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EIN UND AUS UND KURZ MAL RAUS



Die letzten Monate ist viel passiert. Die Schwangerschaft und die Geburt von Hedi. Unser neuer Alltag zu viert. Fannys erstes Schuljahr. Der Umzug in die neue Wohnung. Und mein zweites Buch. Jedes für sich aufregend und wunderbar. Alles zusammen ein ganz schön wilder Ritt und ich merke gerade: Ich muss jetzt mal ausruhen. Einatmen, ausatmen, keine To-do-Listen anlegen, nicht einmal im Kopf. Vorgestern sind wir in Amsterdam angekommen, unser elfter Haustausch – noch einmal mit dem Paar, das wir so mochten. Jetzt sitze ich am riesengroßen Fenster unserer Wohnung und der Himmel vor mir färbt sich von grau zu rosa zu orange zu graublau. Und der Turm mit der Uhr, die den ganzen Tag viertel nach zwei anzeigt, hat gerade sein rotes Licht eingeschaltet. Und durch die offene Balkontür kommt diese Luft herein, die nicht mehr ganz sommerwarm, aber auch noch nicht herbstkühl ist und so herrlich frisch riecht. Und im Plattenspieler (wie schön ist es, einen Plattenspieler zu haben) läuft „The Best of Dionne Warwick”. Und auf dem Tisch neben mir liegen all die Köstlichkeiten, die wir eben eingekauft haben – die Schokolade mit Kaffee-Crunch und süß-salziges Popcorn. Und vorhin haben wir den Beamer angeschlossen. Und wenn wir nicht zu popcornschwer sind oder noch ein bisschen auf dem Balkon sitzen, schauen wir vielleicht noch einen der Filme, die wir im Kino verpasst haben, Paterson, Tschick oder Manchester by the Sea. Aber bevor ich das alles (oder auch: nichts) mache, wollte ich noch einmal zu euch rüberwinken und danke sagen. Danke fürs immer wieder so viel Anteilnehmen und Mitfreuen und fürs Lesen, auch wenn ich in den letzten Monaten nicht so viel geschrieben habe, wie ich das gerne wollte. Ab dem Herbst gibt es (hoffentlich) wieder mehr Slomo, denn ich habe das Viel-Schreiben hier vermisst. Falls ihr Lust habt uns ein wenig auf unserer Reise zu begleiten, schaut gerne auf Instagram (okka_rohd) vorbei. Hier geht´s im September weiter. Ich freue mich schon darauf. Und hoffe, ihr habt es bis dahin so richtig schön!  

PS: Und falls jemand von euch noch Tipps für Amsterdam oder einen Tagesausflug mit dem Zug hat (Harleem? Utrecht? Den Haag?) – ich freue mich sehr über Tipps!

Foto: Das Bild oben zeigt die „Leaves Collection N2” von Miles of Light – es hängt seit ein paar Tagen an meiner Schlafzimmerwand zu Hause und ich habe es auf Juniqe gefunden.

DILLE & KAMILLE (UND EINE VERLOSUNG)




Wenn ich an unsere Ferien in Amsterdam denke, fällt mir so viel Schönes ein, dass ich am liebsten gleich wieder losfahren würde. Das diesige Morgenlicht über den Grachten, die verbummelten Nachmittage in den Parks, die Tour mit dem Käsefahrrad (das in Wahrheit wohl eher ein Holzschuh war, allerdings in der Farbe eines Käses, Fanny und ich liebten es, damit durch die Stadt zu fahren). Und die vielen hinreißenden Läden. Der kleine Shop, in dem es nur Quietscheentchen gab. Das Pralinenparadies. Dieser Kinderladen, in dem wir die Armbänder gekauft haben, die wir heute noch tragen. Und natürlich: Dille & Kamille. Der erste Laden, den ich meiner Schwester zeigte, als sie uns besuchen kam, der Beginn meiner „Wie toll ist bitte diese Stadt?”-Führung. Und auch das Ende unserer Tour. Denn am Nachmittag gingen wir noch ein zweites Mal in den Laden, um das Emaille-Geschirr zu kaufen, das wir nicht den ganzen Tag durch die Stadt tragen wollten (und das wir seither jeden Tag benutzen). Bei Dille & Kamille findet man nützliche Dinge, die das Leben schöner machen: Geschirrtücher und Einmachgläser, Seifen und Kerzen, Notizbücher und Puppenwägen. Alle Waren sind unverpackt in den Läden und aus natürlichen Materialien wie Holz, Porzellan, Baumwolle oder Leinen gemacht. Ein Konzept, das bei der Gründung des Familienunternehmens Anfang der 70er-Jahre in Utrecht zunächst als ziemlich wunderlich galt, aber schnell aufging: Heute gibt es 26 Läden in den Niederlanden und in Belgien. 

Ich schreibe das alles, weil ich mich so gefreut habe, dass es nun auch einen deutschen Onlineshop gibt (und ich noch mehr Emaille-Geschirr nachkaufen kann). Ende 2017 oder Anfang 2018 sollen auch in Deutschland Läden eröffnet werden, aber das ist noch in der Planungsphase. Vielleicht ist im Angebot des Onlineshops ja auch etwas dabei, das euch gefällt. Unter allen Kommentaren, die bis zum 7. Juli um 20 Uhr geschrieben werden, verlose ich nämlich zwei Einkaufsgutscheine im Wert von je 25 Euro. Die beiden Gewinner werden unter diesem Post benachrichtigt (ihr müsst also keine Emailadresse hinterlassen, einfach wieder reinschauen). Viel Glück! Und kommt gut ins Wochenende!





Alle Fotos: PR, Dille & Kamille.

***

Danke für all eure Kommentare. Gewonnen haben: Haus Nummer Dreizehn (Tini, Kommentar am 1. Juli um 7:39) und Julia (Mammilade, Kommentar am 1. Juli und 12:28). Herzlichen Glückwunsch!

AMSTERDAM MIT KIND: UNSERE LIEBLINGSORTE


* Das CT Coffee and Coconuts Amsterdam. In den 20er-Jahren war hier ein Kino, heute ein sehr schönes Café, in dem man sich guten Kaffee, frische Kokosnüsse, sehr leckere Salate, Hot Dogs mit eingelegtem Gemüse oder Kuchen bestellen kann. Wir waren oft hier, was auch daran lag, dass es um die Ecke einen hinreißenden Streichelzoo gibt – Fannys Lieblingsort in dieser an Lieblingsorten nicht armen Stadt. Und ich kann sie verstehen. Hier kann man Hasen und Ziegen streicheln, einem sehr stolzen Hahn beim Stolzieren zusehen oder drei Schweine, einen Esel und drei Ponys kennenlernen.

CT Coffee & Coconuts, Ceintuurbaan 282-284, 1072 LR Amsterdam.
Kinderboerderij de Pijp, Lizzy Ansinghstraat 82, 1072 RD Amsterdam.



* Vom CT aus kann man aber auch schön durch das De Pijp-Viertel bummeln. Ein paar Läden, die wir mochten: De kleine Parade, ein liebevoll gemachter Kinderladen, in dem man Mitbringsel wie Armbänder oder Mini-Tiere findet, De Kinderfeestwinkel, ein auf Kindergeburtstage spezialisierter Laden, Anna + Nina (Bild links), Hutspot, Charlie + Mary, der Küchenladen Duikelman und Cottoncake (Bild rechts).

De kleine Parade, Gerard Doustraat 142-144, 1973 VX Amsterdam.
De Kinderfeestwinkel, Gerard Doustraat 65, 1072 LV Amsterdam.
Anna + Nina, Gerard Doustraat 94, 1072 VX Amsterdam.
Hutspot, Van Woustraat 4, 1073 LL Amsterdam.
Charlie + Mary, Gerard Doustraat 84, 1072 VW Amsterdam.
Duikelman, Ferdinand Bolstraat 68A, 1072 LM Amsterdam.
Cottoncake, 1e van der Helststraat 76-hs, 1072 NZ Amsterdam.


* Der Westerpark ist ein gutes Ziel für eine Fahrradtour. Hier gibt es einen Abenteuerspielplatz für Kinder, einen Streichelzoo (der leider geschlossen war, als wir da waren) und einen (kostenlosen) Pool für Kinder. (Hier bekommt man einen Eindruck, wie das aussieht...).

Westerpark, 1014 Amsterdam


* Das Restaurant Plantage gleich neben dem Amsterdamer Zoo Artis. Was für ein schöner Ort. Und das Essen ist auch sehr gut. Vorher (online) reservieren und im Sommer draußen sitzen.

Restaurant Plantage, Plantage Kerklaan 36, 1018 CZ Amsterdam.


* Das Café Pluk. Café und Shop in einem mit leckeren Säften und Sandwiches, dazu Postkarten, Vasen und Schokolade. Die Tische oben erreicht man über eine sehr steile Treppe, der Aufstieg lohnt aber. Am letzten Tag bin ich noch einmal auf einen Abschiedskaffee zurückgekommen.

Café Pluk, Reestraat 19, 1016 DM Amsterdam.


* Dille & Kamille. Der hübscheste Haushaltswarenladen, der mir lange untergekommen ist, und dass ich ihn „Haushaltswarenladen” nenne, liegt auch daran, dass dieser Laden trotz seines sehr modernen Designs sehr altmodisch ist. Hier findet man Emaille-Teller, Holzlöffel, Notizbücher, aber auch Seifen, Handtücher oder Lakritze. Als meine Schwester zu Besuch war, habe ich ihr nach einem Kaffee im Pluk diesen Laden gezeigt. Sie mochte ihn genauso wie ich. Noch ein Laden, den wir beide mochten: Sissy-Boy in der Utrechtsestraat.

Dille & Kamille, Nieuwendijk 16-18, 1012 MK Amsterdam.
Sissy-Boy, Utrechtsestraat 81-83, 1017 VK Amsterdam.


* Zwei charmante Kinderläden in Amsterdam: Minimarkt (Bild links) und Unicorn. Gleich um die Ecke gibt es ein Süßwarengeschäft (Bild rechts), in dem man sich aus zwei Regalen voller Bonbongläsern seine Schlickertüte zusammenstellen kann. Für mich: eine Tüte süße Lakritze.

Minimarkt, Beethovenstraat 5A, 1077 HK Amsterdam.
Unicorn, Tweede Tuindwarsstraat 1, 1015 RX Amsterdam.
Snoepwinkeltje, Tweede Egelantierdwarsstraat 2, 1015 SC Amsterdam.


* Und wenn wir schon beim Thema Essen sind: Die Pralinen von Puccini Bomboni schmecken so gigantisch, wie sie aussehen. Leicht und gesund: das Mittagessen im Vinnies. Perfekt für Mitbringsel und einen Salat zum Mitnehmen: Stach Food. Und ein sehr empfehlenswerter Bio-Markt: Marqt.

Puccini Bomboni, Singel 184, 1016 AA Amsterdam.
Vinnies, Harlemmerstraat 46, 1013 ES Amsterdam.
Stach Food, Van Woustraat 154, 1073 LW Amsterdam (verschiedene Filialen in der Stadt).
Marqt, Ceintuurbaan 402, 1074 EA Amsterdam (verschiedene Filialen in der Stadt).


* Gut zum gemütlichen Herumbummeln: die Haarlemmerstraat. Schon für den poetischen Concept Store Sukha (Bild rechts). Bei Restored kann man aber auch besondere Dinge finden. Und bei Papabubble riesige Lollies (Bild links).

Sukha, Haarlemmerstraat 110, 1013 EW Amsterdam.
Restored, Haarlemmerdijk 39, 1013 KA Amsterdam.
Papabubble, Haarlemmerdijk 70, 1013 JE Amsterdam.


* Im Westen sind wir eigentlich nur gelandet, weil Fanny unbedingt in das Katzencafé wollte, von dem ich ihr erzählt hatte. Hier gibt es aber auch ein paar sehr hübsche Läden wie Misc Store, Gekaapt (Bild rechts)  oder der Local Goods Store (Bild links). Und die Foodhallen.

Kattencafe Kopjes, Marco Polostraat 211, 1057 WK Amsterdam.
Misc Store, De Clerqstraat 130, 1052 NP Amsterdam.
Gekaapt, Bilderdijkstraat 131, 1053 KN Amsterdam.
Local Goods Store, Hannie Dankbaarpassage 39, 1053 RT Amsterdam.
Foodhallen, Bellamyplein 51, 1053 AT Amsterdam.

* Für verregnete Nachmittage: das Science Center Nemo. Ein riesiges Mitmachmuseum voll aufregender Experimente. Hier kann man Stunden verbringen und es wird niemals langweilig.

Science Center Nemo, Oosterdok 2, 1011 VX Amsterdam

Fürs nächste Mal vorgemerkt:

* Der Vondelpark mit dem Kinderkookkafé.

* Ein Ausflug zur NDSM-Werft und zum Café Noorderlicht.

* Das Restaurant Gartine (ein Tipp von Fräulein Text).


Noch mehr Tipps:
* Und das Amsterdam von AfterDRK.

ZURÜCK AUS AMSTERDAM

Nett klingt immer so harmlos. Aber Amsterdam ist wirklich nett. Selten so viel und so oft mit Fremden geredet, kennt ihr schon diesen tollen Spielplatz, den müsst ihr euch ansehen, ich male euch mal den Weg auf. Hey, du weißt, dass dieses Tier ein Einhorn ist? Dann muss ich dir diese Einhorn-Tasche wohl schenken. 

Seither trägt sie die Einhorn-Tasche überall hin.

Und die Tüte mit den Mini-Tieren aus diesem hübschen Kinderladen.





Der alte Herr an der Straßenbahnhaltestelle. Erst fragte er, wann denn die nächste Straßenbahn komme, in zehn Minuten, sagte ich. Dann fingen wir an zu reden. Er erzählte, dass er eigentlich Franzose sei, aber schon seit vielen Jahren in Amsterdam zu Hause, sein Vater war Maler wie er, aber sehr viel berühmter, auch besser, we loved each other so much. And we laughed so much. 

Das Wasser überall. Und die Brücken. Und die Menschen auf ihren Booten, wie gerne wäre ich auf diesem einen Boot mitgefahren, sie hatten einen Grill und haben lauter als die laute Musik gelacht.


Im NEMO-Science-Center kann man Seifenblasen machen, die so groß sind, dass ein verkichertes Mädchen hinein passt.

Dieser Nachmittag, als wir uns Fahrräder geliehen und mit Fanny in den Westerpark gefahren sind und sie vorne in ihrer Kiste vor Freude immer nur lachte und die Arme ausstreckte: Ich fliege, ich fliege.

Überhaupt: der Westerpark. Dieser Abenteuerspielplatz, von dem Luisa erzählt hatte, mit Hängebrücken und einer Seilbahn, mit der man übers Wasser sausen kann. Und das Kinderbadje bei der Westergasfabriek, ein gigantischer Kinder-Pool mitten im Park.

Noch so ein magischer Ort: das Restaurant Plantage gleich neben dem Amsterdamer Zoo Artis. Fast wären wir gar nicht hingegangen, wir waren schon so müde gelaufen, wie gut, dass wir uns doch aufgerafft hatten. Gleich neben diesem wirklich wunderschönen Restaurant gibt es nämlich eine Art Brunnenanlage, vielleicht 20, 30 Meter lang, mit Wasserdampf und kleinen Mini-Fontänen, bis unser Essen kam, ist Fanny in ihr hoch und wieder hinunter gelaufen, wie all die anderen Kinder. 

Und die Churros mit Schokoladensoße zum Nachtisch. 




Die riesigen Fenster in unserer Haustauschwohnung, jeden Tag ein neuer Himmel: riesengroße graue Regenwolken, augenzusammenkneifendes Türkis und das Rosa vorm Sonnenuntergang.

Diese Stadt hat mich so froh gemacht. Ruhig und froh. 

Bald noch ein bisschen mehr aus Amsterdam. Bis dahin: Kommt gut in die Woche.

AMSTERDAM



Ich muss mit dem Kuchen anfangen. Dem Apfelkuchen im Winkel 43, mit viel Zimt und Schlagsahne. Und dem Sticky Toffee Cake, einem Kuchen, übergossen von einer dunkel-karamelligen Soße bei Buffet van Odette. Wenn ich die Augen schließe, kann ich mich noch ganz genau an ihren Geschmack erinnern – zwei völlig unterschiedliche Geschmäcker, aber doch ähnlich, vielleicht, weil sie mit einer ganz bestimmten Stimmung verbunden sind, mit einer ganz bestimmten Süße, die über diesen Amsterdam-Tagen lag. In meiner Kindheit sind wir manchmal nach Dangast gefahren, meistens war es recht windig, und irgendwie mochten wir das. Diese Spaziergänge im Wind, manchmal bei Regen, und das Stück Rhabarberkuchen danach, vom Kühlen hinein ins Warme zu kommen, den Kopf ganz klar und die Hände ganz kalt. An diese Dangast-Erinnerung musste ich denken, diese Art von Wohligkeit, Kuchen-Wohligkeit. Das Wetter in Amsterdam war auch eher so, wie ich es aus Norddeutschland kenne, viel Regen, ordentlich Wind, aber das hat nicht gestört, das war genau richtig. Noch nie so langsam durch eine Stadt gegangen wie durch diese, an jeder Ecke gedacht, dass das jetzt wirklich die hübscheste sein müsste, bis zur nächsten Ecke, zur nächsten Brücke, zur nächsten Gasse. Es ist so schön, durch eine neue, noch ganz unbeschriebene Stadt zu gehen und alles zum ersten Mal zu sehen und zu probieren. Ganz langsam zu essen, gerade diese Kuchen, ich weiß gar nicht, wann ich mir das Schnellessen angewöhnt habe, ich esse ja so gerne, aber ich lasse mir selten Zeit dafür. Ich bin oft verloren gegangen in dieser Stadt, einmal falsch abgebogen, vielleicht auch zweimal, und jedes Mal habe ich dabei Schönes entdeckt. Bei Suhka eine Papiergirlande aus gefalteten Kranichen gefunden. Und bei Typique eine F-Postkarte fürs Mädchen. Bei Anna+Nina ein Armband gekauft, dass mich daran erinnern soll, es öfter mal leicht zu nehmen. Durch die Gänge von Duikelman gegangen, winzige Schneebesen, knallgelbe Sparschäler, riesige Kuchenformen, hätte dieser Küchenladen nicht geschlossen, ich hätte noch lange weitergeschaut. Mit dem Besitzer von Unicorn über Berlin und Amsterdam geredet, er möchte mal wieder nach Berlin. Einen Ring gekauft, der neben dem Ring aus New York seinen Platz gefunden hat, beide an einer Hand. Eine Schachtel Pralinen bei Puccini gekauft, drei nach Gefühl und die drei Lieblingspralinen der Verkäuferin, als ich wieder im Hotel war, habe ich mir einen dampfend heißen Kaffee besorgt und anschließend, der Regen prasselte gegen die Scheibe, bloß dagesessen und diese Pralinen gegessen, die Cranberry-Lieblingspraline der Verkäuferin war auch meine Lieblingspraline. Wie schön diese Stadt ist. Und wie freundlich. Wie unaufgeregt. Und wie gemütlich. Es ist nur ein allererster Eindruck, einer, den ich vertiefen möchte, im Sommer, mit ihm und mit ihr und mit ganz viel Kuchen.

PS: Das mit den Fragen macht mir Spaß, sehr viel sogar. Aber den Rhythmus, täglich, das schaffe ich nicht. Deswegen gibt es ab jetzt nur noch einmal die Woche Fragen. Und meine Antworten dazu.

SHOPPING:

Der zarteste Laden, der mir je untergekommen ist, irgendwie verzaubert, würde das nicht so kitschig klingen: Kleidung, Schmuck, Zeitschriften, eine Papiergirlande mit Kranichen und ein Elefanten-Schlüsselanhänger.

Kein riesiger Laden, aber die Auswahl ist toll: Kalender, Schmuck und Rucksäcke in sehr minimalistischem Design.

Ein kleiner Laden mit handgedruckten Karten und Prints. 

Alles, was man zu Hause so brauchen könnte: Holzkochlöffel, Teller, Kinderspielzeug, Gartenartikel.

Ein Concept Store, wobei Concept-Haus es besser trifft, denn im oberen Stockwerk geht es noch weiter: Kleidung für Frauen und Männer, Duftkerzen, Bücher, aber auch Baby-T-Shirts. www.hutspotamsterdam.com

Wie herrlich es hier duftet. Die Kleinigkeiten, die es hier zu kaufen gibt, sind aber auch sehr hübsch: Kinderspielzeug, Freundschaftsarmbänder, Rezeptkarten, Olivenöl. 

Schwer vorstellbar, dass es irgendetwas für die Küche gibt, das dieser Laden nicht in einem der vielen Gänge vorrätig hätte – vom Sparschäler bis zur Küchenmaschine. 

Unten Mode und Schmuck, oben Kaffee und Kuchen, ein heller, schlichter, sehr kuscheliger Laden.

Wer Kosmetik mag, ist hier richtig: Bei "Skins Cosmetics" gibt es Produkte von Laura Mercier, REN, Rodial oder Byredo. Und eine hervorragende Beratung.

Schönes für Kinder (und Mütter) stapelt sich hier bis unter die Decke – hauptsächlich Kleidung, aber auch sehr schöne Ringe, Armbänder für Kinder oder Hasen-Portemonnaies.

Ein Kindergeschäft mit Café. Platz zum Spielen und zum Stöbern – und das Stöbern kann hier länger dauern, die Auswahl an Kindersachen ist nämlich hinreißend.

Entdeckt, als ich mich verlaufen habe: ein Laden, in dem man nicht nur einen Kaffee, sondern auch sehr schöne Mode bekommt. Die Auswahl ist nicht riesig, aber sehr fein.


ESSEN:

Der Sticky Toffee Cake (ich muss rausfinden, wie man diesen Kuchen nachbacken könnte). Mehr habe ich hier nicht probiert, aber der Rest der Karte klang auch sehr gut (Omelett, Steak-Sandwich, Quiche). Und der Laden ist (wie so viele Läden hier) sehr schlicht, aber sehr gemütlich.

Ein kleines Café am Noordermarkt. Es war sehr voll, ich musste länger auf einen Tisch warten, aber das hat sich gelohnt. Denn hier gibt es den besten Apfelkuchen, den ich je gegessen habe.

Salate und Brötchen zum Mitnehmen, aber auch eine sehr feine Auswahl an Ölen, Salzen, Säften, Nüssen oder Schokolade.

Danke für diesen Tipp, denn es war wirklich ein guter: Leckere, frische Bio-Salate zum Selbstzusammenstellen. Die Haussalate wie der "Organic Chicken Salad" sind aber auch sehr empfehlenswert.

Eigentlich wollte ich eine Quiche im "De Laatse Kruimel" essen, leider habe ich keinen Platz mehr bekommen. Oder auch: gar nicht so leider. Denn so bin ich zum Mittagessen bei Paper Planes gelandet und habe mir meinen Tisch mit einem netten Paar aus England geteilt. Sie hatte ein Brot mit Avocado (das ich mir nächstes Mal auch bestellen würde), er und ich einen hausgemachten Burger (auch sehr gut).

Gut, dass die Schlange vor mir ein bisschen länger war, sonst hätte ich mich nie entscheiden können, welche Pralinen ich mitnehmen will. Mit Vanille und Mohn. Mit Cranberries. Oder mit Mandeln?

Ein Café in der Innenstadt, trubelig gelegen, aber hier kann man wunderbar durchatmen, eine Pause machen, Kaffee trinken und Kuchen essen. 

HOTEL:

Noch so eine gute Empfehlung: das Volkshotel. Im Osten der Stadt neben dem Stadtteil De Pijp gelegen, aber immer noch so zentral, dass man mit der S-Bahn in 10 Minuten am Bahnhof ist. Mein Zimmer war klein, aber total ausreichend. Im obersten Stock gibt es eine Sauna und Hot Tubs, im Erdgeschoss jede Menge Platz zum Arbeiten oder Kaffeetrinken.

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