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PFLAUMENKUCHEN FÜR STRICKJACKENTAGE


Ich mochte ihn schon, bevor ich ihn überhaupt zum ersten Mal probiert habe. Die Geschichte ist einfach zu schön: Seit 34 Jahren ist Marian Burros Food-Kolumnistin bei der „New York Times”. In dieser Zeit tat sie, was jeder Journalist tut, der seinen Beruf ernst nimmt: Sie versorgte ihre Leser beständig mit neuen Informationen, Geschichten, Recherchen und in ihrem Fall: auch mit Rezepten. In einem Artikel über die frisch renovierte Lebensmittelabteilung bei Bloomingdale´s schrieb sie auch das Rezept für einen Pflaumenkuchen auf. Und ahnte dabei wohl nicht, wie sehr die Leser es mögen würden. Tatsächlich liebten sie es so sehr, dass sie die Zeitung darum baten, das Rezept noch einmal abzudrucken. Wer sich den Artikel vom 21. September 1983 nicht aufgehoben hatte, konnte das Rezept schließlich nicht mal eben schnell im Internet nachschauen. Also druckte die „New York Times” es 1984 noch einmal. Und 1985. Und 1986.

Der Pflaumenkuchen musste einfach sein. Womit sonst könnte man den Herbstanfang besser feiern als mit ihm? Und so riefen sie an, fragten, wann denn dieses Mal „das Rezept” in der Zeitung sei. Für Marian Burros fühlte es sich manchmal an, als würde sie genötigt werden. „Eine besorgte Pflaumenkuchenbäckerin rief an und wollte wissen: Bringt ihr das Rezept? Als ich sagte, es gäbe Bedenken, es ein sechstes Mal zu veröffentlichen, sagte sie: „Oh, ich kann 12 Leute in meinem Büro dazu bringen, Leserbriefe zu schreiben und es zu fordern.” Das war 1989. Die Times hatte beschlossen, das Rezept ein allerletztes Mal abzudrucken, unter der Überschrift „Once More (Sigh), The Plum Torte”. Frau Burros sagt darin, dass es nun wirklich das allerletzte Mal sei. Echt jetzt. 1991 war es dann wieder in der Times. Die Leser hatten darauf bestanden.


Nachdem ich diesen Kuchen in kurzer Zeit nun auch schon dreimal gebacken habe, kann ich sie verstehen. Es ist kein wahnsinnig originelles Rezept, bloß ein wirklich guter Pflaumenkuchen, der an den ersten Strickjackentagen ganz besonders gut schmeckt.

Hier ist eine Geschichte über die unverbrüchliche Liebe zu dieser Pflaumentorte. Hier ist das Rezept in der Originalfassung. Und hier meine Übersetzung zum Nachbacken:

DER EWIGE NEW-YORK-TIMES-PFLAUMENKUCHEN

ZUTATEN:
150 g Zucker
115 g weiche Butter
125 g Mehl (gesiebt) *
1 TL Backpulver
1 Prise Salz
2 Eier
12 Pflaumen, entkernt und halbiert (ich nehme mehr)
Zucker, Zitronensaft und Zimt (ca. 1 TL) für das Topping (ich nehme braunen Zucker)

ZUBEREITUNG:
1) Den Ofen auf 180 °C Ober/ Unterhitze vorheizen.
2) In einer Schüssel den Zucker und die Butter mit einem Mixer cremig schlagen. Das Mehl, das Backpulver, eine Prise Salz und die Eier darunter rühren und gut mixen.
3) Den Teig in eine Springform von 20, 22 oder 25 cm Umfang geben (ich habe die Form vorher gebuttert). Die Pflaumenhälften mit der Schale nach oben auf dem Teig verteilen. Mit Zucker bestreuen und Zitronensaft beträufeln, je nachdem, wie süß die Pflaumen sind. Mit Zimt bestreuen.
4) Etwa eine Stunde backen. Nach einer halben Stunde eine erste Stäbchenprobe machen (in meinem Herd ist er bereits nach 30 Minuten fertig). Aus dem Herd nehmen und abkühlen lassen. Wir essen ihn mit viel Schlagsahne.

* Das Originalrezept verlangt nach unbleached flour, ich habe Weizenmehl Typ 550 genommen.

Herzlichen Dank an Teresa, die mich durch ihren Kommentar erst auf diesen Kuchen und diese Geschichte gebracht hat. Die anderen Pflaumenkuchen-Rezepte, die ihr netterweise unter meinem August-Rückblick hinterlassen habt, werde ich auch noch ausprobieren. Danke dafür!

WAS GIBT`S ZUM ABENDBROT?
SOBANUDELN MIT AUBERGINE UND MANGO




Eigentlich könnte ich meine Kochbuchsammlung in zwei Hälften teilen, in eine große und eine ziemlich kleine. Da sind die Kochbücher, die ich wunderschön finde und in denen ich gerne lese und herumblättere, aus denen ich aber fast nie etwas ausprobiere. Und dann sind da die Kochbücher, die schon ganz fleckig gekocht sind. „Reisehunger” von Nicole Stich zum Beispiel oder „Wochenmarkt” von Elisabeth Raether. Und: „Genussvoll vegetarisch” von Yotam Ottolenghi. Überall Knicke, Krümel, Unterstreichungen, abgeänderte Mengenangaben. Aus Ottolenghis vegetarischem Kochbuch habe ich wirklich schon vieles probiert, aber merkwürdigerweise nie die Sobanudeln mit Aubergine und Mango. Auf die hat mich erst die Tochter einer Freundin gebracht, die mir auf die Frage, was denn ihr Lieblingsessen sei, eben diese Sobanudeln nannte (mein Lieblingsessen mit 14 war Pizza). Seit ich dieses Rezept ausprobiert habe, teile ich ihre Liebe und bin ihr sehr dankbar, dass sie mir Buchweizennudeln beigebracht hat. Im Gegensatz zu manch anderem Ottolenghi-Rezept ist die Zutatenliste hier noch halbwegs überschaubar. Und obwohl dieses kalte Gericht sehr frisch, leicht und sommerlich schmeckt, macht es ganz genauso glücklich wie ein Teller dampfender Nudeln. Und schon wieder: ein Knick mehr.


Sobanudeln mit Aubergine und Mango 
(nach einem Rezept von Yotam Ottolenghi aus „Genussvoll vegetarisch" )

Zutaten für sechs Personen 
(als Vorspeise, als Hauptspeise würde ich sagen: für vier)

120 ml Reisessig
40 g Zucker
1/2 TL Salz
2 zerdrückte Knoblauchzehen
1/2 frische rote Chilischote, von den Samen befreit und fein gehackt (die lasse ich weg, damit Fanny mitessen kann)
1 TL Sesamöl aus gerösteten Samen
Abgeriebene Schale und Saft von einer unbehandelten Limette
220 ml Sonnenblumenöl (ich nehme viel weniger)
2 Auberginen, in 2 cm große Würfel geschnitten
Salz und schwarzer Pfeffer
250 g Sobanudeln
1 große reife Mango, in 1 cm große Würfel geschnitten (ich nehme 2 Mangos)
40 g gehackte Basilikumblätter
40 g gehackte Korianderblätter
1/2 rote Zwiebel, in sehr dünne Ringe geschnitten

1) Für das Dressing in einem kleinen Topf den Reisessig mit dem Zucker und Salz 1 Minute behutsam erwärmen, bis der Zucker sich gerade eben aufgelöst hat. Vom Herd nehmen und den Knoblauch, die Chilischote und das Sesamöl dazugeben. Abkühlen lassen. Dann die Limettenschale und den Limettensaft unterrühren.

2) In einer großen Pfanne das Sonnenblumenöl erhitzen und darin die Auberginenwürfel in drei oder vier Portionen anbraten. Sobald sie eine goldbraune Färbung angenommen haben, in ein Sieb geben, großzügig salzen und pfeffern und abtropfen lassen.

3) Die Sobanudeln in reichlich kochendem Salzwasser nach Packungsanleitung garen, dabei gelegentlich umrühren, damit sie nicht zusammenkleben. Die Nudeln sollten gar, aber noch bissfest sein. Abgießen und unter fließendem kaltem Wasser gründlich abspülen. Möglichst viel überschüssiges Wasser abschütteln, dann zum Trocknen auf einem sauberen Geschirrtuch ausbreiten.

4) Die Nudeln in eine große Schüssel geben und mit dem Dressing, den Mango- und den Auberginenwürfeln, der Hälfte der frischen Kräuter und den Zwiebelringen vermischen. Das Gericht kann nun für 1-2 Stunden zum Durchziehen beiseitegestellt werden (wenn wir nicht so viel Zeit und großen Hunger haben, essen wir es manchmal auch gleich). Zum Servieren die restlichen Kräuter untermischen.


SÜCHTIG NACH: SPAGHETTI MIT AVOCADO-PESTO









Keine Ahnung, wie wir auf das Thema Avocados kamen, aber als ich einer Freundin erzählte, wie gerne ich Avocados esse, gab sie mir dieses Rezept und grinste. Mittlerweile weiß ich warum. Diese Spaghetti mit Avocado-Pesto, die sich das Kochhaus ausgedacht hat, schmecken einfach so gut: cremig, leicht nussig und mit den gebratenen Tomaten auch noch ein bisschen spätsommerlich. Außerdem ist dieses Essen ein richtiges Energie-Essen – und ein bisschen Extra-Energie kann ich gerade ganz gut gebrauchen. Ihr vielleicht auch?

SPAGHETTI MIT AVOCADO-PESTO 
(nach einem leicht abgewandelten Rezept aus dem Kochhaus)

ZUTATEN (für 4 Personen)
500 g Spaghetti
1 Knoblauchzehe (im Originalrezept werden 2 verwendet)
1 Bund glatte Petersilie (das Originalrezept verlangt nach 2 Bund)
50 g Parmesan
2 Avocados
12 Cocktailtomaten
50 g Macadamiakerne
80 g Frischkäse
10 EL Olivenöl + 2 EL Olivenöl
5 EL Weißweinessig
Salz, Pfeffer, Zucker

ZUBEREITUNG
Wasser für die Spaghetti aufsetzen.
Den Knoblauch pellen und klein schneiden.
Die Petersilie waschen und grob hacken.
Den Parmesan reiben.
Die Avocados halbieren, den Kern entfernen, dann in Würfel schneiden. (Im Originalrezept werden 8 Avocadoscheiben für die Dekoration zur Seite gelegt, ich gebe lieber mehr Avocado ins Pesto).
Die Tomaten waschen und halbieren.
Die Macadamiakerne grob hacken. (Im Originalrezept werden sie vorher noch in der Pfanne geröstet, ich verzichte darauf).
Die Spaghetti nach Anleitung kochen.
In einer hohen Schüssel die Avocadowürfel, den Parmesan, die Macadamiakerne, den Knoblauch, den Frischkäse, die Petersilie, 10 EL Olivenöl und 5 EL Weißweinessig mit einem Pürierstab fein pürieren.
2 Esslöffel Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die halbierten Tomaten auf der Schnittfläche 2 Minuten anbraten, danach wenden und für eine Minute weiterbraten. Mit etwas Zucker (ca. 1 TL) und Salz (ca. 1/2 TL) abschmecken.
Kurz bevor die Pasta fertig gekocht ist, 8 EL Pastawasser unter das Pesto rühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die Spaghetti abgießen und mit dem Pesto vermengen. Mit den gebratenen Tomaten garnieren.

Habt eine gute Woche.

PS: Ich habe ein paar Stücke aus meinem Kleiderschrank aussortiert. Wer mal schauen mag, bitte HIER entlang.


DREI POPCORN-REZEPTE UND ZWEI FILME


Mit Küchenmaschinen ist das so eine Sache. Weil der selten benutzte Fondue-Topf fast das ganze Jahr über dem Sandwichmaker in einer dunklen Schrankecke Gesellschaft leistet, wollte ich mich mit Neuanschaffungen dieser Art eigentlich zurückhalten. Bis Fanny und ich auf einem Kinderfest eine Popcornmaschine gesehen haben. Und weil Fanny bald vier wird (VIER!) und eine Popcorn-Party feiern will und ich Popcorn sowieso liebe, haben wir uns eine kleine Popcornmaschine zugelegt.

Weil wir alle vor uns hingekränkelt haben, sind wir am Samstag zu Hause geblieben und haben jede Menge Popcorn gemacht. Mit weißer Schokolade und Streuseln für sie. Mit salzigem Karamell für mich. Und mit Rosmarin und Ahornsirup für ihn. Alle sehr unterschiedlich, alle lecker (am Ende habe ich ihm auch noch sein Rosmarin-Popcorn weggefuttert, obwohl ich salziges Popcorn eigentlich nicht so mag, aber diese unglaublich buttrige Variante mit Ahornsirup ist so gut, dass ich einfach nicht aufhören konnte zu essen). Dazu noch zwei gute Filme. Ein schöner Tag.


POPCORN MIT WEISSER SCHOKOLADE UND STREUSELN

90g Popcorn-Mais (das ergibt eine große Schüssel bzw. ein kleines Blech voller Popcorn)
200g weiße Kuvertüre
Bunte Streusel (nach Geschmack)

Das Popcorn nach Anleitung machen und in eine größere Schüssel geben. (Hier ist eine gute Anleitung – Butter und Salz würde ich bei diesen Rezepten weglassen).
Die Kuvertüre zerkleinern und über einem Wasserbad schmelzen.
Die Kuvertüre zum Popcorn geben und gut durchmischen (ich habe das mit unserem Salatbesteck gemacht, wenn die Schokolade nicht mehr ganz so heiß ist, kann man das auch mit den Händen machen).
Das Popcorn auf einem mit Backpapier belegten Blech verteilen.
Die Streusel mit der Hand darüber streuen.
Gut trocknen lassen (das dauert etwas).

Rezept von "She Wears Many Hats".



POPCORN MIT SALZIGEM KARAMELL

90g Popcorn-Mais
1,5 Cups Zucker
1,5 EL Butter
1/2 TL Salz
3/4 TL Backpulver
1/4 Cup Wasser

Das Popcorn machen und in eine große Schüssel geben.
Ein mit Backpapier belegtes Blech bereitstellen.
In einem kleinen Topf auf mittlerer Hitze den Zucker, die Butter, das Salz und das Wasser erhitzen. Nicht rühren und warten, bis das Karamell ungefähr die Farbe von Bernstein hat (Achtung, das Karamell wird am Ende sehr schnell dunkler und zu dunkel sollte es nicht werden, sonst schmeckt es angebrannt). Sofort von der Flamme nehmen und vorsichtig das Backpulver unterrühren. Nicht erschrecken, das schäumt ein bisschen.
ACHTUNG: DAS KARAMELL IST SEHR, SEHR HEISS, BITTE DIE FINGER DAVON FERNHALTEN.
Wenn das Backpulver gut verrührt ist, das Karamell vorsichtig über das Popcorn gießen und sehr schnell verteilen. Ich habe dafür wieder unser Salatbesteck genommen.
Das Karamellpopcorn auf dem Blech verteilen und mit einem Esslöffel zügig in kleinere Stückchen trennen, das Karamell trocknet schnell und klebt dann ordentlich zusammen.
Nach Geschmack noch ein bisschen Extrasalz darüber geben.
Abkühlen lassen.

Varianten:
* Eine Handvoll gehackter Mandeln dazu geben.
* Eine Prise Cayennepfeffer dazu geben (wie im Originalrezept).

Rezept von Smitten Kitchen.


POPCORN MIT ROSMARIN UND AHORNSIRUP

90g Popcorn-Mais
57g Butter
1/2 Cup Ahornsirup
2 EL gehackter Rosmarin
2 Prisen Salz

Den Ofen auf 120°C Ober/ Unterhitze vorheizen.
Ein mit Backpapier belegtes Blech bereitstellen.
Das Popcorn machen und in eine Schüssel geben.
In einem kleinen Topf die Butter mit dem Ahornsirup aufkochen bis die Butter geschmolzen ist – dabei immer gut rühren.
Vom Ofen nehmen, den gehackten Rosmarin und eine Prise Salz dazu geben.
Die Rosmarin-Butter-Ahornsirup-Soße mit einem Esslöffel vorsichtig über dem Popcorn verteilen, nach jedem Löffel gut umrühren. Das Popcorn sollte gut benetzt sein, aber nicht nass werden (sonst fällt es in sich zusammen, ich habe beim zweiten Blech ungefähr 2 EL Soße übrig gelassen, weil nicht alle Körner aufgegangen sind).
Die Mischung auf das Backblech geben.
Nach Geschmack salzen.
Im Ofen ca. 40-45 Minuten trocknen lassen. Alle 15 Minuten nachschauen und das Popcorn wenden, damit nichts anbrennt.
Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.

Rezept von Bake Your Day.

Zwei Filme, die wir dazu geguckt haben und sehr mochten:

No Turning Back
Ein Mann sitzt im Auto. Er fährt und fährt, dabei telefoniert er immer wieder. Sonst passiert nichts und doch alles. Denn während dieser Autofahrt verändert sich das Leben von Ivan Locke (und der Menschen, die er liebt) für immer. Was für ein unglaublicher Film. Hier ist der Trailer.

Stories We Tell
Dokumentarfilmerin Sarah Polley befragt ihre Familie, Freunde und Kollegen, wie sie ihre Mutter in Erinnerung behalten haben, die starb, als sie 11 Jahre alt war. Ich möchte gar nicht zu viel über diesen Film schreiben oder über die Geschichten, die er erzählt. Aber es ist lange her, dass mich ein Film so beschäftigt hat wie dieser. Hier ist der Trailer.

MAI 2014 (UND DREI SEHR SIMPLE LIEBLINGSREZEPTE)


Irgendwie kommen das Jahr und ich bislang nicht so recht zur Ruhe. Aber da es ja nun auch nichts bringt, sich hinzusetzen und einzujammern, habe ich in den letzten Wochen versucht, mich auf die schönen Dinge zu konzentrieren. Und da waren einige: Die allererste Begegnung mit dem kleinen Jungen meiner Freundin, der mich ganz sprachlos vor Entzücken macht. Warme Sommertage im T-Shirt und mit Sandalen. Spaziergänge mit Fanny. Riesige Schüsseln mit Wassermelonenstückchen und Erdbeeren mit Vanillezucker. Das Wiederlesen eines meiner Lieblingskinderbücher: "Na klar, Lotta kann Rad fahren". Knallpinke Pfingstrosen auf dem Schreibtisch (meine Lieblingsblumen). Eine ausgewachsene "The Good Wife"-Sucht (die erste Fernsehserie seit Ewigkeiten, auf die wir beide uns mal wieder einigen können). Eine CD, von der ich gerade nicht genug bekommen kann: Haim (die so herrlich nach 80er klingen, das man sofort blauen Lidschatten auflegen will – danke für den Tipp, Melanie! – hier kann man mal reinhören). Nachdem ich in den letzten Wochen extrem viel Blödsinn gegessen habe, hat der Mai auch ein paar alte und neue Lieblingsrezepte gebracht – ich dachte, ich schreibe sie statt des üblichen Rückblickes einfach mal auf – ein Monat in (sehr alltagstauglichen) Rezepten sozusagen.

Eine Frühstückspremiere für mich:
Mango-Kokosmilch-Porridge
Keine Ahnung, warum ich mich nie für Porridge interessiert habe, aber dieser Mango-Kokosmilch-Porridge war tatsächlich eine Premiere für mich. Und ich liebe ihn, weil er gleichzeitig warm und schlotzig, frisch und knackig ist. Und die Zubereitung ungefähr fünf Minuten dauert. Für eine ordentliche Frühstücksschüssel braucht man:

40g Haferflocken (die schmelzende Sorte), 100 ml Milch, 100 ml Kokosmilch, 1 EL braunen Zucker, 1 Mango und ein paar Mandeln (ich bin gerade ganz versessen auf Mandeln mit Honig und Salz). Die Haferflocken, die Milch und die Kokosmilch mit dem braunen Zucker kurz aufkochen bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Mangowürfel und Mandeln dazu, schon fertig.
(Rezept hier gefunden).

Mein liebster Mittagssnack, wenn nicht viel Zeit ist:
Joghurt mit Blaubeeren, Müsli und Ahornsirup
Irgendwie ist es schon ein Ritual geworden – am Sonntagnachmittag machen Fanny und ich Müsli, ein riesiges Glas voll, von dem wir uns dann die ganze Woche bedienen. Eine große Portion Joghurt, eine noch größere Portion Müsli drauf, ein Schuss Ahornsirup und alle Beeren, die der Markt gerade hergibt. Irgendwann habe ich das Rezept schon mal aufgeschrieben, aber hier ist es noch einmal. Für ein Vorratsglas Müsli braucht man:
4 Cups Haferflocken (300g, die nichtschmelzende Sorte), 1-2 TL Zimt, 1-2 TL Salz, 60g weiche Butter, 1/2 Cup Honig (170g), 1/2 Cup braunen Zucker (110g), 2 TL Vanilleextrakt, zwei Handvoll Mandelblättchen, Rosinen (nach Belieben).

Den Ofen auf 160 Grad vorheizen (Ober/ und Unterhitze). In einer Schüssel die Haferflocken, den Zimt und das Salz vermischen. In einer zweiten Schüssel den Honig, die Butter, den braunen Zucker und die Vanille vermischen. Die Haferflockenmischung dazu geben und gut durchkneten, es dürfen sich ruhig Klümpchen bilden. Die Mischung auf einem mit Backpapier belegten Blech verteilen und für zehn Minuten in den Ofen geben. Nach zehn Minuten die Müslimischung wenden, damit nichts anbrennt, und die Mandelblätter dazu geben. Noch einmal für 10-15 Minuten im Ofen lassen, das Müsli sollte nicht zu dunkel werden. Eine Minute vor Schluss die Rosinen dazu geben und eine Prise Salz. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen. Sieht erst gar nicht aus, als würde es knusprig werden – sobald alles abgekühlt ist, wird es aber schön knusprig. Dann fülle ich es in unser Müsliglas um.
(Rezept von hier.)

Ach, und nicht zu vergessen: die Pommes von David Lebovitz aus "My Paris Kitchen".
Die könnte ich gerade dauernd zum Abendbrot essen – mit einer Riesenportion Kräuterbutter und einem kalten Bier. Man braucht dafür:
1,3 kg große, festkochende Kartoffeln, 1 guten Schuss Olivenöl, Salz, einen Bund Thymian (oder Rosmarin).

Die Kartoffeln gut waschen und in ein Zentimeter breite Scheiben schneiden, die wiederum in ein Zentimeter dicke Pommes geschnitten werden. Wenn alles fertig geschnitten ist, die Pommes für eine Stunde in eine Schüssel mit kaltem, leicht salzigen Wasser geben (neulich habe ich das nur für eine Viertelstunde gemacht, weil ich es eilig hatte – das geht notfalls auch). Den Ofen auf 200 Grad Ober/ Unterhitze vorheizen. Die Pommes gut abtrocknen, auf einem mit Backpapier belegten Blech verteilen, ein paar Spritzer Olivenöl dazu geben, ein paar Prisen Salz und die klein gehackten Kräuter. Alles gut mit den Händen durchmischen. Für 45-50 Minuten backen, bis sie schön knusprig sind – zwischendurch immer mal wieder wenden.

Ich wünsch euch eine schöne Woche!

WAS GIBT´S ZUM ABENDBROT? SHAKSHUKA


Es gibt viele Gründe für Shakshuka. Weil es kalt und verregnet ist und das Leben endlich wieder wie Sommer schmecken muss. Weil es warm und sonnig ist und Shakshuka so gut zur Leichtigkeit eines solchen Tages passt. Weil ich Kraft brauche, aber sofort. Weil dieses Essen so unheimlich schlotzig ist, dass man immer weiter und weiter essen muss. Weil es so gut tut. Weil es wenig Besseres gibt, als die letzten Soßenreste noch mit einem Stück Milchpide wegzustippen. Außer vielleicht: das Ei anzustechen, das dann goldgelb zerfließt, und es, zusammen mit ein bisschen Soße, mit einem Stück Milchpide aufzustippen. Weil dieses Abendbrot wie Urlaub schmeckt. So ist das mit der Shakshuka und mir. Große Liebe. Hier ist das (leicht abgewandelte) Rezept von Yotam Ottolenghi, mal wieder aus "Genussvoll vegetarisch":

SHAKSHUKA

ZUTATEN (für eine große Pfanne):
1/2 TL Kreuzkümmel
Ein sehr guter Schuss Olivenöl
2 große Zwiebeln, in Ringe geschnitten
2 rote und 2 gelbe Paprika, in 2 cm breite Streifen geschnitten
2 EL brauner Zucker
2 Lorbeerblätter
6 Zweige Thymian, die Blätter abgezupft und gehackt
2 EL gehackte Petersilie
2 EL gehacktes Koriandergrün, mehr zum Drüberstreuen
6 reife Tomaten, grob gehackt
1 Prise Cayennepfeffer
Salz und schwarzer Pfeffer
4 Eier (ggf. mehr, je nachdem wie viele Eier die Esser mögen)

Den gemahlenen Kreuzkümmel in einer sehr großen Pfanne (oder in zwei Pfannen) bei hoher Temperatur ohne Fettzugabe kurz rösten.
Das Öl und die Zwiebeln zugeben und 5 Minuten anbraten.
Die Paprikastreifen, den Zucker und die Kräuter hinzufügen und weitere 5-10 Minuten bei hoher Temperatur braten, bis das Gemüse etwas Farbe bekommt.
Die Tomaten, den Cayennepfeffer und etwas Salz und Pfeffer hinzufügen.
Auf niedrige Temperatur schalten und 15 Minuten garen.
Während des Garvorgangs immer wieder etwas Wasser zugießen (insgesamt bis zu 250 ml), sodass die Mischung die Konsistenz einer Tomatensauce annimmt. (In dieser Phase würde ich vorsichtig sein, dass die Shakshuka nicht anbrennt oder trocken wird).
Bei Bedarf nachwürzen. Es sollte würzig und aromatisch schmecken.
Die Lorbeerblätter entfernen und mit einem Löffel kleine Kuhlen für die Eier ausheben. In jede Lücke ein aufgeschlagenes Ei gleiten lassen.
Mit etwas Salz bestreuen, bei sehr niedriger Temperatur 10-12 Minuten garen, bis die Eier gestockt sind.
Mit frischem Koriander bestreuen.

Dazu passt Fladenbrot oder Milchpide.

Rezept aus: Yotam Ottolenghi, Genussvoll vegetarisch, 288 Seiten, 24,95 Euro, Dorling Kindersley.









WAS GIBT`S ZUM ABENDBROT? GEBACKENE SÜSSKARTOFFEL


Obwohl ich nicht gerade wenig Kochbücher besitze, kochen wir unter der Woche eigentlich fast immer die gleichen vier, fünf Lieblingsessen. Damit da mal ein bisschen Abwechslung reinkommt, suche ich gerade nach neuen Rezepten, die man unkompliziert zum Abendbrot machen kann. Beste Entdeckung der letzten Tage: Die "Big Comfy Sweet Potato" von "My New Roots" - die genauso schmeckt wie sie heißt. Ich mag Süßkartoffeln sowieso sehr gerne, bin allerdings noch nie auf die Idee gekommen, sie einfach für eine Stunde in den Ofen zu schieben, aufzuschneiden und mit allem zu belegen, was gerade da ist (oder worauf man gerade Lust hat): Avocado, rote Paprika, Bohnen, Mais, Cherrytomaten, Frühlingszwiebeln, frische Kräuter, Sour Cream oder Quark zum Beispiel.

Dazu hat sich Sarah Britton eine Soße ausgedacht, die so sensationell schmeckt, dass ich sie auch ganz allein essen würde. Die Zusammenstellung der Zutaten klingt erstmal seltsam (Datteln, Zwiebeln, Kakao, Zimt, Knoblauch), passt aber erstaunlich gut zusammen. Für mich: ein neues Lieblingsessen.


ZUTATEN FÜR DIE SÜSSKARTOFFEL

* 1 Süßkartoffel pro Person
* Dazu: was immer gerade da oder gewollt ist (zum Beispiel: Avocado, Paprika, Frühlingszwiebeln, schwarze Bohnen, Frühlingszwiebel, Mais...)

Den Ofen auf 200° C vorheizen.
Die Süßkartoffeln mit einer Gabel rundum ein paar Mal einstechen. Auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen.
Für ungefähr 60 Minuten backen, bis sie weich sind (man merkt das gut beim Aufschneiden, der Kern sollte weich sein - wenn er es noch nicht ist, lege ich die Süßkartoffeln einfach noch zehn Minuten länger in den Ofen).
Nach Geschmack belegen.


ZUTATEN FÜR DIE "RED BLANKET SOSSE" (leicht abgewandelt)

* Ein wenig Kokosnussöl (oder Butter oder Öl)
* 1 TL Kreuzkümmel
* 1/2 TL Zimt
* 1/2 TL getrockneter Thymian
* 1 Prise Cayenne
* 1 mittelgroße klein gehackte Zwiebel
* 1 gehackte Knoblauch-Zehe (im Originalrezept: 3)
* 400 g passierte Tomaten (im Original: 1 Dose ganze Tomaten)
* 3 getrocknete Datteln, fein gehackt
* 1 EL Kakaopulver (im Original: 2)
* 1 EL Tahini (eine Sesampaste, die ich im Supermarkt bekommen habe)
* 1 EL Limonensaft (im Original: 1 1/2 EL)
* Ggf. ein paar EL Wasser
* Salz

In einem mittelgroßen Topf bei mittlerer Hitze etwa eine Minute lang die Gewürze im Kokosöl duftend rösten, dabei ständig umrühren.
Danach die gehackte Zwiebel weich kochen (ca. 5 Minuten), dann den gehackten Knoblauch dazu geben und ebenfalls weich kochen (3-4 Minuten). Bei all dem immer wieder rühren und aufpassen, dass nichts anbrennt - eventuell 1-2 EL von den passierten Tomaten dazugeben.
Jetzt die Tomaten dazu geben, ein paar Minuten lang köcheln lassen, mit Salz abschmecken.
Nun die gehackten Datteln, das Tahini, das Kakaopulver und den Limettensaft hinzugeben (wie dabei die Balance ist, hängt von den eigenen Vorlieben ab - mir war es im Originalrezept ein bisschen zu viel Kakao und Limettensaft).
Mit einem Pürierstab oder in einer Küchenmaschine die Sauce fein pürieren und nach Belieben mit ein wenig Wasser strecken (habe ich nicht, ich mag die Sauce dickflüssig).

Das Originalrezept stammt von hier.


LIEBLINGSKEKSE: FLORENTINER UND SCHWEINEOHREN


Draußen schneit es zum ersten Mal. Und ich weiß jetzt schon, dass wir dieses Wochenende wie das letzte verbringen werden: drinnen, dick eingemummelt, mit einem Riesenberg Kekse. Diese Florentiner sind so etwas wie ein Familienrezept. Zum ersten Mal habe ich sie bei meiner Schwester gegessen und dabei sehr gegrinst - als Teenager habe ich jeden Dienstag nach der Schule in einer Bäckerei gearbeitet und Hunderte von Florentinern gebacken, Blech um Blech um Blech, bis ich den Riesenberg Florentiner-Teig mit meiner Freundin endlich abgearbeitet (und kleiner genascht) hatte. Als ich dort aufgehört habe, um lieber in einem Klamotten-Laden zu arbeiten, habe ich mir geschworen, NIE wieder Florentiner zu essen, aber die Kekse meiner Schwester schmeckten genau wie damals, süß-fruchtig-schokoladig, einfach zu gut, um sie nicht zu essen - seitdem vergeht kein Winter ohne Florentiner, auch, weil dies die Lieblingskekse von meinem Mann sind. Ich habe das Rezept vor zwei Jahren schon mal hier auf Slomo gepostet - damit niemand lang suchen muss, ist es hier noch einmal:

FLORENTINER (reicht für zwei Bleche)

ZUTATEN
50g Halbfettbutter
120g Zucker
6 EL leichte Kaffeesahne
140g Mandelstifte
140g getrocknete Cranberries und Ananas (diese 140g kann man ganz nach Geschmack aufteilen, ich nehme immer mehr Cranberries als Ananas)
40g Mehl
1 Paket Zartbitter-Kuvertüre

Den Ofen auf 180°C vorheizen.
Die Butter, den Zucker und die Kaffeesahne in einem Kochtopf erhitzen und so lange rühren, bis sich der Zucker und die Butter vollständig aufgelöst haben.
Die Mandelstifte, das Mehl und die getrockneten Früchte dazu geben und rühren, bis alles gut vermischt ist.
Auf einem mit Backpapier belegten Blech mit einem Teelöffel gleichmäßig Florentiner-Portionen verteilen (ich nehme immer gut einen Teelöffel pro Portion) - genügend Abstand zwischen den Portionen lassen.
8-10 Minuten backen bis die Florentiner goldbraun sind.
Abkühlen lassen.
Die Kuvertüre schmelzen und die Florentiner zur Hälfte eintunken.
Trocknen lassen.



Fannys und mein Lieblingskeks-Rezept stammt aus dem Brigitte-Plätzchen-Heft: Schweineohren. Fanny liebt dieses Rezept, weil sie Schweine mag und bei der Zubereitung ihren nagelneuen, neongrünen Back-Pinsel benutzen kann, auf den sie so stolz ist. Ich mag es, weil es wenig Aufwand macht, weil Fanny entspannt mitbacken kann und weil es ehrlich sensationell schmeckt (noch warm, direkt vom Blech).





SCHWEINEOHREN (aus dem Brigitte-Plätzchen-Heft, leicht abgewandelt, reicht für ca. 40 Stück)

ZUTATEN
1 Rolle Blätterteig (aus dem Kühlregal)
1 EL flüssiger Honig (ich nehme gerne Wald-Honig, weil er ein bisschen herber ist)
1 EL lauwarmes Wasser
40g brauner Zucker (im Originalrezept wird bunter Zucker verwendet, das geht natürlich auch)

Den Backofen auf 200°C vorheizen.
Den Blätterteig ausrollen.
Den Honig in einer kleinen Schüssel mit etwa 1 EL Wasser verrühren und den Blätterteig dünn damit bestreichen.
Den Zucker gleichmäßig auf dem Teig verteilen und leicht andrücken.
Den Blätterteig von beiden Seiten zur Mitte hin aufrollen (bis sich die beiden Teigrollen in der Mitte treffen). In etwa 3 mm dünne Scheiben schneiden und auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen (genügend Abstand lassen, die Schweinohren breiten sich noch aus!).
9-12 Minuten hellbraun backen.

Habt ein gemütliches Wochenende und einen schönen Nikolaustag!

HERBSTESSEN: SCHOKOLADEN-BROT




Heute gibt es Schokolade. Das Schokoladen-Brot meiner Freundin Stepha, das mich zu einem unhöflichen Menschen gemacht hat. Unhöflich, weil ich jedes Mal, wenn Stepha dieses Schokoladen-Brot für mich backt, dermaßen zuschlage, dass es mir ehrlich peinlich ist. (Aufhören kann ich allerdings trotzdem nicht, mit diesem Schokoladen-Brot ist es nämlich wie mit richtig guten Fernsehserien. Man guckt und guckt und guckt... nur noch eine einzige Folge.... jetzt aber wirklich nur noch eine... und eine letzte... und allerletzte. Genau.) Stephas Schokoladenbrot ist nicht irre raffiniert, es ist einfach bloß eine schöne Schokoladenschweinerei. Hier ist ihr Rezept:

SCHOKOLADEN-BROT

ZUTATEN (für ein großes Blech)
250g weiche Butter
250g Zucker
250g geriebene Blockschokolade
250g geriebene Mandeln
100g Mehl
6 Eier

Den Ofen auf 180 °C vorheizen.
Alles zusammenrühren.
Den Teig auf ein mit Backpapier belegtes Blech gießen und glattstreichen.
Etwa 20 Minuten backen (bis der Teig fest, aber noch fluffig ist).

HERBSTESSEN: CRUMBLE

Je kälter es wird, desto größer wird meine Lust, zu kochen und zu backen. Letztes Wochenende haben wir zum ersten Mal Blaubeer-Crumble gemacht. Ein Rezept von Leila Lindholm, das auf jeden Fall ins Koch-Notizbuch mit meinen Lieblingsalltags-Rezepten kommt. Weil es hier allen richtig gut geschmeckt hat. Weil die Krümel in diesem Rezept herrlich buttrig werden (was nicht weiter erstaunlich ist - bei der Menge Butter, die in diesen Krümeln ist...). Weil das Abwiegen der Zutaten länger dauert als die Zubereitung. Und dieses Crumble so riecht, wie eine Wohnung riechen sollte, wenn es draußen kalt ist und der Regen gegen die Scheibe prasselt. 

Auch gut: Dieses Rezept ist sehr flexibel. Statt Blaubeeren kann man auch Kirschen nehmen (dann schlägt Lindholm vor, die abgeriebene Schale einer Orange dazuzugeben und dunklen Muskovadozucker). Oder natürlich: Äpfel. Dann würde ich sie zubereiten wie in diesem Crumble-Rezept von Christian Seiler (aber mit den Streuseln von Leila Lindholm). Oder mit Birnen. Die Streusel reichen für eine große Auflaufform - für eine kleine würde ich das Rezept halbieren. 


BLAUBEER-CRUMBLE (leicht abgewandelt nach einem Rezept von Leila Lindholm)

ZUTATEN FÜR DIE STREUSEL (für eine große Auflaufform)
250g kalte Butter (wer es nicht ganz so buttrig mag, sollte die Menge reduzieren: mein Mann macht seine Streusel im Verhältnis: 200g Mehl - 200g Butter - 125g Zucker)
120g brauner Zucker
75g Kokosraspel
150g Weizenmehl
45g Haferflocken

Den Backofen auf 200 Grad vorheizen.
Die Butter klein würfeln. 
Die Butterstücke in einer Schüssel mit dem Zucker, den Kokosraspeln und dem Mehl mit den Fingern zu Streuseln verkneten.
Vorsichtig die Haferflocken einarbeiten.

ZUTATEN FÜR DIE DEN AUFLAUF (für eine große Auflaufform)
900g Blaubeeren (es gehen auch TK-Beeren - ich taue sie immer vorher auf)
Die abgeriebene Schale von 1 Zitrone
40g Zucker (falls die Beeren eher sauer sind, ein wenig mehr, ganz nach Geschmack)
Butter zum Einfetten der Form
Vanillesauce oder Eis (wer mag)
(Im Originalrezept wird noch 1 EL Speisestärke dazu gegeben - ich verzichte darauf)

Die Beeren mit dem Zucker und der Zitronenschale vermischen und in eine eingefettete Auflaufform geben.
Mit den Streuseln bedecken (man braucht mehr Streusel, als man denkt, die Streuseldecke darf ruhig dick sein).
Etwa 25 Minuten goldbraun backen.

PS: Was ich in meiner Liste von letztem Donnerstag noch vergessen habe: Auf Arte läuft gerade die dritte Staffel der tollen Serie "Borgen". 

Schönes Wochenende!

EIN PAAR DINGE, DIE MIR GUTE LAUNE MACHEN




* Dieses Video von "Tiger in a Jar" wiederzufinden. Und darüber nachzudenken, was ich am Wochenende backen werde.
* Junot Diaz' neues Buch "Und so verlierst du sie" neben dem Bett. Das da schon seit drei Tagen liegt - aber noch aufgehoben wird fürs Wochenende.
* Mich auch darauf zu freuen, dass er mir die erste Seite vorliest, wie bei jedem neuen Buch.
* Unser neues, kleines Samstagsritual. Sobald wir wach sind, ziehen Fanny und ich uns schick an und gehen bommeln - so nennt sie das und ich finde, es gibt gar kein besseres Wort, um auszudrücken, wie schön es ist, an einem Samstagmorgen auf den Markt zu gehen, Blumen und Lakritze zu kaufen, hinterher Bücher anzusehen und einen Kakao zu trinken.
* Bei unserem letzten Bommel haben wir bei "Silo" - einem außerordentlich schönen spanischen Concept-Store -  diese gefütterten Lederhausschuhe gefunden, die ich als Kind immer hatte, ich weiß gar nicht, wie sie heißen - jetzt haben wir jeder ein Paar in Knallpink, das herrlich warme Füße macht.
* Apropos Kindheit: Gestern habe ich im Antiquariat an der Ecke ein Kinderbuch wiederentdeckt, das ich längst vergessen hatte, obwohl ich es als Kind so gemocht habe: "Der dicke fette Pfannkuchen" - hier vorgelesen von Axel Prahl (allerdings ohne das "Kantapper, kantapper" aus dem Buch).
* Und noch ein Buch, das ich mir fürs Wochenende schon rausgelegt habe: Nigel Slaters "Obst". Ich wollte schon lange mal etwas darüber schreiben, es ist so schön, immer wieder in diesem Buch zu lesen (oder es nur anzuschauen) - aber Fräulein Text hat die richtigen Worte schon gefunden. Und dem ist gar nichts hinzuzufügen.
* Maple Cinnamon Almonds.
* "Love and Lemons" - ein tolles Food-Blog.
* George Saunders´ Advice to Graduates.
* Slomo zu Besuch bei zwei unheimlich tollen Frauen: bei Foxycheeks und bei MiMA.
* Eine kleine Wochenend-Bastelei gegen das Regenwetter: Washitape-Armbänder.
* Ein neuer Nagellack: Forever Yummy von Essie, ein schönes Herbstrot, finde ich. Eine neue Reinigungsmaske von Grown: Wheatgerm, Ginkgo & Cranberry. Und ein neuer Duft, in den ich mich sehr verliebt habe - aber darüber nächste Woche mehr.
* Und dieser Song. Der Anfang von einem neuen Aufwach-Mixtape.

Habt ein schönes Wochenende!

ZEIT FÜR SUPPE



Schon seltsam. Der Herbst ist da, im Supermarkt stehen die ersten Lebkuchen - und für mich fühlt es sich an, als hätte das Jahr gerade erst begonnen. Neuer Job, eine neue Ordnung (die sich mitunter noch finden muss), und zum ersten Mal seit langem das Gefühl, dass alles am richtigen Platz ist. Ich bin müde, ich bin auch immer wieder gestresst - aber das Leben fühlt sich nicht mehr an wie ein ewiges Gegenanlaufen. Unter allem liegt ein großes Glück, eine Zufriedenheit. Vielleicht waren es die Ferien in New York und das Durchatmen können, vielleicht waren es auch die vielen schlechten Nachrichten aus dem Leben von Freunden und Bekannten in diesem Jahr, die mir bewusst gemacht haben, wie wenig selbstverständlich die Selbstverständlichkeiten in meinem Leben sind. So ist das gerade. Ich freue mich über den Herbst, über einen Spaziergang unter blauem Himmel mit meinem Mädchen, über einen Filmguckabend mit viel zu viel Eis, über ein Mittagessen mit Freundinnen, über einen Topf Möhrensuppe, die ich vor ein paar Tagen bei Bleubird entdeckt habe - einem Blog, das ich schon ewig lese und immer noch sehr gern. Diese Suppe ist toll, ich werde sie noch oft kochen, das Rezept ist simpel, der Geschmack ganz wunderbar klar.

MÖHRENSUPPE (nach einem Rezept von Bleubird)

ZUTATEN
8-10 Möhren, geschält und in Scheiben geschnitten
1 große Zwiebel, klein gehackt
1 Knoblauchzehe, geschält und zerhackt
800 ml Hühnerbrühe (kann auch durch Gemüsebrühe ersetzt werden)
400 ml Gemüsebrühe
Olivenöl
1-2 TL frischer Majoran (klein gehackt)
1-2 TL frische Petersilie (klein gehackt)
1-2 TL frischer Thymian (klein gehackt)
1-2 TL frischer Dill (klein gehackt)
3 (großzügige) EL Crème fraiche
Salz & Pfeffer

Die Zwiebeln in einem Topf mit Olivenöl bei nicht allzu hoher Hitze glasig anbraten, den Knoblauch für 1-2 Minuten dazu geben. Dann die Karotten, die Gewürze und die Brühe. Alles zum Kochen bringen und dann auf geringer Hitze für 45 Minuten köcheln lassen. Kurz abkühlen lassen und mit einem Stabmixer pürieren. Die Crème fraiche unterrühren, noch einmal kurz aufkochen lassen, und mit Salz und Pfeffer abschmecken.


SÜCHTIG NACH... BANANENBROT





Mein liebstes Urlaubsritual: warmes Bananenbrot zum Frühstück. Ein riesiges Stück warmer Kuchen mit einer großen Flocke Butter, die langsam darauf schmilzt. Süß, aber auf eine sehr sanfte Art. Saftig und gerade richtig nussig. Besser kann ein Tag nicht beginnen. Eigentlich seltsam, dass ich meine Bananenbrot-Liebe erst in New York entdeckt habe. Aber manche Dinge schmecken in den Ferien einfach besser, oder? Wieder zu Hause hatte ich jedenfalls große Lust auf Bananenbrot und habe nach einem einfachen Rezept ohne Rosinen gesucht, dass man schnell und unkompliziert backen kann. Meine Freundin Silke hatte den perfekten Tipp: das Bananenbrot von Sophie Dahl. In 15 Minuten im Ofen und genau das Richtige gegen die ersten Herbstgefühle und Regen vorm Fenster. (Danke, Silke!)

BANANENBROT (nach einem Rezept von Sophie Dahl)

ZUTATEN FÜR EIN BROT
75g weiche Butter
4 reife Bananen, zu Mus püriert
200g brauner Zucker
1 Ei, verrührt
1 EL Vanille-Extrakt
1 TL Backpulver
1 Prise Salz
170g Mehl
1 Handvoll Walnüsse (wer mag - im Originalrezept stehen sie nicht)

Den Ofen auf 180°C vorheizen.
Eine Kastenform buttern und mehlen.
Die pürierten Bananen in eine Schüssel geben. Die Butter, den Zucker, das verrührte Ei und das Vanille-Extrakt dazu geben und mit einem Handmixer gut verrühren.
Backpulver und Salz dazu geben und nach und nach das Mehl einsieben bis alles gut vermixt ist. Am Ende die Walnüsse dazu geben und mit einem Löffel unterrühren.
In die Kastenform geben und für eine Stunde backen.
Gut abkühlen lassen und aus der Form lösen.

FÜNF-MINUTEN-PASSIONSFRUCHT-KUCHEN



Vor ein paar Tagen habe ich ein Rezept entdeckt, von dem ich schlicht nicht glauben konnte, dass es tatsächlich funktioniert: Passionsfrucht-Kuchen aus der Mikrowelle, auf dem Tisch in weniger als fünf Minuten. Ich habe in meinem ganzen Leben noch keinen Kuchen in der Mikrowelle gebacken, ich wusste noch nicht einmal, dass das geht. Aber dieser Kuchen ist tatsächlich in fünf Minuten fertig. Und schmeckt dank der Passionsfrüchte im Teig wunderbar fluffig und frisch. Dazu Blaubeeren und ein dicker Klacks Kokosmilch-Sahne. Das perfekte Sommer-Dessert.

ZUTATEN:
1 gehäufter TL Backpulver
100g Mehl
100g Zucker
100g geschmolzene Butter
2 Eier
2 Passionsfrüchte, halbiert
Frische Beeren (nach Geschmack)

Das Mehl mit dem Backpulver verrühren.
Mit einem Mixer kurz die Eier mit dem Zucker und dem Passionsfruchtfleisch vermischen.
Die geschmolzene Butter dazu geben und verrühren.
Das Mehl dazu geben und zu einem glatten Teig mixen.
Vier Soufflé-Förmchen buttern und zuckern, den Teig bis gut zur Hälfte einfüllen.
Die Förmchen leicht mit Frischhaltefolie bedecken (so locker, dass Dampf gut entweichen kann) und in die Mikrowelle stellen.
Auf höchster Stufe (bei meiner Mikrowelle ist das 800W) 01:00-01:15 Minuten backen.
Das Rezept für die Kokosmilch-Sahne habe ich hier auf "Oh, Ladycakes" gefunden.


EIN PAAR DINGE, DIE MIR GUTE LAUNE MACHEN




* Dieses Video: "Deep End Dance" von Choreograph David Bolger (Regie: Conor Horgan), gedreht im Schwimmbad, in dem seine Mutter Madge viele Jahre als Schwimmlehrerin gearbeitet - und auch ihrem Sohn das Schwimmen beigebracht hat. (Hier ist das Making-Of zu sehen).
* Eine Duplo-Figur im Schuh zu finden. "Die hat da geschlafen".
* Erdbeeren zum Frühstück.
* "Salted Banana Peanut Butter Ice Cream with Chocolate Caramel Sauce".
* Überhaupt dieses Weblog: "A House in the Hills".
* Sonnencremegeruch.
* Limonade. Und noch mehr Limonade.
* Der Bücherstapel, der neben meinem Bett gewachsen ist (nächste Woche mehr darüber).
* "Warum Kinder zu gehen beginnen". Was für eine Illustration, was für Zahlen: Kleinkinder legen im Schnitt pro Stunde 2 367 Schritte zurück.
* Narratively. Summer in the City. Tolle Geschichten.
* Sprinklerspringen.
* Kochpläne fürs Wochenende: Spinat-Feta-Auflauf. Und Milch-Pistazienrosen. Vielleicht auch Feta-Wassermelonen-Salat (lustig, ich hab ungefähr zwei Mal im Jahr Lust auf Feta - dann aber so richtig...).
* Was für unglaubliche Fotos: "22 Unbelievable Places that are Hard to Believe Really Exist". 
* Dieses tolle Haus.

Habt ein schönes Wochenende!

SÜCHTIG NACH.... VANILLE-MILCHSHAKE




Kühlt herrlich. Ist in zwei Minuten fertig (und schmeckt so schön nach Kindergeburtstag): Vanille-Milchshake. Für zwei Gläser 1 Cup Milch (230ml), 150g Vanille-Eis und einen halben Teelöffel Vanille-Extrakt in einen Standmixer geben und gut durchmixen. Schon fertig.

EIN KOCHBUCH, EINE APP, EIN REZEPT: THE GREEN KITCHEN




Die Reihe der Blogger-Kochbücher in meinem Regal wird immer länger. Da sind "What Katie Ate""Dinner - A Love Story" und das wunderbare "The Smitten Kitchen Cookbook". Und seit drei Wochen steht auch noch das vegetarische Kochbuch "The Green Kitchen" von den Food-Bloggern David Frenkiel und Luise Vindahl an ihrer Seite oder besser gesagt: nicht an ihrer Seite, weil ich ständig damit koche. Den Salat mit Brokkoli, Granatapfel, roten Zwiebeln, Rosinen und Joghurt zum Beispiel. Den Sommerdrink mit Passionsfrüchten, Orangen und Ingwer. Die Fenchel-Kokosnuss-Tarte (die ich mit einer Winzigkeit Käse pimpe). Und immer wieder diesen Schokoladenkuchen, den ich in der Dessert-App von "The Green Kitchen" gefunden habe (die ich nur empfehlen kann).

Ich war ein bisschen aufgeregt, als ich diesen Kuchen für ein Essen mit Freunden zum ersten Mal gebacken habe... Kein Mehl? Kein Zucker? Dafür ein halbes Kilo Datteln? Aber dieser Kuchen ist gut, er ist sogar sehr gut. Es ist diese Art Kuchen, von dem man immer noch eine Gabel nimmt und noch eine allerletzte und jetzt aber wirklich allerletzte. Der Geschmack hat eine schon fast winterliche Süße, die mich ein bisschen an Marzipan erinnert (obwohl kein Marzipan verwendet wird) - mit einer Haube aus frischen Beeren und einem ordentlichen Schlag Creme Fraiche schmeckt dieser Schokoladenkuchen aber auch im Sommer herrlich. Hier ist das Rezept:

SCHOKOLADENKUCHEN

ZUTATEN
250g gemahlene Mandeln
500g Datteln (ohne Kerne)
100g 85% dunkle Schokolade, grob zerbrochen
6 Eier
1 Bio-Orange, Saft und Schale
1 TL Vanille-Extrakt
3 EL Kakao-Pulver
4 EL Kokosnuss-Öl (auf Raumtemperatur abgekühlt)
Frische Beeren (ganz nach Geschmack)
Creme Fraiche (auch nach Geschmack)
Puderzucker (wer mag)
Erforderlich: eine Küchenmaschine

Den Ofen auf 175°C vorheizen.
Die Schokolade im Wasserbad schmelzen und abkühlen lassen.
Die Mandeln mit den Datteln in einer Küchenmaschine klein mixen (ich mache das in zwei Schritten, erst die eine Hälfte der Datteln und Mandeln, dann die andere).
Die Dattel-Mandel-Mischung in eine Schüssel geben und alle restlichen Zutaten unterrühren: die (flüssige) Schokolade, die Eier, den Orangensaft, die Orangenschale, den Kakao und das Kokosnuss-Öl. Den Teig in eine eingefettete 20-cm-Springform geben und für 40-45 Minuten backen lassen (ich mag es ja, wenn der Teig innen noch ein bisschen flüssig ist, deshalb kommt der Kuchen bei mir nur 40 Minuten in den Ofen).
Den Kuchen abkühlen lassen, aus der Springform lösen und mit Beeren belegen.








... und noch ein paar Kochbücher von Food-Bloggern, die ich wirklich gerne mag, einige habe ich oben ja schon genannt:
* "Dinner - A Love Story" von Jenny Rosenstrach
* "Sweets - Himmlische Verführungen für den ganzen Tag" und "Geschenkideen aus der Küche" von Nicole Stich
* "The Smitten Kitchen Cookbook" von Deb Perelman
* "What Katie Ate" von Katie Quinn Davies
* "La Tartine Gourmande" von Béatrice Peltre
* "A Homemade Life" von Molly Wizenberg
* "My Berlin Kitchen - A Love Story" von Luisa Weiss

Auf dem Wunschzettel:
* "Super Natural Every Day" von Heidi Swanson
* "Small Plates Sweet Treats" von Aran Goyoaga
* "The Sprouted Kitchen" von Sara Forte

Welches Kochbuch hat euch zuletzt so richtig Spaß gemacht? Oder welches fehlt in meiner Liste? Ich wünsch euch ein schönes Wochenende!

PS: Eine ganz ernsthafte Bitte: Schaut doch heute mal bei Steffi und Inga vorbei - Inga braucht unsere Hilfe...
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