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EINE STERNENKARTE FÜR UNSERE KÜCHE
(UND IN WELCHEM TOLLEN LADEN ICH SIE GEFUNDEN HABE)

Ist es schlimm, wenn ich schon wieder einen Laden beschwärme? Ich kann nicht anders. Das liegt nicht nur an meinem Schwärmdrang, sondern auch daran, dass Läden manchmal Orte sind, an denen sich Visionen, Schönheit, Lebensentwürfe und Leidenschaften ausdrücken. „Discover Prints” in Berlin-Mitte ist so ein Ort. Uwe Berger verkauft darin Drucke (im Original und als Reproduktionen), die einem die Welt und das Universum zeigen, aufschlüsseln, benennen, erläutern. Land- und Seekarten aus der vordigitalen Zeit, Ansichten des Mondes, der Milchstraße oder von Kometen in ihrem Flug durch das All, Kunstdrucke, auf denen Hunde 21 verschiedener Rassen friedlich versammelt sind oder ein Schwimmer, der die einzelnen Phasen des Brust- und Rückenschwimmens demonstriert. So hat man Wissbegierigen die Ordnung der Dinge vermittelt, als es Google Maps, die Wikipedia und das Internet noch nicht gab. Man zeichnete oder malte, was es zu wissen gab, und die Wirkung dieser Drucke hat viel damit zu tun, dass sich auf ihnen wissenschaftliche Präzision mit künstlerischer Interpretation verbindet – eine Poesie der Aufklärung gewissermaßen, die Schönheit des Dinglichen, Charakteristischen und Typischen. Die Bilder, die man bei „Discover Prints” entdecken und (in verschiedenen Größen) kaufen kann, bringen einem nicht nur bei, was man auf ihnen sieht, sondern lassen einen auch wieder Staunen über die Welt.

Was dieses Staunen in einem bewirken kann, dafür ist Uwe Berger selbst ein gutes Beispiel. In einem früheren Leben war er mal Meeresbiologe in Norwegen und Schweden und danach Bio- und Physiklehrer, auch an zwei Berliner Gymnasien. Die Drucke, alten Karten und wissenschaftlichen Abbildungen sammelte er nur für sein privates Vergnügen. Bis er sich eines Tages eingestand, dass sie es sind, für die er wirklich brennt und aus seiner Faszination einen Beruf machte. Zuerst auf Flohmärkten, schließlich in seinem Laden, den ich vor einer Weile beim Bummeln entdeckt habe und von dem ich hin und weg war. Von den Schätzen, die man dort findet, von der freundlichen (und kenntnisreichen) Beratung und den überaus gut gemachten Produkten. Berger litographiert die Drucke, die er sammelt, printet sie auf hochwertigem Papier oder auf Leinwand, vergrößert sie, macht sie zu Bildern, die man bei sich zu Hause an die Wand hängen kann.

Seit ein paar Tagen hängt an der Wand in der Küche, eine „Sternkarte des nördlichen Himmels” und eine „Sternkarte des südlichen Himmels” – zwei Kreise voller Sterne, Nebelflecke und Tierkreiszeichen, und seitdem bin ich mitten im Gespräch manchmal für ein paar Sekunden sehr, sehr weit weg, Lichtjahre entfernt. Und wenn ich dann wieder auf der Erde lande, ist mir, als wäre mir ein wenig leichter.

„Discover Prints”, Weinbergsweg 2, 10119 Berlin-Mitte, Di–Sa 12-20 Uhr. Der Onlineshop ist hier zu finden. 




EIN BLICK IN UNSERE NEUE KÜCHE

Das erste Zimmer in der neuen Wohnung, das sich fertig anfühlt, ist unsere Küche. Eine wilde Mischung aus alt (wir haben unsere weißen Unterschränke doch mitgenommen, statt eine ganz neue schwarze Küche zu kaufen), improvisiert (dort, wo eigentlich das zweite Küchenbrett hängen sollte, finden sich nun weiß angestrichene Holzkisten – an dieser merkwürdigen Wand gab es einfach zu viele Leitungen, die das Anbringen unmöglich gemacht haben, also haben wir überall dort, wo mal keine verliefen, weiß angestrichene Kisten angebracht – was mir nun lustigerweise viel besser gefällt als unser ursprünglicher Plan) und neu (in meiner zweiten Laden-Lieblings-Neuentdeckung bin ich ein bisschen durchgedreht und habe mir in den letzten Monaten einen Flaschentrockner, das kleine Schränkchen und den wunderschönen, alten Tisch gekauft – ein Unvernunftskauf, den ich aber kein bisschen bereue). In keinem anderen Zimmer sitzen wir öfter als hier. Schauen Hedi beim Schubladenausräumen zu, arbeiten, essen mit Freunden, morgenmuffen uns beim Frühstück an, pellen uns eine Clementine, reden über das Leben und die manchmal so komische Welt da draußen. 

NEU IM NETZ: WUNDERSCHÖNE KERAMIK VON MOTEL A MIO

Irgendwann war da diese Email in meinem Postfach. Eine Einladung zum Pop-up-Sale von Motel a Mio. Schöne Keramik, dachte ich, und ging hin – eigentlich nur, um einmal kurz zu gucken. Woraus ein sehr langer Nachmittag wurde. Gefolgt von einem zweiten und schließlich dritten Besuch im temporären Laden der beiden Münchnerinnen Anna von Hellberg und Laura Castien. Seit diesem Wochenende wohnen roséfarbene Schüsselchen, schwarze Teller und zwei große hellgraue Obst-Schüsseln in unserer Küche. Und so kopflos die Motel a Mio-Liebe auch gewesen sein mag: Bereut habe ich meinen Rieseneinkauf nie. Ich freue mich einfach so über Dinge, die den Alltag ein bisschen schöner, besonderer, feierlicher machen. Wie meine beiden Lieblingskaffeebecher, die ich damals auch gekauft habe. Sie sind groß und schwer und haben besonders breite Griffe. Der eine hat oben rechts eine kleine Delle, der andere nicht. Morgens im Sonnenlicht sehen sie Knallorangerot aus, abends eher Rostrot. Bloß zwei Kaffeebecher und doch freue ich mich jeden Tag über sie. Und weil es seit heute endlich einen Onlineshop gibt, Motel a Mio diese Woche auch wieder zu Besuch in Berlin ist und ich gerne wissen wollte, wer die Frauen hinter dieser so wunderschönen Keramik sind, habe ich den beiden 35-jährigen Macherinnen Anna und Laura ein paar Fragen gestellt. Vielleicht geht es euch ja wie mir und es ist Liebe auf den ersten Blick. 

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, Motel a Mio zu gründen? 

Anna von Hellberg und Laura Castien: Tatsächlich war es entweder Zufall oder Schicksal. Wir waren mit unseren Familien in Portugal im Urlaub. Da uns nicht nur unsere Freundschaft, sondern auch die Liebe zu gutem Essen verbindet, sind wir immer auf der Suche nach tollen Restaurants. So saßen wir dann in dieser coolen kleinen Strandbar vor köstlichem Essen, das auf wunderschönen Tellern serviert wurde. Und da war es um uns geschehen. Wir haben uns gleich am nächsten Tag auf die Suche nach dem Hersteller gemacht und ganz spontan ein bisschen was eingepackt. Dann ging es zurück nach München. Dort haben wir unseren ersten Pop-up-Sale im Glockenbachviertel veranstaltet – gleich nach dem ersten Tag war alles ausverkauft! Das war wirklich unglaublich. Wir waren so begeistert, dass wir wieder nach Portugal geflogen sind und mehr Teile gekauft haben. So kam das eine zum anderen.

Betreibt ihr Motel a Mio jetzt hauptberuflich?
Im Moment arbeiten wir beide noch nebenher. Anna arbeitet als Art-Direktorin bei Triumph und ist Mutter von einer Tochter, Laura arbeitet als freie Grafik-Designerin und Illustratorin und ist Mutter von zwei Töchtern. Unser Plan ist es aber, uns bis Ende des Jahres voll auf Motel a Mio zu konzentrieren. Wir sind jetzt langsam an einem Punkt, an dem man sich entscheiden muss – entweder ganz oder gar nicht.

Habt ihr am Anfang lange überlegt oder war das eher eine Bauchentscheidung? Und musstet ihr etwas aufgeben dafür?
Es war eine absolute Bauchentscheidung! Viel mussten wir nicht aufgeben – irgendwie ist man in unserem Alter doch oft an einem Punkt, an dem man sich denkt „What’s next“? Wir können diese Frage jetzt für uns mit „Motel a Mio“ beantworten, das ist ein echtes Geschenk!

Hattet ihr vorher schon Erfahrungen mit Geschirr oder im Unternehmerinnensein? 
Wir lieben gutes Essen, und da isst das Auge ja bekanntlich mit, insofern haben wir uns schon immer für all die schönen Dinge rund um den Esstisch interessiert. Beruflich haben wir uns vorher allerdings nicht mit Keramik befasst. Der Einstieg ins Unternehmersein wurde uns auf dem Keramik- statt Silberteller serviert, als wir uns beim Mittagessen am Strand in die portugiesischen Tellerchen und Schälchen verliebt haben. Das war unser Aha-Moment.

Was für Geschirr verkauft ihr genau? 
Wir verkaufen Steinware, die in Portugal gefertigt und handbemalt wird. Dadurch entstehen echte Einzelstücke und kein Teil gleicht dem anderen. Auch die Möglichkeiten, was Farben und Formen betrifft, sind so quasi unbegrenzt. Unser Angebot reicht von Mini-Schälchen über Teller, Tassen und Bowls bis hin zu großen Servierschalen, Karaffen und Kännchen. Unsere erste eigene Linie „Areia“ ist in vier verschiedenen Farben erhältlich. Zur Auswahl stehen ein pastelliges Mint, lebhaftes Azur-Blau, ein volles Dunkelgrün namens Teal und unser hübsches Pink. Ganz eigene Designs in völlig neuen Formen kommen im November und Dezember dazu – darunter auch Home-Accessoires wie Vasen und Lampen.


Wer sind eure Produzenten? 
Unsere Produzenten sind kleine, teils familiengeführte Unternehmen in der Nähe von Lissabon. Portugal hat eine sehr starke Keramik-Tradition – man denke alleine an all die wunderschönen Kacheln und Fliesen, die sich an so vielen portugiesischen Gebäuden wiederfinden. Es gibt sogar eine eigene Keramik-Route, die besonders schöne Arbeiten in verschiedenen Städten aufzeigt. Unser Eindruck ist, dass das Keramikgewerbe dort auch heute noch (oder: wieder) floriert, das Interesse an individuellem Geschirr und Home-Accessoires steigt ja immer mehr.



Sind eure Entwürfe dann auch traditionell?
Unsere Entwürfe sind eher modern, aber wir lassen uns immer gerne von unseren Produzenten und den Designern vor Ort beraten. Eines haben wir dabei auf jeden Fall schon gelernt: Zwischen dem, was man sich auf dem Papier vorstellt und der tatsächlichen Herstellung von Keramik liegen oft Welten, vor allem was Farben und Farbmischungen betrifft. Der Brennprozess und die Reaktion von Rohmaterial und Glasur sind nicht immer berechenbar. Daher dauert es auch seine Zeit, bis wir uns für eine perfekte Farbe oder ein perfektes Design entschieden haben… 

Bislang habt ihr Pop-up-Stores in verschiedenen deutschen Großstädten gemacht. Wieso habt ihr euch für dieses Konzept entschieden? 
Das Konzept der Pop-up-Sales ist aus unserer Anfangs-Historie entstanden. Wir haben uns einfach herangetastet und für uns entschieden, dass es momentan das Richtige ist. So haben wir die Möglichkeit, in verschiedenen Städten zu sein, coole Locations auszuprobieren und müssen uns nicht auf einen Ort festlegen. Für uns sind diese Sales fast eine Art Roadshow: Wir zeigen den Leuten wer wir sind, wie wir ticken und was wir im Angebot haben. Im Gegenzug haben wir so auch die Möglichkeit, die Leute kennenzulernen, die wir mit unserer Begeisterung für schöne Keramik aus Portugal anstecken konnten. Und viele glückliche Gesichter zu sehen – das lieben wir besonders. 

Bleibt es künftig dabei oder habt ihr noch andere Pläne? 
Zusätzlich zu den Pop-up-Sales gibt es einen Onlineshop – darauf freuen wir uns schon riesig! Ab heute gibt es dort unsere eigenen Kreationen zu erstehen, bequem von zu Hause aus. Und vom 22. – 24. September machen wir wieder einen Sale in Berlin. Köln soll übrigens unser nächster Stopp werden – falls jemand einen Location-Tipp hat: immer her damit!

Wie kommt ihr auf die Formen und vor allem Farben eurer Keramik? Ich habe solche Farben vorher noch nie gesehen…
Da spielt das besondere portugiesische Keramikhandwerk eine große Rolle – wir waren auch von Anfang an von den wunderschönen Farbverläufen fasziniert. Die handwerklichen Techniken unserer Produzenten machen so schöne Glasuren möglich und geben uns natürlich perfekte Voraussetzungen, unsere Ideen umzusetzen. 

Welche Stücke stehen gerade auf eurem Küchentisch?

Unser derzeitiger Liebling ist unsere „Areia“ Kollektion – wir kombinieren wahnsinnig gerne die verschiedenen Farbtöne miteinander. So entstehen tolle, individuelle Tischsets, auf die wir wirklich stolz sind. Aber es ist schwierig, sich da dauerhaft festzulegen. Gerade wenn wir wieder neue Kreationen geliefert bekommen, tauschen wir gerne auch mal aus. Will ja alles getestet und für gut befunden sein.

Den Onlineshop von Motel a Mio findet ihr hier. Der nächste Pop-up-Store eröffnet von Freitag bis Sonntag (täglich von 11-19 Uhr, sonntag von 11-16 Uhr) in Berlin, Kastanienallee 19.

EIN BLICK INS NEUE KINDERZIMMER



So sehr wir uns auf die neue Wohnung gefreut haben, so schwer ist uns auch der Abschied gefallen – vor allem Fanny. Damit es ihr ein bisschen leichter fällt sich einzuleben, haben wir den Umzug genutzt, um aus ihrem Zimmer ein Schulmädchen-Zimmer zu machen. Als ich sie gefragt habe, was sie toll fände, wünschte sie sich: etwas Knallgelbes, einen Platz für alle Lieblingskuscheltiere und eine geheime Geheimhöhle. Herausgekommen ist dabei dies:


1. Das Regenbogen-Bild, das Einhorn (von dem man nur die Mähne sieht) und die Kakteen sind allesamt von Meri Meri und zum Beispiel hier zu kriegen oder hier. 

2. Der Betthimmel ist von Numero 74 – wir haben ihn hier gefunden, in Weiß scheint es ihn gerade nicht mehr zu geben. Ich war mir erst nicht sicher, ob sich diese Investition wirklich lohnt, aber Fanny liebt den Himmel mit seiner Lichterkette und dass er ihr Bett zu einer Höhle macht, sobald sie den Vorhang zuzieht.

3. Das Setzkasten-Haus von H&M ist hier zu finden. Darin haben die gesammelten Spaziergang-Schätze, ihre Lieblingsplaymobilfiguren und ein paar Muscheln und Steine Platz.

4. Das Ikea-Bett gibt es hier.

5. Den Teppich hier.

6. Das Wolkennachtlicht von A Little Lovely Company habe ich hier entdeckt. Vertreibt ziemlich gut Monster.

7. Die Ikea-Holzkisten, die ich Gelb angemalt habe, sind hier zu bekommen, in groß und klein. Das Leuchtgelb hat sie sich selbst ausgesucht, es heißt (wenn ich mich richtig erinnere) Schwefelgelb.

8. Die Wandfarbe heißt Dimpse und ist von Farrow & Ball. Ein helles Grau, das den Raum sehr groß wirken lässt. Laut Beschreibung soll Dimpse aussehen wie die Farbe der Dämmerung. Mich erinnert sie eher an die Luft am Meer. *

9. Die Deckenlampe ist auch von Ikea und einfach mit großen, schwarzen Klebepunkten beklebt (online nicht zu kriegen, aber im Laden gab es noch welche).

10. Den Leuchtbuchstaben habe ich bei Victoria met Albert gefunden.

11. Das Mini-Kommode auf dem Schreibtisch ist auch von Ikea, gelb angemalt und hier zu finden. 

12. Die kleinen Schneekugeln haben wir auf unseren Reisen gesammelt, eine aus jeder Stadt, die wir besucht haben.

13. Die Papiergirlande über dem Bett haben wir zusammen gebastelt. Mit Seidenpapier von hier. 

14. Die Puppe habe ich zusammen mit der Puppenmacherin Maria Ribbeck gemacht. Sie heißt Lotte und wird sehr geliebt.

15. In unserem Flur steht jetzt ein großes Regal mit allen Kinderbüchern, aber neben dem Bett ist noch Platz für ein paar Lieblingsvorlesebücher. Gerade sind das: „Die kleine Hexe”, „Armstrong”, „Pluck mit dem Kranwagen”, „Geronimo Stilton: Fantasia ruft” (vor allem wegen der Duftseiten, die gruseligeren Seiten überspringen wir noch)  und „Polly Schlottermotz” (bald dann auch Band 3!).

PS: Da ich immer wieder Fragen zum Haustauschen gestellt bekommen, dachte ich mir, ich schreibe hier mal ein wenig ausführlicher darüber. Falls ihr also bestimmte Fragen habt, schreibt sie gerne in die Kommentare oder schickt mir eine Email an: postanslomo(at)googlemail(dot) com

Kommt gut ins Wochenende!

* Einen Teil der Wandfarbe habe ich von Farrow & Ball zur Verfügung gestellt bekommen. 

NEUES (UND ALTES) FÜR DIE WÄNDE: NEUN LIEBLINGSPRINTS


Das Schöne an einem Umzug: Man mistet endlich mal richtig aus. Und hat einen Vorwand, die Wände neu zu behängen. Hier sind ein paar Prints, die mir gut gefallen – vielleicht seid ihr ja gerade auch auf der Suche.

1) „Green Leaves” von Desenio. Seit unserem Umzug bin ich total pflanzenverknallt. Ich habe mir ein paar Töpfe zugelegt und dann noch ein paar mehr. Und freue mich jeden Tag über sie. Über meinem kleinen Garten hängen diese grünen Blätter.
2)  „Leaf lines (blue)” von Silke Bonde. So schön zart.
3) „Black &” von Desenio. Ich mag Unds, deswegen hängt dieses über meinem Schreibtisch.
4) „Tiger” von Fine Little Day. Diesen Tiger habe ich beim Rumstöbern auf Ink + Olive entdeckt. Jetzt bewacht er unser Schlafzimmer.
5) „Monstera Three” von Desenio. Ich sag ja: pflanzenverknallt.
6) „Above the Clouds” von Christoph Abatzis über Junique, weil Wolkengucken immer eine gute Idee ist.
7) „Finds” von Fine Little Day. Diese Fundstücke erinnern mich an die Dänemark-Urlaube meiner Kindheit, die wir hauptsächlich damit verbrachten, Schätze zu sammeln. Vom Wasser abgeschliffene Scherben, besonders runde oder pechschwarze Steine, manchmal auch einen klitzekleinen Bernstein. Meine Sammlung sah allerdings nie so hübsch aus.
8) Das „Enjoy it” von Petersen hängt schon lange an meinen Wänden und findet immer wieder einen neuen Platz.
9) „In voller Blüte” von Lumelena. Für immer blühende Rosen, weil ich die leise Melancholie dieses Bildes sehr mag.

Was hängt denn an euren Wänden? 
Kommt gut in die Woche!
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MACHERINNEN: FARROW & BALL-KREATIVDIREKTORIN CHARLOTTE COSBY IM GESPRÄCH ÜBER QUEREINSTIEGE, DEN CHARAKTER VON FARBEN UND DIE NEUESTEN TRENDS





Die Wände in allen meinen Wohnungen waren immer weiß. Bis auf das Kinderzimmer in der letzten Wohnung, das in einem so hellblauen Hellblau gestrichen war, dass es eher die Ahnung einer Farbe war als wirklich eine. Vielleicht liegt es am Umzug oder mir ist ein Mut gewachsen, den ich bisher nicht hatte. Vielleicht habe ich auch einfach nur zu lange auf die Farrow & Ball-Farbkarte gestarrt. Auf der stehen 132 Farben, die Elephant´s Breath oder Yellowcake heißen und die so aussehen, dass man unbedingt wissen will, wie es sich in Räumen leben würde, die mit ihnen gestrichen sind. Von Wänden umgeben, auf die ein Elefant geatmet hat. Jedenfalls beschloss ich, dass die Wände in der neuen Wohnung nicht überall weiß bleiben sollen. Dass aus den Rechtecken auf der Farbkarte Räume werden. Bist du dir sicher, fragte er. Ich mich auch, wenn ich den Kopf wieder eingeschaltet habe. An Farben kann man sich übersehen. Und was, wenn sie dann doch nicht gut aussehen. Weiß sieht ja auch schön aus. Außerdem sind die Preise für Farrow & Ball-Farben ganz schön Prada. Aber der Wunsch blieb. Und am Ende siegte die Verknalltheit. Es musste einfach sein. Ich habe uns ein paar Musterdosen gekauft, geschaut, welche Farbe funktioniert und welche nicht, und wie das Licht auf ihnen spazierengeht. Und dann haben wir das Wohnzimmer doch nicht wie geplant Stiffkey Blue, sondern Hague Blue gestrichen (das Dunkelblau war seine Idee und jetzt mag ich es so sehr). Und die Kinderzimmer in Dimpse – einer Farbe, die aussieht wie frische Luft, ganz klar, aber nicht kalt. Und das Bad in Peignoir, einem sehr grauen Rosa oder doch eher rosafarbenen Grau? Jedenfalls: meiner Lieblingsfarbe. Zu meiner großen Freude hat mir Farrow & Ball einen Teil der Farben, die ich dafür brauchte, zur Verfügung gestellt. Und jetzt? Weiß ich, wie wirksam Farbtherapie ist. Als nächstes werde ich unseren Küchentisch streichen. Die Farbe dafür habe ich schon gekauft. Sie ist ein bisschen irre für einen Küchentisch, aber wir können es kaum erwarten. Irgendwann, sobald die Umzugskistenberge abgearbeitet sind, werde ich hier Fotos zeigen. Vorab gibt es jetzt ein Interview mit Charlotte Cosby. Sie ist Kreativ-Direktorin der britischen Firma, die 1946 in Dorset gegründet wurde. Ich habe ihr ein paar Fragen über ihren Job und all die Dinge gestellt, die mir beim Farben-Herumüberlegen in den Kopf kamen. Vielleicht interessiert euch das ja auch...

Sie sind Creative Director bei Farrow & Ball. Wie kommt man an so einen Job? 
Charlotte Cosby: Ich habe an der Uni Management studiert und gleich danach in einer Bank zu arbeiten begonnen – um herauszufinden, dass mich Analysen des Schweizer Marktes nicht wirklich interessieren. Also habe ich meine Sachen wieder gepackt und bei einer Londoner Werbeagentur als Planerin angeheuert – um herauszufinden, dass mich das Kreative viel mehr interessierte. Also habe ich für eine Innenarchitektin und für eine Galerie gearbeitet, bis ich, im zarten Alter von 23, meinen Hafen bei Farrow & Ball fand. Ich fühlte mich wie ein Kind in einem Süßigkeitenladen voller Farben und Muster und beobachte jetzt schon zehn Jahre lang, wie die Marke sich entwickelt.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus? 
Ich habe einen dieser Jobs, in dem kein Tag dem anderen gleicht – was einer der Gründe dafür ist, dass ich ihn so mag. Es kann alles mögliche passieren: das Ausprobieren neuer Designs und Farbkombinationen in unserer Tapetenfabrik, die Suche nach neuen Ideen mit meinem Team, das Beaufsichtigen von Photoshootings für unsere Werbekampagnen oder der Besuch von Designmessen, um neue Trends zu recherchieren. 

Jede Farbe von Farrow & Ball hat ihre eigene Geschichte. Wie beginnt die Entwicklung einer neuen Farbe und wovon lässt man sich dabei inspirieren?
Das Tolle an unseren Farben ist, dass jede von ihnen sich aus einer ganz besonderen Geschichte oder Bedeutung herleitet, die in ihrem Namen angedeutet wird. Wir lassen uns von der Schönheit der Natur inspirieren, von unserem Firmensitz in Dorset, von alten Häusern, beeindruckenden Menschen, sogar vom Hautton von jemandes Backen! Ich bin auch schon mal mit einem Fossiliensammler an der Jurassic Coast unterwegs gewesen, um nach einem Ammoniten-Fossil zu suchen, weil wir überprüfen wollten, ob wir die Farbe richtig getroffen hatten.

Was muss eine Farbe eigentlich haben, damit sie in den Laden kommen darf? Wir sprechen dabei ja über winzige Grade und Nuancen...
Wir führen nur alle zwei oder drei Jahre neue Farben ein, und weil die Entwicklung so lange dauert, ist es jedes Mal richtig aufregend. Wir haben auf unserer Farbpalette immer nur 132 Farben, und das bedeutet, dass sich jede einzelne Farbe ihren Platz wirklich verdienen muss. Wenn eine Farbe bereit ist, auf den Markt zu kommen, hat sie, was alle unsere Farben zu bieten haben – eine unvergleichliche Tiefe und Lebendigkeit.

Als ich das richtige Blau für mein Wohnzimmer suchte, habe ich schnell festgestellt, dass die unterschiedlichen Blaus einen sehr eigenen Charakter haben. Drawing Room Blue ist sehr aufgeräumt, Hague Blue irgendwie erdig und Stiffkey Blue sehr natürlich und sauber. Beim Betrachten der Farbpalette reagierte ich auf jede Farbe sehr spezifisch, und ich habe mich gefragt, wie diese Reaktionen zustandekommen. Können Sie mir beschreiben, wie eine Farbe zu ihrem Charakter kommt? 
Ich glaube, dass Farben ihren entscheidenden Charakter durch die zugrundeliegenden Töne erhalten. Hague Blue hat zum Beispiel Anklänge von Grün und erhält dadurch einen vielseitigeren Reiz und zusätzliche Dramatik, während Stiffkey Blue sich eher wie ein wirkliches Blau anfühlt, in dem keine anderen Farbtöne dominieren. Wir alle sehen Farben unterschiedlich, und Entscheidungen werden oft emotional getroffen, etwa, wenn wir zu bestimmten Farbgruppen oder Tonlagen hingezogen werden. Diese emotionalen Entscheidungen können von den verschiedensten Elementen ausgelöst werden – von Fotostrecken in Magazinen oder von Freunden, die Designtrends folgen. Oft werden sie aber von Unbewusstem ausgelöst, von Erinnerungen an Glücksmomente oder Orten, die wir bereist haben.

Ich mag Farben, hatte aber nie den Mut, meine Wände zu bemalen. Ich möchte beispielsweise unbedingt mein Wohnzimmer in Stiffkey Blue streichen, gleichzeitig habe ich einen Riesenrespekt davor...
Stiffkey Blue hat einen wunderbaren dunkelblauen Ton, der von der Farbe des Schlammes am Strand von Stiffkey inspiriert ist. Es würde jedem Raum mehr Dramatik geben. Es ist eine sehr zeitgemäße Farbe, die eine stylische und doch gemütliche Atmosphäre erzeugt, sei es in einem modernen oder in einem Landhaus. Wenn dich die Vorstellung nervös macht, deine Wände damit zu streichen, würde ich es in einem kleinen Raum ausprobieren, im Badezimmer oder in der Garderobe zum Beispiel, wo Stiffkey Blue aufgrund seiner Blautöne eine intime, stimmungsvolle Atmosphäre erzeugen würde. Für eine fröhlichere Anmutung würde ich die Farbe in Kombination mit Light Blue oder Setting Plaster für eine hervorgehobene Wand verwenden. 

Welche drei Dinge sollte man beherzigen, wenn man die richtige Farbe für seine Wände sucht?
Erstens: Über die Architektur, den Zweck, den Schnitt, die Ausrichtung und vor allem das Licht eines Raumes nachdenken. All das trägt zur Anmutung einer Farbe bei. Zweitens: Die Farben am gewünschten Ort mit einer Musterdose testen, um herauszufinden, wie sie auf die Lichtverhältnisse reagieren. Es gibt kein richtig oder falsch, aber ein Test am Einsatzort sagt einem, ob eine Farbe wirklich zum Raum passt oder nicht. Es ist auch eine gute Idee, mit dem Raum zu beginnen, in dem man am wenigsten Zeit verbringt. Ein seltener benutztes Esszimmer oder ein Badezimmer sind toll, um eine Farbpalette auszuprobieren, weil man dort nicht gleich überwältigt wird und Zeit hat, sich allmählich an sie zu gewöhnen. Und ein kleines Badezimmer in mutigen Farben wie Brinjal, Pelt oder Rectory Red wird schnell zum Gesprächsthema werden.

Apropos Gesprächsthema: Gibt es gerade bestimmte Farbtrends? Und was sind zeitlose Klassiker?
Unsere Farben für das Frühjahr 2017 sind Studio Green, Hay, Radicchio und All White. Diese Farben verbinden dramatische, lebhafte Akzente mit zurückgenommenen und subtilen Tönen und funktionieren sowohl in modernen als auch traditionellen Umgebungen. Neutrale Farben sind immer zeitlose Klassiker. Viele Leute fühlen sich in sorgfältig ausbalancierten Farbumgebungen wohl, aber wir bemerken auch, dass die Menschen bei ihrer Farbwahl immer kühner werden und die Klassiker als Akzent zusammen mit stärkeren Farben verwenden – eine großartige Methode, um Klassisches mit einem Trend zu verknüpfen.



Vermutlich eine schwierige Frage, aber: Welche Farbe spricht Sie gerade am meisten an?
Meine Lieblingsfarbe ändert sich ständig. Im Augenblick liebe ich Hay, diese Farbe hat mich in eine kleine Obsession gestürzt. Sie ist warm und unglaublich zart. Ich glaube, ich muss meine Küche schon wieder neu streichen!

Vielen Dank.

Eine kostenlose Farbkarte gibt es hier. Mehr über die wasserbasierten Farben und ihre Herstellung hier. Habt ein schönes Wochenende!

Dieser Beitrag ist in freundlicher Kooperation mit Farrow & Ball entstanden. Die Meinung über diese Farben ist ganz meine.
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EINE NEUE KÜCHE – ABER WAS FÜR EINE?










Wir haben tatsächlich die Wohnung bekommen, auf die wir uns schon so lange beworben hatten. Ich freue mich so sehr. Auch weil wir uns zum ersten Mal eine Küche einrichten können. Die Frage ist nur: was für eine? Zwei Ideen gefallen mir gut: eine weiße Küche mit schwarzen Wänden (vielleicht nicht überall, aber mal so als Idee). Oder eine schwarze Küche mit weißen Wänden. Was meint ihr? Eins oder zwei? Und habt ihr Erfahrungen mit schwarzen Küchen oder schwarzen Wänden? Ich freue mich über eure Tipps. Habt einen schönen Tag.

Fotos 1, 2, 5, 6: Royal Roulotte. Fotos 3 und 4: Fantastic Frank. Fotos 7 und 8: Nooks.

EIN NEUES SCHLAFZIMMER




Wie lange schon wollte ich unser Schlafzimmer umstellen – das eine Zimmer, das ich immer ungemütlich fand. Letztes Wochenende habe ich endlich losgelegt. Erstaunlich, wie neu und anders sich ein Zimmer anfühlt, wenn man einfach nur alles umstellt. Vielleicht mache ich irgendwann mal ein paar Bilder. Bis dahin sind hier ein paar Fotos, die ich zur Inspiration gesammelt habe, ein paar Dinge, die ich gemacht habe und ein Wunschzettel:

Eins: Ich habe das Bett von der Mitte des Zimmers direkt vors Fenster gestellt (wie auf dem ersten Bild).

Zwei: Rechts neben dem Bett hängen jetzt gesammelte Lieblingsbilder: dieser und dieser Print von Petersen, unsere Passfoto-Sammlung und ein paar Zeichnungen von Fanny. Bei einer Freundin habe ich neulich diesen „Rapper´s Delight”-Print von Juniqe gesehen – der würde noch gut in die Sammlung passen.

Drei: Die uralten Malm-Kommoden stehen jetzt direkt an der Wand statt vorm Fenster. Da gefallen sie mir deutlich besser – ich bin allerdings nicht der weltgrößte Fan ihres Dunkelbrauns. Das Bett hat die gleiche Farbe. Jetzt denke ich darüber nach, einfach alles weiß anzustreichen. Hat jemand von euch das mal versucht und kann mir sagen, ob das funktioniert?

Vier: Auf der Kommode steht jetzt mein Lieblingsbild von Fanny: Wir drei und ihre beiden großen Lieben: Lulu, die Gastkatze aus New York und Franjo, der Hund meiner Schwester. Jetzt fehlt noch ein großes Bild. Vielleicht spare ich auf einen Print von Lola Donoghue.

Fünf: Was auch noch fehlt ist ein schlichter Teppich, den ich vors Bett legen möchte. Vielleicht der hier? Oder ich mach mich auf dem Flohmarkt mal auf die Suche.

Sechs: Diese zwei Kissen liegen momentan noch auf dem Sofa. Ins Schlafzimmer würden sie aber auch sehr gut passen.

Sieben: Und am Ende ist auch noch der ganze Kram rausgeflogen, der sich in den letzten Monaten (naja, eher Jahren) unter dem Bett, neben dem Schrank und in allen anderen Ecken angesammelt hatte. Wie viel schöner das Schlafzimmer ohne dieses ganze Zeug ist.

Noch mehr Bilder und ein paar schöne Tipps gibt´s bei Chapter Friday. Und hier sind noch ein paar Dinge, die gerne einziehen dürften:






Eins: Print „Rapper´s Delight” von Juniqe. Zwei: Kerzenständer „Circle” von Minimarkt. Drei: „Juno Blanket Grey” von The District Six Store. Vier: „Out of Her Loop” Abstract Giclée Print of Painting von Lola Donoghue (via). Fünf: Korb (Größe L) von Schöne Beute – Ghanin. Sechs: Baumwollteppich von H&M. Sieben: Kissen „Nice Shapes and Dots #2” von selekkt.com. Acht: „Marble Square” von Bolia.

Fotos: Alvhem Mäkleri & Interiör (1-3), Ollie & Seb´s House (4), Emma hos / Bild: Jonas Berg (5), Emma hos / Bild: Jonas Berg (6).

GUTE GESELLSCHAFT











Wäre dieses Wochenende ein Geräusch, dann wäre es ein Seufzer. Hach, das allererste Spaghetti-Eis. Der erste Spielplatznachmittag ohne Wintermantel. Ein Spaziergang auf den Wochenmarkt, bloß um ein paar Äpfel für einen Apfelkuchen zu kaufen, aber die Stimmung dieses Spaziergangs ist das ganze Wochenende geblieben. Noch schöner hat es auch ein besonderes Buch gemacht: "Kreative Leidenschaft". Besonders, weil es besondere Frauen vorstellt, die aus einer Leidenschaft einen Beruf gemacht haben. Besonders, weil die Autorin Simone Knauss und die Fotografin Ulrike Myrzik diese Frauen in ihren Wohnungen und Ateliers besucht haben: Schmuck-Designerin Saskia Diez (deren Armband ich meiner Schwester zum Geburtstag geschenkt habe), Gugl-Erfinderin Chalwa Heigl (deren Kuchen ich schon ewig mal bestellen wollte), Illustratorin Gesa Sander (in deren Wohnung ich mich verguckt habe) oder Porzellan-Designerin Sandra Haischberger (deren Zuckerdöschen mich schon wieder seufzen lässt). Unterschiedliche Geschichten, denen eines gemein ist: Der Mut, aus einer Idee, aus einer Leidenschaft einen Beruf zu machen. Was für tolle Frauen, was für ein schönes Buch.

Eins: Das Cover. Zwei + drei: Das Zuhause von Illustratorin Gesa Sander. Vier + fünf: Die Aufmacherseite von Schmuckdesignerin Saskia Diez und ihr Arbeitsplatz. Sechs: Die Zuckerdöschen von Porzellan-Designerin Sandra Haischberger. Sieben: Die Hände von Künstlerin Karen Müller. Acht: Der Tisch von Gold- und Silberschmiedin Sabine Schwer.

"Kreative Leidenschaft - Zu Besuch in Wohnungen und Ateliers inspirierender Frauen" von Simone Knauss und Ulrike Myrzik (Fotos), Callwey Verlag. Hier kann man im Buch blättern, hier kann man das Buch kaufen. Kommt gut in die Woche.
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