Posts mit dem Label 2017 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label 2017 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

DER DEZEMBER 2017 (UND WAS IHN GUT GEMACHT HAT)





Frohes neues Jahr!

Wie geht´s euch? Seid ihr gut in dieses neue Jahr gekommen? Habt ihr Pläne geschmiedet, oder lasst ihr das Jahr lieber einfach auf euch zukommen? So oder so wünsche ich euch ein gutes, gesundes 2018! Hier ist noch ein kleiner Rückblick auf unser Jahresende. 

Wie die letzten Wochen waren:
Bis kurz vor Weihnachten total chaotisch. Danach total ruhig. Wie das immer so ist (zumindest bei uns): Die Tage vor Weihnachten sind hektisch, voller Erledigungen und kein bisschen besinnlich. Dann beginnen die Ferien und mit ihnen das große Ausatmen. Wir haben Filme geschaut (zum ersten Mal „Der kleine Lord”), Waffeln und Kekse gebacken, am Heiligabendhimmel nach dem Weihnachtsmann gesucht, eine riesige Höhle in der Küche gebaut und kleine Runden um den Pudding gedreht. Was für ein herrliches Gefühl, mal so gar nichts zu müssen.

Der schönste Tag: 
Tatsächlich Heiligabend. Seit ein paar Jahren habe ich ein albernes, aber wahnsinnig schönes Ritual: Die Kinder bleiben bei ihrem Papa, und ich fahre gleich morgens, wenn die Geschäfte öffnen, in die Stadt, gehe in die Galeries Lafayette und kaufe zwei, drei besondere Weihnachtsköstlichkeiten. Macarons, Crème fraiche, die so dick ist, dass der Löffel darin stecken bleibt, und Madeleines. Danach bummle ich durch ein paar Läden, kaufe allerletzte Geschenke, atme einmal tief durch, fahre nach Hause, mache den Rotkohl, und es ist tatsächlich Weihnachten.

Noch ein Ritual: 
Der Adventskalender an unserer Tafel. Jeden Sonntag haben wir eine Kerzenflamme dazu gemalt (und während Fanny oben malte, wischte Hedi unten die Kalendertage wieder weg). 

Nachgedacht: 
Über all das, was in unserem Leben ist, und all das, was wir haben, vor allem unser Wir, das so wenig selbstverständlich ist.

Gerne gesehen:
Am Ende hat mich „Berlin Station” dann doch noch gekriegt und ich habe die Agenten-Serie bis zur letzten Folge durchgesehen. Ebenfalls toll, wenn auch sehr düster: Alias Grace, eine Serie, in der das Hausmädchen Grace Marks, 1843 wegen des Mordes an ihrem Dienstherren verurteilt, einem Psychiater ihre Version der Geschichte erzählt.

Gelesen:
Noch etwas, das ich an den Weihnachtsferien mag: Endlich ist Zeit zum Lesen. Ich habe angefangen, meinen Weihnachtsbuch-Stapel kleiner zu lesen. Da liegen: „Das Nest” von Cynthia D´Aprix Sweeney, „Schwimmer” von Sina Pousset und eure Empfehlung: „Das achte Leben”. Mit den Kindern haben wir auch ganz viel gelesen: das Bilderbuch „Schläfst du?”, das von acht schlafenden Hunden erzählt (bis einer aufwacht). Das wirklich hinreißende „Wie das Kuscheln erfunden wurde”, zu dem es auch ein Malbuch gibt (schaut euch das mal an, falls ihr gerade 2-6-Jährige zu beschenken habt). Und ein ganz tolles, irre interessantes Buch über den Körper: „Ich weiß jetzt 100 Dinge mehr! Der menschliche Körper” (darin erfährt man zum Beispiel, dass unser Herz an einem Tag genug Blut zum Füllen von 39 Badewannen pumpt und Niesen in jeder Sprache anders klingt). 

Geschenkt bekommen:
Merkwürdig, an was für Dinge aus seiner Kindheit man sich später mit Wärme im Bauch erinnert. Zu besonderen Anlässen (und manchmal auch einfach so) stießen meine Eltern mit den winzigen, alten Gläsern ihrer Schnapsglassammlung an, die immer auf einem silbernen Tablett im Wohnzimmer standen. Als meine Mama mich vor Weihnachten gefragt hat, was ich mir dieses Jahr wünsche, sagte ich eher aus Spaß zu ihr: den Anfang meiner eigenen Schnapsglassammlung. Dann bekam ich  tatsächlich ein silbernes Tablett mit fünf alten Gläsern geschenkt. Selten hat mich ein Geschenk so gerührt wie dieses. Ich habe es mit dem ersten Schluck Alkohl nach fast zwei Jahren (Walnusslikör!) eingeweiht.

Was gerade in der Wohnung passiert:
In den Weihnachtsferien habe ich eine Bilderwand über das Sofa gehängt, für Hedis Zimmer ein großes Bild mit Herz gemalt und endlich Gardinen aufgehängt. 

Im Netz entdeckt:
* „Clothes aren´t always easy. But style doesn´t always have to be hard.” Was für eine tolle Geschichte: „How I Found My Personal Style” von Ashely Ford auf „A Cup of Jo”. (Sofort darüber nachgedacht, ob ich eigentlich schon meinen persönlichen Stil gefunden habe...).
* Und wenn wir schon bei „A Cup of Jo” sind – mein Lieblingsblog aller Zeiten: Hier ist ein Interview mit Gründerin Joanna Goddard (nach dem ich sie noch ein bisschen lieber mag, als vorher schon, wenn das denn möglich ist).
* Ein Pfannkuchenrezept, das ich unbedingt ausprobieren möchte.
* Eine Mama darüber, wie es ist, eine Teenager-Tochter großzuziehen (mit Anmerkungen der Tochter): „Raising a Teenager Daugther”.
* Die unglaubliche Geschichte von Ada Blackjack, die Anfang der 20er-Jahre mit gerade einmal 23 Jahren eine Arktis-Expedition überlebte: „Ada Blackjack, the Forgotten Sole Survivor of an Odd Arctic Expedition”. 
* Ein wirklich schönes Apartment in Brooklyn.
* Und die Wahnsinns-Wohnung von Jenna Lyons. 
* Der Trailer für „Ocean´s 8”. Ich freue mich jetzt schon.
* Selbstgemachtes Badesalz. Muss ich mal ausprobieren.
* Vor einer Weile habe ich für die Myself eine Geschichte über Lucy Kalanithi geschrieben, deren Mann Paul im Alter von 37 Jahren an Lungenkrebs gestorben ist (und vor seinem Tod noch das Buch „Bevor ich jetzt gehe” geschrieben hat). Lange war ich nicht so beeindruckt von einer Frau wie von Lucy (übrigens die Zwillingsschwester von Joanna Goddard). Nun hat sie sich wieder verliebt.

Falls es hier in den nächsten Tagen übrigens ein wenig stiller wird: Ich arbeite gerade an einem neuen Layout für Slomo. Da das zeitlich ein wenig aufwendiger ist, als ich es erwartet hatte, und ich mich in dieses neue System erst einmal hineinarbeiten muss, wird es hier vermutlich ein paar Tage Pause geben. Dafür geht´s (jetzt öfter als früher) auf Instagram weiter.

Kommt gut in die Woche!

17 FRAGEN AN 2017 (UND WIE DAS JAHR FÜR MICH WAR)


2017 war das Jahr, in dem ich öfter als je zuvor das Gefühl hatte, dass alles gut ist. 2017 war das Jahr, in dem ich in mein Frühstücksmüsli geheult habe, weil ich so verdammt alle war und mich gefragt habe, ob ich je mal wieder nicht alle sein würde und weitergeheult habe, obwohl ich die Antwort darauf kannte. 2017 war das Jahr, in dem ein zweites kleines Mädchen angefangen hat, mich Mama zu nennen, naja, eher Mammam. Und jedes Mal, wenn sie es sagt, stolpert kurz mein Herz, selbst wenn sie gerade fürchterlich wütend ist und das Mammam ziemlich laut schreit, weil sie mein Handy nicht haben darf. 2017 war das Jahr, in dem die Sonntage nach Gulasch und Schnitzel geduftet haben. 2017 war das Jahr, in dem wir am Sonntagmorgen den Plattenspieler angemacht haben, und jeder durfte mal aussuchen, nur Fanny immer zweimal. 2017 war das Jahr, in dem ich mit Hedi im Tragetuch durch Paris und Amsterdam spaziert bin. 2017 war das Jahr, in dem ich mich nicht gefragt habe, ob ich eine gute Mutter bin. 2017 war das Jahr, in dem ich angefangen habe, zusammen mit Fanny Cellounterricht zu nehmen. Ich bin nicht oft zum Üben gekommen, eigentlich nie, aber Himmel, macht mich das froh. Auch diese Sonntagmorgende mit ihr, nur wir beide, zwei Celli und eine lange Busfahrt. Wie mutig und liebevoll und unschüchtern und zart sie ist. Wie sehr sie mich ihre Liebe spüren lässt. 2017 war das Jahr, in dem wir manchmal, wenn die Kinder endlich geschlafen haben und wir eigentlich auch nur noch schlafen wollten, angefangen haben, in die Dunkelheit hinein zu reden und dann immer weiter geredet haben über nichts und alles und die beiden und uns. 2017 war das Jahr, in dem ich „meine Töchter” gesagt habe, wahnsinnig oft und nie ohne Staunen. 2017 war das Jahr, in dem ich gemerkt habe, dass ich mehr Kraft habe, als ich dachte – aber meine Kraft nicht unbegrenzt ist. 2017 war das Jahr, das ein paar Mal ganz schön weh getan hat, die Frage, was genau so weh getan hat, aber zu interessanten Antworten geführt hat. 2017 war das Jahr, in dem wir in eine neue Wohnung gezogen sind, die sich erstaunlich schnell wie eine alte angefühlt hat. 2017 war das Jahr der gestohlenen Momente. Ein Essengehen mit Fanny, nur wir beide. Ein Weihnachtsmorgenbummel, ganz alleine. 2017 war das Jahr, in dem ich mich manchmal danach gesehnt habe, mal kurz alleine zu sein. Um mich sofort daran zu erinnern, wie oft ich mir früher gewünscht habe, nicht mehr so alleine zu sein. 2017 war das Jahr, in dem ich manchmal wach wurde, weil ein kleines Mädchen neben mir saß und mich angrinste, um vier Uhr morgens, und sich dann in mich hineindrehte, als wären wir noch immer ein Körper. 2017 war das Jahr der Müdigkeit. 2017 war das Jahr, in dem mein Buch endlich fertig geworden ist. 2017 war das Jahr, in dem ich unser Wohnzimmer dunkelblau gestrichen habe. 2017 war das Jahr der „Geh bitte nicht vorbei”-Momente. Und viele hatten mit Fanny und Hedi und ihrem Schwesternsein zu tun – sie in ihrem Arm, ihr Milch gebend, Hedis Glücksgurren, wenn sie morgens ihre Schwester sieht oder nachmittags, wenn wir sie von der Schule abholen, die beiden in der Küche tanzend. Überhaupt: Küchentanzen. Überhaupt: ihnen zuzusehen beim Siesein. 2017 war das Jahr, in dem ich gelernt habe, dass es okay ist, um Hilfe und Rat zu bitten, und dass einen das nicht schwächer macht. 2017 war das Jahr, in dem ich meine erste richtig gute Braten-Soße gekocht habe. 2017 war das Jahr, in dem ich angefangen habe, deutlichere Grenzen für mich zu ziehen. 2017 war das Jahr, in dem Hedi ihre ersten Schritte gegangen ist. 2017 war das Jahr, in dem ich zu oft die Geduld verloren habe. 2017 war das Jahr, das mich ganz dankbar zurücklässt. So dankbar für das alles.

Und jetzt hänge ich die Glitzer-2018 über den Küchentisch und schreibe all das, was ruhig in 2017 bleiben darf, auf einen Zettel und zünde ihn an, obwohl das albern ist, und dann schreibe ich mit einer Wunderkerze einen Wunsch in die Luft, weil ich auch daran glaube. Später, wenn alle schlafen, setze ich mich an den Küchentisch, futtere den letzten Berliner und überlege mir die Antworten auf ein paar Fragen, die ich mir ausgedacht habe, weil mir das hilft, noch einmal alles zu sortieren und zu entknoten, das Wichtige vom weniger Wichtigen zu trennen und vorfreudig zu werden. Falls es euch auch so geht – hier sind 17 Fragen an 2017. Kommt gut ins neue Jahr. Ich hoffe, es bringt euch viel Gutes.

Alles Liebe für euch. Und: nochmal danke für das alles hier.


DER NOVEMBER 2017 (UND WAS IHN GUT GEMACHT HAT)


Wie die letzten Wochen waren:
Das gleiche Pensum wie in den Monaten davor, aber das Verrutschte ist weg. Manche Knoten lösen sich offenbar wirklich von selbst. Mir geht´s gut gerade. Nicht jeder Tag ist voller Sonnenschein – ich bin immer noch saumüde, genervt vom andauernden Nachts-arbeiten-Müssen und habe große Sehnsucht nach einer kleinen Pause. Aber Himmel, ist da gerade viel Schönes in unserem Leben. Hedis „Hi”, das manchmal wie „Ei” klingt und manchmal wie „Hai”, aber immer so, als würde sie mich gerade zum allerersten Mal sehen. Dieser vertrödelte Samstag neulich. Zum ersten Mal Weihnachtslieder gehört, einen großen Topf Chili gekocht und „Das Wunder von Manhattan” geguckt. Die kleine Hand, die sich jeden Morgen auf dem Weg zur Schule in meine Jackentasche schleicht und nicht loslässt bis zum Kuss-Stein vor der Schultür. Das Zahnarztschränkchen, das jetzt in unserem Wohnzimmer steht. Und das Gulasch, das er gerade jeden Sonntag kocht. Schon der Duft wärmt.

Der schönste Moment:
Nach viermal, dreimal, zweimal, nur noch einmal schlafen: Fannys Geburtstagsmorgen. Weil wir noch vor der Schule die Bescherung gemacht haben, war es ganz dunkel. Eigentlich wollte ich ihr ins Ohr flüstern, dass heute ihr Geburtstagsmorgen ist, aber dann war sie es, die mich weckte. Es dauerte einen Moment, bis ich wirklich wach war, einen viel zu langen, und noch einen viel, viel zu langen, bis auch der Rest der Familie wach war und ich in der Küche die Kerzen auf dem Kuchen angezündet hatte. Aber dann – endlich, endlich. (Und obwohl ich weiß, wie alt sie wird, überrascht es mich doch jedes Mal wieder. Die Erinnerung an die ersten Stunden mit ihr, die ersten Tage, Monate, Jahre. All die Weißt-du-nochs, die gerade erst passiert und schon sieben Jahre her sind. Und dann pustet sie alle Kerzen auf einmal aus und fragt, ob sie wirklich nicht verraten darf, was sie sich wünscht, und verrät es dann doch, und nimmt Hedi auf den Schoss und lässt sie das Papier aufreißen, vier Hände, die gar nicht schnell genug auspacken können und schon wieder ein Weißt-du-noch). 

Gerne gesehen:
„Anne with an E” auf Netflix. Ende des 19. Jahrhunderts findet das 13-jährige Waisenmädchen Anne Shirley bei den Geschwistern Marilla und Matthew Cuthbert endlich ein Zuhause. Eine Geschichte, die von Einsamkeit und Zusammenhalt erzählt, von Liebe und Sehnsucht, von angepassten Frauen und einem herrlich wilden Mädchen. Genau richtig für dunkle Tage. Total anders, aber auch ganz toll: die Indie-Soap „Lampenfieber”. Angefangen und am Stück durchgeguckt. Jetzt fehlt mir noch eine Serie zum entspannten Wegglotzen (wenn ihr wisst, was ich meine). Gerade habe ich mit „Berlin Station” angefangen, aber so richtig gefesselt bin ich noch nicht.

Andauernd gehört:
Weihnachtslieder. Dieses Jahr ist die Weihnachtsstimmung lange vorm Tannenbaum da. Zum Glück geht´s dem Rest der Familie auch so und keiner rollt mit den Augen, wenn hier ständig Weihnachtsmusik läuft. Am liebsten: die Weihnachtshit-Playliste von Spotify (mit Mariah Carey, Wham und Chris Rea – ewig kann man die nicht hören, aber ein paar Mal, und dann sehr laut), die Kinder-CD (samt Buch) „Am Weihnachtsbaume” (die man tatsächlich immer wieder hören kann, ohne dass sie nervt) und meine alte Weihnachtsplaylist. 

Endlich gelesen:
Immer noch nichts. Ich bin abends einfach zu müde. Was mich aber nicht am Bücherkaufen hindert, denn in den Weihnachstferien möchte ich möglichst viel lesen. Auf meinem Stapel: „Das Leben des Vernon Subutex” von Virginie Despentes, „Fangirl” von Rainbow Rowell und „Swing Time” von Zadie Smith. Welches Buch hat euch dieses Jahr denn so richtig gut gefallen?

Eine Idee, die ich sofort geklaut habe:
Die Candy-Box von annikaoninsta. Nach einem (selbstgekauften) Geburtstagskuchen und Kuchen für die Schule habe ich für Fannys Detektiv-Party statt Kuchen Nummer drei eine Süßigkeiten-Box gemacht. Kam super an und wird wiederholt.

Gesucht und gefunden:
Eine neue Wintermütze. Nachdem ich es tatsächlich geschafft habe, meine beiden anderen innerhalb von einer Woche zu verlieren. Diese hier ist so kuschelig, wie sie aussieht.

Was gerade in der Wohnung passiert:
Ach, so vieles. Und eigentlich möchte ich gar nicht so richtig fertig werden. Nach Fannys Zimmer und der Küche ist nun das Wohnzimmer dran. Über dem Sofa sollen ganz viele Bilder hängen (wenn ich es je schaffe, sie aufzuhängen). Und in der Ecke neben dem Schränkchen soll ein Lese-Sessel stehen. Hellgrau soll er sein, möglichst gemütlich und nicht zu wuchtig. Mal sehen, ob ich so einen finde.

Im Netz entdeckt:
* „Ich lass das Loch einfach”. Indre von MiMA hat mit Melanie Garanin gesprochen, auch über den Tod ihres Sohnes. Und das hat mich sehr bewegt.
* Der neue Familien-Freizeit-Guide vom Himbeer-Magazin ist erschienen: Berlin mit Kind 2018. Wie immer ganz toll und voller Entdeckungen.
* Eine Geschichte über einen gemieteten Vater. 
* Immer und immer wieder: Die Modern-Love-Section der New York Times.  
* Die es übrigens auch als Videos gibt. Wie toll.
* Ein Autor verreist mit seinem Schwiegervater: „Wir kennen uns seit sieben Jahren und doch gibt es so vieles, was wir nicht voneinander wissen.”
* Schokoladen-Karamell-Kuchen? Der wird ausprobiert.
* Das Leben von Hedy Lamarr – gezeichnet.
* Über dieses Video musste ich wahnsinnig lachen: Angela Merkel übt ihr Poker-Face.
* Und bei diesem Video habe ich mir eine Träne weggewischt: Aretha Franklin singt „A Natural Women”. 
* Noch so ein Video, das mich wahnsinnig gerührt hat: „Portrait of Lotte, 0 to 18 years”. Ein Kind wird in fünfeinhalb Minuten erwachsen.

Und ihr? Wie geht´s euch? Hattet ihr einen guten November? 

DER OKTOBER 2017 (UND WAS IHN GUT GEMACHT HAT)



Wie die letzten Wochen waren:
Wirklich schön. Da ist sie wieder, die Leichtigkeit. Obwohl die letzten Wochen auch nicht weniger chaotisch waren als die Wochen davor. Aber irgendwie habe ich Freundschaft mit der Wildheit geschlossen. Schon verrückt, wie sehr sich die Dinge mit der Perspektive auf sie verändern. Nach einigen ziemlich turbulenten Tagen war mir einfach klar: Bis Hedi im Frühjahr in die Kita kommt, werden die Tage immer zu kurz sein für all das, was gerade gemacht und erledigt werden muss. Keine besonders originelle Erkenntnis, und doch hat es mir geholfen, das festzustellen. Jetzt gebe ich einfach mein Bestes. Und nehme die Grütze-Tage öfter als das, was sie sind: als Tage vor und nach denen, die gerade sehr glitzern. 

Der schönste Moment:
Hedis Geburtstagsmorgen. Ihr Blick, als sie ihre Geschenke gesehen und zusammen mit Fanny ausgepackt hat. Diese erst ganz leise und dann ganz laute Freude. Ich kann mich noch so gut an den Morgen erinnern, als ich dachte: Heute geht es los, jetzt kommt sie endlich. Und dann kam sie wirklich. Ein Jahr ist das jetzt her. Schon. Erst. Himmel, wie sehr kann man lieben.

Der zweitschönste Moment:
Der Morgen, den ich mit meiner Freundin Maria in unserer Küche verbracht habe. Mit manchen Menschen passt es einfach. Und Maria ist genau so ein Mensch. Ein Mensch, der Wärme ausstrahlt, Herzlichkeit und Großzügigkeit. Was ja an sich schon toll wäre, aber dann ist Maria auch noch eine unglaubliche Puppenmacherin. Vielleicht erinnert ihr euch noch an sie: Vor vier Jahren haben wir zusammen für Fanny eine Puppe genäht. Und weil Lotte sehr geliebt wird, haben Maria und ich nun auch eine Puppe für Hedi gemacht. Mit knallroten Haaren und Sommersprossen. Ich glaube, das wird wieder eine ganz große Puppen-Liebe.  

Liebste Nebenbeschäftigung:
Schatzsuche. Eigentlich ist unsere Wohnung fertig. So richtig fertig fühlt sie sich aber immer noch nicht an, es fehlt noch ein wenig Gemütlichkeit und Wärme. Ein paar besondere, alte Stücke. Dummerweise (aber was heißt dummerweise) bin ich beim Rumgucken sehr fündig geworden: bei Soeur Maison, auf dem Flohmarkt und in einem neuen Lieblingsladen, von dem ich hier bald mehr erzählen werde. In Fannys Zimmer ist eine kleine Bank eingezogen. Und ein altes Küchenbord, in dem nun ihre Lieblingsdinge wohnen. In die Küche ein alter Flaschentrockner und ein kleines Schränkchen, von dem ich ganz hingerissen bin. Ich mag sie so, diese neuen, alten Schätze. 

Eine Idee, die ich sofort geklaut habe:
Den Adventskalender von Rike Drust. Die hat ihren mit Süßigkeiten aus der ganzen Welt bestückt und ich fand diese Idee so fabelhaft, dass ich sie sofort nachgemacht habe. Wie konnte ich denn nicht mitkriegen, dass es in meinem Kiez einen Süßigkeitenladen namens Sugafari gibt? Ich hab noch einen Kinderatlas dazu besorgt, damit wir jeden Tag nachgucken können, woher die verrückten Köstlichkeiten kommen. 

Gerne gesehen:
Die Dokumentation über die große Autorin Joan Didion auf Netflix: „Die Mitte wird nicht halten”. Beeindruckend, aber auch sehr beklemmend. Habt ihr sie euch schon angesehen? Hier ist ein Interview mit den Machern.

Bester Kauf:
Die allerersten Schuhe für Hedi. Schon wieder so ein erstes Mal. Und: die Kuschelpullis, die ich für die beiden Mädchen gekauft habe. Hellrosé, unfassbar weich und kuschelig, einen in groß, einen in klein. Schwesternpullis.

Und für mich:
Ein neues Kochbuch. Selten hat mich ein Buch beim Durchblättern im Buchladen so vorfreudig gemacht wie „Koch doch einfach!” von Clare Lattin und Tom Hill. Ich schreibe die Tage mal mehr darüber. Auch über das andere Kochbuch, auf das ich mich schon so freue: „Das Beste vom Wochenmarkt” – neue Kolumnen und Rezepte aus dem ZEITmagazin von Elisabeth Raether. Das erste war ja schon so ein Knaller.

Gerne geklickt:
* Julia Child – wie man sie bislang nicht gesehen hat. Was für wunderbare Bilder.
* Spinat und Feta gehen für mich immer. Deshalb habe ich dieses Rezept sofort abgespeichert.
* Ein Text über die Schauspielerin und Regisseurin Greta Gerwig.
* Womit wir in den Herbstferien sehr viel Zeit verbracht haben. 
* Ein Instagram-Account, den ich mir gerade gerne ansehe. Und noch einer. Und dieser hier. (Was sind denn eure liebsten Interior-Instagram-Accounts? Ich kann gerade gar nicht genug bekommen von tollen Wohnungen und schönen Möbeln)...
* Und wenn wir schon bei schönen Wohnungen sind: Wie toll ist die von Igor Josif und diese Bilder?
* Die Videos von Violette. Ach, die Französinnen. 
* Wie großartig ist bitte Julia Roberts? (Und James Corden sowieso).

Und ihr so? 

DER SEPTEMBER 2017 (UND WAS IHN GUT GEMACHT HAT)

Wie die letzten Wochen waren:
Wild und innig und anstrengend, habe ich letzten Monat geschrieben, und ich könnte es gleich wieder schreiben. Wobei dieser Monat noch ein wenig wilder war als der letzte. Eigentlich ist alles gut. Und doch würde ich mir gerade gerne die Decke über den Kopf ziehen und mich verstecken (was schon deshalb nicht geht, weil Hedi sie mir sofort wieder wegziehen und DA! rufen würde). So ganz genau weiß ich nicht, was gerade in mir lebensmuskelkatert. Ich merke nur: Ich bin müde. Und es kostet mich viel Kraft, jeden Tag alles auf die Reihe zu kriegen – das Wirsein, Mamasein, Partnerinsein, Schreiberinsein, Freundinsein, Ichsein, Immersein. Ich warte einfach mal ab. Wenn man sich einseufzen kann, sollte man sich ja auch wieder ausseufzen können. 

Der schönste Moment:
Als Hedi eines Morgens durch die Küche spazierte. Ein Schritt, noch einer, noch einer. Wackelig, aber sehr entschieden. Ich fand es schon beim ersten Kind unglaublich, und beim zweiten nicht weniger. Plötzlich gehen diese kleine Menschen durch die Welt. Plötzlich schauen sie dich an und sagen „Nein!” und schütteln den Kopf. Plötzlich tapsen sie auf dich zu, lassen sich in dich hineinfallen und legen ihre kleinen Arme um deinen Hals. Und: Der Montagabend, als es plötzlich bei mir klingelte und meine Freundinnen vor der Tür standen, um mich auszuführen und die Veröffentlichung von „Herdwärme” zu feiern. Die erste Überraschungsparty meines Lebens und ich werde sie nie, niemals vergessen.

Was ich gerade ständig trage:
Die Strickjacke, die ich meiner Freundin C. nachgekauft habe. (Ich hab sie vorher gefragt, und trotzdem fühlt es sich merkwürdig an – ich weiß noch, wie wir früher im Büro manchmal richtig sauer waren, wenn wir einander irgendwelche Bauernblusen nachgekauft hatten). Aber ich konnte nicht anders. Sie ist korallenrot – die Art Leuchtrot, bei der man nicht die Augen zusammenkneifen muss, aber sofort gute Laune hat. Sie ist so weich, dass man sich mit ihr zudecken möchte. Und sie passt immer. Ich trage sie nach dem Aufstehen, wenn der Tag schon da ist, aber ich noch nicht. Als Jacke, wenn es draußen nicht mehr warm, aber auch nicht richtig kalt ist. Zu weißen T-Shirts und Ringelshirts. Und am Abend, wenn ich die tausend Dinge erledige, die noch zu erledigen sind. Sie ist schweineteuer, aber ich habe den Kauf nicht bereut. Ebenfalls in Dauerbenutzung: meine gesammelten Urlaubs- und Lieblingsarmbänder. Das neongelbe Band von Merci aus Paris. Das goldene aus dem Gather Shop in Amsterdam. Und das Pizza-Armband, das ich so mag, auch wenn es total albern ist. 

Eine Beauty-Entdeckung:
Das Handpflegeöl von Alverde. Hilft mir gerade besser als Handcreme gegen meine trockenen Hände, zieht schnell ein, duftet gut und kostet drei Euro. Mal wieder ein toller Tipp von der tollen Hanna. 

Das schönste Geschenk:
Nach der Schule war ich mit Fanny noch in diesem Laden, den wir uns schon ewig ansehen wollten. Wir stöbern herum und bewundern die unglaublich schönen Möbel, die man hier kaufen kann. Als wir gehen wollen, sagt der Besitzer zu Fanny: „Sag mal, magst du auch Steine?” Fanny nickt. Er geht weg, kommt mit seiner alten Steinsammlung wieder und schenkt sie ihr. Wie schön diese Steine sind – und ein Mensch, der einem kleinen Mädchen eine so riesige Freude macht. Einfach so.

Noch eine unbezahlbare Kostbarkeit:
So langsam fängt Fanny richtig an zu lesen und wünscht sich immer neue Vorlesebücher. Und plötzlich begegnen mir all die Bücher wieder, die ich in meiner Kindheit so gerne gelesen (und vorgelesen bekommen) habe: „Konrad oder Das Kind aus der Konservenbüchse” zum Beispiel. Und natürlich: das Sams. Am Freitag waren wir bei der Lesung von Paul Maar, der „Das Sams feiert Weihnachten” vorgestellt hat. Was waren wir beide hingerissen. Und am Ende hat er Fanny eine Widmung in ihr Buch geschrieben. „Für Fanny von Paul Maar”. 

Gerne geklickt:
* Die Video-Serie „Humans of New Yorks – The Series”. Beeindruckend, berührend, immer wieder unglaublich lustig. 
* Was für eine schöne Wohnung. Genau so eine Bank hätte ich irgendwann gerne mal in unserer Küche. 
* Ein Mann befragt Paare, die länger als zehn Jahre zusammen sind, nach ihrem Ratschlag für eine glückliche Beziehung: „Every successful relationship is succesful for the same exact reasons.”
* Garance Doré erzählt, warum sie nicht mehr zu Modenschauen geht. „Maybe I´ll never find anywhere I truly fit in. Maybe that´s what makes me who I am. Maybe I´m just made to be unfitting, unbelonging – and free.”
* „Der Heftige”: Ein Portrait über den Schauspieler Birol Ünel – wiedergefunden über Reportagen.fm, die jeden Freitag eine wirklich tolle, immer sehr bereichernde Auswahl von Reportagen in ihrem Newsletter verschicken (hier sind noch ein paar andere Lieblingsnewsletter).
* Ein Arzt nimmt Abschied von seinem Patienten: „One Last Visit to See My Patient”. 
* Und dann noch dieses Video (und überhaupt die ganze Serie „Have You Seen this?”, wie großartig ist denn bitte die Idee, über ein besonderes Detail zu schreiben – den Schuh in einem Bild von Manet, einen Mann, der Pizza macht, oder eben: diesen Tanz.)


Wie ist es euch denn diesen Monat ergangen? 
Kommt gut ins Wochenende, ich wünsch euch ein schönes.

DER AUGUST 2017 (UND WAS IHN GUT GEMACHT HAT)


WIE DIE LETZTEN WOCHEN WAREN
Wild und anstrengend und glücksverklebt und chaotisch und schlaflos und innig. Hedi ist in den letzten Wochen riesengroß geworden, erkundet die Welt, schläft nicht besonders viel, bekommt Zähne, sagt neineinei, versucht zu laufen, lacht sich scheckig und ist überhaupt die allergrößte Quatschgurke (irgendwann arbeiten wir auch mal an nicht-beknackten Kosenamen, aber sie ist wirklich eine Quatschgurke). Dann waren da sechs Wochen Sommerferien, zwei davon in Amsterdam – noch einmal in der Haustauschwohnung des Paares, das wir beim letzten Mal so mochten. Den Rest der Ferien sind wir herumgebutschert und haben die Wohnung kistenfrei geräumt (der Keller zählt nicht, oder?). Jetzt hat Hedi ein Zimmer, und unsere Gäste haben ein Bett. „Herdwärme” ist auch fertig und kommt noch diesen Monat in die Buchläden. Was ich immer noch nicht glauben kann. 

DER SCHÖNSTE MOMENT
Nee, da kann ich mich nicht entscheiden. Dieser Bummel-Nachmittag mit Fanny, den wir hauptsächlich in unserem Lieblingsbuchladen verbracht haben – sie mit ihrem Riesenstapel und ich mit meinem, und dann haben wir von allen Büchern die erste Seite gelesen und unsere Lieblinge mit in die Ferien genommen. Sie: „Mein glückliches Leben”. Ich: „Fangirl”. Und der Vormittag, den ich alleine durch Amsterdam gelaufen bin, am Anfang noch total gehetzt, dann nicht mehr. Und dieser Abend, als wir uns auf dem Beamer unseres Haustauschpaares „Tschick” angeschaut haben, als die Kinder unerwartet früh eingeschlafen waren. „Tschick” und süße Lakritze und Reden im Dunkeln. 

WAS ICH MIT NACH HAUSE GENOMMEN HABE
Außer Schokohagel fürs Brot: eine große Plattenspielerliebe. In Amsterdam haben wir den Morgen oft damit begonnen, Platten aufzulegen, echte Schallplatten, aus Vinyl, die man nach der Hälfte vom Rücken auf den Bauch legen musste, wie früher. Das war so schön, dass ich mir zu Hause gleich auch einen Plattenspieler gekauft habe. Ein Modell mit eingebauten Boxen, das ungefähr so klingt wie damals mein Kinderzimmerplattenspieler, aber ich bin total verknallt. Ins Plattenaussuchen und ganz vorsichtig die Nadel aufsetzen, an das Knistern, bevor der erste Song beginnt, ans mal wieder ganze Platten hören (statt die ewig gleichen drei Lieblingssongs) und ins Herumstöbern in einem Plattenladen. Letzten Sonntagmorgen haben wir im Bett Jackson 5 gehört. Und Dusty Springfield. 

WAS ICH GERADE NONSTOP TRAGE
Diesen Armreif, den ich geschenkt bekommen habe, und über den ich mich wirklich jeden Tag freue. Und diese schwarze Strickjacke von Arket. Die sieht jetzt gar nicht spektakulär aus, ist aber einfach ganz genau richtig: nicht zu lang, nicht zu weit, angenehm weich. Sofort angezogen und seither ständig getragen. Habt ihr euch den neuen Onlineshop von H&M schon angesehen? Ich habe mir auch noch dieses Tuch und diese Mütze für die Mädchen bestellt. Außerdem trage ich ein neues Lieblingslippenrot: „Dozen Carnations” von MAC. Ein lautes Rot, das aber nicht schreit. 

RAUF UND RUNTERGEHÖRT
Die Hörspiele auf Ohrka – einem werbefreien und kostenlosen Hörportal für Kinder ab 5 (danke nochmal für den Tipp, Anne!). Katharina Thalbach liest „Alice im Wunderland”, Anke Engelke das „Dschungelbuch”, dazu gibt´s Reportagen wie „Woher kommt unser Frühstück?”. Wirklich toll. 

ENDLICH GESEHEN
Ich hatte mir für die Ferien eine Liste von Filmen aufgeschrieben, die ich im Kino verpasst habe und unbedingt sehen wollte. Außer „Tschick” (den ich übrigens sehr mochte): „Manchester by the Sea” (den ich großartig fand, aber schwer ausgehalten habe) und „Moonlight”, der mich total umgehauen  hat. Wirklich: restlose Begeisterung. 

GERADE ENTDECKT
Den Proben-Service des Naturkosmetik-Onlineshops Amazingy. Sehr praktisch, wenn man so untalentiert wie ich darin ist, auf Anhieb die richtige Make-up- oder Lippenstift-Farbe zu finden oder erst einmal schauen möchte, ob ein Produkt passt und gefällt. Mein Favorit: der „Space Balm Corrector” von Hiro, den ich mir gleich bestellt habe. Verdeckt sehr gut dunkle Augenringe, funktioniert aber auch als Lidschatten-Primer. Und das „Precious Oil” von M Picaut (wirklich ein Wahnsinnsöl, allerdings kein Schnäppchen, deswegen steht es erst mal nur auf dem Wunschzettel).

GERNE GEKLICKT 
* Wenn die Eltern aus dem Haus ausziehen, in dem man groß geworden ist: „Zuhause gibt es nicht mehr.” 
* Die Gesichter von Frauen kurz vor der Geburt ihrer Kinder – in Schweden und Tansania: „Giving birth in different worlds”.
* Noch so eine Entdeckung: Alexis Foreman und ihre Style Memos. (Ich liebe auch ihren Instagram-Account und habe tagelang versucht, noch irgendwo diesen Jumpsuit von COS zu finden, leider vergebens).
* Diese vier Pflaumen-Rezepte. Fehlt nur noch ein richtig gutes Pflaumenkuchen-Rezept. Kennt jemand von euch eines ohne Hefeteig?
* Ein Blick in die Mode-Geschichte: Vintage Patterns Wiki.
* Ein Schwimmlehrer, sein schwierigster Schüler und was er ihm beigebracht hat: „In a Swimming Pool, Learning to Trust”.
* Ein Kochbuch, auf das ich mich unheimlich freue: „Salt, Fat, Acid, Heat”.
* Mit 40 ganz alleine – ohne Partner, Kinder oder Eltern. Steven W. Trasher über ein unterschätztes Freiheitsgefühl.
* Diese Geschichte über Marie-France Cohen. Zusammen mit ihrem Mann hat sie zuerst das französische Kindermode-Label Bonpoint und dann den legendären Pariser Concept-Store Merci gegründet. Nach dem Tod ihres Mannes gründet sie nun eine dritte Firma: Démodé. Bei Garance Doré gibt es auch Bilder ihres wunderschönen Hauses.
* Wie kann man heute noch Magazine machen – vor allem für jüngere Leser? Elaine Welteroth wurde im Alter von 29 Jahren Chefredakteurin der amerikanischen Teen Vogue. Und hat das Magazin radikal verändert.
* Warum wir so anfällig für Geschichten über Französinnen sind (jupp, ich auch!): „How to Sell a Billion-Dollar Myth Like a French Girl”.

Wie war denn euer Sommer? Ich hoffe, er hat euch so richtig verwöhnt.
Schönes Wochenende!
MerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerken

DER JUNI 2017 (UND WAS IHN GUT GEMACHT HAT)



WAS LOS WAR
Die letzten Wochen hatte ich einen gewaltigen Durchhänger. Gefühl ungefähr: Bleischürze vorm Röntgen. Dabei war eigentlich gar nichts Dramatisches passiert. Ich war nur müde, noch müder als sonst. Müde von den letzten Monaten, Wochen, Tagen. Auch überfordert. Vom immer noch Irgendetwas und nie nichts. Bis ich irgendwann morgens in der Küche stand, die Sonne in drei dicken Streifen auf den Küchenboden fiel und ich einfach keine Lust mehr auf Bleischürze hatte. Die Tage danach waren nicht weniger anstrengend, in letzter Zeit ist einfach irre viel los. Aber plötzlich konnte ich auch wieder all das sehen, was da ist. Und: wieviel das ist. Und wie gut ich manchmal darin bin, mich in meinen eigenen Gedanken einzudrehen. 

AUFREGENDSTER MOMENT
Als Hedi mich angrinste und loskrabbelte. Ganz eckig noch und irrsinnig aufgeregt, dass sie plötzlich irgendwo hinkrabbeln konnte. 

IMMER WIEDER GESTAUNT
über meine beiden Mädchen. Jede für sich und dann beide zusammen. Wie Hedi sich jedes Mal freut, wenn sie Fanny sieht, und diese Freude nie kleiner wird. Als würde sie Fanny jedes Mal zum ersten Mal sehen. Wie sie sich freut, wenn sie ihr morgens vor der Schule noch einen Kuss gibt, einen ganz dicken, und noch einen und einen allerletzten und ihr dann nachsieht. Wie liebevoll und aufmerksam und großzügig Fanny mit ihrer kleinen Schwester ist. Manchmal darf sie sogar Salut in die Nase beißen. 

SCHÖNSTER KLEINER MOMENT
Im Nachhinein gab es viel mehr solcher Momente, als ich diesem Monat zugetraut hatte. Ich mag es so, in dieser Wohnung anzukommen und sie immer besser kennenzulernen. Das Licht über der Straße, das kurz vorm Sonnenuntergang fast jeden Abend eine Riesenshow hinlegt. Der Ukulele-Spieler, der bei gutem Wetter auf seinem Balkon sitzt. Oder die eine Knarzdiele in der Küche. Der Samstagmorgenspaziergang, den wir uns in diesem Monat angewöhnt haben. Erst gehen wir frühstücken, dann in unseren Lieblingsbuchladen, danach butschern wir noch ein bisschen durch den Kiez oder gehen über den Markt. Und: dieser Nachmittag mit einer Freundin, die ich viel zu lange nicht gesehen hatte. Zwei Frauen, zwei Babys, sehr viele Törtchen und das Gefühl, ein Glücksschwein zu sein mit solchen Freunden. 

GRÖSSTE VERÄNDERUNG IN DER WOHNUNG
Neben jeder Menge Pflanzen (und es werden immer mehr, weil ich sie so schön finde): Wir haben unseren alten braunen Küchentisch rosa gestrichen. Die ersten Tage war ich mir nicht sicher, ob das vielleicht ein Riesenfehler war. Dann habe ich mich in unseren Schweinchentisch verliebt. Wahrscheinlich weil ich jedes Mal grinsen muss, wenn ich ihn sehe. 

GERNE GESEHEN
„The Blacklist” auf Netflix. Nicht die wertvollste Serie aller Zeiten, aber genau richtig, um abzuschalten. Jetzt bin ich durch mit den ersten drei Staffeln und suche nach einer neuen Serie. Neu auf meiner Liste: „Fleabag” und „Anne with an E”. Und außerdem war da noch dieses Video, das mich so beeindruckt hat. Musikerin Alexa Wilding über ihren Körper nach der Geburt ihrer Zwillinge: „In a strange way, I´m free now.”

GERNE GEKLICKT

DER PLAN FÜR DIE NÄCHSTEN TAGE
Endlich die letzten Kisten ausräumen und die Wohnung fertig machen. Und dann: durchatmen. Kaffeetrinken gehen mit Freundinnen. Den Gutschein für das „Treat Collection Beauty Loft” einlösen, den ich zum Geburtstag bekommen habe. Und etwas Schönes kochen. 

Und ihr so? 
MerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerken
MerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerken

DER MÄRZ 2017 (UND WAS IHN GUT GEMACHT HAT)


WAS LOS WAR:
Zu viel gleichzeitig. Kranksein, wenn man nicht krank sein kann, weil das Baby krank ist. Und dann richtig krank zu sein, wenn das Baby wieder gesund ist. Dann war da auch noch die Wohnung, die umzugsfertig gemacht werden muss (verrückt, was sich in einer Wohnung, in der man fast zehn Jahre gelebt hat, alles ansammelt). Die letzten Tage haben mich Kraft gekostet. Da auf Mist aber ja bekanntlich schöne Pflänzchen wachsen, hat all das auch Gutes gebracht. Die Erkenntnis, dass ich mehr Kraft habe, als ich dachte, zum Beispiel. Und wir gut im Zusammenhalten sind.

WAS MICH BESCHÄFTIGT HAT:
Vor allem die Frage: Was brauche ich wirklich? Es hat gut getan, sich von vielem zu trennen und Ordnung zu machen. Wenn ich jetzt den Kleiderschrank öffne, sind da nur noch Stücke, die ich immer wieder trage. Und ich vermisse nichts. Dann waren da aber auch viele Stücke, von denen ich mich niemals trennen werde, weil sie zu meinem Leben gehören, Geschichten erzählen, mich an Momente erinnern. Der Ordner mit meinen allerersten Artikeln (auweia!). Die Kiste mit den Fotos und wahnsinnig dramatischen Briefen und Notizen aus meiner Teeniezeit (oh, Gott!). Und die riesige Kiste mit Bildern von Fanny (hach!). All das zieht mit um, eben weil diese Dinge Ausrufezeichengefühle machen.

SCHÖNSTER MOMENT:
Der erste Ausflug ganz allein mit Fanny, nur wir zwei. Wie schön das war (auch wenn wir ein bisschen Herzziepen hatten). Ein sonniger Samstagnachmittag, Apfelcrumble und Limonade, neue Turnschuhe für den Frühling und sehr viel Rumkuscheln. 

AM LIEBSTEN GEGESSEN:
Spaghettieis. Das erste schmeckt immer am besten. 

FÜR DIE WOHNUNG GEKAUFT:
Einen Teppich für Hedis erstes Zimmer. Und einen Bett-Himmel für Fanny, der ihr neues Zimmer hoffentlich sehr kuschelig und den Umzug ein bisschen leichter macht. 

GESUCHT UND GEFUNDEN:
Ein lässig geschnittenes Jeanshemd. Jetzt suche ich noch schwarze Sommersandalen. Diese hier? 

GERNE GEGUCKT:
Die dänische Krimi-Serie „Dicte” auf Netflix. Die Journalistin Dicte Svendsen berichtet für die Aarhuser Lokalzeitung vor allem über Kriminalfälle. Und treibt mit ihrer Sturheit den ermittelnden Kommissar Wagner manchmal in den Wahnsinn. Spannend, total sympathisch und mit der wunderbaren Iben Hjejle.

GRÖSSTE VERÄNDERUNG: 
Ich habe mir wieder die Haare kurz geschnitten. Und es bislang nicht eine Sekunde bereut.

SEHR GERÜHRT HAT MICH:
Dieser Text eines amerikanischen Astronauten über die Dinge, die er im Weltall vermisst hat. Die Dokumentation über seine Reise kann man sich hier ansehen. Und dieser unglaubliche Text: „You May Want to Marry My Husband”.

SONST GERNE GELESEN, GEKLICKT UND ANGESCHAUT:
* Diese Geschichte über Anthony Bourdain.
* Das berühmte Kreuzworträtsel der New York Times wird 75 Jahre.
* „Der Unzumutbare” – ein Portät über Maxim Biller.
EIN PS:
Falls jemand von euch gerade in Paris war, und noch einen Tipp hat – schöne Shops, Cafés, Spielplätze, Ausstellungen – ich würde mich wirklich freuen.

UND NOCH EIN PS:
Vermutlich wird hier auf Slomo im April nicht viel passieren. Wir machen wieder einen Haustausch, um einmal kurz Luft zu holen, danach ziehen wir um. Ich melde mich wieder, wenn das Leben nicht ganz so wild ist. Bis dahin habt´s schön! (Und falls ihr zwischendurch ein paar Eindrücke haben wollt: Auf Instagram geht´s auch im April weiter...).

Wie war denn euer März? Hoffe, er hat euch viel Schönes gebracht.

DER FEBRUAR 2017 (UND WAS IHN GUT GEMACHT HAT)


LEBEN
Der Februar war anstrengend. Und hat mich müde gemacht. Immer einer krank, immer etwas los, dazu viel Schlaflosigkeit und Winterschwere. Geholfen haben die guten Momente. Denn die waren richtig gut. Der Vormittag, an dem wir den Mietvertrag unterschrieben. Und der Nachmittag, als ich mit einer Freundin Kaiserschmarren essen war, ordentlich karamellisiert und mit Zwetschgenröster. Marlenes traditionelles Weihnachtsessen im Februar. Und Hedi war einfach dabei und saß mal auf dem einen, mal auf dem anderen Schoß und dann wieder bei mir. Und am Ende gab es Milchreis mit heißen Kirschen.

FRAGEN
Wie müde kann man sein? Wächst einem mit zunehmendem Training eigentlich auch die Lust aufs Sport machen – oder bleibt das ein ewiges sich überwinden müssen? Wo ist der Frühling? Wieso trägt sie schon Windelgröße drei? Hört das Ziepen über diese kleinen Abschiede jemals auf? Wieviel Liebe passt in ein Herz? Wie kann man gleichzeitig so verdammt glücklich und alle sein?

MOMENTE
Der Abend, als ich auf gar keinen Fall in die Küche gehen und gucken durfte, nicht mal ein bisschen, und Fanny, als ich endlich reingehen durfte, eine Picknickdecke auf den Küchenboden gelegt hatte. Darauf all die Leckereien, die wir am Nachmittag nach meinem Zahnarztbesuch gekauft hatten – ein Brot, Käse, ein paar Oliven – Zuhausepicknick. Der Spaziergang über den Markt. Wir waren ewig nicht mehr da, und weil der Himmel so grau war, war es nicht so voll wie sonst. Wir mussten nicht einmal anstehen für unsere Crêpes. Zum Nachtisch gab es eine Tüte Lakritze und einen Blumenstrauß, der tut, als wäre schon Frühling. Und: Dieser eine Abend, als Fanny fragte, was der Moonwalk ist, und wir ihr ein Video von Michael Jackson zeigten und dann immer mehr Videos ansahen und mittanzten, Phoenix, James Brown, Elton John. (Wie ich diesen Song liebe). 


ENTDECKUNGEN
* Diese Großmama und ihre Fotos.
* Dieser Song, der Babys glücklich machen soll, und tatsächlich: Hedi liebt ihn und lacht jedes Mal, wenn ich ihn anstelle. Und ich hatte drei Tage lang einen Ohrwurm. 
* Beeindruckend: Das Atavist Magazine.
* „Gebt mir viel Zeit und viel Butter.” Wie man ein Spiegelei brät. 
* 50 Random Acts of Kindness.
* „Eat your Sugar" – die neue Kolumne von Yotam Ottolenghi: „But it´s not the sugar I´m addicted to. Rather, it´s the comfort, surprise and delight that dessert, or any food, can bring, that ideal match of the right dish and the right moment.”
* Oh, Adele.
* „I was the Queen of French fashion. Then came the guillotine.” Joan Juliet Buck über ihre Zeit als Chefredakteurin bei der französischen Vogue. 
* Natas aus der Bekarei. Machen einen Tag so viel besser.
* Dieses Video.
* „The Original 1958 Sketches for the Peace Symbol”.

Und ihr so?

DER JANUAR 2017 (UND WAS IHN GUT GEMACHT HAT)


LEBEN
Für einen Januar war der Januar gut. Ich habe sogar ein bisschen was geschafft. Angefangen, die Wohnung von ihrem Chaos zu befreien (irre, wie schnell man immer versumpft). Und angefangen, Sport zu machen (noch einmal das Shred-Programm mit Jillian Michaels). Weihnachten in den Keller gebracht und überall frische Blumen hingestellt. Meine neue Tasche ausgeführt. Für zwei Freundinnen gekocht. Was unglaublich schön war. Mir vorgenommen, so etwas viel öfter zu machen. Unseren Urlaub für dieses Jahr klargemacht. Wieder ein Paris-Haustausch. Und Amsterdam, mit dem Paar, das wir so mochten. 

FRAGEN
Kriegen wir die Wohnung, in die wir so gerne umziehen würden? Ist es überhaupt eine gute Idee umzuziehen? Ist noch Eis da? Wie kann man bloß so gut riechen? Und wieso kann man sich Gerüche eigentlich nicht aufheben? Willst du nicht noch ein bisschen schlafen? 

MOMENTE
Diese Ananas, die ich mir nach einer sehr schlaflosen Nacht gekauft hatte, noch nie habe ich so eine Ananas gegessen. So gut, dass ich noch zwei Wochen später an sie denke und mich frage, wie man eine Ananas so beschreibt, dass sie klingt, wie sie geschmeckt hat. Wenn ich fertig bin mit dem Sport und Fanny zur Tür rennt und auf meiner Shred-Liste wieder einen Tag durchstreicht und „supasupa” darüber schreibt. Ich bin noch nicht einmal halb fertig mit diesem Programm, aber der Zettel ist schon fast voll mit „supasupas”. Freitagabend im Bett zu liegen und Eis zu essen und irgendwann schmilzt das Vanilleeis auf der rechten Becherseite zu einem Vanilleshake, das Schokoeis daneben bleibt merkwürdigerweise immer fester, ist dann aber so weich, dass man es ohne jede Anstrengung einfach rauslöffeln kann, und dann ergibt das Schokoladeneis mit Schokoladenstückchen und Vanilleshake und Karamell. 

ENTDECKUNGEN
„Kitchen Impossible” mit Tim Mälzer, zum ersten Mal geguckt und sehr gemocht. Diese Geschichte über die kleinen Momente des Elternseins, die so groß sind: „An unexpectedly beautiful view of fatherhood, from the bathroom floor”. Diese Fotos von Pete Souza, Fotograf im Weißen Haus unter Barack Obama. „The true, correct story of what happened at Donald Trump´s inauguration”. Diese Liebesgeschichte ohne Happy-End (ach, Mann). Diese Grapefruit. „20 habits that changed readers´lives”. „The Ambition Interviews”. Diese App, mit der ich die Dinge ordne, die ich zu erledigen habe und auf der ich mir alles notiere, was ich sonst innerhalb von drei Sekunden wieder vergessen würde. Dieser Lehrer und seine Begrüßung. Die kleine Fragerunde, die wir seit ein paar Tagen immer beim Abendbrot machen (ich hatte hier davon gelesen): Was war heute so richtig schön? Was war heute nicht so toll? Worauf freust du dich morgen? Was für Geschichten dabei manchmal angespült werden.

Wie seid ihr in dieses Jahr gekommen? Ich hoffe, der Januar war gut zu euch.
MerkenMerken
»

Slomo All rights reserved © Blog Milk Powered by Blogger