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DER DEZEMBER 2017 (UND WAS IHN GUT GEMACHT HAT)





Frohes neues Jahr!

Wie geht´s euch? Seid ihr gut in dieses neue Jahr gekommen? Habt ihr Pläne geschmiedet, oder lasst ihr das Jahr lieber einfach auf euch zukommen? So oder so wünsche ich euch ein gutes, gesundes 2018! Hier ist noch ein kleiner Rückblick auf unser Jahresende. 

Wie die letzten Wochen waren:
Bis kurz vor Weihnachten total chaotisch. Danach total ruhig. Wie das immer so ist (zumindest bei uns): Die Tage vor Weihnachten sind hektisch, voller Erledigungen und kein bisschen besinnlich. Dann beginnen die Ferien und mit ihnen das große Ausatmen. Wir haben Filme geschaut (zum ersten Mal „Der kleine Lord”), Waffeln und Kekse gebacken, am Heiligabendhimmel nach dem Weihnachtsmann gesucht, eine riesige Höhle in der Küche gebaut und kleine Runden um den Pudding gedreht. Was für ein herrliches Gefühl, mal so gar nichts zu müssen.

Der schönste Tag: 
Tatsächlich Heiligabend. Seit ein paar Jahren habe ich ein albernes, aber wahnsinnig schönes Ritual: Die Kinder bleiben bei ihrem Papa, und ich fahre gleich morgens, wenn die Geschäfte öffnen, in die Stadt, gehe in die Galeries Lafayette und kaufe zwei, drei besondere Weihnachtsköstlichkeiten. Macarons, Crème fraiche, die so dick ist, dass der Löffel darin stecken bleibt, und Madeleines. Danach bummle ich durch ein paar Läden, kaufe allerletzte Geschenke, atme einmal tief durch, fahre nach Hause, mache den Rotkohl, und es ist tatsächlich Weihnachten.

Noch ein Ritual: 
Der Adventskalender an unserer Tafel. Jeden Sonntag haben wir eine Kerzenflamme dazu gemalt (und während Fanny oben malte, wischte Hedi unten die Kalendertage wieder weg). 

Nachgedacht: 
Über all das, was in unserem Leben ist, und all das, was wir haben, vor allem unser Wir, das so wenig selbstverständlich ist.

Gerne gesehen:
Am Ende hat mich „Berlin Station” dann doch noch gekriegt und ich habe die Agenten-Serie bis zur letzten Folge durchgesehen. Ebenfalls toll, wenn auch sehr düster: Alias Grace, eine Serie, in der das Hausmädchen Grace Marks, 1843 wegen des Mordes an ihrem Dienstherren verurteilt, einem Psychiater ihre Version der Geschichte erzählt.

Gelesen:
Noch etwas, das ich an den Weihnachtsferien mag: Endlich ist Zeit zum Lesen. Ich habe angefangen, meinen Weihnachtsbuch-Stapel kleiner zu lesen. Da liegen: „Das Nest” von Cynthia D´Aprix Sweeney, „Schwimmer” von Sina Pousset und eure Empfehlung: „Das achte Leben”. Mit den Kindern haben wir auch ganz viel gelesen: das Bilderbuch „Schläfst du?”, das von acht schlafenden Hunden erzählt (bis einer aufwacht). Das wirklich hinreißende „Wie das Kuscheln erfunden wurde”, zu dem es auch ein Malbuch gibt (schaut euch das mal an, falls ihr gerade 2-6-Jährige zu beschenken habt). Und ein ganz tolles, irre interessantes Buch über den Körper: „Ich weiß jetzt 100 Dinge mehr! Der menschliche Körper” (darin erfährt man zum Beispiel, dass unser Herz an einem Tag genug Blut zum Füllen von 39 Badewannen pumpt und Niesen in jeder Sprache anders klingt). 

Geschenkt bekommen:
Merkwürdig, an was für Dinge aus seiner Kindheit man sich später mit Wärme im Bauch erinnert. Zu besonderen Anlässen (und manchmal auch einfach so) stießen meine Eltern mit den winzigen, alten Gläsern ihrer Schnapsglassammlung an, die immer auf einem silbernen Tablett im Wohnzimmer standen. Als meine Mama mich vor Weihnachten gefragt hat, was ich mir dieses Jahr wünsche, sagte ich eher aus Spaß zu ihr: den Anfang meiner eigenen Schnapsglassammlung. Dann bekam ich  tatsächlich ein silbernes Tablett mit fünf alten Gläsern geschenkt. Selten hat mich ein Geschenk so gerührt wie dieses. Ich habe es mit dem ersten Schluck Alkohl nach fast zwei Jahren (Walnusslikör!) eingeweiht.

Was gerade in der Wohnung passiert:
In den Weihnachtsferien habe ich eine Bilderwand über das Sofa gehängt, für Hedis Zimmer ein großes Bild mit Herz gemalt und endlich Gardinen aufgehängt. 

Im Netz entdeckt:
* „Clothes aren´t always easy. But style doesn´t always have to be hard.” Was für eine tolle Geschichte: „How I Found My Personal Style” von Ashely Ford auf „A Cup of Jo”. (Sofort darüber nachgedacht, ob ich eigentlich schon meinen persönlichen Stil gefunden habe...).
* Und wenn wir schon bei „A Cup of Jo” sind – mein Lieblingsblog aller Zeiten: Hier ist ein Interview mit Gründerin Joanna Goddard (nach dem ich sie noch ein bisschen lieber mag, als vorher schon, wenn das denn möglich ist).
* Ein Pfannkuchenrezept, das ich unbedingt ausprobieren möchte.
* Eine Mama darüber, wie es ist, eine Teenager-Tochter großzuziehen (mit Anmerkungen der Tochter): „Raising a Teenager Daugther”.
* Die unglaubliche Geschichte von Ada Blackjack, die Anfang der 20er-Jahre mit gerade einmal 23 Jahren eine Arktis-Expedition überlebte: „Ada Blackjack, the Forgotten Sole Survivor of an Odd Arctic Expedition”. 
* Ein wirklich schönes Apartment in Brooklyn.
* Und die Wahnsinns-Wohnung von Jenna Lyons. 
* Der Trailer für „Ocean´s 8”. Ich freue mich jetzt schon.
* Selbstgemachtes Badesalz. Muss ich mal ausprobieren.
* Vor einer Weile habe ich für die Myself eine Geschichte über Lucy Kalanithi geschrieben, deren Mann Paul im Alter von 37 Jahren an Lungenkrebs gestorben ist (und vor seinem Tod noch das Buch „Bevor ich jetzt gehe” geschrieben hat). Lange war ich nicht so beeindruckt von einer Frau wie von Lucy (übrigens die Zwillingsschwester von Joanna Goddard). Nun hat sie sich wieder verliebt.

Falls es hier in den nächsten Tagen übrigens ein wenig stiller wird: Ich arbeite gerade an einem neuen Layout für Slomo. Da das zeitlich ein wenig aufwendiger ist, als ich es erwartet hatte, und ich mich in dieses neue System erst einmal hineinarbeiten muss, wird es hier vermutlich ein paar Tage Pause geben. Dafür geht´s (jetzt öfter als früher) auf Instagram weiter.

Kommt gut in die Woche!

17 FRAGEN AN 2017 (UND WIE DAS JAHR FÜR MICH WAR)


2017 war das Jahr, in dem ich öfter als je zuvor das Gefühl hatte, dass alles gut ist. 2017 war das Jahr, in dem ich in mein Frühstücksmüsli geheult habe, weil ich so verdammt alle war und mich gefragt habe, ob ich je mal wieder nicht alle sein würde und weitergeheult habe, obwohl ich die Antwort darauf kannte. 2017 war das Jahr, in dem ein zweites kleines Mädchen angefangen hat, mich Mama zu nennen, naja, eher Mammam. Und jedes Mal, wenn sie es sagt, stolpert kurz mein Herz, selbst wenn sie gerade fürchterlich wütend ist und das Mammam ziemlich laut schreit, weil sie mein Handy nicht haben darf. 2017 war das Jahr, in dem die Sonntage nach Gulasch und Schnitzel geduftet haben. 2017 war das Jahr, in dem wir am Sonntagmorgen den Plattenspieler angemacht haben, und jeder durfte mal aussuchen, nur Fanny immer zweimal. 2017 war das Jahr, in dem ich mit Hedi im Tragetuch durch Paris und Amsterdam spaziert bin. 2017 war das Jahr, in dem ich mich nicht gefragt habe, ob ich eine gute Mutter bin. 2017 war das Jahr, in dem ich angefangen habe, zusammen mit Fanny Cellounterricht zu nehmen. Ich bin nicht oft zum Üben gekommen, eigentlich nie, aber Himmel, macht mich das froh. Auch diese Sonntagmorgende mit ihr, nur wir beide, zwei Celli und eine lange Busfahrt. Wie mutig und liebevoll und unschüchtern und zart sie ist. Wie sehr sie mich ihre Liebe spüren lässt. 2017 war das Jahr, in dem wir manchmal, wenn die Kinder endlich geschlafen haben und wir eigentlich auch nur noch schlafen wollten, angefangen haben, in die Dunkelheit hinein zu reden und dann immer weiter geredet haben über nichts und alles und die beiden und uns. 2017 war das Jahr, in dem ich „meine Töchter” gesagt habe, wahnsinnig oft und nie ohne Staunen. 2017 war das Jahr, in dem ich gemerkt habe, dass ich mehr Kraft habe, als ich dachte – aber meine Kraft nicht unbegrenzt ist. 2017 war das Jahr, das ein paar Mal ganz schön weh getan hat, die Frage, was genau so weh getan hat, aber zu interessanten Antworten geführt hat. 2017 war das Jahr, in dem wir in eine neue Wohnung gezogen sind, die sich erstaunlich schnell wie eine alte angefühlt hat. 2017 war das Jahr der gestohlenen Momente. Ein Essengehen mit Fanny, nur wir beide. Ein Weihnachtsmorgenbummel, ganz alleine. 2017 war das Jahr, in dem ich mich manchmal danach gesehnt habe, mal kurz alleine zu sein. Um mich sofort daran zu erinnern, wie oft ich mir früher gewünscht habe, nicht mehr so alleine zu sein. 2017 war das Jahr, in dem ich manchmal wach wurde, weil ein kleines Mädchen neben mir saß und mich angrinste, um vier Uhr morgens, und sich dann in mich hineindrehte, als wären wir noch immer ein Körper. 2017 war das Jahr der Müdigkeit. 2017 war das Jahr, in dem mein Buch endlich fertig geworden ist. 2017 war das Jahr, in dem ich unser Wohnzimmer dunkelblau gestrichen habe. 2017 war das Jahr der „Geh bitte nicht vorbei”-Momente. Und viele hatten mit Fanny und Hedi und ihrem Schwesternsein zu tun – sie in ihrem Arm, ihr Milch gebend, Hedis Glücksgurren, wenn sie morgens ihre Schwester sieht oder nachmittags, wenn wir sie von der Schule abholen, die beiden in der Küche tanzend. Überhaupt: Küchentanzen. Überhaupt: ihnen zuzusehen beim Siesein. 2017 war das Jahr, in dem ich gelernt habe, dass es okay ist, um Hilfe und Rat zu bitten, und dass einen das nicht schwächer macht. 2017 war das Jahr, in dem ich meine erste richtig gute Braten-Soße gekocht habe. 2017 war das Jahr, in dem ich angefangen habe, deutlichere Grenzen für mich zu ziehen. 2017 war das Jahr, in dem Hedi ihre ersten Schritte gegangen ist. 2017 war das Jahr, in dem ich zu oft die Geduld verloren habe. 2017 war das Jahr, das mich ganz dankbar zurücklässt. So dankbar für das alles.

Und jetzt hänge ich die Glitzer-2018 über den Küchentisch und schreibe all das, was ruhig in 2017 bleiben darf, auf einen Zettel und zünde ihn an, obwohl das albern ist, und dann schreibe ich mit einer Wunderkerze einen Wunsch in die Luft, weil ich auch daran glaube. Später, wenn alle schlafen, setze ich mich an den Küchentisch, futtere den letzten Berliner und überlege mir die Antworten auf ein paar Fragen, die ich mir ausgedacht habe, weil mir das hilft, noch einmal alles zu sortieren und zu entknoten, das Wichtige vom weniger Wichtigen zu trennen und vorfreudig zu werden. Falls es euch auch so geht – hier sind 17 Fragen an 2017. Kommt gut ins neue Jahr. Ich hoffe, es bringt euch viel Gutes.

Alles Liebe für euch. Und: nochmal danke für das alles hier.


DER NOVEMBER 2017 (UND WAS IHN GUT GEMACHT HAT)


Wie die letzten Wochen waren:
Das gleiche Pensum wie in den Monaten davor, aber das Verrutschte ist weg. Manche Knoten lösen sich offenbar wirklich von selbst. Mir geht´s gut gerade. Nicht jeder Tag ist voller Sonnenschein – ich bin immer noch saumüde, genervt vom andauernden Nachts-arbeiten-Müssen und habe große Sehnsucht nach einer kleinen Pause. Aber Himmel, ist da gerade viel Schönes in unserem Leben. Hedis „Hi”, das manchmal wie „Ei” klingt und manchmal wie „Hai”, aber immer so, als würde sie mich gerade zum allerersten Mal sehen. Dieser vertrödelte Samstag neulich. Zum ersten Mal Weihnachtslieder gehört, einen großen Topf Chili gekocht und „Das Wunder von Manhattan” geguckt. Die kleine Hand, die sich jeden Morgen auf dem Weg zur Schule in meine Jackentasche schleicht und nicht loslässt bis zum Kuss-Stein vor der Schultür. Das Zahnarztschränkchen, das jetzt in unserem Wohnzimmer steht. Und das Gulasch, das er gerade jeden Sonntag kocht. Schon der Duft wärmt.

Der schönste Moment:
Nach viermal, dreimal, zweimal, nur noch einmal schlafen: Fannys Geburtstagsmorgen. Weil wir noch vor der Schule die Bescherung gemacht haben, war es ganz dunkel. Eigentlich wollte ich ihr ins Ohr flüstern, dass heute ihr Geburtstagsmorgen ist, aber dann war sie es, die mich weckte. Es dauerte einen Moment, bis ich wirklich wach war, einen viel zu langen, und noch einen viel, viel zu langen, bis auch der Rest der Familie wach war und ich in der Küche die Kerzen auf dem Kuchen angezündet hatte. Aber dann – endlich, endlich. (Und obwohl ich weiß, wie alt sie wird, überrascht es mich doch jedes Mal wieder. Die Erinnerung an die ersten Stunden mit ihr, die ersten Tage, Monate, Jahre. All die Weißt-du-nochs, die gerade erst passiert und schon sieben Jahre her sind. Und dann pustet sie alle Kerzen auf einmal aus und fragt, ob sie wirklich nicht verraten darf, was sie sich wünscht, und verrät es dann doch, und nimmt Hedi auf den Schoss und lässt sie das Papier aufreißen, vier Hände, die gar nicht schnell genug auspacken können und schon wieder ein Weißt-du-noch). 

Gerne gesehen:
„Anne with an E” auf Netflix. Ende des 19. Jahrhunderts findet das 13-jährige Waisenmädchen Anne Shirley bei den Geschwistern Marilla und Matthew Cuthbert endlich ein Zuhause. Eine Geschichte, die von Einsamkeit und Zusammenhalt erzählt, von Liebe und Sehnsucht, von angepassten Frauen und einem herrlich wilden Mädchen. Genau richtig für dunkle Tage. Total anders, aber auch ganz toll: die Indie-Soap „Lampenfieber”. Angefangen und am Stück durchgeguckt. Jetzt fehlt mir noch eine Serie zum entspannten Wegglotzen (wenn ihr wisst, was ich meine). Gerade habe ich mit „Berlin Station” angefangen, aber so richtig gefesselt bin ich noch nicht.

Andauernd gehört:
Weihnachtslieder. Dieses Jahr ist die Weihnachtsstimmung lange vorm Tannenbaum da. Zum Glück geht´s dem Rest der Familie auch so und keiner rollt mit den Augen, wenn hier ständig Weihnachtsmusik läuft. Am liebsten: die Weihnachtshit-Playliste von Spotify (mit Mariah Carey, Wham und Chris Rea – ewig kann man die nicht hören, aber ein paar Mal, und dann sehr laut), die Kinder-CD (samt Buch) „Am Weihnachtsbaume” (die man tatsächlich immer wieder hören kann, ohne dass sie nervt) und meine alte Weihnachtsplaylist. 

Endlich gelesen:
Immer noch nichts. Ich bin abends einfach zu müde. Was mich aber nicht am Bücherkaufen hindert, denn in den Weihnachstferien möchte ich möglichst viel lesen. Auf meinem Stapel: „Das Leben des Vernon Subutex” von Virginie Despentes, „Fangirl” von Rainbow Rowell und „Swing Time” von Zadie Smith. Welches Buch hat euch dieses Jahr denn so richtig gut gefallen?

Eine Idee, die ich sofort geklaut habe:
Die Candy-Box von annikaoninsta. Nach einem (selbstgekauften) Geburtstagskuchen und Kuchen für die Schule habe ich für Fannys Detektiv-Party statt Kuchen Nummer drei eine Süßigkeiten-Box gemacht. Kam super an und wird wiederholt.

Gesucht und gefunden:
Eine neue Wintermütze. Nachdem ich es tatsächlich geschafft habe, meine beiden anderen innerhalb von einer Woche zu verlieren. Diese hier ist so kuschelig, wie sie aussieht.

Was gerade in der Wohnung passiert:
Ach, so vieles. Und eigentlich möchte ich gar nicht so richtig fertig werden. Nach Fannys Zimmer und der Küche ist nun das Wohnzimmer dran. Über dem Sofa sollen ganz viele Bilder hängen (wenn ich es je schaffe, sie aufzuhängen). Und in der Ecke neben dem Schränkchen soll ein Lese-Sessel stehen. Hellgrau soll er sein, möglichst gemütlich und nicht zu wuchtig. Mal sehen, ob ich so einen finde.

Im Netz entdeckt:
* „Ich lass das Loch einfach”. Indre von MiMA hat mit Melanie Garanin gesprochen, auch über den Tod ihres Sohnes. Und das hat mich sehr bewegt.
* Der neue Familien-Freizeit-Guide vom Himbeer-Magazin ist erschienen: Berlin mit Kind 2018. Wie immer ganz toll und voller Entdeckungen.
* Eine Geschichte über einen gemieteten Vater. 
* Immer und immer wieder: Die Modern-Love-Section der New York Times.  
* Die es übrigens auch als Videos gibt. Wie toll.
* Ein Autor verreist mit seinem Schwiegervater: „Wir kennen uns seit sieben Jahren und doch gibt es so vieles, was wir nicht voneinander wissen.”
* Schokoladen-Karamell-Kuchen? Der wird ausprobiert.
* Das Leben von Hedy Lamarr – gezeichnet.
* Über dieses Video musste ich wahnsinnig lachen: Angela Merkel übt ihr Poker-Face.
* Und bei diesem Video habe ich mir eine Träne weggewischt: Aretha Franklin singt „A Natural Women”. 
* Noch so ein Video, das mich wahnsinnig gerührt hat: „Portrait of Lotte, 0 to 18 years”. Ein Kind wird in fünfeinhalb Minuten erwachsen.

Und ihr? Wie geht´s euch? Hattet ihr einen guten November? 

WIE WAGT MAN NEUES, WENN MAN ANGST VORM SCHEITERN HAT? FRAGEN AN LIFE-COACH LEA VOGEL #1











Heute startet hier eine neue Reihe, über die ich mich wahnsinnig freue: Fragen an Life-Coach Lea Vogel. Vielleicht erinnert ihr euch noch an sie: Anfang letzten Jahres habe ich hier mit ihr übers Glücklichsein gesprochen. Seitdem sind wir immer in Kontakt geblieben, und irgendwann war der Gedanke da, Lea auf Slomo öfter mal zu Wort kommen zu lassen. Glücklicherweise sagte sie sofort zu. Weil ich mich von den Dingen, die sie zu mir gesagt hat, oft so sehr bereichert fühle, dachte ich: Ich stelle ihr hier einfach Fragen. Zu Beginn eine, die mir gerade durch den Kopf geht, gefolgt von anderen, die mir im Alltag begegnen – nicht nur in meinem eigenen Leben. 

Den Anfang macht die Frage: Wie wagt man Neues, wenn man Angst vorm Scheitern hat? Die Sache ist nämlich die: Schon lange wachsen ein paar Ideen in mir, jetzt habe ich das Gefühl, es ist an der Zeit, sie endlich Realität werden zu lassen (jupp, ich werde hier natürlich davon erzählen, wenn es so weit ist, und nein, ich werde den Journalismus nicht aufgeben, das würde ich niemals tun). Ich bin irre motiviert und vorfreudig, das alles fühlt sich sehr richtig an. Und doch gibt es eine Stimme in mir, die zweifelt. Sie will zum Beispiel wissen, ob es nicht schlauer wäre, noch abzuwarten. Oder es lieber ganz zu lassen. Sie fragt auch, ob das denn wirklich eine gute Idee ist. 

Würde diese Stimme die gleichen Dinge zu einer Freundin sagen, fielen mir tausend gute Erwiderungen ein. Ich würde ihr sagen, dass es doch viel mehr zu gewinnen als zu verlieren gibt. Dass sie doch ein gutes Gefühl dafür hat, was geht und was nicht – und diesem Gefühl ruhig trauen soll. Dass es sich lohnt, aus der Deckung zu kommen und dem Rumoren zu folgen, selbst wenn man Gefahr läuft, dabei zu scheitern. Am Ende würde ich ihr sagen, dass man mit seinen Aufgaben wächst, weil das zwar ein alter Spruch ist, meiner Erfahrung nach aber trotzdem sehr wahr. 

Leider rede ich mit mir selbst nicht wie mit einer Freundin. Und der Stimme fallen viele „Und wenns” und „Ja, abers” ein. In Wahrheit habe ich einfach einen Riesenschiss, mich aus meiner Komfortzone heraus zu bewegen, etwas Neues zu wagen und die Grenzen zu überschreiten, die ich mir selbst gesetzt habe. Deshalb würde ich gerne wissen: Wie kriegt man es hin, etwas Neues zu wagen? Was hilft dabei, den inneren Kritiker zum Schweigen zu bringen? Und wie kann ich herausfinden, ob eine Idee wirklich trägt oder die zweifelnde Stimme womöglich doch gar kein so schlechter Wegweiser ist – schließlich taugt ja auch nicht jeder Plan zur Umsetzung?

Tausend Dank für deine Antwort, liebe Lea!



Liebe Okka,

hab vielen Dank für deine ehrliche und clevere Frage. Ich habe viele Ideen und Gedanken dazu, die ich nach und nach mit dir teilen möchte. Aber zunächst ist es mir wichtig zu betonen: Es ist okay, menschlich, wichtig und keinesfalls zwingend von Nachteil, wenn man mal zweifelt – ich glaube sogar, dass kritisches Hinterfragen uns beim Wachsen helfen kann. Aber wie immer macht auch hier die Dosis das Gift. Aus diesem Grund bin ich davon überzeugt, dass es ein erster Schritt in Richtung Mut ist, wenn man sich der Mechanismen bewusst wird, die ihn behindern.

Gern möchte ich ein paar Themen und Gedanken ansprechen, die mir wichtig erscheinen – wissend, dass ich hier nicht alle Aspekte dieses Themas ansprechen kann. Ich hoffe, dass der ein oder andere Gedanke dich inspiriert. Aber von Anfang an. 

Der innere Kritiker schleicht sich ein

Der Kritiker ist ein Anteil in uns, der sich irgendwann im Laufe unseres Lebens einen Platz in unserem Innern ergaunert hat. Vielleicht durch einen prägenden Moment in unserem Leben (das ist übrigens sehr menschlich und keinesfalls pathologisch), vielleicht aber auch durch einen schleichenden Prozess, den wir heute gar nicht mehr so gut greifen können. Wie auch immer er Einzug in unser Inneres erhalten hat: Der Kritiker hatte mal eine echte Funktion. Er hat es gut mit uns gemeint und uns einen Lösungsweg angeboten, der damals der bestmögliche für uns war. Kurzum: Er wollte uns auf seine verquere Art schützen. 

Mit diesem Wissen im Gepäck fällt es mir sehr viel leichter, ihn in mir zu akzeptieren und den Kampf gegen ihn zu beenden. Denn Kämpfen kostet Kraft und die Kraft können wir ja schon für das Umsetzen unserer Wünsche gebrauchen. Das bedeutet aber nicht, dass wir ihm und seinen Ratschlägen folgen müssen. Viel eher sollten wir hinterfragen, ob das, was er uns so rät, noch zu unserem heutigen, erwachsenen und fitten Ich passt.

Der Kritiker ist wie ein altes Sofware-Programm in unserem Innern, das irgendwann einmal wirklich nützlich war, aber jetzt – 2017 – dringend mal ein Update bräuchte. Ich komme nochmal darauf zurück und werde konkreter, versprochen.

Das Erbe unserer Eltern

Ein weiterer wichtiger Punkt, der eine immense Auswirkung auf unsere inneren Kritiker und Zweifler hat, ist ein gesellschaftlicher Aspekt. Noch vor zwei Generationen waren Krieg, Leid und Tod sehr viel präsenter in unserer Gesellschaft als heute. Unsere Großeltern haben den Krieg hautnah erlebt, Verluste erlitten, Hunger ausgestanden. Diese Generation hat unsere Eltern erzogen. Früher gab es nicht die nötige psychische Betreuung, um diese Form des Traumas aufzuarbeiten. Das bedeutet: Damals berechtigte und nachvollziehbare Gedanken wie „Man hat vorsichtig zu sein“, „Scheitern ist akut lebensbedrohend“, „Man darf vom Leben nicht zu viel erwarten“, „Auf etwas Gutes folgt auch wieder etwas Schlechtes“ wurden bewusst oder unbewusst weitergegeben. 

Unsere Eltern wurden davon geprägt und weil sie nun einmal Menschen sind, haben sie es an uns weitergegeben. Dieses ängstliche, generationale Vermächtnis hängt also über uns – über einer Generation, die so frei ist wie niemals zuvor. Und wir haben große Schwierigkeiten, diese Freiheit richtig zu nutzen und neue Leitsätze für eine so viel freiere Zeit zu etablieren. Rational wissen wir, dass Scheitern in Ordnung wäre – emotional haben wir eine riesengroße Angst davor.

Eine Kultur der Vorsicht

Aber nicht nur die Generationen vor uns haben uns geprägt, auch unsere Kultur rät zur Vorsicht. Deutschland gilt als Land der Tugenden und auch wenn ich einige dieser Qualitäten sehr schätze – im Fall des Wagemuts tun wir uns selbst keinen Gefallen. Soll heißen: Wenn man in Deutschland gründen möchte oder eine Idee hat, werden wir nicht gerade zum Mut aufgefordert – im Gegenteil. Wenn eine Idee noch nicht ganz durchdacht ist, werden wir angehalten, sie erst zu Ende zu planen, bevor wir einen ersten Schritt machen. Ich erinnere mich gut an den Beginn meiner Selbstständigkeit vor fünf Jahren. Es gibt Anteile in mir, die gerne und viel träumen, dementsprechend kann ich mich auch schnell begeistern und entflammen. Und wenn das so ist, spreche ich auch gern darüber – doch die Reaktion waren eher verhalten: „Und wie willst du damit Geld verdienen?“, „Coaching in Deutschland – zahlt da denn jemand für?“, „Was ist denn deine Nische?“, „Muss man da nicht älter sein?“, „Wie sieht denn dein Businessplan aus?“ Wenn ich daran zurückdenke, merke ich, wie meine Mundwinkel sich nach unten bewegen. Und genau das ist es auch, was passiert: Wir fühlen uns überfordert und ausgebremst, bevor wir überhaupt den ersten Schritt getan haben. Versteh mich nicht falsch, natürlich macht es Sinn, sich den einen oder anderen Gedanken über sein Vorhaben zu machen – aber den Traum und den inneren Impuls im Kern zu ersticken? Das kann doch nicht die Lösung sein. In anderen Ländern und Kulturen haben der Mut und das Versuchen einen höheren Stellenwert. Es gehört dazu, sich auszuprobieren und Dinge auch wieder ablegen zu können. Stell dir mal vor, du wärst bei deinem ersten Gehversuch auf den Boden geplumpst und vor lauter Scham niemals wieder aufgestanden. Wir haben einen sehr dramatischen Umgang mit dem Scheitern und ich wünsche mir von Herzen, dass wir in diesem Zusammenhang als Kultur lockerer werden – perfection is boring.

Die Frage nach dem Warum

Ich möchte noch eine Spur konkreter werden. Ich glaube fest, dass ein Zusammenspiel der genannten Faktoren uns und unsere Entscheidungen beeinflusst. Eine Klientin, die ich auf ihrem Prozess hin in die Selbstständigkeit begleiten durfte, kam zu einem Zeitpunkt zu mir, an dem sie über all diese Dinge bereits reflektiert hatte. Sie wusste, dass sie einige Glaubenssätze davon abhielten, ihre Wünsche zu verwirklichen. Sie wusste auch, dass sie stark von gesellschaftlichen Werten beeinflusst war. Und weil sie darüber bereits Klarheit hatte, war sie sehr frustriert. Sie ärgerte sich, weil sie es eigentlich verstand, aber nicht umsetzen konnte – die Angst hielt sie immer wieder zurück. Ich kenne diese Gefühle gut und daher war mir schnell klar: Hier hat im Moment noch der Kopf das Sagen. Ich spürte, dass ich meine Klientin wieder ins Fühlen bringen musste, denn es braucht eine Balance aus Kopf und Herz, um eine gute Entscheidung zu treffen.

Eine erste sehr kraftvolle Frage in einem solchen Zusammenhang ist die nach dem Warum. Warum möchtest du mit dem, was du planst, eigentlich beginnen? Welches Gefühl wäre es loszulegen? Welcher Teil in dir würde sichtbar werden, wenn du beginnen würdest? Was könntest du von dir ausdrücken, wenn du deinen Träumen folgst? Welchen Mehrwert hätte es für dich und vielleicht auch für andere? Was glaubst du: Warum hat dir dein Herz dieses Gefühl, diesen Wunsch gesendet?

Die Frage nach dem Warum öffnet das Herz und ein geöffnetes Herz steht für Weite. Wo Weite ist, sind wir in einem kreativen Geist – und der ist es, den wir zum Realisieren unserer Vorhaben brauchen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Beantwortung der Frage nicht immer ganz leicht ist. Mal, weil wir die Antworten noch nicht kennen, mal, weil wir glauben, sie zu kennen, aber nichts dabei spüren. Im Coaching würde ich den Rahmen schaffen, um ins Gefühl zu kommen – denn dort liegen eine Menge Antworten. Im Fall meiner Klientin hat es eine Weile gedauert, bis sie ihren so schnellen und gut trainierten rationalen Geist einmal zur Seite legen konnte, aber die Antwort, die sie dann fand, war ein fundamentaler Motor für alle weiteren Schritte. Deshalb appelliere ich hier an deine Geduld – wenn du es noch nicht getan hast, nimm dir Zeit, um dein Warum zu ergründen.

Was bedeutet Scheitern eigentlich?

Um herauszufinden, ob ein Plan wirklich etwas taugt, empfehle ich dir das Ausprobieren. Step by step. Kleine Schritte, schauen, wie es sich anfühlt, dann nachjustieren oder weitermachen. Nichts ist kraftvoller als der erste Schritt. Viele Menschen haben allerdings eine riesengroße Angst vorm Scheitern. Und um diese Angst Schritt für Schritt abzubauen, muss man sich genau anschauen, was Scheitern im individuellen Sinne eigentlich bedeutet. Ich bleibe mal bei dem Beispiel meiner Klientin. 

Da ihr bereits klar war, dass sie sich erst nach und nach selbstständig machen würde und sie zunächst noch halbtags angestellt bleiben würde, war sie finanziell recht abgesichert. Da wir in Deutschland ohnehin viel Sicherheit erleben, war auch klar, dass sie – komme, was wolle – nicht unter der Brücke landen würde.

Das Ego möchte gewinnen

Die Ängste, die sie hatte, waren also vor allem auf Ego-Basis. (Damit man sich an diesem ruppigen Wort nicht stört, möchte ich kurz erklären, dass ich mit Ego immer den Anteil in uns bezeichne, der nicht unsere Intuition ist. Unser Ego hat immer Angst, abgewertet zu werden und an Ansehen zu verlieren – es definiert sich über Titel, Geld, Dinge oder Leistungen und es ist wirklich verletzlich.)

An dieser Stelle muss man sehr wachsam sein, um das Ego zu enttarnen. In ihrem Fall waren da Ängste über das, was die Schwiegereltern sagen könnten, wenn sie ihren sicheren Job aufgibt und Ängst darüber, dass sie egoistisch sein könnte. Sie hatte sich bisher sehr über ihre Führungsposition definiert. Außerdem hatte sie Sorge, dass sie jetzt groß tönen würde und am Ende doch alle sehen könnten, dass sie sich nur zum Affen macht. 

Die Ängste drehten sich also um Ansehen und Prestige, darum, was andere denken könnten – und genau da machte es Sinn, anzusetzen: Was bedeutet es denn, seine Status-Position aufzugeben? Was sagt es denn über den eigenen Wert aus, wenn man sich von dem löst, was die Gesellschaft für gut erklärt hat? Auch bei der Beantwortung dieser Frage war es wichtig, meine Klientin ins Fühlen und in ihre Intuition zu bringen, denn der Verstand hätte das geantwortet, was er immer sagt. Er wäre ins Ängstliche abgerutscht. Tief in sich spürte sie aber, dass sie mehr war als ihre Titel. 

Sie verstand nach und nach, dass sie – würde sie dem Ego weiterhin folgen – immer das tun würde, was sie von sich (und man von ihr) verlangte. Irgendwann konnte sie richtig spüren, dass sie in diesen Momenten in der Enge war und sich körperlich anspannte. Sie lernte, dass dort, wo die Enge ist, niemals Raum für Kreativität und Lösungen liegen. Vor allem wäre dort kein Raum für die Wünsche ihres Herzens. 

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele von uns – besonders Menschen mit einer Tendenz zum Perfektionismus – gerne die Kontrolle behalten möchten und es ihnen daher schwerfällt, loszulassen. Ich habe die Erfahrung sogar am eigenen Leib gemacht. Mir war es eigentlich immer am liebsten, wenn alles dort war, wo ich es sehen konnte – also schön in meiner Kontrolle: Alles ist in Harmonie, keiner spricht schlecht über mich, ich mache alle zufrieden und bewege mich auf sicherem Boden. Doch dort, wo ich alles in der Hand habe, sind die Zügel eng – und in der Enge findet keine Magie statt. Wir sollten noch einmal genau bedenken, wann genau wir eigentlich wirklich scheitern. Und uns eingestehen, dass unsere Kontrolle immer nur vermeintlich ist, weil das Leben fließt und wir es nur im Schein kontrollieren können.

Für mich wurde die Luft dort irgendwann zu eng, für meine Klientin ebenfalls. Und auch wenn es einem manchmal den Atem raubt, nicht zu wissen, wohin man springt: Ich vertraue inzwischen darauf, dass sich das Netz schon zeigen wird und ich es nicht schon sehen muss, bevor ich losspringe – einfach, weil Stillstand uns nicht wachsen lässt und es sich lohnt zu vertrauen. Vertrauen ins Ungewisse ist nicht naiv, es ist ein Anknüpfen an unsere innere Weisheit.

Mut finden

Und so komme ich zu einem vorletzten Punkt, der mir für jetzt und heute wichtig erscheint. Es geht darum, anzuerkennen, dass Mut nicht bedeutet, keine Ängste oder Kritiker zu haben. Es bedeutet nur, dass wir trotzdem losgehen, weil wir den Gegenpol zur Angst – das Vertrauen – gestärkt haben und wissen, dass alles, was kommt, ein potenzielles Lernfeld sein kann. Ich weiß, das klingt wie eine Phrase, aber ich meine es aus ganz ehrlichem Herzen: Jede Erfahrung beinhaltet einen Lerneffekt, der uns wachsen lässt. Meine Klientin ist inzwischen seit drei Jahren selbstständig und kann es sich kaum noch anders vorstellen. Trotzdem gibt es Phasen, in denen Angst und Kritik laut werden. Sie hat aber ein paar Rituale in ihr Leben integriert, die ihr helfen, damit besser umzugehen. Und sie kennt ihr Warum und ehrt die Stimme ihres Herzens inzwischen genauso wie die ihres Kopfes.

Die Kraft der Intuition

Ich glaube, dass wir in unserer Generation eine große Verantwortung tragen. Wir dürfen glücklich sein, wir dürfen Scheitern und unser Leben völlig frei gestalten – um das zu akzeptieren und zu verankern, braucht es Menschen, die es vorleben und zeigen, dass es möglich und nicht dramatisch ist. So groß das Mitgefühl für die vorausgehenden Dekaden auch ist: Es wird Zeit, dass wir uns endlich erlauben, uns freizuschlagen und unsere Leben frei und mutig zu gestalten. 

Ich mag inzwischen die Idee, dass es kein richtig oder falsch gibt, sondern dass alles, was kommt, mein Weg ist, der mich prägt und mich die Erfahrungen machen lässt, die ich brauche, um zu wachsen. 

Und für dich, liebe Okka: Ich glaube, du brauchtest diese Zeilen gar nicht, denn dein Herz weiß längst, was gut für dich ist. Ich wünsche dir viel Freude beim Ausprobieren – das Leben kann doch so schön sein, wenn wir mutig sind.

Von Herzen,
Lea.

Die Website von Lea Vogel findet ihr hier. Ihren Newsletter könnt ihr hier abonnieren, ihren Podcast hier anhören. Das Foto von Lea hat Anna Wasilewski gemacht.

DER OKTOBER 2017 (UND WAS IHN GUT GEMACHT HAT)



Wie die letzten Wochen waren:
Wirklich schön. Da ist sie wieder, die Leichtigkeit. Obwohl die letzten Wochen auch nicht weniger chaotisch waren als die Wochen davor. Aber irgendwie habe ich Freundschaft mit der Wildheit geschlossen. Schon verrückt, wie sehr sich die Dinge mit der Perspektive auf sie verändern. Nach einigen ziemlich turbulenten Tagen war mir einfach klar: Bis Hedi im Frühjahr in die Kita kommt, werden die Tage immer zu kurz sein für all das, was gerade gemacht und erledigt werden muss. Keine besonders originelle Erkenntnis, und doch hat es mir geholfen, das festzustellen. Jetzt gebe ich einfach mein Bestes. Und nehme die Grütze-Tage öfter als das, was sie sind: als Tage vor und nach denen, die gerade sehr glitzern. 

Der schönste Moment:
Hedis Geburtstagsmorgen. Ihr Blick, als sie ihre Geschenke gesehen und zusammen mit Fanny ausgepackt hat. Diese erst ganz leise und dann ganz laute Freude. Ich kann mich noch so gut an den Morgen erinnern, als ich dachte: Heute geht es los, jetzt kommt sie endlich. Und dann kam sie wirklich. Ein Jahr ist das jetzt her. Schon. Erst. Himmel, wie sehr kann man lieben.

Der zweitschönste Moment:
Der Morgen, den ich mit meiner Freundin Maria in unserer Küche verbracht habe. Mit manchen Menschen passt es einfach. Und Maria ist genau so ein Mensch. Ein Mensch, der Wärme ausstrahlt, Herzlichkeit und Großzügigkeit. Was ja an sich schon toll wäre, aber dann ist Maria auch noch eine unglaubliche Puppenmacherin. Vielleicht erinnert ihr euch noch an sie: Vor vier Jahren haben wir zusammen für Fanny eine Puppe genäht. Und weil Lotte sehr geliebt wird, haben Maria und ich nun auch eine Puppe für Hedi gemacht. Mit knallroten Haaren und Sommersprossen. Ich glaube, das wird wieder eine ganz große Puppen-Liebe.  

Liebste Nebenbeschäftigung:
Schatzsuche. Eigentlich ist unsere Wohnung fertig. So richtig fertig fühlt sie sich aber immer noch nicht an, es fehlt noch ein wenig Gemütlichkeit und Wärme. Ein paar besondere, alte Stücke. Dummerweise (aber was heißt dummerweise) bin ich beim Rumgucken sehr fündig geworden: bei Soeur Maison, auf dem Flohmarkt und in einem neuen Lieblingsladen, von dem ich hier bald mehr erzählen werde. In Fannys Zimmer ist eine kleine Bank eingezogen. Und ein altes Küchenbord, in dem nun ihre Lieblingsdinge wohnen. In die Küche ein alter Flaschentrockner und ein kleines Schränkchen, von dem ich ganz hingerissen bin. Ich mag sie so, diese neuen, alten Schätze. 

Eine Idee, die ich sofort geklaut habe:
Den Adventskalender von Rike Drust. Die hat ihren mit Süßigkeiten aus der ganzen Welt bestückt und ich fand diese Idee so fabelhaft, dass ich sie sofort nachgemacht habe. Wie konnte ich denn nicht mitkriegen, dass es in meinem Kiez einen Süßigkeitenladen namens Sugafari gibt? Ich hab noch einen Kinderatlas dazu besorgt, damit wir jeden Tag nachgucken können, woher die verrückten Köstlichkeiten kommen. 

Gerne gesehen:
Die Dokumentation über die große Autorin Joan Didion auf Netflix: „Die Mitte wird nicht halten”. Beeindruckend, aber auch sehr beklemmend. Habt ihr sie euch schon angesehen? Hier ist ein Interview mit den Machern.

Bester Kauf:
Die allerersten Schuhe für Hedi. Schon wieder so ein erstes Mal. Und: die Kuschelpullis, die ich für die beiden Mädchen gekauft habe. Hellrosé, unfassbar weich und kuschelig, einen in groß, einen in klein. Schwesternpullis.

Und für mich:
Ein neues Kochbuch. Selten hat mich ein Buch beim Durchblättern im Buchladen so vorfreudig gemacht wie „Koch doch einfach!” von Clare Lattin und Tom Hill. Ich schreibe die Tage mal mehr darüber. Auch über das andere Kochbuch, auf das ich mich schon so freue: „Das Beste vom Wochenmarkt” – neue Kolumnen und Rezepte aus dem ZEITmagazin von Elisabeth Raether. Das erste war ja schon so ein Knaller.

Gerne geklickt:
* Julia Child – wie man sie bislang nicht gesehen hat. Was für wunderbare Bilder.
* Spinat und Feta gehen für mich immer. Deshalb habe ich dieses Rezept sofort abgespeichert.
* Ein Text über die Schauspielerin und Regisseurin Greta Gerwig.
* Womit wir in den Herbstferien sehr viel Zeit verbracht haben. 
* Ein Instagram-Account, den ich mir gerade gerne ansehe. Und noch einer. Und dieser hier. (Was sind denn eure liebsten Interior-Instagram-Accounts? Ich kann gerade gar nicht genug bekommen von tollen Wohnungen und schönen Möbeln)...
* Und wenn wir schon bei schönen Wohnungen sind: Wie toll ist die von Igor Josif und diese Bilder?
* Die Videos von Violette. Ach, die Französinnen. 
* Wie großartig ist bitte Julia Roberts? (Und James Corden sowieso).

Und ihr so? 

ÜBER FEHLGEBURTEN SPRECHEN


Ob wir das Leben nur deswegen bewältigen können, weil wir versuchen, möglichst wenig daran zu denken, wie viel Schmerzen und Unglück in ihm existieren und wie oft zwischen Helligkeit und Dunkelheit nur Wimpernschläge liegen? Ich weiß es nicht. Ich weiß auch nicht, ob es uns besser ginge, wenn wir darüber sprächen, welche Dunkelheiten wir in unserem Leben kennengelernt haben und von welchen wir bei anderen wissen und ahnen. Wahrscheinlich könnte man das Leben schwer aushalten, würde man nicht immer wieder das tun, was verdrängen genannt wird. Doch nie darüber zu sprechen, macht auch einsam und mutet jenen, die ein Unglück erlitten haben, noch ein zweites zu – die Isolation.

 „Von allen befruchteten Eizellen kommt es nur in etwa 30 Prozent zu einer Lebendgeburt”, sagt die Kinderwunsch-Expertin Dr. Gülden Halis, geschäftsführende Ärztin im Kinderwunsch- und Endometriose-Zentrum Berlin in einem Interview auf der neuen Website „Das Ende vom Anfang”. Es ist eine bestürzende Auskunft. Weil sie einen daran erinnert, wie viele Fehlgeburten es gibt. Was wahrscheinlich der Grund dafür ist, warum man über sie nur so selten und oft hilflos redet. Man hat keine Ahnung, wie man damit umgehen kann. Man weiß, dass das Reden kein Baby zurückbringen kann. Und ahnt, dass auch Trost oft daran erinnert, was untröstlich ist. 

Die Journalistin Julia Stelzner hat sich trotzdem dazu entschlossen, die Initiative „Das Ende vom Anfang” zu gründen. Weil die Stille oft noch viel trostloser ist. Diese Stille, die aus Hilflosigkeit, Weitermachenmüssen, Nicht-an-Schmerzen-erinnern-Wollen so tut, als wäre das Unglück erst gar nicht geschehen und es deswegen nicht an- und ausspricht. „Fehlgeburten sind hart. Vor allem, wenn man sich alleine damit vorkommt, weil man gefühlt nur von Baby-Partys und glücklichen Neumüttern umgeben ist, während man sich selbst wie ein Versager fühlt. Dabei haben es rein statistisch so viele Frauen erlebt”, sagt Julia Stelzner. Ihre Website möchte daran endlich etwas ändern. Auf „Das Ende vom Anfang” erzählen Frauen von ihren Fehlgeburten. Und davon, wie sie ihre Fehlgeburten überlebt haben. Sie erzählen von ihren Erfahrungen und ihrer Traurigkeit, aber auch davon, was ihnen aus ihrem Tief wieder herausgeholfen hat. Ich lese darin und mir wird ganz kalt. Und ganz warm von ihrer Tapferkeit, von all dem zu erzählen – Leserinnen, denen dasselbe und doch ihr ganz eigenes Unglück passiert ist, zu sagen, dass sie nicht alleine sind, dass es andere Menschen gibt, die wissen, wie schwer das ist und dass man den Schmerz vielleicht nie wieder ganz los wird, aber irgendwann aushält. „Ich würde mir wünschen, dass noch mehr Frauen über ihre Fehlgeburten sprechen. Geteiltes Leid ist tatsächlich so etwas wie halbes Leid und je mehr Frauen es am Ende sind, desto weniger ungewöhnlich oder gar ausgrenzend fühlt sich eine solche Erfahrung an”, sagt Julia Stelzner.

Weil mich ihre Seite so beeindruckt und mich in den letzten Wochen sehr beschäftigt hat, habe ich der Hebamme Kareen Dannhauer einige Fragen gestellt, die ich im Kopf hatte. Vielleicht interessieren euch ihre Antworten ja auch.

Fehlgeburten sind gar nicht so selten. Immer sind sie eine Katastrophe und ein großer Schock für die betroffenen Frauen. Die Zahlen darüber, wie häufig das passiert, variieren sehr stark. Woran liegt das?

Kareen Dannhauer: Eine konkrete Zahl ist hier gar nicht so einfach, wie man denken mag – in der Literatur gibt es tatsächlich unterschiedliche Angaben. Das liegt auch daran, dass Schwangerschaften heute schon so früh diagnostiziert werden, nicht selten von den Frauen selbst zu Hause, schon am Tag vor der erwarteten Regel. Viele Fehlgeburten sind ganz, ganz frühe Anlagestörungen, die man früher, vor der Ära der bildgebenden Verfahren, gar nicht als intakte Schwangerschaft diagnostiziert hat. Wenn man alle diese Schwangerschaften mitzählt, liegt die Quote bei etwa 15 Prozent aller angelegten Schwangerschaften, die nicht zur Geburt eines Babys führen. Schlägt allerdings das Herzchen in der 7. Schwangerschaftswoche, enden danach nur noch 3–4 Prozent mit einer Fehlgeburt. Eine andere Zahl: Man geht davon aus, dass etwa 20 Prozent aller Frauen mit Kinderwunsch in ihrem Leben mindestens eine Fehlgeburt erleben.

Trotzdem wird über dieses Thema nur selten geredet. Wie erklärst du dir das? 

Ich glaube, dass der Kinderwunsch immer ein sehr persönliches Thema ist, das uns alle mit existenziellen Themen konfrontiert, von Beginn an. Und es ist auch etwas sehr Privates. Frauen, die nicht sofort nach dem Absetzen der Pille schwanger werden, kennen das: Sie wollen nicht auf jeder Party die Phasen des Übens kommunizieren und ob es nun endlich geklappt hat. Druck macht man sich sowieso schon selbst, das braucht man dann nicht auch noch von außen. Und wenn es dann klappt mit dem Schwangerwerden, ist für viele Menschen die Idee zwangsläufig: „Ohhhh… und in neun Monaten haben wir dann unser Baby im Arm“. Dass die Natur manchmal knallhart und wenig romantisch Darwins Gesetzen folgt, ist uns in unserer kontrollierten Welt oft schlicht nicht mehr klar. Und dann wird uns diese Selbstverständlichkeit plötzlich genommen und damit ganz viel in Frage gestellt. Und wir sind sehr verletzlich. 

Wir leben heute ein ziemlich durchgeplantes Leben und jede Planänderung anderer Mächte erleben wir als Kontrollverlust und auch als Infragestellen unserer nach Perfektion strebenden Welt – manchmal auch unserer eigenen Selbstwahrnehmung. Schicksal ist in unserem Plan meist nicht enthalten. Und oft erleben Frauen ihre Fehlgeburt auch in einer Phase, in der die Schwangerschaft noch ein Geheimnis war. Beides gleichzeitig zu verkünden: „Ich war schwanger, aber jetzt übrigens nicht mehr” – das ist für viele Frauen auch keine Option. Aber, und das legen ja die 20 Prozent von oben nahe: Wenn man anfängt, darüber zu reden, stellt man fest: Ich bin nicht allein.

Was ist zu tun, wenn man eine Fehlgeburt hat – und was nicht?

Erst einmal muss man diese schreckliche Nachricht verdauen. Die meisten Fehlgeburten versammeln sich in der Gruppe der sogenannten „Missed Abortion“, die verhaltene Fehlgeburt. Es gibt also oft keinerlei Symptome, die die Frau von außen spürt – wie etwa Wehen oder Blutungen. Bei der zweiten oder dritten Vorsorgeuntersuchung wird dann einfach festgestellt, dass das Baby sich nicht weiter entwickelt hat und kein Herzschlag (mehr) zu sehen ist. Das kann und will man überhaupt gar nicht wahrhaben und glauben. Das Baby ist gegangen, einfach so? Eben war doch noch alles gut und man hat schon über Vornamen nachgedacht. Da braucht das Realisieren einfach Zeit, und es ist oft enorm hilfreich für die Frauen zu wissen, dass sie jetzt erst einmal gar nichts machen müssen. Außer irgendwie wieder Boden unter die Füße zu kriegen und sich in dieser dumpfen Taubheit alle Gefühle zu gestatten. Und dann in Ruhe sacken lassen, was jetzt die nächsten Schritte sein können. Ganz sicher muss man nicht mit dem Zettel, der einem dann in die Hand gedrückt wird, noch unter Schock stehend in die Klinik fahren, um sich dort wenige Stunden später auf dem OP-Tisch wiederzufinden.

Als Alternative zu einer Ausschabung gibt es auch die Möglichkeit, eine natürliche „Kleine Geburt” in Erwägung zu ziehen. Was genau ist das und was spricht für diesen Umgang mit einer Fehlgeburt?

Im Prinzip kann man sagen, dass es in fast allen europäischen Ländern mit einer qualitativ guten medizinischen Betreuung die absolute Regel und nicht die Ausnahme ist, dass Frauen eben keine Ausschabung bekommen. Ich bin mir sehr sicher, dass sich auch hierzulande in den nächsten Jahren einiges tun wird, dazu sind die Zahlen einfach auch klar genug. Immerhin 98 Prozent aller Frauen brauchen keine sogenannte Curettage. Der Vorteil ist ganz klar der, dass die Gebärmutter keinem Verletzungsrisiko ausgesetzt wird. Selbst bei einer Saug-Curettage werden die Ecken der Gebärmutter noch mit einem kleinen Löffel nachcurettiert. Das ist nicht schlimm, aber grundsätzlich meist schlicht unnötig. Es ist natürlich Quatsch, davon auszugehen, dass Frauen prinzipiell einen Arzt brauchen für einen häufigen, irgendwie dann doch natürlichen Prozess, mal evolutionsbiologisch betrachtet.

Alternativ kann man auch ganz banal: Warten, eventuell unterstützt durch verschiedene naturheilkundliche Maßnahmen. Das dauert oft, eher Wochen als Tage, aber dann löst der Körper das von allein. Für viele Frauen ist das lange Warten schwierig, es geht aber prinzipiell. Viel häufiger, und das ist das übliche Vorgehen etwa in den Benelux-Ländern, der Schweiz oder Skandinavien, ist eine medikamentöse Ausleitung der Fehlgeburt. Dafür wird das Medikament Minoproston (etwa Cytotec®) vaginal oder oral gegeben. Über 95 Prozent aller Frauen haben dann innerhalb von 48 Stunden eine spontane und vollständige Fehlgeburt, es beginnen also Wehen und Blutungen. Das geht bei guter Betreuung ganz wunderbar zu Hause, man muss nicht einmal ins Krankenhaus dazu.

Wie ging es den Frauen, die du in diesem schwierigen Moment begleitet hast?

Ausnahmslos alle Frauen, die ich mit Fehlgeburten betreut habe, waren unglaublich dankbar, diesen schlimmen Verlust zumindest autark und gut begleitet zu durchleben. Das Prozesshafte lässt auch die Seele irgendwie mitgehen. Es ist nicht: Narkose, Aufwachen, Baby weg, Gebärmutter leer. Es bleibt viel mehr Raum für Trauer, Abschied und all das, was dazu gehört. Und das wichtige Gefühl: Auch das kann mein Körper irgendwie, und er kann es weitgehend alleine.

Leider wird vielen Frauen von dieser Alternative gar nicht oder nur unter ferner liefen erzählt, weil noch nicht viele Gynäkologen Erfahrungen damit haben. Die „Machen-wir-schon-immer-so-Curettage” ist leider immer noch die Regel. Vielen Frauen ist tatsächlich nicht klar, dass dieser Weg nicht zwangsläufig ist und sie die Zeit haben, in Ruhe zu entscheiden.

Wie kann man sich überhaupt unterstützen lassen?

Viele Frauen sind auch so allein, weil es wenig Betreuungsstruktur gibt. Beim Gynäkologen geht es schnell um die fachlich-sachlichen Dinge der medizinischen Umgehensweisen. Wer ist also zuständig? Eine Antwort, die Frauen oft gar nicht auf dem Zettel haben: Wir Hebammen. Ruf eine an, gleich und sofort. Nicht alle Kolleginnen betreuen Frauen mit frühen Fehlgeburten, aber mehr und mehr. In diesem Umfeld mit persönlicher Betreuung kann eine Fehlgeburt das sein, was es ist: eine intensive und bleibende biographische Erfahrung, der eine gute Begleitung, medizinisch und menschlich, gebührt.

Viele Frauen, die eine Fehlgeburt haben, suchen hinterher nach Gründen bei sich selbst oder fragen sich, ob sie etwas falsch gemacht haben...

Ja, natürlich, so sind wir gestrickt. Menschen brauchen Erklärungen, und am liebsten Ursache-Wirkungsbeziehungen. Es ist einfach so unerklärlich, warum bloß? Eben war doch noch alles gut! Aber genau so ist das manchmal. Es gibt keine Erklärung auf dieser Ebene, außer: Das kommt eben vor. Es sollte einfach irgendwie nicht sein. Es ist wichtig, auch das als Teil des Gesunden und Normalen, aber eben nicht Perfekten – denn so ist unser Leben nicht – zu akzeptieren. Es lag nicht an dem Glas Cremant, das du getrunken hast, bevor du überhaupt wusstest, dass du schwanger warst. Es lag nicht am anstrengenden IKEA-Besuch oder am Streit mit deinem Mann. Jetzt zum Fertilitätsspezialisten oder Humangenetiker zu rennen, bringt ebenfalls gar nichts, außer, dass wir mit Aktionismus unserer Verzweiflung zu begegnen versuchen.

Was kann deiner Erfahrung nach denn helfen, wenn sich alles nur noch leer und traurig anfühlt? Was gibst du den Frauen mit auf den Weg?

Diese Leere ist wichtig, denn sie ist real. Das Baby ist gegangen, und auch das war real. Und nichts scheint an dessen Stelle zu treten. Es gab einen errechneten Entbindungstermin, dazu passend die Vorstellung, mit dem Kinderwagen durch den Park zu spazieren und ganz versonnen winzige Babysöckchen anzugucken. Mutter oder Nicht-Mutter – da gibt es ja auch kein Dazwischen. Von jetzt auf gleich wird man wieder zurückkatapultiert. Das braucht alles Zeit, Erholung, Trauer in all ihren Phasen, mit Aufs und Abs. Und durch die muss man auch durch, eine wirkliche Abkürzung gibt es da leider nicht.

Betroffen sind in dieser Situation auch die Väter. Wie trauern sie? 

Auch das ist sicher so individuell wie alles. Aber anders als in meinen Wochenbettbetreuungen sind Männer viel weniger Teil dieses Prozesses – und auch viel weniger anwesend. Die müssen am nächsten Tag ja auch gleich wieder arbeiten. Dazu kommt der körperliche Unterschied. Väter konnten das Schwangersein und das Baby selbst noch nicht spüren – und so war das Baby möglicherweise noch eine viel theoretischere Idee, als es für die Frauen der Fall war. Manchmal fällt es ihnen deshalb leichter, sich im Alltag wieder zu orientieren. Manchmal trägt diese unterschiedliche Art von Trauer zum Sich-Unverstanden-Gefühl einiger Frauen bei. Aber natürlich gibt es auch Männer, die am Boden zerstört sind und über Tage gar nicht aufhören können zu weinen.

Wie kann man Freundinnen unterstützen, die eine Fehlgeburt hatten? Gibt es richtige (oder falsche) Worte?

Das ist für alle Beteiligten schwierig. Für richtige oder unrichtige Worte gibt es vor allem sehr unterschiedlich begabte Menschen. „Ach, beim nächsten Mal klappt es bestimmt” oder „Es war ja noch gar kein richtiges Baby” wird hoffentlich kein halbwegs fühlender Mensch aussprechen. Aber auch mit einem selbst macht es ja was, wenn die Freundin eine Fehlgeburt hat. Erstens trauere ich mit. Zweitens habe ich auch meine eigene Geschichte, wie auch immer die aussieht. Und drittens ist das Schwangersein in gewissen Lebensspannen verortet, die manchmal gleichzeitig stattfinden. Da wollte man gerade verkünden, dass man schwanger ist und die beste Freundin hat eine Fehlgeburt. Und nun? Darf ich mich über mein Baby rückhaltlos freuen? Darf ich ihr zumuten, dass sie sich mit mir freuen soll? Viele betroffene Frauen können das nicht gut und brauchen erst einmal Rückzug. Plötzlich schlägt einem mit voller Wucht entgegen, dass „alle ein Baby kriegen, nur man selbst nicht“. Man sieht überall dicke Bäuche und Kinderwägen. Das ist schrecklich. Es hilft betroffenen Frauen sicher, wenn dieser Rückzug akzeptiert wird und mit empathischem Dasein beantwortet wird.

Wie schnell darf oder kann man deiner Erfahrung nach wieder schwanger werden?

Der Körper ist klug und regelt das im Prinzip von selbst. Neuere Studien sagen, dass es keine Vorteile hat, eine willkürliche Zeit, etwa drei Monate – dieser Zeitraum geistert manchmal noch umher – mit einer neuen Schwangerschaft zu warten. Dazu haben die Paare meistens ein klares Gefühl von Vorstellbarkeit. Einige Frauen brauchen Zeit für die Verarbeitung, andere weniger. Und einige Gebärmütter warten nur auf die nächste Gelegenheit – andere brauchen offenbar länger. Auch das Alter spielt sicher eine Rolle: Eine bislang kinderlose 38-Jährige wird möglicherweise nicht ein halbes Jahr lang diverse Eisprünge verpassen wollen, da tickt die Uhr manchmal ein bisschen lauter.

Und wie stehen die Chancen, nach einer Fehlgeburt eine ganz normale Schwangerschaft zu erleben?

Gut. Ganz und gar gut. Bei allem, was es an persönlicher Tragödie für eine Frau bedeutet, ein Baby zu verlieren, ist es einfach auch Teil des natürlichen Prozesses. Dass es eben manchmal nicht klappt, scheint zu unserer Fruchtbarkeitsbiografie im Leben als Frau mit dem Kinderkriegen irgendwie auch dazuzugehören. 


Kareen Dannhauer ist seit über 20 Jahren Hebamme und arbeitet als freiberufliche Hebamme in Berlin. Ihr Schwangerschafts-Ratgeber „Guter Hoffnung – Hebammenwissen für Mama und Baby” ist gerade im Kösel-Verlag erschienen.

Julia Stelzner schreibt als freie Mode- und Reisejournalistin zum Beispiel für die FAZ, die ZEIT, Harper´s Bazaar oder Elle. Im September ist ihr neues Buch „Wie wir kochen: Die besten Foodblogs und ihre leckersten Rezepte” bei Prestel erschienen. Sie lebt in Berlin.

Die Website „Das Ende vom Anfang” ist hier zu finden. Wer gerne seine Geschichte erzählen möchte (oder darüber nachdenkt und sich gerne austauschen würde) erreicht Julia unter unter der Email: hallo(at)dasendevomanfang(dot)de.

DER SEPTEMBER 2017 (UND WAS IHN GUT GEMACHT HAT)

Wie die letzten Wochen waren:
Wild und innig und anstrengend, habe ich letzten Monat geschrieben, und ich könnte es gleich wieder schreiben. Wobei dieser Monat noch ein wenig wilder war als der letzte. Eigentlich ist alles gut. Und doch würde ich mir gerade gerne die Decke über den Kopf ziehen und mich verstecken (was schon deshalb nicht geht, weil Hedi sie mir sofort wieder wegziehen und DA! rufen würde). So ganz genau weiß ich nicht, was gerade in mir lebensmuskelkatert. Ich merke nur: Ich bin müde. Und es kostet mich viel Kraft, jeden Tag alles auf die Reihe zu kriegen – das Wirsein, Mamasein, Partnerinsein, Schreiberinsein, Freundinsein, Ichsein, Immersein. Ich warte einfach mal ab. Wenn man sich einseufzen kann, sollte man sich ja auch wieder ausseufzen können. 

Der schönste Moment:
Als Hedi eines Morgens durch die Küche spazierte. Ein Schritt, noch einer, noch einer. Wackelig, aber sehr entschieden. Ich fand es schon beim ersten Kind unglaublich, und beim zweiten nicht weniger. Plötzlich gehen diese kleine Menschen durch die Welt. Plötzlich schauen sie dich an und sagen „Nein!” und schütteln den Kopf. Plötzlich tapsen sie auf dich zu, lassen sich in dich hineinfallen und legen ihre kleinen Arme um deinen Hals. Und: Der Montagabend, als es plötzlich bei mir klingelte und meine Freundinnen vor der Tür standen, um mich auszuführen und die Veröffentlichung von „Herdwärme” zu feiern. Die erste Überraschungsparty meines Lebens und ich werde sie nie, niemals vergessen.

Was ich gerade ständig trage:
Die Strickjacke, die ich meiner Freundin C. nachgekauft habe. (Ich hab sie vorher gefragt, und trotzdem fühlt es sich merkwürdig an – ich weiß noch, wie wir früher im Büro manchmal richtig sauer waren, wenn wir einander irgendwelche Bauernblusen nachgekauft hatten). Aber ich konnte nicht anders. Sie ist korallenrot – die Art Leuchtrot, bei der man nicht die Augen zusammenkneifen muss, aber sofort gute Laune hat. Sie ist so weich, dass man sich mit ihr zudecken möchte. Und sie passt immer. Ich trage sie nach dem Aufstehen, wenn der Tag schon da ist, aber ich noch nicht. Als Jacke, wenn es draußen nicht mehr warm, aber auch nicht richtig kalt ist. Zu weißen T-Shirts und Ringelshirts. Und am Abend, wenn ich die tausend Dinge erledige, die noch zu erledigen sind. Sie ist schweineteuer, aber ich habe den Kauf nicht bereut. Ebenfalls in Dauerbenutzung: meine gesammelten Urlaubs- und Lieblingsarmbänder. Das neongelbe Band von Merci aus Paris. Das goldene aus dem Gather Shop in Amsterdam. Und das Pizza-Armband, das ich so mag, auch wenn es total albern ist. 

Eine Beauty-Entdeckung:
Das Handpflegeöl von Alverde. Hilft mir gerade besser als Handcreme gegen meine trockenen Hände, zieht schnell ein, duftet gut und kostet drei Euro. Mal wieder ein toller Tipp von der tollen Hanna. 

Das schönste Geschenk:
Nach der Schule war ich mit Fanny noch in diesem Laden, den wir uns schon ewig ansehen wollten. Wir stöbern herum und bewundern die unglaublich schönen Möbel, die man hier kaufen kann. Als wir gehen wollen, sagt der Besitzer zu Fanny: „Sag mal, magst du auch Steine?” Fanny nickt. Er geht weg, kommt mit seiner alten Steinsammlung wieder und schenkt sie ihr. Wie schön diese Steine sind – und ein Mensch, der einem kleinen Mädchen eine so riesige Freude macht. Einfach so.

Noch eine unbezahlbare Kostbarkeit:
So langsam fängt Fanny richtig an zu lesen und wünscht sich immer neue Vorlesebücher. Und plötzlich begegnen mir all die Bücher wieder, die ich in meiner Kindheit so gerne gelesen (und vorgelesen bekommen) habe: „Konrad oder Das Kind aus der Konservenbüchse” zum Beispiel. Und natürlich: das Sams. Am Freitag waren wir bei der Lesung von Paul Maar, der „Das Sams feiert Weihnachten” vorgestellt hat. Was waren wir beide hingerissen. Und am Ende hat er Fanny eine Widmung in ihr Buch geschrieben. „Für Fanny von Paul Maar”. 

Gerne geklickt:
* Die Video-Serie „Humans of New Yorks – The Series”. Beeindruckend, berührend, immer wieder unglaublich lustig. 
* Was für eine schöne Wohnung. Genau so eine Bank hätte ich irgendwann gerne mal in unserer Küche. 
* Ein Mann befragt Paare, die länger als zehn Jahre zusammen sind, nach ihrem Ratschlag für eine glückliche Beziehung: „Every successful relationship is succesful for the same exact reasons.”
* Garance Doré erzählt, warum sie nicht mehr zu Modenschauen geht. „Maybe I´ll never find anywhere I truly fit in. Maybe that´s what makes me who I am. Maybe I´m just made to be unfitting, unbelonging – and free.”
* „Der Heftige”: Ein Portrait über den Schauspieler Birol Ünel – wiedergefunden über Reportagen.fm, die jeden Freitag eine wirklich tolle, immer sehr bereichernde Auswahl von Reportagen in ihrem Newsletter verschicken (hier sind noch ein paar andere Lieblingsnewsletter).
* Ein Arzt nimmt Abschied von seinem Patienten: „One Last Visit to See My Patient”. 
* Und dann noch dieses Video (und überhaupt die ganze Serie „Have You Seen this?”, wie großartig ist denn bitte die Idee, über ein besonderes Detail zu schreiben – den Schuh in einem Bild von Manet, einen Mann, der Pizza macht, oder eben: diesen Tanz.)


Wie ist es euch denn diesen Monat ergangen? 
Kommt gut ins Wochenende, ich wünsch euch ein schönes.

DER AUGUST 2017 (UND WAS IHN GUT GEMACHT HAT)


WIE DIE LETZTEN WOCHEN WAREN
Wild und anstrengend und glücksverklebt und chaotisch und schlaflos und innig. Hedi ist in den letzten Wochen riesengroß geworden, erkundet die Welt, schläft nicht besonders viel, bekommt Zähne, sagt neineinei, versucht zu laufen, lacht sich scheckig und ist überhaupt die allergrößte Quatschgurke (irgendwann arbeiten wir auch mal an nicht-beknackten Kosenamen, aber sie ist wirklich eine Quatschgurke). Dann waren da sechs Wochen Sommerferien, zwei davon in Amsterdam – noch einmal in der Haustauschwohnung des Paares, das wir beim letzten Mal so mochten. Den Rest der Ferien sind wir herumgebutschert und haben die Wohnung kistenfrei geräumt (der Keller zählt nicht, oder?). Jetzt hat Hedi ein Zimmer, und unsere Gäste haben ein Bett. „Herdwärme” ist auch fertig und kommt noch diesen Monat in die Buchläden. Was ich immer noch nicht glauben kann. 

DER SCHÖNSTE MOMENT
Nee, da kann ich mich nicht entscheiden. Dieser Bummel-Nachmittag mit Fanny, den wir hauptsächlich in unserem Lieblingsbuchladen verbracht haben – sie mit ihrem Riesenstapel und ich mit meinem, und dann haben wir von allen Büchern die erste Seite gelesen und unsere Lieblinge mit in die Ferien genommen. Sie: „Mein glückliches Leben”. Ich: „Fangirl”. Und der Vormittag, den ich alleine durch Amsterdam gelaufen bin, am Anfang noch total gehetzt, dann nicht mehr. Und dieser Abend, als wir uns auf dem Beamer unseres Haustauschpaares „Tschick” angeschaut haben, als die Kinder unerwartet früh eingeschlafen waren. „Tschick” und süße Lakritze und Reden im Dunkeln. 

WAS ICH MIT NACH HAUSE GENOMMEN HABE
Außer Schokohagel fürs Brot: eine große Plattenspielerliebe. In Amsterdam haben wir den Morgen oft damit begonnen, Platten aufzulegen, echte Schallplatten, aus Vinyl, die man nach der Hälfte vom Rücken auf den Bauch legen musste, wie früher. Das war so schön, dass ich mir zu Hause gleich auch einen Plattenspieler gekauft habe. Ein Modell mit eingebauten Boxen, das ungefähr so klingt wie damals mein Kinderzimmerplattenspieler, aber ich bin total verknallt. Ins Plattenaussuchen und ganz vorsichtig die Nadel aufsetzen, an das Knistern, bevor der erste Song beginnt, ans mal wieder ganze Platten hören (statt die ewig gleichen drei Lieblingssongs) und ins Herumstöbern in einem Plattenladen. Letzten Sonntagmorgen haben wir im Bett Jackson 5 gehört. Und Dusty Springfield. 

WAS ICH GERADE NONSTOP TRAGE
Diesen Armreif, den ich geschenkt bekommen habe, und über den ich mich wirklich jeden Tag freue. Und diese schwarze Strickjacke von Arket. Die sieht jetzt gar nicht spektakulär aus, ist aber einfach ganz genau richtig: nicht zu lang, nicht zu weit, angenehm weich. Sofort angezogen und seither ständig getragen. Habt ihr euch den neuen Onlineshop von H&M schon angesehen? Ich habe mir auch noch dieses Tuch und diese Mütze für die Mädchen bestellt. Außerdem trage ich ein neues Lieblingslippenrot: „Dozen Carnations” von MAC. Ein lautes Rot, das aber nicht schreit. 

RAUF UND RUNTERGEHÖRT
Die Hörspiele auf Ohrka – einem werbefreien und kostenlosen Hörportal für Kinder ab 5 (danke nochmal für den Tipp, Anne!). Katharina Thalbach liest „Alice im Wunderland”, Anke Engelke das „Dschungelbuch”, dazu gibt´s Reportagen wie „Woher kommt unser Frühstück?”. Wirklich toll. 

ENDLICH GESEHEN
Ich hatte mir für die Ferien eine Liste von Filmen aufgeschrieben, die ich im Kino verpasst habe und unbedingt sehen wollte. Außer „Tschick” (den ich übrigens sehr mochte): „Manchester by the Sea” (den ich großartig fand, aber schwer ausgehalten habe) und „Moonlight”, der mich total umgehauen  hat. Wirklich: restlose Begeisterung. 

GERADE ENTDECKT
Den Proben-Service des Naturkosmetik-Onlineshops Amazingy. Sehr praktisch, wenn man so untalentiert wie ich darin ist, auf Anhieb die richtige Make-up- oder Lippenstift-Farbe zu finden oder erst einmal schauen möchte, ob ein Produkt passt und gefällt. Mein Favorit: der „Space Balm Corrector” von Hiro, den ich mir gleich bestellt habe. Verdeckt sehr gut dunkle Augenringe, funktioniert aber auch als Lidschatten-Primer. Und das „Precious Oil” von M Picaut (wirklich ein Wahnsinnsöl, allerdings kein Schnäppchen, deswegen steht es erst mal nur auf dem Wunschzettel).

GERNE GEKLICKT 
* Wenn die Eltern aus dem Haus ausziehen, in dem man groß geworden ist: „Zuhause gibt es nicht mehr.” 
* Die Gesichter von Frauen kurz vor der Geburt ihrer Kinder – in Schweden und Tansania: „Giving birth in different worlds”.
* Noch so eine Entdeckung: Alexis Foreman und ihre Style Memos. (Ich liebe auch ihren Instagram-Account und habe tagelang versucht, noch irgendwo diesen Jumpsuit von COS zu finden, leider vergebens).
* Diese vier Pflaumen-Rezepte. Fehlt nur noch ein richtig gutes Pflaumenkuchen-Rezept. Kennt jemand von euch eines ohne Hefeteig?
* Ein Blick in die Mode-Geschichte: Vintage Patterns Wiki.
* Ein Schwimmlehrer, sein schwierigster Schüler und was er ihm beigebracht hat: „In a Swimming Pool, Learning to Trust”.
* Ein Kochbuch, auf das ich mich unheimlich freue: „Salt, Fat, Acid, Heat”.
* Mit 40 ganz alleine – ohne Partner, Kinder oder Eltern. Steven W. Trasher über ein unterschätztes Freiheitsgefühl.
* Diese Geschichte über Marie-France Cohen. Zusammen mit ihrem Mann hat sie zuerst das französische Kindermode-Label Bonpoint und dann den legendären Pariser Concept-Store Merci gegründet. Nach dem Tod ihres Mannes gründet sie nun eine dritte Firma: Démodé. Bei Garance Doré gibt es auch Bilder ihres wunderschönen Hauses.
* Wie kann man heute noch Magazine machen – vor allem für jüngere Leser? Elaine Welteroth wurde im Alter von 29 Jahren Chefredakteurin der amerikanischen Teen Vogue. Und hat das Magazin radikal verändert.
* Warum wir so anfällig für Geschichten über Französinnen sind (jupp, ich auch!): „How to Sell a Billion-Dollar Myth Like a French Girl”.

Wie war denn euer Sommer? Ich hoffe, er hat euch so richtig verwöhnt.
Schönes Wochenende!
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