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EINE FRAGE, EINE ANTWORT: WAS KOMMT IN DEN KOFFER?



Liebe Marlene,
morgen fährst du endlich in Urlaub. Mallorca! Sonne! Meer! Was kommt mit? Und bist du auch so ein Kofferpack-Chaot wie ich? Hab´s schön!

Liebe Okka,
vollkommen egal, wohin ich verreise, am Tag vor dem Abflug passiert immer das gleiche: Ich wünschte, ich hätte noch einen Tag mehr bevor es losgeht. Noch so viel zu erledigen, schnell vier Ladungen Wäsche, 37 Mails schreiben, Nägel lackieren, Nägel noch mal lackieren, weil zu früh mit frischer Farbe ins Spülwasser gegriffen, und müsste ich nicht auch die Fenster putzen?

Als würde die Welt enden, wenn ich mal zwei Wochen abhaue.

Als Steffi, mit der ich auf Mallorca bin, mir vor ein paar Tagen schrieb: Du übrigens, kein WLAN in der Finca, habe ich erst gedacht: Wie sollen wir überleben? Und sah uns bereits mit aufgeklappten Laptops durch den Garten laufen, hysterisch auf der Suche nach einem Signal. Dann habe ich beschlossen: vermutlich ist es genau das, was wir brauchen. Sendepause. Stattdessen ein paar Bücher lesen, rumhängen, reden, schweigen, noch ein Buch lesen, kleines Nickerchen in der Hängematte, kochen, aufs Meer gucken, und irgendwann vergessen, dass man heute noch gar nicht in die Mails geguckt hat. Genau so habe ich dann für diesen Urlaub gepackt, das Wesentliche und viele (alte) Lieblingsteile:

Ein Bodenlanges Seidenkleid von Ganni - tags, abends, am Strand, in der Stadt, verlässlich gut.
"Let´s Explore Diabetes with Owls" von David Sedaris und "Die Sonne war der ganze Himmel" von Kevin Powers - das erste habe ich mir extra für diesen Urlaub aufgespart, das zweite lese ich zum zweiten Mal, weil es so verdammt schön ist.
Ohrringe von Anthropologie - für den Fall, dass man in den Beachclub geht.
Panamahut - 34 Grad!
High Heels von Mango - man braucht überall hohe Schuhe - auch wenn man die hohen Schuhe kein Mal trägt.
Tanktops, u.a. von & Other Stories und COS - kann man nicht genug mitnehmen und sie nehmen wenig Platz ein.
Badeanzug von Petit Bateau - für Bikini-freie Tage.
Sonnenbrille von Ray Ban - und dieses Mal werde ich sie nicht am Strand verlieren.
Jeansshorts von COS - gestern noch spontan eine alte Jeans abgeschnitten. Ich hatte ja sonst nichts zu tun.
Sandalen von Patrizia Pepe - die Alternative zu meinen Birkenstocks.
Bluse mit Häkelausschnitt von meiner Mama - die hat sie schon getragen, als es mich noch nicht gab, und ich werde sie weitertragen, bis sie endgültig auseinander fällt.
Clutch von James Castle - für den Fall, dass man abends in den Beachclub geht.
Sonnenschutz, u.a. von Kiehls und Biotherm, plus die Gesichtscreme von Aesop, damit sich die Haut erholen kann - 34 Grad!
Hammamtuch von Bed and Beyond - dünner als Badetücher; mehr Platz für ein zweites Paar hohe Schuhe.

Ich nehme mir auch vor jedem Urlaub vor, dass ich vernünftig packe - Schweres nach unten, Leichtes nach oben, Seidenteile ganz obenauf, Schuhe in Baumwollbeutel, mindestens ein Paar Schuhe am Ende wieder auspacken - aber als ich endlich anfing, den Koffer zu füllen, war es 23 Uhr und noch so viel zu tun. Wer weiß, womit ich auf Mallorca ankomme. So lange der Bikini dabei ist, ist es aber eigentlich auch egal. Schöne Ferien!

EINE FRAGE, EINE ANTWORT: DIE PERFEKTE JEANS?



Liebe Marlene,
wieso ist es bloß so kompliziert, eine richtig gute Jeans zu finden? Kann doch eigentlich nicht so schwer sein. Aber mir passt bisher nur ein einziges Paar ziemlich gut: die Curve ID von Levi´s. Hast Du vielleicht noch andere Tipps für mich?

Liebe Okka,
die Frage nach der perfekten Jeans. Oje. Es gibt Tage, an denen ich antworten müsste: Es gibt sie nicht! Weil ich gerade neun verschiedene Modelle in drei Läden anprobiert habe und keine davon so an mir aussieht wie ich mir meine Beine vorstelle. Es gibt aber auch Tage, an denen ich in der Umkleide einen Luftsprung mache, weil es sie doch gibt: die perfekte Jeans. Ist es nicht bescheuert, sich so über ein Stück Stoff zu freuen, dass man die Verkäuferin küssen könnte? Andererseits: Jeans sind meine Uniform, eine verlässliche Konstante und im Zweifel immer die Antwort auf die Frage: Was ziehe ich heute an? Ich behaupte mal kühn, dass man mehr Zeit nur mit seinem Partner verbringt. Warum sollte man also nicht die Straße runter tanzen, wenn man die Richtige gefunden hat? Oder sogar mehrere Richtige. Das sind meine fünf Lieblinge.

1. Skinny von Cos in Dunkelgrau. Was ich an den Röhrenjeans von Cos mag: Sie werden um den Knöchel weiter, legen sich also nicht wie eine Manschette um die Waden. Nach einem Fehlkauf weiß ich über die Jeans von Cos inzwischen aber auch, dass ich sie so eng kaufen muss, dass ich in der Umkleide fast in Ohnmacht falle. Dann sitzen sie nach einer Stunde perfekt.

2. Relaxed Fit von Cos in mittelblauer Waschung. Ich liebe diese Jeans. Sieht aus wie vom Mann geklaut, eine Rumhänger-Jeans und mit hohen Schuhen und T-Shirt unschlagbar zum entspannten Ausgehen im Sommer. Ich warte jede Saison darauf, dass Cos sie in dieser Waschung noch mal macht. Bislang vergebens. Warum nur kommen Marken bloß immer auf die Idee, ihre besten Stücke aus dem Programm zu nehmen? Grrr. Gerade gibt es diese Jeans stattdessen aber wenigstens in einem schönen Hellblau. Jeans in einer dunkleren Waschung, die sensationell sitzen: die Sexy Boyfriend von Gap.

3. Boyfriend von Current/Elliott in Weiß. Ich konnte mich lange nicht mit weißen Jeans anfreunden (weiße Jeans = Liz Hurley, dachte ich), aber in dieser lässigen Form ist sie zu einem ständigen Begleiter im Sommer geworden. Beim Blick auf den Preis weiß ich auch wieder, warum ich sie reduziert bei The Outnet gekauft habe. The Outnet ist eh ziemlich großartig, um Jeans zu finden, für die man regulär ein Vermögen hinblättern muss, zum Beispiel von Mother, der Lieblingsmarke meiner Freundin Sandra. Ich habe ihre einmal anprobiert und musste gezwungen werden, sie wieder herzugeben.

4. Casey von All Saints in blauer Waschung. Ähnlich wie die Jeans von Cos, ist die Casey schmal, aber nicht hauteng geschnitten, anders als bei Cos sitzt diese tief auf der Hüfte. Gekauft, weil ich eine Jeans für jeden Tag wollte, in einer klassischen Waschung, die wie eingetragen wirkt. Und genau das ist sie.

5. Skinny von Rag & Bone in "Coal". Diese Jeans ist der Sechser im Lotto. Perfekte Länge. Perfekter Sitz. Der Stoff so weich wie bei einem Pyjama, dabei trotzdem eng anliegend. Und nebenbei der schnellste Jeanskauf meines Lebens: Rein in den Rag & Bone-Laden in New York, sofort von Patrick abgefangen, der mir auf die Frage nach einer schwarzen Jeans zwei zur Auswahl in die Kabine brachte, beide zwei Nummern zu klein. Ich: Patrick, das ist ja sehr schmeichelhaft, aber wenn sie wollen, dass ich die Jeans kaufe, brauche ich eine andere Größe. Patrick: Abwarten. Zehn Minuten später stand ich an der Kasse und habe eine Jeans gekauft, die zwei Nummern kleiner ist als ich sie normal trage und genau richtig sitzt. Vielleicht haben Rag & Bone einfach nur durchschaut, wie Frauen ticken und ihren Jeans kleinere Größen gegeben. Wurscht. Ich bin vor Glück die Straße runter getanzt. Rag & Bone verschicken nach Deutschland und da Jeans in Amerika um einiges günstiger sind als hier, lohnt sich die Frachtgebühr.

Was sind eure Lieblingsjeans? Oder seid ihr auch noch auf der Suche?
Kommt jedenfalls gut in die Woche!

Foto: Marlene Sörensen. Danke!

EINE FRAGE, EINE ANTWORT: DEIN LIEBSTER SCHMUCK?


Liebe Marlene,
vor ein paar Tagen habe ich an einem Laternenpfahl die Anzeige einer Frau gesehen, die verzweifelt nach ihrer verlorenen Kette gesucht hat. Sie ist nicht wertvoll, schrieb sie, aber sie ist mir unendlich teuer und keiner kann mir ihren Wert ersetzen. Als ich das gelesen habe, musste ich sofort an meine allererste Kette denken, ein Geschenk meiner Mutter, das ich an meinem 16. Geburtstag verloren habe - ich weiß es noch so genau, weil ich sie erst ein Jahr zuvor geschenkt bekommen hatte und nie so stolz auf ein Geschenk gewesen war wie auf dieses. Danach habe ich alle paar Wochen etwas anderes getragen: viel Flohmarkt, viel H&M, viel Klimperkram, einmal habe ich auf einen Ring aus dem Irland-Laden gespart, den ich dann auch verloren habe. Heute trage ich nur noch wenig Schmuck und immer den gleichen, Stücke, die ich niemals ablege und jeden Tag trage, Stücke, für die ich, genau wie diese Frau, verzweifelte Suchtexte an Laternenpfähle kleben würde: die Kette, die ich von meinem Mann zur Geburt unserer Tochter geschenkt bekommen habe. Zwei Ringe, silber und gold und unglaublich zart, die ich mir selbst mal nach einer harten Zeit geschenkt habe. Mein rotes Glücksarmband aus Paris (ich mag das eingravierte "merci", klingt kitschig jetzt, aber es ist eine ziemlich gute Erinnerung daran, öfter mal dankbar zu sein). Das Pina-Armband, unser Freundschaftsarmband, und meinen Verlobungsring, der jeden Tag sagt, was ich fühle: Oui. Wie ist das bei dir? An welchen Stücken hängt dein Herz?



Marlene:
Viel Schmuck trage ich nicht, aber ohne diese Stücke würde etwas fehlen. Wenn ich zum Beispiel morgens die Uhr vergesse, gucke ich den ganzen Tag aufs Handgelenk und frage mich, ob ich sie nur vergessen oder vielleicht doch verloren habe. Der Verschluss ist nicht mehr der verlässlichste und ein paar Mal wäre sie mir beinahe abhanden gekommen. Früher hat meine Mama sie getragen, eine alte Seiko aus den 80er Jahren, nicht wertvoll und trotzdem mein liebstes Stück, weil es mein erstes wirklich erwachsenes Schmuckstück war. Die Gliederarmbänder sind auch vererbt. Sie haben meiner Urgroßmutter gehört und ich mag die Vorstellung, dass sie mich dadurch weiter begleitet. Obwohl sie einen viel damenhafteren Stil hatte als ich, passen die Armbänder zu uns beiden - und zum Pina-Armband, das ich oft dazu trage. Ohne meine Schmuckschatulle zu kennen, haben die beiden Designerinnen von "I Need More Rings" genau das dafür entworfen, was noch fehlte: zwei Ringe, einer wuchtig, einer fein, die sich schön ergänzen. Den "Arty Ring" von Yves Saint Laurent trage ich nicht jeden Tag, manchmal sogar monatelang nicht, vermissen würde ich ihn dennoch. Er ist perfekt zum Ausgehen, gerade wenn ich schlicht Jeans und T-Shirt trage. Ein Cocktailkleid für den Ringfinger.

Wie ist das bei euch: An welchen Stücken hängt euer Herz? Guten Morgen!

EINE FRAGE, EINE ANTWORT: DEINE LIEBLINGSSTÜCKE?



Liebe Marlene,
letzte Woche habe ich meinen Kleiderschrank ausgemistet und mit Erstaunen festgestellt, wie viele schöne Stücke ich eigentlich nie trage. Oder vielleicht andersherum: wie wenig Stücke ich wirklich trage und wie treu ich meinen Lieblingsstücken bin - meiner blauen Jeans und meiner schwarzen, meinem Ringelshirt und meiner Jeansbluse, meinem schwarzen Blazer, meinem grauen Blazer von James, meinem Zopfpullover, meinem blauen Trenchcoat, meinen Turnschuhen und meinen schwarzen Boots. Es gibt natürlich Ausnahmen, Tage, an denen ich mich mutiger fühle, als ich eigentlich bin, und ausnahmsweise mal ein Kleid trage. Oder meinen knallpinken Pullover. Aber die meisten Tage sind es fast immer diese Lieblingsstücke. Geht´s Dir genauso oder bin ich ein schrecklicher Mode-Langweiler? Welche Stücke ziehst Du immer und immer wieder an und woran liegt das?

Liebe Okka,
manchmal träume ich davon, jemand zu sein, der Outfits braucht für Poolpartys, Galaempfänge und intime Abendessen mit George Clooney. Das richtige Kleid für ein Treffen mit ihm hätte ich jedenfalls schon. Aber ziehe ich es deshalb kaum an, weil Clooney, der Hund, verdammt nochmal nicht anruft? Ich glaube schon eher, weil diejenige, die ich in Wahrheit bin, einfach andere Sachen trägt und Poolpartys und Galaempfänge auch nicht mein Alltag sind. Zwei dieser Teile siehst Du hier: Meine dunkelgraue Jeans von Cos und mein weißes Seidenhemd von H&M. Das Foto wurde gemacht, als ich ein paar Monate aus dem Koffer gelebt und jeden Tag wechselnd die gleichen Teile getragen habe. Die Lieblingsteile, die ich auch im Dunkeln packen könnte. Neben diesen beiden ein schwarzer Mantel von Cos, Chelsea Boots, auch von Cos, diverse T-Shirts von All Saints, ein Pullover mit V-Ausschnitt von Uniqlo, eine Bluse von Swildens, ein Blazer von Uterque, Jeans von Rag & Bone. Teile, die so perfekt sitzen und sich anfühlen, dass man merkt, wie wenig man zu Kompromissen bereit sein sollte. Aus meinem großen Kleiderschrank habe ich auf dieser Reise so gut wie nichts vermisst. Erkenntnis eins: Ich habe zu viel Kram, denn auch im Sommer kämen nur ein paar Teile dazu, ein Kleid von Manning Cartell etwa und Sandalen von Patrizia Pepe. Zwei: Ich weiß inzwischen vielleicht einfach, worin ich mich am meisten wie ich fühle. Und ich glaube, Dir geht es nicht anders. Wenn ich jetzt ein Foto von Dir machen würde, hättest Du darauf ein Ringelshirt, Blazer und Jeans an. So sehe ich Dich. Allerdings hätte ich nichts dagegen, Dich öfter mal in einem Kleid zu sehen. Steht Dir nämlich. Denn vielleicht geht´s Dir auch da so wie mir, dass man sich manchmal so an die Routine gewöhnt, dass man die nicht so offensichtlichen Teile in der Garderobe vergisst. Wir arbeiten schließlich beide von zu Hause. Für mich ist es an manchen Tagen schon eine Herausforderung, die Jogginghose aus und etwas anzuziehen, bei dem der Postbote nicht vor Schreck in Ohnmacht fällt. Auch wenn man irgendwann weiß, wer man ist, darf man sich öfter mal herausfordern. Gilt auch für Mode. Dann stellt man meistens fest, wie gut es sich anfühlt, wenn man den Mumm dazu hatte oder wenn man schlicht mal die Bequemlichkeit ablegt. Es macht zum Beispiel null Sinn, dass ich diese Sandaletten von Céline manchmal in der Wohnung trage. Sie passen besser auf ein rauschendes Fest. Aber vielleicht macht es gerade Sinn, sie dann anzuziehen, wenn das Leben nicht nach ihnen verlangt und ich, extrem langweilig, zum Beispiel die Ablage von ein paar Monaten nachholen muss. In diesen Schuhen fühlt sich nämlich selbst das fast fabelhaft an.

Foto: Marlene Sörensen. Ihr Weblog "Spruced" ist hier zu finden. Dankeschön!

EINE FRAGE, EINE ANTWORT: EIN SCHÖNER DUFT?



Liebe Marlene,
ich trage mein Chloé-Parfüm schon so lange, dass ich mich gar nicht mehr daran erinnern kann, je ein anderes getragen zu haben. (Von meinen ersten Parfüms als Teenager mal abgesehen: erst CK One, dann L´Eau d´Issey). Hin und wieder gehe ich mit einem Duft fremd, den ich mir letzten Sommer bei Bonpoint in Paris gekauft habe, aber das war es auch schon: Ich trage genau anderthalb Düfte. Zum Geburtstag möchte ich mir mal wieder einen neuen wünschen. Was sind Deine Lieblingsdüfte? Bist Du einem treu?

Liebe Okka,
nach dem Foto muss man annehmen, dass ich rieche wie eine Douglas-Filiale. Das täuscht. Hoffentlich. Was Du hier siehst, ist zwar meine private Parfümerie und wenn man die letzten zehn Jahre auf einen Flakon ziehen könnte, würden sie so riechen. Aber eben nicht als geballte Mischung, denn für jeden Abschnitt gab es einen neuen Duft. Ganz vorn steht der von Balenciaga, den ich aktuell am meisten trage. Ehrlicherweise habe ich mich zuerst in den schönen Flakon verknallt, inzwischen liebe ich auch den Inhalt. Die Riesenblume, die dahinter aus dem Bild ragt, gehört zu "Lola" von Marc Jacobs. Ein Geschenk, das ich in der Parfümerie komplett ignoriert hätte, weil die Verpackung so übertrieben ist. Aber es ist tatsächlich der Duft, für den ich die meisten Komplimente bekomme. Dazwischen steht eine Sammlung aus Chloé, den ich übrigens auch immer noch toll finde und trage, Prada, Dior und meinem ersten richtigen Duft von Dolce & Gabbana. Richtig - weil ich mich mit ihm plötzlich erwachsen fühlte und ihn schon deshalb behalten habe. Vielleicht habe ich den Duft so oft gewechselt, weil ich mich immer noch frage, ob schon der ganz und gar richtige dabei war. Ein Beuteschema scheine ich jedenfalls nicht zu haben, denn manche davon sind blumig, andere pudrig, der von Balenciaga eher herb. Und immer wieder vergucke ich mich in einen Neuen. Meine Freundin Lotti trägt zum Beispiel "For Her" von Narciso Rodriguez und jedes Mal, wenn ich ihn an ihr rieche, denke ich: Der ist perfekt! Aber eben an ihr, nicht an mir, ich hab´s probiert. Inzwischen weiß ich allerdings, dass ich Düfte mag, die nicht wie ein Parfüm riechen. Die hinter einem her wehen, statt vor einem den Raum zu betreten. Solche Düfte habe ich oft gerade nicht in der Riesenauswahl von bekannten Marken in einer Parfümerie gefunden. Sondern zum Beispiel bei Jo Malone (meiner ist Nectarine Blossom & Honey, zu dem es mich immer wieder hinzieht). Oder bei Frau Tonis Parfüm in Berlin, wo man sich die Düfte selbst mischen kann. Und von den Düften von Byredo, deren Kerzen ich neulich entdeckt habe, gefallen mir auch einige.

Wenn du nichts dagegen hast, würde ich die Frage gerne weitergeben, wir suchen ja beide... also: Was ist euer liebster Duft?


Foto: Marlene Sörensen, ihr Blog Spruced ist hier zu finden. Dankeschön!

EINE FRAGE, EINE ANTWORT: COLLEGEJACKEN





Liebe Marlene,
du ahnst es beim Anblick der Bilder wahrscheinlich schon: Ich habe mich mal wieder verguckt. Und es ist schon wieder eine Jacke: eine College-Jacke. Was auch daran liegt, dass letzten Sonntag eine Frau an mir vorbei ging, die in ihrer schwarz-weißen Collegejacke einfach sensationell aussah (bin das eigentlich nur ich, oder verliebst du dich manchmal auch in Frauen, die an dir vorbei gehen und willst danach dringend dieses eine Teil haben, das an ihr so gut aussah, wohlwissend, dass es an dir vermutlich nur halb so heiß aussieht?). Begonnen hat die Liebe mit einem Foto von Sandra Semburg auf Journelles, auf dem Dana Roski von "Wald" eine graue Jacke mit silbernen Ärmeln trägt (und wie gut sieht DAS bitte aus?). Schwarz-blau finde ich aber auch gut. Oder doch schwarz-weiß? Und hast du einen Tipp für mich, wo ich eine schöne College-Jacke finden könnte?

Marlene: Es geht mir sogar ständig so. Zuletzt habe ich mich schwer in die Alma Boots von Acne verknallt, weil auf meiner kleinen Reise nach Skandinavien alle fünf Minuten eine weitere Schönheit darin an mir vorbei spazierte. Ich würde zwar behaupten, die hätten auch mit zwei Leinensäcken an den Füßen blendend ausgesehen, die Stiefel habe ich in einem Laden in Kopenhagen trotzdem anprobiert. Gar nicht übel. Hätte es sie in meiner Größe gegeben, hätte ich mich - und meinen Dispo - glatt vergessen. Meistens, wenn ich mich in ein Teil verliebe, habe ich aber das Gefühl, es geht nicht mal um das spezielle Stück, denn das ist einem vielleicht schon vorher aufgefallen, oder, auch das geht mir häufiger so, hängt längst in meinem Kleiderschrank. Es geht vielmehr um die Art, wie eine andere Frau es trägt. Und plötzlich denke ich: SO müsste man also in einem Jeanshemd aussehen. Oder in einem bodenlangen Kleid. Oder in knatschgrün, einer Farbe, die ich vorher nicht mal von der Seite angeguckt hätte, aber plötzlich ist sie da. Manchmal stellt sich dann heraus, dass es auch einen Grund gibt, warum ich etwa einer Farbe vorher nie Beachtung geschenkt habe: Ich sehe in knatschgrün seekrank aus. Aber ich glaube, meistens fühlt man sich zu etwas hingezogen, das zu einem passen wird. Und in dem man dann, auf die ganz eigene Art, sensationell aussehen wird. Wie Du in der College-Jacke. Wie wär´s denn mit dieser in grau-weiß oder rot-weiß von Asos?  Oder, in gleich drei verschiedenen Farbkombinationen, von Rare? Noch eine Möglichkeit: die unifarbene von Weekday, die endlich ihren Onlineshop eröffnet haben? Ich mag College-Jacken gerne, wenn sie ein bisschen weiter sitzen, in etwa so, als hätte man sie dem Mann geklaut. Warum also nicht gleich eine von den Männern kaufen. Favorit: Dieses Modell von MKI. Die besten habe ich Dir zum Schluss aufgespart: die Jacken von House of Billiam, die man - und jetzt schleunigst Fanny bitten, mit Deiner EC-Karte Verstecken zu spielen - vom Bündchen bis zum Kragen selbst entwerfen kann. Der Preis ist allerdings wirklich deftig. Und dann wollte ich Dir noch diese Jacke von Free People zeigen. Nicht ganz das, was Du Dir vorgestellt hast. Aber als ich sie gesehen habe, dachte ich: die ist Okka, die würde ihr gefallen. Vielleicht weil sie mich an diese Jacke von Etoile Isabel Marant erinnert, in die Du letzten Sommer so verschossen warst.

(Das erste Foto ist von Sara Strand. Die anderen Fotos sind von Sandra Semburg, deren Website hier zu finden ist. Das Blog "Spruced" von meiner Freundin Marlene ist hier zu finden. Dankeschön!)

EINE FRAGE, EINE ANTWORT: WELCHE TURNSCHUHE WÜRDEST DU KAUFEN?

Heute stelle ich meiner Freundin Marlene, die das tolle Fashion-Blog Spruced betreibt, wieder eine Frage. Dieses Mal dreht sich alles um Turnschuhe:

Früher habe ich in meinen Turnschuhen gelebt. Ich habe sie getragen, bis sie auseinander gefallen sind, dann habe ich auf ein neues Paar gespart und sie getragen, bis sie auseinander gefallen sind. Bis ich sie plötzlich nicht mehr sehen konnte. Irgendwie habe ich mir eingebildet, dass es nun Zeit für hohe Schuhe ist (oder wenigstens nicht mehr für Turnschuhe). Keine Ahnung, woher das plötzlich kommt, aber ich hab wieder Lust auf Turnschuhe, auf festen Boden unter den Füßen, wenn du weißt, was ich meine. Jetzt suche ich nach einem Paar für jeden Tag. Ein bisschen habe ich mich in die Dunks von "A.P.C. + Nike" und die "Nike Air Royalty High" mit Sternen verguckt. Welche Turnschuhe würdest du kaufen?

Marlene: Vor ein paar Wochen stand ich abends auf einer Party in einem Kopenhagener Garten. Schon als ich ankam, dachte ich: Hätte ich bloß flache Schuhe angezogen, dann würde ich jetzt nicht mit den Absätzen im Rasen versinken. Und guckte neidisch zu den Däninnen, die fast komplett und sehr gut gelaunt in Turnschuhe dastanden und sich nicht irgendwann erschöpft setzen mussten. Bei den meisten waren es sogar nicht nur Turnschuhe, sondern: Laufschuhe. Angeber, dachte ich noch. Dann habe ich mir Laufschuhe bestellt. Könnte ja durchaus sein, dass ich noch mal mit dem Joggen anfange. Und falls nicht, taugen sie ziemlich gut dazu, bequem auf Partys zu gehen. Es sind diese von Nike, sie tragen den schönen Namen "Free Run". Ich hab sie in Neonpink gekauft, die ich online leider nicht mehr finden kann, aber in Schwarz würden sie mir auch gefallen. In Kopenhagen sind sie alle auch ganz wild nach den Nike Air Vortex, die ich online bei "Wood Wood" entdeckt habe und in Weinrot und Pink ganz schön großartig finde. Sehr lässig auch diese Nike Air Force 1, hochgeschlossen wie tiefliegend. Bevor der Eindruck entsteht, es gäbe nur eine Turnschuhmarke, empfehle ich ganz schnell die Vans von Kenzo. Und die Converse Jack Purcell Helen, die ich schon erwähnen muss, weil sie von einem Badminton-Champion entworfen wurden und mich das an die Zeit erinnert, als ich noch ziemlich beeindruckend auf einen Federball eindreschen konnte und Turnschuhe nicht (nur) nach modischen Gesichtspunkten ausgesucht habe.

Und ihr so?

Eins. Zwei. Drei. Vier. Fünf. Sechs. Sieben. Acht.

EINE FRAGE, EINE ANTWORT: WAS TRÄGST DU DRUNTER?


Wie jeden Montag stelle ich auch heute meiner Freundin Marlene, die das tolle Fashion-Blog Spruced betreibt, eine Frage. Neulich fragte Kati in einem Kommentar: Wo bekommt man eigentlich die perfekte, schlichte und erschwingliche Unterwäsche her - oder bin ich die Einzige, die sich zwar hin und wieder wunderschöne und sündhaft teure Wäsche anschaut, aber seit Jahren in den gleichen alten Teilen rumrennt? Nein, Kati, bist du nicht. Mir geht´s ganz genauso. Deshalb gebe ich deine Frage heute einfach weiter. Hast du einen Tipp, Marlene?

Marlene: Ach, wenn ihr nur meine Wäscheschublade sehen könntet! Könnt ihr aber zum Glück nicht. Ich wollte darin längst mal aussortieren. Warum hab ich´s bisher eigentlich nicht? Vielleicht weil die Wäsche außer mir kein anderer sieht. Naja, kaum ein anderer. Dabei fühle ich mich gleich besser, wenn ich drunter etwas genauso Schönes trage wie drüber. In dem dunkelblauen Set von COS wird es ziemlich sicher ein guter Tag. Wenn ich stattdessen die verwaschene Büchse von H&M mit dem Loch in der Seitennaht rausfische, kann ich ebenso gut den Rest des Tages in der Jogginghose verbringen (ja, eine mit Loch in der Seitennaht. Aber so eine habt ihr doch auch, oder? ODER?). Die Buchs wird jetzt wirklich mal aussortiert. Und ersetzt durch: die perfekte schlichte Wäsche von A.O.cms, die nicht nur T-Shirts richtig gut können, sondern auch Briefs (der beste Schnitt, finde ich). Das Wäscheangebot von COS ist zwar überschaubar, dafür gut und dort kaufe ich am liebsten die nahtlosen Höschen, die sich wie fast nichts anfühlen und deshalb großartig. Die sind wiederum ein guter Ersatz für die beste Wäsche, die ich bisher gefunden habe: Bonds aus Australien. Ich warte täglich darauf, dass sie endlich auch nach Deutschland verschicken. Und falls irgendwann in der Nacht mal die Geldfee kommt, mache ich Großeinkauf bei VPL und Stella McCartney. Gerade habe ich gesehen, dass Kati geschrieben hat. Mit einem sehr guten Tipp: Wäsche von Muji. Dank dir, Kati! Und ihr so?

EINE FRAGE, EINE ANTWORT: WELCHE KOSMETIK KOMMT MIT IN DEN URLAUB?




Wie jeden Montag stelle ich auch heute meiner Freundin Marlene (die ganz deutlich mehr Ahnung von Mode und Kosmetik hat als ich) eine Frage. Weil ich gerade beim Kofferpacken bin und sehr neugierig, wüsste ich gerne:

Welche Kosmetik nimmst Du mit auf Reisen?

Marlene: Ich überlege gar nicht erst, was ich mitnehmen kann, wenn ich nur mit Handgepäck reise (100ml-Container im Plastikbeutel sind vielleicht aus Sicherheitsgründen sinnvoll, aber natürlich lächerlich und beinhalten nebenbei die Demütigung, mit dem Sicherheitspersonal über Kosmetik zu diskutieren: "Wie? Wegschmeißen? Das ist Kiehl´s!"). In den großen Koffer kommen:

Aveda Sun Care Hair and Body Cleanser: Ist, wie man beim Namen vielleicht schon raten kann, Shampoo und Duschgel in einem und duftet wie der Abend nach dem Tag am Strand.

Nuxe Huile Prodigieuse: Ein 3 in 1. Öl für Gesicht, Körper und Haare. Und ich könnte mich damit tatsächlich jeden Tag von Kopf bis Fuß einsprühen.

Kiehl´s Ultra Facial Moisturizer mit SPF 15: Eine Lieblingscreme. In der 75 ml-Größe. Ha!

Balenciaga Paris: Mein Duft in Reisegröße. Auch der ist im Handgepäck immer dabei.

Lucas´ Papas Ointment : Genau wie dieses australische Wundermittel. Wirkt als Lipbalm, gegen kleine Kratzer und bei Sonnenbrand. Leider habe ich es bisher in Deutschland nicht gefunden.

Klorane gentle dry Shampoo with oat milk: In die Haare sprühen, zwei Minuten warten, durchwuscheln, fertig. Weil man im Urlaub Besseres zu tun hat, als sich lange mit einer Frisur aufzuhalten.

MAC Lippenstift in "So Chaud": Ein phänomenales Orangerot. Mehr braucht´s nicht. Weil man im Urlaub Besseres zu tun hat, als sich zum Ausgehen lange zu schminken.

Giorgio Armani Face Fabric: Okay, manchmal wird doch ein bisschen geschminkt. Dieses Make-up fühlt sich an, als wär´s gar nicht da (nebenbei: die Lebenszeit, die ich darauf verwende, ungeschminkt auszusehen, ergäbe eine schöne Anzahl Urlaubstage). Ganz dezent ist auch der Lidschatten Solo 02 von Dr. Hauschka. Das Bronzing Powder Hoola von Benefit macht eine zarte Bräune, ganz ohne Sonnenbaden. Ein paar Tupfer Benetint, auch von Benefit, auf die Wangen und Lippen tagsüber - unkompliziert aufzutragen, hübsches Ergebnis. Lash Power Mascara von Clinique hält ewig.

Gute Reise!

PS: Was ich übrigens noch verzweifelt suche: eine schöne Kulturtasche. Ausnahme: Diese von Alphabet Bags. Habt ihr Tipps? Und was kommt bei Euch unbedingt mit auf die Reise?
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