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PFLAUMENKUCHEN FÜR STRICKJACKENTAGE


Ich mochte ihn schon, bevor ich ihn überhaupt zum ersten Mal probiert habe. Die Geschichte ist einfach zu schön: Seit 34 Jahren ist Marian Burros Food-Kolumnistin bei der „New York Times”. In dieser Zeit tat sie, was jeder Journalist tut, der seinen Beruf ernst nimmt: Sie versorgte ihre Leser beständig mit neuen Informationen, Geschichten, Recherchen und in ihrem Fall: auch mit Rezepten. In einem Artikel über die frisch renovierte Lebensmittelabteilung bei Bloomingdale´s schrieb sie auch das Rezept für einen Pflaumenkuchen auf. Und ahnte dabei wohl nicht, wie sehr die Leser es mögen würden. Tatsächlich liebten sie es so sehr, dass sie die Zeitung darum baten, das Rezept noch einmal abzudrucken. Wer sich den Artikel vom 21. September 1983 nicht aufgehoben hatte, konnte das Rezept schließlich nicht mal eben schnell im Internet nachschauen. Also druckte die „New York Times” es 1984 noch einmal. Und 1985. Und 1986.

Der Pflaumenkuchen musste einfach sein. Womit sonst könnte man den Herbstanfang besser feiern als mit ihm? Und so riefen sie an, fragten, wann denn dieses Mal „das Rezept” in der Zeitung sei. Für Marian Burros fühlte es sich manchmal an, als würde sie genötigt werden. „Eine besorgte Pflaumenkuchenbäckerin rief an und wollte wissen: Bringt ihr das Rezept? Als ich sagte, es gäbe Bedenken, es ein sechstes Mal zu veröffentlichen, sagte sie: „Oh, ich kann 12 Leute in meinem Büro dazu bringen, Leserbriefe zu schreiben und es zu fordern.” Das war 1989. Die Times hatte beschlossen, das Rezept ein allerletztes Mal abzudrucken, unter der Überschrift „Once More (Sigh), The Plum Torte”. Frau Burros sagt darin, dass es nun wirklich das allerletzte Mal sei. Echt jetzt. 1991 war es dann wieder in der Times. Die Leser hatten darauf bestanden.


Nachdem ich diesen Kuchen in kurzer Zeit nun auch schon dreimal gebacken habe, kann ich sie verstehen. Es ist kein wahnsinnig originelles Rezept, bloß ein wirklich guter Pflaumenkuchen, der an den ersten Strickjackentagen ganz besonders gut schmeckt.

Hier ist eine Geschichte über die unverbrüchliche Liebe zu dieser Pflaumentorte. Hier ist das Rezept in der Originalfassung. Und hier meine Übersetzung zum Nachbacken:

DER EWIGE NEW-YORK-TIMES-PFLAUMENKUCHEN

ZUTATEN:
150 g Zucker
115 g weiche Butter
125 g Mehl (gesiebt) *
1 TL Backpulver
1 Prise Salz
2 Eier
12 Pflaumen, entkernt und halbiert (ich nehme mehr)
Zucker, Zitronensaft und Zimt (ca. 1 TL) für das Topping (ich nehme braunen Zucker)

ZUBEREITUNG:
1) Den Ofen auf 180 °C Ober/ Unterhitze vorheizen.
2) In einer Schüssel den Zucker und die Butter mit einem Mixer cremig schlagen. Das Mehl, das Backpulver, eine Prise Salz und die Eier darunter rühren und gut mixen.
3) Den Teig in eine Springform von 20, 22 oder 25 cm Umfang geben (ich habe die Form vorher gebuttert). Die Pflaumenhälften mit der Schale nach oben auf dem Teig verteilen. Mit Zucker bestreuen und Zitronensaft beträufeln, je nachdem, wie süß die Pflaumen sind. Mit Zimt bestreuen.
4) Etwa eine Stunde backen. Nach einer halben Stunde eine erste Stäbchenprobe machen (in meinem Herd ist er bereits nach 30 Minuten fertig). Aus dem Herd nehmen und abkühlen lassen. Wir essen ihn mit viel Schlagsahne.

* Das Originalrezept verlangt nach unbleached flour, ich habe Weizenmehl Typ 550 genommen.

Herzlichen Dank an Teresa, die mich durch ihren Kommentar erst auf diesen Kuchen und diese Geschichte gebracht hat. Die anderen Pflaumenkuchen-Rezepte, die ihr netterweise unter meinem August-Rückblick hinterlassen habt, werde ich auch noch ausprobieren. Danke dafür!

CANDLES – MIXTAPE NO. 7


Ein paar Lieder für den Herbst. HIER anzuhören, falls euch gerade auch danach ist.

1) City and Colour: The Girl
2) Bon Iver: Skinny Love
3) Neil Halstead: Spin the Bottle
4) Daughter: Candles
5) Sarah Jaffe: Clementine
6) The Honey Trees: To Be With You
7) The Narrative: Eyes Closed
8) Bombay Bicycle Club: You Already Know
9) The Paper Kites: Bloom
10) Emily and The Woods: Steal His Heart
11) Wolf Larsen: If I Be Wrong
12) Surfjan Stevens: Concerning The Ufo Sighting Near Highland, Illinois
13) Iron & Wine: Such Great Heights

EIN PAAR DINGE, DIE ICH GERADE GERNE ANZIEHE
(UND EIN HERBSTWUNSCHZETTEL)


Vor ein paar Tagen habe ich einen interessanten Satz gelesen. Marlene hat mit Leanne Shapton über ihr Buch „Frauen und Kleider” gesprochen, und auf die Frage, wonach sie heute entschieden hat, was sie anzieht, antwortet Shapton: „Man schreibt eine Kurzgeschichte mit seinen Kleidern, um sich auf das Bevorstehende einzustimmen.” Erst habe ich mich gefragt, wonach ich morgens eigentlich entscheide, was ich anziehe (ich richte mich auch oft nach bestimmten Anlässen, aber auch nach meiner Stimmung oder nach der Stimmung, die ich gerne hätte, nach Bequemlichkeit, nach dem Vorhandensein oder Nichtvorhandensein von Mut, nach einem Bild von der Frau, die ich gerne wäre). Dann habe ich darüber nachgedacht, welche Kurzgeschichten wohl meine Kleider erzählen. Und wie sich diese Geschichten in den letzten Jahren verändert haben mit den Dingen, die ich noch und nicht mehr trage. Die blauen Dr. Martens, die ich mir zusammen mit meinem Bruder gekauft habe, auch (aber nicht vor allem) um meine Eltern zu ärgern. Die Wildlederjacke mit Teddykragen, auf die ich so lange sparen musste und die ich dann zum ersten Mal bei der Party nach der Verkündung der Abi-Ergebnisse anzog. Die Jeansjacke, mit der ich von zu Hause ausgezogen bin. Oder die roten Heels, die ich mir gekauft habe, nachdem ich meinen ersten festen Job bekommen hatte. Wenn ich in zehn Jahren zurückschaue, werden mir wahrscheinlich auch die Geschichten zu den Dingen einfallen, die ich gerade gerne trage. Hier sind jedenfalls ein paar Lieblinge, viel Altes und auch ein wenig Neues:




Meine Tasche. Ich habe lange überlegt, als ich mir vorletztes Jahr diese Tasche gekauft habe, normalerweise setze ich immer auf Schwarz – wie gut, dass ich mich am Ende für Karamell (oder ist das Cognac? Egal!) entschieden habe, denn seitdem trage ich sie fast jeden Tag. Diese Liebe sieht man ihr mittlerweile auch an. Sie hat ein paar Flecken und Kratzer und ist nachgedunkelt, Fanny schmeißt auf unseren Spaziergängen immer alles hinein, was sie gerade so findet, Blätter, Kastanien und Stöcke, die aussehen wie ein F, aber so mag ich sie eigentlich nur noch mehr. Von Closed.


Noch so ein treuer Begleiter ist meine Cabanjacke. Ich mag ihre kleinen Details, die man auf den ersten Blick gar nicht sieht: das taubenblaue Innenfutter und die beige Unterseite des Kragens. Außerdem ist sie unglaublich weich. Von Filippa K.


Sobald es kälter wird, sehne ich mich nach Dingen, in denen ich versinken kann. In diesem Schal  versinkt man sehr gut. Und ich mag dieses Weinrot. Von & Other Stories


Fanny nennt ihre neuen, gefütterten Herbstschuhe „Pelzer”, dieser Pullover ist mein „Woller”. Von Arancrafts.


Diese Boots sind noch ziemlich neu. Normalerweise überlege ich bei Schuhen immer umständlich hin und wieder her, dieses Paar habe ich gesehen, sofort anprobiert und mitgenommen. Und es bislang kein bisschen bereut. Von & Other Stories.

Gerne begleiten dürfte mich jetzt noch...



1. ... dieser graue Mantel von Zara (diesen hier finde ich auch toll, allerdings gibt es ihn gerade nicht mehr in meiner Größe). 2. ... dieser Ringelpullover von Mango. 3. ... dieser Rucksack von James Castle. 4. ... diese Strickjacke aus der Kollektion von Lemaire für Uniqlo. 5. ... und dieser Pullover von Edited.

Was sind denn eure treuesten Begleiter? Oder Wünsche für den Herbst?

EIN PAAR DINGE, AUF DIE ICH MICH DIESEN HERBST FREUE


Dieses Wochenende war noch Spaghettieis-Wetter, aber man kann den Herbst schon ahnen, oder? So schön dieser Sommer war, ich freue mich auf die nächsten Wochen und darauf...

... wieder mehr Musik zu hören. Benjamin Clementine zum Beispiel.
... den Kragen hochzuschlagen.
... mich durch „A Modern Way to Eat” zu kochen – angefangen mit den Bananen-Blaubeer-Pecan-Pancakes, den Süßkartoffel-Quesadillas und der Herbst-Panzanella mit geröstetem Gemüse.
... ein Essen für Freunde zu kochen.
... weiter in „Die gleißende Welt” von Siri Hustvedt zu lesen.
... Süßkartoffel-Salat mit Feigen und Ziegenkäse zu essen.
... mal wieder in eine Sneak-Preview zu gehen.
... ein Kürbisgesicht zu schnitzen.
... mir die Bilder von Germaine Krull anzusehen.
... lange Spaziergänge zu machen.
... mir Grundschulen anzuschauen (auch wenn ich nicht wirklich glauben kann, dass Fanny nächstes Jahr in die Schule kommt).
... mir ein Kissenspray zu machen.
... viel frischen Pfefferminz-Tee zu trinken.
... Bananenbrot zu backen.

Wie geht´s euch: Freut ihr euch auf den Herbst oder seufzt ihr noch dem Sommer hinterher?

OKTOBER 2014 (UND EIN PAAR DINGE, DIE MIR GUTE LAUNE MACHEN)


Wie viel Zeit sie sich lässt. Fürs Blättersuchen, das, nein, dieses, nein, das hier, fürs Blätteraufkleben und Blättertiermalen. Zeit haben wir uns auch für unseren Sonntagsknödel bei Häppies gelassen, für mich dieser hier mit Ziegenkäse und Cranberrys, für sie einer mit Pflaumenmus und zerlassener Butter, und er schmeckte so gut, so sonntäglich, dass ich mir auch noch einen bestellt habe. Auf dem Nachhauseweg liegt diese Straße, die ich so schön finde, die Straße mit dem Blätterdach. Noch sind ein paar Bäume grün und es war fast sommerlich warm, aber das Licht ist schon Herbstlicht. Noch eine Schönheit: der Dahlienstrauß, den ich mir nach einem blöden Tag gekauft habe, an dem ich traurig war, weil ich mich ungerecht behandelt gefühlt habe (und es manchmal so schlecht hinkriege, das Unwichtige vom Wichtigen zu trennen) – es sind ja oft die kleinen Dinge, die gegen die großen helfen. Große Freude und Aufregung über das Erscheinen meines Buches – und über die Kommentare und Texte, die mich so dankbar machen, so rühren, erstaunen, wärmen. Heiter bis glücklich hat mich auch das Zitat im Zeit-Magazin gemacht. Und das allererste Halloween mit dem kleinen Schreckgespenst, was für ein Spaß. Irgendwann wurde der Oktober dann doch noch kalt und brachte die ersten Mützentage. Sie trägt am liebsten ihr Schaf, ich suche noch nach einer Mütze für den Winter. Und immer wieder: der glühende Himmel über Berlin. Was für ein aufregender, schöner, verwirrender Monat.

Noch ein paar Dinge, die mir gute Laune machen:

* Am Samstag mache ich Kürbissuppe. Vielleicht diese Variante? Und zum Nachtisch: Zimtschnecken.
* Die Vorfreude auf Amsterdam, auf ein paar Tage ganz allein, auf eine Stadt, die mir noch ganz fremd ist.
* Die Weihnachtskarten, die ich gestern bestellt habe. Noch nie war ich so früh dran. Aber diese hier von Held & Lykke haben es mir wirklich angetan.
* Eigentlich bin ich ein Kaffee-Trinker. P & T hat mich wieder auf Tee gebracht. Am Wochenende habe ich mir eine kleine Tüte "Top of the Day" gekauft mit Apfelstücken, Hibiskusblüten, Pfefferminzblättern, Zitronengras und Rosenblütenblättern.
* Die zweite Staffel der Dokumentation über das New York City Ballet. Hier kann man sie ansehen.
* Die Herbst-Ausgabe des Chick Pea-Magazines. Hier anzusehen. Und die neue Ausgabe vom Mutti-Magazin.
* Der neu angeschaffte Pizzastein. (Und wie sie den Pizzateig über Nacht schlafen legt und zudeckt und morgens, drei Sekunden nach dem Aufwachen, in die Küche rennt, um nachzusehen, ob er denn auch gut aufgegangen ist). Diesen Flammkuchen würde ich gerne mal probieren.
* Dieses Video. Was für ein Mann.
* Zwei Filme, die ich wirklich gerne sehen möchte: "In No Great Hurry. 13 Lessons in Life with Saul Leiter." Und "The Skeleton Twins".
Dieses Sweatshirt.
* Ich glaube, am Sonntag gibt´s mal wieder Frühstück im Bett. So wäre es schön. Und diesen Karotten-Bananen-Orangen-Kuchen stelle ich mir auch sehr lecker vor, vielleicht backe ich ihn Samstagabend, ich finde es unheimlich schön, am Abend zu backen, wenn alles still und es draußen dunkel ist.
* Und dieser Song: Rainmen von Erlend Øye.

Was macht euch denn gerade gute Laune?
Schönes Wochenende!

SEPTEMBER 2014


Der Sommer geht langsam dieses Jahr, wie schön das ist. Ich mag die letzten Flutschfinger-Tage so. Und überhaupt den ganzen September: Die wilden Blumensträuße, die es bei Blumenbett in der Rykestraße gibt, so gut nach (zu) langen Tagen. Eis- und Burger-Tattoos auf dem Arm. Die ersten gesammelten Kastanien, Hosentaschen voll. Meinen Schreibtisch ein wenig umzuräumen, damit das Wiederarbeiten nach dem Urlaub ein bisschen leichter fällt (und fällt mit Streifen nicht alles leichter, oder bin das nur ich?). Der Ottolenghi-Salat mit frischen Feigen, Süßkartoffeln und Ziegenfrischkäse, jeden Samstagabend (bis es keine frischen Feigen mehr gibt oder der Mann streikt – wobei sein heiliger Schnitzelsonntag ein ziemlich gutes Gegenargument ist). Der Herzring, den ich mir aus New York mitgebracht habe (ich hoffe, ich finde ihn wieder, nachdem Fanny ihn anprobiert und leider vergessen hat, wohin sie ihn danach gelegt hat, wahrscheinlich finde ich ihn in einem Jahr an einem Ort wieder, an dem ich niemals suchen würde, ich hoffe es jedenfalls). Die Passionsfruchttarte von Jubel Berlin, einer tollen neuen Pâtisserie (bald mal mehr darüber). Fahrradfahrenüben. Fünf Minuten auf dem Balkon zu sitzen in diesem Herbstlicht, auf keine Zigarette. "Die Brücke" zu gucken. Gleich nach dem Aufwachen von ihren Träumen erzählt zu bekommen, von einem Regenbogen im Fahrradkorb. Ich mochte auch, wie wach einen das Wieder-nach-Hause-Kommen für die eigene Stadt und das eigene Leben macht, wie so ein bisschen Abstand dabei hilft, Klarheit darüber zu kriegen, was man will (und nicht mehr will). Jetzt freue ich mich auf den Herbst und auf all das, was kommt. Ein Wochenende alleine in Amsterdam, zum Beispiel. Habt ihr vielleicht Tipps für eine bezahlbare Unterkunft oder überhaupt? Danke und eine schöne Woche!

EIN HERBST-WUNSCHZETTEL


Wieder hier, aber noch nicht ganz da. Die Gedanken noch in Brooklyn, bei diesen Tagen, die so richtig und räkelig waren. Im Kopf aber auch schon ein wenig Herbstvorfreude, ich mag ihn ja, den Herbst. Die ersten Pullovertage, Lesen, Pfifferlinge, Kürbissuppe, Kakao. Vor dem Urlaub noch viel sortiert und aufgeräumt, die Wohnung, den Kleiderschrank, den Kopf aber auch. Jetzt ist wieder Platz für Neues. Freuen würde ich mich über...

... "Women in Clothes", das neue Buch von Leanne Shapton, Sheila Heti, Heidi Julavits und 639 anderen Frauen, die in Interviews und mit Illustrationen und Fotografien beantwortet haben, was sie tragen und wie diese Mode sie prägt. Den Fragebogen, den sich die Autoren ausgedacht haben, finde ich spannend ("What are some things you admire about how other women present themselves?" "Are there any clothing items that you have in multiple? Why do you think you keep buying this thing?" "Can you say a bit about how your mother´s body and style has been passed down to you, or not?" "Was there a point in your life when your style changed dramatically? What happened?" "Please describe your body". "Please describe your mind".) Die Frauen, die dabei sind, auch: Lena Dunham, Miranda July, Kim Gordon oder Cindy Sherman. (Hier ist die Website zum Buch).
... das neue Kochbuch von Yotam Ottolenghi: "Vegetarische Köstlichkeiten". 
... das "Glow Face Serum" von Karmameju, dass ich vor ein paar Tagen in Jacks Beauty Department entdeckt habe. Weil der Preis schon ordentlich ist, hat mir die nette Verkäuferin eine Probe abgefüllt. Eindruck bisher: top – die Haut wird weich und richtig schön prall und der Duft ist herrlich.
... die zweite und dritte Staffel von "Veronica Mars". Mit der ersten Staffel bin ich in den Ferien versackt. Der Inhalt klingt erstmal merkwürdig (Highschool-Schülerin arbeitet nebenbei als Privatdetektivin und versucht, den Mord an ihrer besten Freundin aufzuklären), zieht einen aber schon nach zwei, drei Folgen völlig in den Bann.

Und drei erfüllte Wünsche:
"Die Interessanten" von Meg Wolitzer. Ich bin noch nicht sonderlich weit mit diesen Buch, aber was für ein Anfang! (Hier mehr und auch eine Leseprobe).
…dunkelroter Herbstnagellack: "A-List" von Essie.
…und ein wunderschönes Rouge, in New York gekauft, seither fast jeden Tag getragen: das "Coconut Watercolor Cheek Gelée" in "Poppy Paradise" von Josie Maran – von Ari hier viel kenntnisreicher beschrieben und beschwärmt, als ich das je könnte.

Bald mehr, auch über New York.
Worauf freut ihr euch diesen Herbst?
Eine schöne Woche!

HERBSTESSEN: CRUMBLE

Je kälter es wird, desto größer wird meine Lust, zu kochen und zu backen. Letztes Wochenende haben wir zum ersten Mal Blaubeer-Crumble gemacht. Ein Rezept von Leila Lindholm, das auf jeden Fall ins Koch-Notizbuch mit meinen Lieblingsalltags-Rezepten kommt. Weil es hier allen richtig gut geschmeckt hat. Weil die Krümel in diesem Rezept herrlich buttrig werden (was nicht weiter erstaunlich ist - bei der Menge Butter, die in diesen Krümeln ist...). Weil das Abwiegen der Zutaten länger dauert als die Zubereitung. Und dieses Crumble so riecht, wie eine Wohnung riechen sollte, wenn es draußen kalt ist und der Regen gegen die Scheibe prasselt. 

Auch gut: Dieses Rezept ist sehr flexibel. Statt Blaubeeren kann man auch Kirschen nehmen (dann schlägt Lindholm vor, die abgeriebene Schale einer Orange dazuzugeben und dunklen Muskovadozucker). Oder natürlich: Äpfel. Dann würde ich sie zubereiten wie in diesem Crumble-Rezept von Christian Seiler (aber mit den Streuseln von Leila Lindholm). Oder mit Birnen. Die Streusel reichen für eine große Auflaufform - für eine kleine würde ich das Rezept halbieren. 


BLAUBEER-CRUMBLE (leicht abgewandelt nach einem Rezept von Leila Lindholm)

ZUTATEN FÜR DIE STREUSEL (für eine große Auflaufform)
250g kalte Butter (wer es nicht ganz so buttrig mag, sollte die Menge reduzieren: mein Mann macht seine Streusel im Verhältnis: 200g Mehl - 200g Butter - 125g Zucker)
120g brauner Zucker
75g Kokosraspel
150g Weizenmehl
45g Haferflocken

Den Backofen auf 200 Grad vorheizen.
Die Butter klein würfeln. 
Die Butterstücke in einer Schüssel mit dem Zucker, den Kokosraspeln und dem Mehl mit den Fingern zu Streuseln verkneten.
Vorsichtig die Haferflocken einarbeiten.

ZUTATEN FÜR DIE DEN AUFLAUF (für eine große Auflaufform)
900g Blaubeeren (es gehen auch TK-Beeren - ich taue sie immer vorher auf)
Die abgeriebene Schale von 1 Zitrone
40g Zucker (falls die Beeren eher sauer sind, ein wenig mehr, ganz nach Geschmack)
Butter zum Einfetten der Form
Vanillesauce oder Eis (wer mag)
(Im Originalrezept wird noch 1 EL Speisestärke dazu gegeben - ich verzichte darauf)

Die Beeren mit dem Zucker und der Zitronenschale vermischen und in eine eingefettete Auflaufform geben.
Mit den Streuseln bedecken (man braucht mehr Streusel, als man denkt, die Streuseldecke darf ruhig dick sein).
Etwa 25 Minuten goldbraun backen.

PS: Was ich in meiner Liste von letztem Donnerstag noch vergessen habe: Auf Arte läuft gerade die dritte Staffel der tollen Serie "Borgen". 

Schönes Wochenende!

ZEIT FÜR SUPPE



Schon seltsam. Der Herbst ist da, im Supermarkt stehen die ersten Lebkuchen - und für mich fühlt es sich an, als hätte das Jahr gerade erst begonnen. Neuer Job, eine neue Ordnung (die sich mitunter noch finden muss), und zum ersten Mal seit langem das Gefühl, dass alles am richtigen Platz ist. Ich bin müde, ich bin auch immer wieder gestresst - aber das Leben fühlt sich nicht mehr an wie ein ewiges Gegenanlaufen. Unter allem liegt ein großes Glück, eine Zufriedenheit. Vielleicht waren es die Ferien in New York und das Durchatmen können, vielleicht waren es auch die vielen schlechten Nachrichten aus dem Leben von Freunden und Bekannten in diesem Jahr, die mir bewusst gemacht haben, wie wenig selbstverständlich die Selbstverständlichkeiten in meinem Leben sind. So ist das gerade. Ich freue mich über den Herbst, über einen Spaziergang unter blauem Himmel mit meinem Mädchen, über einen Filmguckabend mit viel zu viel Eis, über ein Mittagessen mit Freundinnen, über einen Topf Möhrensuppe, die ich vor ein paar Tagen bei Bleubird entdeckt habe - einem Blog, das ich schon ewig lese und immer noch sehr gern. Diese Suppe ist toll, ich werde sie noch oft kochen, das Rezept ist simpel, der Geschmack ganz wunderbar klar.

MÖHRENSUPPE (nach einem Rezept von Bleubird)

ZUTATEN
8-10 Möhren, geschält und in Scheiben geschnitten
1 große Zwiebel, klein gehackt
1 Knoblauchzehe, geschält und zerhackt
800 ml Hühnerbrühe (kann auch durch Gemüsebrühe ersetzt werden)
400 ml Gemüsebrühe
Olivenöl
1-2 TL frischer Majoran (klein gehackt)
1-2 TL frische Petersilie (klein gehackt)
1-2 TL frischer Thymian (klein gehackt)
1-2 TL frischer Dill (klein gehackt)
3 (großzügige) EL Crème fraiche
Salz & Pfeffer

Die Zwiebeln in einem Topf mit Olivenöl bei nicht allzu hoher Hitze glasig anbraten, den Knoblauch für 1-2 Minuten dazu geben. Dann die Karotten, die Gewürze und die Brühe. Alles zum Kochen bringen und dann auf geringer Hitze für 45 Minuten köcheln lassen. Kurz abkühlen lassen und mit einem Stabmixer pürieren. Die Crème fraiche unterrühren, noch einmal kurz aufkochen lassen, und mit Salz und Pfeffer abschmecken.


STRICKJACKENTAGE



Zum ersten Mal gefroren diese Woche. Und zum ersten Mal eine dicke Strickjacke angezogen. Es ist komisch, wie sehr ich bei diesem Wetter sofort das Bedürfnis habe, zu verhöhlen (oder ist es bloß das Wiederzuhausesein, vermutlich beides). Diese Woche war jedenfalls genau so. Sehr ruhig. Sehr schön. Sehr verhöhlt. Ein bisschen wehmütig, schon jetzt vom Sommer Abschied nehmen zu müssen, im Nacken noch den Fast-Sonnenbrand aus New York. Ich mag den Spätsommer, die Wärme, die nicht mehr so brennt, das Licht, das nicht mehr so grell ist. Der Spätsommer ist wie die Zugabe bei einem richtig guten Konzert, wenn die Band schon gegangen ist und der Sänger alleine auf der Bühne steht, man weiß, gleich geht es nach Hause, aber jetzt kommt noch dieser eine Song, und verdammt, er ist schön (vielleicht, weil er nicht mehr groß beeindrucken will).

Ich glaube, die Zugabe kommt erst noch. Und trotzdem freue ich mich auf den Herbst. Auf Kürbis-Suppe und Apfelkuchen und Zimtschnecken. Aufs Mützetragen und dicke Socken an den Füßen. Auf rote Blätter. Auf das Rumbasteln an einer Herbstplaylist, die ich dann viel zu oft hören werde. Auf Abende mit Freunden am Küchentisch. Dieses Jahr möchte ich Thanksgiving feiern, bloß so (und weil ich gerade sehr dankbar für vieles bin). Ich freu mich auf das neue Buch von Junot Diaz (ich hab "Das kurze und wundersame Leben des Oscar Wao" so gemocht). Überhaupt auf einen riesigen Bücherstapel, der mit Lena Goreliks "Die Listensammlerin" und Marisha Pessls "Die amerikanische Nacht" diese Woche zu wachsen begonnen hat. Ich freu mich aufs Lesen, die Decke bis zur Nase gezogen. Und aufs wieder richtig Musik hören. Aufs Rumbummeln und schauen, wie der Herbst aussehen wird. Auf den ersten richtigen Wochenend-Regenguss, weil das kleine Mädchen, das ich nicht mehr kleines Mädchen nennen darf, und ich dann nämlich unsere neuen Regenschirme ausführen werden. Auf heißen Kakao mit ein paar Stückchen dunkler, salziger Schokolade. Auf die Renovierung vom Schlafzimmer. Vielleicht aufs Strickenlernen, mal schauen. Ich glaub, das wird schön.

SÜCHTIG NACH... BANANENBROT





Mein liebstes Urlaubsritual: warmes Bananenbrot zum Frühstück. Ein riesiges Stück warmer Kuchen mit einer großen Flocke Butter, die langsam darauf schmilzt. Süß, aber auf eine sehr sanfte Art. Saftig und gerade richtig nussig. Besser kann ein Tag nicht beginnen. Eigentlich seltsam, dass ich meine Bananenbrot-Liebe erst in New York entdeckt habe. Aber manche Dinge schmecken in den Ferien einfach besser, oder? Wieder zu Hause hatte ich jedenfalls große Lust auf Bananenbrot und habe nach einem einfachen Rezept ohne Rosinen gesucht, dass man schnell und unkompliziert backen kann. Meine Freundin Silke hatte den perfekten Tipp: das Bananenbrot von Sophie Dahl. In 15 Minuten im Ofen und genau das Richtige gegen die ersten Herbstgefühle und Regen vorm Fenster. (Danke, Silke!)

BANANENBROT (nach einem Rezept von Sophie Dahl)

ZUTATEN FÜR EIN BROT
75g weiche Butter
4 reife Bananen, zu Mus püriert
200g brauner Zucker
1 Ei, verrührt
1 EL Vanille-Extrakt
1 TL Backpulver
1 Prise Salz
170g Mehl
1 Handvoll Walnüsse (wer mag - im Originalrezept stehen sie nicht)

Den Ofen auf 180°C vorheizen.
Eine Kastenform buttern und mehlen.
Die pürierten Bananen in eine Schüssel geben. Die Butter, den Zucker, das verrührte Ei und das Vanille-Extrakt dazu geben und mit einem Handmixer gut verrühren.
Backpulver und Salz dazu geben und nach und nach das Mehl einsieben bis alles gut vermixt ist. Am Ende die Walnüsse dazu geben und mit einem Löffel unterrühren.
In die Kastenform geben und für eine Stunde backen.
Gut abkühlen lassen und aus der Form lösen.
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