mittel der Entschleunigung in sein Leben gebracht, dass Hektik offenlegt und sogar bestraft.

Erinnert ihr euch noch daran, wie ihr euch zum ersten Mal in Papier verliebt habt?
Es war bei mir, glaube ich, zuerst die Faszination für Bilder auf Papier und dass jemand jeden Abend genau die gleichen Worte sagen kann, wenn das Buch mit den Bildern aufgeschlagen wird. Das war ein Mysterium. Später konnte man dann selber lesen, und es waren die Bücher an sich, die einen gefesselt haben. Schwarzes Feuer auf weißem Feuer - so haben es Rabbiner der Antike genannt. Das weiße Feuer ist das Papier. Und das beschäftigt mich nach wie vor.

Was lest ihr regelmäßig, gibt es bestimmte Magazine, Websites oder Blogs?
Nichts und alles. Ffffound! finden wir super und das planlose Umherstreunen im Netz, das Link-Hopping macht total Spaß. Wir haben mit Pinterest angefangen und tragen dort zusammen, was wir beim Stromern so finden. Wer gerne eine Einladung zu unseren Pinterest-Boards hätte, kann sich gerne bei uns melden (Email: post@wednesday-paper-works.com).

Gibt es ein Produkt, das euch ganz besonders ans Herz gewachsen ist?
Das variiert, aber das Babyjournal macht gerade sehr viel Laune, weil wir uns über die vielen Baby-Namen freuen, die wir auf die Bücher prägen. Wir haben angefangen, eine Liste mit allen Namen zu schreiben, die wir prägen, weil viele einfach klasse sind und wir sie nicht vergessen wollen.

Woran arbeitet ihr gerade?
An unseren ersten Blankobüchern. Es wird ab August Blankobücher in drei verschiedenen Farben und Motiven geben. Sie sind drei fantastischen Autoren gewidmet, die uns begeistert und inspiriert haben.

Kann man sich eigentlich auch an euch wenden, wenn man ganz besondere Papeterie sucht - zur Hochzeit zum Beispiel oder zu einem Geburtstag?
Auf jeden Fall. Wir sind für fast alles zu haben. Obwohl wir das bis jetzt noch nicht explizit auf unserer Seite erwähnt haben, haben wir schon einigen Menschen zu gut aussehenden Visitenkarten, klasse Einladungskarten und schicken Give-Away-Heften verhelfen können. 

Falls ihr euch jetzt auch so in Wednesday Paper Works verguckt habt wie ich, könnt ihr einen Notizblock und ein Schreibheft gewinnen. Wenn ihr mir bis zum 28. Mai um 20 Uhr in die Kommentare schreibt, welches Stück Papier euch das liebste ist. Ein Notizbuch? Ein Tagebuch? Ich bin gespannt und wünsche ganz viel Glück!

Alle Fotos: Wednesday Paper Works. Portrait: Ursula Paletta. 

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Vielen Dank für all die schönen Kommentaren! Gewonnen hat "Die, die sich an den kleinen Dingen des Lebens erfreut". Herzlichen Glückwunsch!

BABYSSIMO UND EINE VERLOSUNG













Manchmal passt es einfach. Da entdeckt man einen neuen Onlineshop und möchte sofort alles bestellen. Oder gleich dort einziehen. Mir ist es vor ein paar Tagen mit Babyssimo so gegangen, einem neuen Shop mit ausgewählten Lieblingsstücken für Babys, Kleinkinder und für ihre Mütter. Ich mag, wie schlicht und bärchenfrei die Produkte sind. Und ich mag, dass man schon auf den allerersten Blick sieht, wie viel Liebe in diese Seite gesteckt wurde. Weil ich wissen wollte, wer hinter Babyssimo steht, habe ich den Inhabern Olivia und Thomas Ganslmayr ein paar Fragen gestellt. Dazu spendieren die beiden einen Gutschein in Höhe von 30 Euro und einen Discount für alle Slomo-Leser.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, Babyssimo zu eröffnen?
Olivia Ganslmayr: Thomas und ich sind sechs Monate um die Welt gereist, gleichzeitig erwarteten wir unser erstes Kind, Joseph. Da konnten wir es gar nicht vermeiden, immer wieder nach Baby-Ausstattung zu schauen. Wir sind einfach immer wieder schwach geworden, weil wir so viele tolle Sachen gefunden haben. Wir dachten oft: "Warum findet man so etwas in Deutschland nicht?". So wurde die Idee geboren, Babyssimo zu machen.

Habt ihr für diese Weltreise eure Jobs gekündigt?
Ich habe ein Sabbatical genommen, Thomas hat gekündigt.

Wohin ging es genau?
Wir haben mit einem Roadtrip durch Frankreich angefangen und mit einer Woche auf einem alten Holzschiff auf dem Nil in Ägypten geendet. Dazwischen Thailand, Bali, Skandinavien und Argentinien. Es gab keine besondere Logik und keine große Planung.

Wie fühlt es sich denn an, diesen Traum von einer Weltreise Realität werden zu lassen?
Am Anfang mussten wir wieder lernen, wie das ist, viel Zeit zu haben, nicht automatisch jeden Tag durchzuplanen und die kleinen Dinge des Lebens zu erkennen und zu genießen. Man definiert sich ja gerne über seine Arbeit. Ohne Arbeit muss man andere Teile von sich kennenlernen...

Weltreise und Schwangerschaft - ging das gut zusammen? Und wo ist Joseph dann zur Welt gekommen?
Das ging wunderbar! Ich weiß nicht, ob es nur Glück war, dass meine Schwangerschaft reibungslos verlief. Aber gelernt haben wir: kein Stress, schlafen und essen wann und wieviel man will, frische Luft jeden Tag, es gibt nichts Besseres für eine Schwangerschaft. Das haben auch viele Kulturen seit langem erkannt. In der ayurvedischen Tradition zum Beispiel sollten schwangere Frauen nur Schönes zu sehen bekommen, haben eine besondere Diät und sollten besonders gut behandelt werden. Es soll förderlich für das Baby und für die Geburt sein. Wunderbar war auch, dass wir in Ländern unterwegs waren, wo die Menschen extrem kinderlieb sind und sich für Schwangere sehr viel Mühe geben. Da haben wir uns umso wohler gefühlt! Für Thomas war es natürlich auch die Chance, die Schwangerschaft intensiv mitzuerleben. Es wäre anders gewesen, wenn wir gearbeitet hätten. Wir haben halt nur regelmäßige "Pit-Stops" in Deutschland gemacht - für die Vorsorge-Termine und um die Post zu lesen. Gegen Ende der Schwangerschaft haben wir uns in Bremen eingenistet und Joseph ist dort im Geburtshaus geboren.

Was war der schönste Moment auf dieser Reise?
Zum Glück gab es sehr viele schönste Momente. Dazu zählt, dass wir oft sehr spannende Menschen kennengelernt haben, die uns inspiriert haben. In Patagonien, im Süden Argentiniens, hat uns die Weite des Garnichts unheimlich fasziniert. Kilometerlang fahren und niemanden treffen, kahle Landschaften. Aber ich glaube, gegen Ende der Reise, auf dem alten Schiff auf dem Nil - da hatten wir es mit der inneren Ruhe und dem "einfach sein" geschafft. Und das war unbeschreiblich schön.

Wonach wählt ihr die Produkte für Babyssimo aus?
Wenn wir reisen, das tun wir immer noch, suchen wir nach schönen, witzigen, außergewöhnlichen Dingen, die man so gut wie nicht auf Messen findet. Vieles ist in Deutschland exklusiv nur bei uns zu finden. "Handgemacht", "Bio-Baumwolle", "Fair Trade" sind Begriffe, die man auf der Seite öfter liest. Wichtig ist uns nicht nur das Design, sondern auch Material, Verarbeitung und Fertigung. Wir arbeiten zum Beispiel mit einer schwedischen Designerin zusammen. Unter dem jungen Label "Sunbird" (exklusiv nur bei uns!) entwirft sie mit Liebe eine kleine Kollektion handgemachter Babysachen. Sie lebt und arbeitet in Indien. Ihre Baumwolle ist handgesponnen und handgewebt. Für sie ist "Fair Trade" kein Begriff, sie lebt das. Es liegt uns am Herzen, keine Massenware zu verkaufen, sondern Labels zu unterstützen, die noch wenig vermarktet sind.

An wen richtet sich eure Seite?
Babyssimo ist ein kleiner, feiner Online-Shop für Kinder von 0 bis 5 Jahren und für ihre Mütter. Zum Start gibt es bei uns mehr für Babys zu finden. Das liegt daran, dass Joseph erst zehn Monate alt ist. In nächster Zeit wird auch mehr für Kleinkinder kommen - insbesondere Bekleidung. Zusätzlich gibt es einen Bereich "Only for Moms". Schöne Dinge für sich selbst oder das Haus, zum Beispiel das Kinfolk-Magazin oder Sachen von "Fog Linen Work".

Was würdest du zur Geburt verschenken?
Ich bringe immer zwei Geschenke mit: eins für das Baby und eins für die Mutter. Für das Baby frage ich meistens erstmal, ob es einen besonderen Wunsch gibt. Wenn nicht, dann lasse ich mich von der Inspiration des Tages treiben. Schühchen, Kuscheltiere, Strampler, Schnullerkette - es kommt immer gut an. Für die Mutter ein schönes Objekt, etwas Nettes zu lesen oder auch ein Stilltuch.

Und was waren in den ersten Monaten deine Lieblingsprodukte als Mama?
Das Stilltuch hat mein soziales Leben gerettet. Damit war ich einfach gerne unterwegs, weil ich wusste, dass ich immer und überall stillen kann - ohne komische Blicke oder Kommentare. Mit den passenden Spucktüchern dazu war es richtig nett.

Falls ihr Babyssimo so mögt wie ich, könnt ihr einen 30 Euro-Gutschein gewinnen. Wenn ihr mir bis Montagabend, den 30. April um 20 Uhr sagt, welches Babyssimo-Produkt euch am besten gefällt. Dazu gibt es bis zum 26. Mai einen 10 Prozent-Discount für alle Slomo-Leser - einfach bei der Bestellung "SLOMO" angeben. Ich drück euch die Daumen! Und vielen Dank an Olivia und Thomas!

PS: Und hier sind die Foto-Fragen für morgen: Dein Urlaub dieses Jahr? Dein Parfum? Was tut dir gerade gut? Deine Farbe? Die schlimmste Fernsehsendung, die du gern guckst?
PPS: Danke für eure Kommentare gestern. Ich hab mich über jeden einzelnen gefreut.

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Den Gutschein hat dieses Mal Viola von Kikabu gewonnen. Herzlichen Glückwunsch!
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