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DER PLAN FÜRS WOCHENENDE


Letzte Woche habe ich sehr über den Satz von Elisabeth Raether auf Instagram gegrinst: „Ein gelungenes Wochenende: Man wirft Freitagabend die Schuhe in die Ecke, und erst am Montagmorgen zieht man wieder eine richtige Hose an.” Ungefähr so sieht auch mein Plan fürs Wochenende aus. Möglichst viel rumliegen. Und lecker kochen, zum Beispiel die Veggie Flautas von Designlovefest: Tortillas mit Süßkartoffeln, Bohnen, Mais und jeder Menge Guacamole. Danach das Salzkaramellpopcorn von Fräulein Text, weil ich die Vorstellung schön finde, gemütlich vor mich hin zu knuspern, während ich mir die dritte Staffel von „Die Brücke – Transit in den Tod” ansehe, einer melancholischen Krimiserie, die es gerade in der ZDF-Mediathek gibt. Oder die Food-Dokumentation „Cooked” (ab heute auf Netflix) in der Michael Pollan in vier Episoden den Grundelementen hinterherkocht: Feuer, Wasser, Luft und Erde. „We all have powerful memories of being cooked for”, sagt der berühmte Food-Schreiber. „Their act of generosity and love I think is still in there for most of us and it´s very powerful. When we learn to cook is when we became truly human, but we´ve lost touch I think with how that food got to our plates.” Ich glaube, das wird schön.





Fotos: Foto aus „Die Brücke III – Transit in den Tod” vom ZDF/Carolina Romare, alle Fotos zu „Cooked” von Netflix, Veggie Flautas von Designlovefest / Ivan Solis, Popcorn von Frl. Text.

MEIN BERLIN: DIE PATISSERIE JUBEL



Natürlich sind es auch die Törtchen. Egal, welche Sorte man probiert (und sie sind so klein, dass man auch zwei oder drei probieren kann), sie sind alle gut. Sie machen kuchenglücklich, überraschen aber auch. Die Passionsfruchttörtchen: säuerlich, knusprig, dann wieder süß durch die winzigen Baiserpünktchen. Oder die Windbeutel, luftig, leicht, dann wieder herzhaft durch die eingelegten Pflaumen und den frischen Estragon. Und die Opéra-Törtchen, ich sollte einen Bogen um sie machen, aber wie kann man einen Bogen um dieses kleine Wunder machen – die herrliche Unfairness von Nougat und Schokolade. Es ist aber auch der Ort selbst. Die Patisserie Jubel von Lucie Babinska und Kai Michels kriegt es hin, gleichzeitig schlicht, modern und gemütlich zu sein: mit hellblauen Kacheln an der Wand, frischen Blumen auf den Holztischen und einer wunderschönen Lampengirlande im Fenster. Sie ist ein guter Ort für schlechte Tage. Und für besonders schöne. Und für Törtchen-Tage. Und für Regen-Tage. Und für Tage, an denen man nicht weiß, wohin mit sich. Und für Nachmittage mit Freundinnen. Und hungrigen Nicht-mehr-kleinen-Mädchen. Ein Ort, den man immer ein bisschen glücklicher verlässt. 


Jubel – Feine Patisserie, Hufelandstr. 10, 10407 Berlin, Di – Fr 11-19 Uhr, Sa – So 11-18 Uhr.
Fotos: Caroline Prange

ZWEI FÜR DIESES WOCHENENDE: DIE BEEINDRUCKENDEN DOKUMENTATIONEN „DIOR UND ICH” UND „CHEF´S TABLE”




Und dann sitzt er auf dem Balkon des Hauses, in dem gleich seine erste Show für Dior stattfinden wird, und sein Kinn beginnt zu zittern, „now it´s coming”. Unten fahren die Stars in großen Autos vor, oben sitzt Raf Simons und weint. Vor Anspannung, vor Nervosität, vor Angst, vor Freude, es ist schwer zu sagen, aber gut zu verstehen, wenn man weiß, dass er in den letzten zwei Monaten seine erste Haute-Couture-Kollektion für Dior entworfen hat. Hinter ihm und seinem Team liegen acht Wochen harter Arbeit, Schlaflosigkeit, Aufregung, Ernüchterung, Freude. „Dior und ich” von Regisseur Frédéric Tcheng erzählt von diesen Wochen. Erzählt davon, wie Raf Simons sich in ein Gemälde von Sterling Ruby verliebt und es zu Stoff machen will, obwohl die Stoffhersteller das schlicht für unmöglich halten. Erzählt davon, wie Simons einen weißen Blazer nun doch lieber in Schwarz sehen möchte (und was sein hinreißender Studio-Leiter Pieter Mulier tut, um ihm diesen Wunsch zu erfüllen). Erzählt, wie Raf Simons versucht, seiner Vorstellung von Modernität zu folgen, ohne die Tradition dieses großen Modehauses zu verraten. Der Film zeigt aber nicht nur Raf Simons, sondern auch sein Team: Seine rechte Hand Pieter Mulier, die Leiterinnen des Ateliers und die Schneiderinnen, die dort teilweise schon seit mehr als 40 Jahren arbeiten. „Dior und ich” zeigt, wie viel Liebe und Arbeit, Nerven und Handwerk, Wissen und Präzision in einem einzigen Haute-Couture-Kleid stecken (und wie schwer es den Schneiderinnen am Ende fällt, die Kleider, an denen sie Wochen gearbeitet haben, dann – über den Runway – gehen zu lassen). Vor allem aber zeigt er, was möglich werden kann, wenn man seinen eigenen Ideen und Instinkten vertraut und folgt. „I have an idea, but it´s very extreme”, sagt Raf Simons nachdem er sich das Haus in Paris angesehen hat, in dem seine erste Show stattfinden soll. Er möchte die Räume mit Blumen dekorieren, von oben bis unten, die ganzen Wände, alle Räume, und jeden mit einer anderen Blume. Am Ende verwandelt sich dieses Pariser Haus tatsächlich in ein einziges Blütenmeer. Und ich hab mir eine Träne weggewischt. Vielleicht waren es auch zwei.

„Dior und ich” von Frédéric Tcheng, mit Raf Simons, Pieter Mulier, Anna Wintour, Marion Cotillard und Jennifer Lawrence, ab heute im Kino. Hier ist die Website zum Film, hier ein Interview mit dem Regisseur und hier eine Geschichte über Pieter Mulier.



Und dann diese Food-Doku-Serie auf Netflix: „Chef´s Table”. Ich weiß nicht, wann mich eine Fernsehserie zuletzt so umgehauen hat. Mich so hat staunen lassen. Das Prinzip dieser Serie ist einfach: In jeder Folge wird ein berühmter Koch vorgestellt. Der italienische Koch Massimo Bottura etwa, der 1995 ein Restaurant in Modena eröffnete und beschloss, sich eine moderne italienische Küche auszudenken, die zwar auf der klassischen Kochkunst Modenas basiert, sie aber radikal modernisiert – eine Idee, die seine Gäste zunächst empörte. „Können sie sich vorstellen, was die Einheimischen über uns dachten?” fragt Bottura und erzählt, wie er ihnen Tortellini nicht in großen Schüsseln servierte, sondern auf einem Teller, nur sechs Stück, in einer Linie, die in die Brühe hineinwandert. „Sie wünschten uns die Pest an den Hals. Du darfst Großmutters Rezept nicht beschmutzen”. Heute gehört die Osteria Francescana zu den besten Restaurants der Welt und hat drei Michelin-Sterne, aber „Chef´s Table” erzählt gar nicht so sehr von diesem Erfolg, sondern von Botturas Weg dorthin, von seinem Nicht-Aufgeben gegen alle Widerstände, seinem Trotz, auch seiner Wut und Enttäuschung. Oder Magnus Nilsson, der im schwedischen Järpen weit entfernt von jeder Großstadt ein Restaurant führt, in dem er mit regionalen Produkten eine moderne, nordische Küche kocht – was schon deshalb eine riesige Herausforderung ist, weil es von Oktober bis April gar keine frischen Produkte in der Region gibt und Nilsson die Jahreszeiten überlisten muss, indem er die regionalen Zutaten konserviert. Auch diese Geschichte ist eine Erfolgsgeschichte – die Menschen reisen von überall her an, um einen der zwölf Plätze im Fäviken zu ergattern – erzählt wird aber der Weg dorthin. Wie Nilsson das Kochen aus Frustration schon ganz aufgegeben hatte. Wie er durch den Norden reiste, um alte Gerichte und ihre Zubereitungsweisen zu lernen. Und wie er nun endlich das Gefühl hat, irgendwo angekommen zu sein, in seiner Heimat, der er früher so unbedingt entfliehen wollte.

Habt ihr in letzter Zeit auch Entdeckungen gemacht? Oder schon „Chef´s Table” gesehen?

Chef´s Table von Clay Jeter, Brian McGinn, Andrew Fried und David Gelb mit Dan Barber, Massimo Bottura, Francis Mallmann, Niki Nakayama, Magnus Nilsson und Ben Shewry, auf Netflix anzusehen.

WAS GIBT`S ZUM ABENDBROT?
SPAGHETTI MIT OLIVEN, GETROCKNETEN TOMATEN UND FETA
(UND EIN TIPP FÜR ALLE BERLINER)



Am Wochenende koche ich gerne langsam und ausführlich. Unter der Woche mag ich es schnell und praktisch. Dieses Rezept passt genau in diese Kategorie. Man braucht keine komplizierten Zutaten und nicht viel Zeit, aber der Geschmack von getrockneten Tomaten mit schwarzen Oliven, cremigem Feta und frischem Basilikum, der ist schon sehr gut. Die Art Essen, die einen mit einem holprigen Tag versöhnt. Wir essen diese Nudeln aber auch gerne, weil sie ein super Kinderessen sind, wenn man einfach ein bisschen pure Tomatensoße aufhebt und hinterher Feta drüber streut (falls das Kind denn Feta mag). Das Rezept ist das erste, das ich aus dem neuen Mutti-Magazin probiert habe. Das gefällt auf den ersten Blick, ein zweiter folgt noch.

ZUTATEN FÜR SPAGHETTI MIT OLIVEN, GETROCKNETEN TOMATEN UND FETA
(für vier Portionen)

* 400g Spaghetti
* 75g Oliven (ich mag die schwarzen, aber man kann auch grüne nehmen – ohne Stein)
* 100g getrocknete Tomaten (ich nehme die schon in Streifen geschnittenen aus dem Glas)
* 2 Knoblauchzehen
* 1 Zwiebel
* Schuss Olivenöl
* 2 Gläser Tomatensoße
* Prise Salz, Pfeffer, Zucker
* 100g Feta
* frischer Basilikum

Die Spaghetti in kochendem Salzwasser nach Packungsanweisung zubereiten.
Die Oliven abtropfen lassen und halbieren.
Die Tomaten in feine Streifen schneiden.
Den Knoblauch und die Zwiebel fein hacken.
Olivenöl in einem Topf erhitzen.
Den Knoblauch, die Zwiebeln und die getrockneten Tomaten darin andünsten.
Die Oliven und die Tomatensoße dazu geben.
Die Gläser mit etwas Wasser ausspülen und den Inhalt zugießen.
Die Soße 2-3 Minuten köcheln lassen.
Mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken.
Den Feta zerbröckeln.
Die Spaghetti abtropfen lassen, mit der Soße vermischen und mit Feta bestreuen.
Dazu ein paar Blätter Basilikum.



***
Und ein Tipp für alle Berliner: Am Mittwoch (9. Juli) eröffnet passend zur Fashion Week um 16 Uhr der "Wild Heart Free Soul Bazaar". Präsentiert werden farbenprächtige Nomaden-Kilims, Kilim-Kissen, Hamam-Handtücher, ausgewählte Vintage-Designer-Mode, Accessoires und Halstücher. Zu den Unikaten aus Anatolien gibt es eisgekühltes Bier und Gebäck. Ich bin auf jeden Fall dabei.
Wo? WHFS-Atölye in der Elisabethkirchstraße 13 in Berlin-Mitte
Wann? Mittwoch (9. Juli) von 16-22 h und Donnerstag bis Samstag (10. – 12. Juli) von 12-18 h.
Wer macht das? Beyza, Lena und Jana.
Wo kann ich mehr erfahren? http://wildheartfreesoul.com

Kommt gut in die Woche!

EIN KOCHBUCH, EIN REZEPT: DEUTSCHLAND VEGETARISCH


Nachdem ihr so von "Deutschland vegetarisch" geschwärmt habt, habe ich mir Stevan Pauls neues Kochbuch angesehen und kann nur mitschwärmen: Was für ein außergewöhnlich schönes, liebevoll gemachtes Kochbuch. Toll fotografiert und gestaltet (drei Lesebändchen, so etwas mag ich). Vor allem aber: was für tolle Rezepte.

Die Idee: Deutsche vegetarische Rezepte. Gibt es denn da überhaupt so viele, dachte ich kurz, aber die gibt es selbstverständlich: "Bis in die Wirtschaftswunderjahre hinein war Fleisch in deutschen Speisekammern und Küchen eine Sonntagsangelegenheit - etwas ganz Besonderes", schreibt Stevan Paul. "Daher findet sich in allen Bundesländern eine regionale Gemüseküche mit langer Tradition." Das macht natürlich Sinn. Und mir großen Hunger. Die Bärlauch-Mandel-Paste mit Röstkartoffeln aus dem Ofen oder die Remoulade von 1858 mit Pellkartoffeln, zum Beispiel. Spinatomelett oder Zwiebelkuchen. Pilzpfanne und Thüringer Klösse mit dunkler Soße. Mir haben es aber vor allem auch die süßen Rezepte angetan: Gebratene Griessschnitten mit Rhabarberkompott, Kirschenmichel, Zwetschgenklösse, Süsse Nudeln mit Backobstkompott und Ofenschlupfer. Ich könnte endlos weitermachen, es gibt tatsächlich wenig Rezepte, die mich nicht neugierig machen.



Das Rezept, das ich heute gebacken habe, hat hier allen herrlich geschmeckt: Süße Rohrnudeln mit Vanillesauce. Ein tolles Rezept für einen Sonntagvormittag. Wenn man nach dem Frühstück gemütlich anfängt zu backen, hat man zum Mittagessen dampfende, duftende, mit Pflaumenmus gefüllte Rohrnudeln. Das dauert eine Weile, der Teig muss drei Mal gehen (sehr zum Entzücken des kleinen Mädchens, das ihn jedes Mal samt Einschlaflied zugedeckt hat), aber ich finde es schön, wenn sich ein Rezept (und ich mir) mal Zeit lässt (keine Zeit haben wir ja alle oft genug). Hier ist das Rezept:

SÜSSE ROHRNUDELN MIT VANILLESAUCE

ZUTATEN FÜR DIE ROHRNUDELN (für eine Auflaufform)
100ml Milch
280g Mehl (Typ 405)
20g frische Hefe
ca. 50g Zucker
40g weiche Butter
4 Eigelb (Größe M)
1 Ei (Größe M)
Prise Salz
Mehl für die Arbeitsfläche
ca. 80g Zwetschgenmus
Butter für die Form
1 EL Sahne
Puderzucker

ZUTATEN FÜR DIE VANILLESAUCE
100ml Sahne
1 Vanilleschote
250ml Milch
50g Zucker
2 Eigelb
8g Speisestärke

Zubereitung der Rohrnudeln:

Die Milch leicht erwärmen.
Mehl in eine Schüssel geben, in der Mitte eine Mulde formen, die Hefe hineinbröckeln und mit 3 EL Milch, 1 TL Zucker und Mehl vom Rand weg verrühren.
Den Vorteig mit einem Küchentuch bedecken und an einem warmen Ort eine Viertelstunde gehen lassen.

Die restliche Milch, den restlichen Zucker, die weiche Butter, 3 Eigelb, Ei und Salz zugeben.
Mit dem Knethaken des Handrührgerätes zu einem glatten Teig verarbeiten.
Den Teig auf einer bemehlten Fläche mit den Händen 2 Minuten kräftig kneten. (Bei mir war er noch sehr feucht, deswegen habe ich noch ein wenig Mehl dazu gegeben).
In einer Schüssel mit einem Küchentuch bedeckt an einem warmen Ort 40 Minuten gehen lassen.

(Das ist ein guter Moment, die Vanillesauce zu machen, Anleitung unten.)

Den aufgegangenen Teig kurz durchkneten und auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einer Rolle formen.
Die Rolle in 12 Stücke schneiden.
Jedes Stück mit den Händen leicht flach drücken und mit je 1 TL Zwetschgenmus füllen.
Den Teig über die Füllung klappen, zusammendrehen, rund formen und mit der Nahtseite nach unten nebeneinander in eine gebutterte Auflaufform setzen.
Mit einem Küchentuch bedecken und 20 Minuten gehen lassen.

Den Ofen auf 180°C vorheizen.
Das Eigelb mit der Sahne verquirlen und die Oberfläche der Rohrnudeln damit bestreichen.
Für 30-35 Minuten backen.
Mit Puderzucker bestäuben.

Zubereitung der Vanillesauce:

Die Sahne cremig-steif schlagen.
Die Vanilleschote längs halbieren und mit Milch, Zucker, Eigelb und Stärke unter Rühren aufkochen. 1 Minute kochen.
Die Sauce in eine Schüssel geben, die Sahne unterheben und unter gelegentlichem Rühren abkühlen lassen.


Falls jemand Stevan Paul noch nicht kennt: Hier ist sein Weblog - dort findet sich auch eine Liste seiner Bücher - Stevan Paul kann nämlich nicht nur sensationell kochen, sondern auch schreiben.

"Deutschland vegetarisch" von Stevan Paul (Autor) und Katharina Seiser (Herausgeberin), 272 Seiten, Brandstätter Verlag, 34.90 Euro.


LIEBLINGE DES JAHRES, PART 5: KOCHBÜCHER





Ich bin mittlerweile ein bisschen spät dran, aber hier sind ein paar Kochbücher, die mir 2013 wirklich gut gefallen haben:

THE GREEN KITCHEN
Wer hat´s geschrieben?-
Luise Vindahl und David Frenkiel - ein Paar aus Stockholm, das gemeinsam das Food-Blog "Green Kitchen Stories" schreibt.
Was wird gekocht?
Vegetarisch, teilweise vegan, größtenteils glutenfrei, sehr gesund und alltagstauglich, zum Beispiel: Bananen und Kokosnuss-Pfannkuchen (ohne Mehl). Brokkoli-Salat mit Granatapfelkernen und Rosinen. Fenchel-Kokosnuss-Tarte. Vanille-Pfirsiche mit Pistazien-Crumble. Mein Lieblingsrezept, der Schokoladen-Kuchen mit Datteln, ist allerdings nicht im Buch, sondern hier zu finden.
Warum ich das mag?
Weil es mir richtig gut schmeckt. Weil die meisten Rezepte sehr alltagstauglich sind und die aufwendigeren Rezepte den Aufwand auch lohnen. Ich mag aber auch die Bilder und das schöne, schlichte Layout dieses Buches.
Sonst noch erwähnenswert:
Die beiden Apps zum Kochbuch.

JERUSALEM
Wer hat´s geschrieben?
Yotam Ottolenghi, der Mann, der mir beigebracht hat, wie aufregend vegetarische Küche sein kann, und sein Freund Sami Tamimi. Beide sind in Jerusalem aufgewachsen, kennengelernt haben sie sich aber erst in London, wo sie mittlerweile mehrere Restaurants gegründet haben.
Was wird gekocht?
Drin ist, was drauf steht: Gerichte, die man in Jerusalem isst, einem Ort, an dem alle möglichen Kulturen und Traditionen nebeneinander leben und einander beeinflussen. Zum Beispiel: Baby-Spinat-Salat mit Datteln und Mandeln, Shakshuka, Hühnchen mit karamellisierten Zwiebeln und Safran-Reis, Hummus und mein absoluter Lieblingssalat: der Süßkartoffel-Salat mit frischen Feigen.
Warum ich das mag?
Weil das alles nach Sommer, nach Sonne, nach ein wenig Drama und viel Leidenschaft schmeckt (in einem Interview, das ich gelesen habe, erklärte Ottolenghi seine Küche auch mit dem Hinweis, dass er aus einer Gegend komme, in der Menschen laut und viel miteinander reden und nicht wirklich zurückhaltend seien). Jedes Mal, wenn ich etwas aus diesem Kochbuch koche, wird mir um ein paar Grad wärmer. Alles ist gesund, frisch, intensiv. Kompliziert sind die Rezepte nicht, allerdings benötigt man einen anständigen Gemüse-Händler und ein paar Gewürze, die man nicht in jedem Supermarkt bekommt - die "Jerusalem"-Gerichte leben von guten, besonnten Zutaten.

KEEPERS
Wer hat´s geschrieben?
Kathy Brennan und Caroline Campion - beide haben mal beim amerikanischen Food-Magazin Saveur gearbeitet und festgestellt, dass die Frage, was es zum Abendbrot gibt, sie mehr stresst als nötig ist.
Was wird gekocht?
Die Idee dieses Kochbuchs: Rezepte für jeden Tag (oder besser gesagt: jeden Abend), wenn die Zeit mal wieder knapp ist und man nicht ewig Zeit zum Kochen hat. Alle Rezepte verzichten auf teure Zutaten oder auf solche, nach denen man erst lange suchen muss. Und alle Gerichte sind in ungefähr 45 Minuten auf dem Tisch. Zum Beispiel: Kokosnuss-Hähnchen-Curry, Sommer-Spaghetti mit Mozarella, Oliven und Basilikum, Lasagne, Geröstete Aubergine mit Joghurt-Sauce oder Gurken-Wassermelonen-Salat.
Warum ich das mag?
Weil es hält, was es verspricht: Unaufgeregte, familientaugliche Rezepte - die Art Rezept also, nach der ich eigentlich ständig suche. Die Idee des Buches wird sehr konsequent durchgezogen, es gibt beispielsweise keine Vorspeisen oder Desserts, weil die Autorinnen der Meinung sind, dass man unter der Woche eher eine Packung Eis zum Nachtisch isst. Ein praktisches, sehr schön gemachtes Kochbuch.

TENDER - GEMÜSE
Wer hat´s geschrieben?
Nigel Slater, der berühmte britische Food-Journalist, Autor und Kolumnist.
Was wird gekocht?
Gemüse. Dieses ganze Buch handelt von Gemüse - von der Aubergine bis zur Zwiebel. Es ist allerdings kein klassisches Kochbuch, sondern eher so etwas wie eine Liebesgeschichte: Nigel Slater erklärt verschiedene Gemüsesorten, beschreibt, was sie ausmacht, welche Sorten es gibt, was gut zu ihnen passt, um dann ganz unterschiedliche, meist nicht übermäßig raffinierte Dinge mit ihnen zu kochen. Die Rezepte wollen nicht angeben, sondern dem Gemüse eine Bühne bieten: Gegrillte Aubergine mit Feta. Dicke Bohnen mit Kräutern und Speck. Gefüllte Paprika. Ofenpastinaken mit Ahornsirup und Thymian. Kürbis-Pangrattato mit Rosmarin und Orange.
Warum ich das mag?
Weil es wirklich informativ ist und mir dieses Buch schon viel beigebracht hat. Weil es wirklich hinreißend schön ist. Aber vor allem, weil es so gut geschrieben ist. Manchmal lese ich nach einem anstrengenden Tag ein Gemüse-Kapitel und es wirkt sofort, was vor allem daran liegt, dass Slater mit einer Zärtlichkeit und Genauigkeit schreibt, die mir Hunger und Gänsehaut machen und mich sehr rühren.
Sonst noch erwähnenswert:
Es gibt auch einen wunderschönen Band über Obst.

BALABOOSTA
Wer hat´s geschrieben?
Einat Admony betreibt drei Restaurants in New York.
Was wird gekocht?
In ihrem Kochbuch "Balaboosta" hat Admony die Rezepte aufgeschrieben, die sie für die Menschen kocht, die sie liebt: für ihre Kinder, ihren Mann, die ganze Familie, ihre Freunde. "We relied on my mother´s Persian instincts and the knowledge she´d inherited from generations of Jewish housewives before her", schreibt sie im Vorwort. "It was there, in my childhood kitchen, that I learned the trust-your-gut, balaboosta style of cooking that I rely on this day." Im Buch finden sich zum Beispiel Rezepte für: Bourekas (mit Aprikosen, Ziegenkäse und Thymian gefüllter Blätterteig), Zucchini-Küchlein mit Dip, Falafel, French Toast mit Kokosmilch und ein wirklich göttliches Hühnchen mit Granatapfel-Kernen und Walnüssen.
Warum ich das mag?
Können Rezepte herzlich sein? Ich glaube schon. Diese hier sind es jedenfalls. Es ist ein Kochbuch voller Wärme und Herzlichkeit, beim Lesen denkt man an lange, laute Abendessen mit Freunden. Und an die herrlichen Düfte, die beim Kochen dieser Gerichte durch die ganze Wohnung ziehen.

WHAT KATIE ATE
Wer hat´s geschrieben?
Katie Quinn Davies - Autorin des Food-Blogs "What Katie Ate".
Was wird gekocht?
Ihre Lieblingsrezepte. Zum Beispiel: Pilze auf Toast mit Walnüssen und Ziegenkäse. Vietnamesischer Salat mit knusprigem Schweinebauch. Salat mit kandiertem Pancetta, Balsamico und Feta. Kürbis-Ravioli mit brauner Butter und gerösteten Pekannüssen. Blutorangen-Rosmarin-Kuchen. Schoko-Baisers.
Warum ich das mag?
Weil es eines der schönsten Kochbücher ist, die ich kenne. Die Fotografie ist wirklich beeindruckend, das Layout auch. Nun geht´s in einem Kochbuch am Ende aber natürlich ums Kochen und um die Rezepte. Die sind für mich nicht ganz so easy, wie Katie sagt, das liegt aber nicht an ihr, sondern an mir (ich schaffe es eher selten, mir zum Frühstück Buttermilch-Crepes mit Zitrus-Kompott zu machen). Dafür sind die Rezepte sehr überzeugend. Und ich mag, dass man sich für dieses Buch Zeit nehmen muss (und gerne nimmt).

VEGGIESTAN
Wer hat´s geschrieben?
Die englische Autorin Sally Butcher betreibt in London das Deli "Persepolis".
Was wird gekocht?
Orientalische Gemüseküche. Butcher ist keine Vegetarierin, aber sie liebt Gemüse. Und diese Liebe merkt man ihr an. Wenn man die Grundzutaten mal zusammen hat, sind die Rezepte nicht irre kompliziert, schmecken aber spektakulär: Gurken-Granatapfel-Salsa, Tomaten-Fenchel-Suppe, ein Dattel-Feta-Salat, Couscous mit Süßkartoffeln und Tomaten und mein Lieblingsrezept: Aubergine mit Joghurt.
Warum ich das mag?
Weil Butcher nicht nur Rezepte aufschreibt, sondern auch kleine Geschichten, interessante Informationen und Begebenheiten, die ich wirklich gerne lese. Vor allem aber, weil es mir so richtig gut schmeckt und man sich mit diesen Rezepten glücklich essen kann. Wie gerne ich dieses Kochbuch mag, sieht man ihm nach einem halben Jahr auch an: Es hat überall Flecken und Knicke und kleine Notizen. Dabei gibt es noch so viel auszuprobieren, als nächstes den Spinat-Salat mit Aprikosen und Bulgur.

THE SMITTEN KITCHEN COOKBOOK
Wer hat´s geschrieben?
Deb Perelman, die von ihrer winzigen New Yorker Küche aus das Food-Blog "Smitten Kitchen" schreibt.
Was wird gekocht?
Alles, worauf sie gerade Lust hatte: Pfirsich-Pfannkuchen mit Sour Cream oder Aprikosen-Crumble zum Frühstück, Pilz-Tarte, Tacos mit Kürbis und schwarzen Bohnen, Hühnchen-Schnitzel mit Fenchel-Salat zum Abendbrot und zum Nachtisch Bananen-Tarte-Tatin oder Apfelkuchen.
Warum ich das mag?
Weil ich ihre Bodenständigkeit und ihren Humor mag. "They want to hear that I´m a fifth-generation chili maker from Texas or that I only eat food that I hunt, forage, or find under the wheel of a car. That I went to cooking school and spent years on the line being yelled at by a French guy with his name over the door", schreibt sie. "Or maybe I was at a thrift store and found a collection of handwritten Hungarian recipe cards and made it my life´s work to bring an old lady´s cooking back to life. People want a story with drama and excitement. They don´t want to hear that I´ve been a record store shift supervisor, a swirler of soft-serve frozen custard, an art therapist and an IT reporter. They don´t want to hear that I just like to cook." Ich finde gerade das sehr interessant und charmant. Dass da jemand ist, der einfach gerne isst. Und kocht. Der dafür keine Spitzenküche und keine Spezial-Ausrüstung hat, sondern ungefähr das, was ich auch habe. Ach, es schmeckt übrigens auch immer sehr gut, wenn Deb Perelman sich ein Rezept ausgedacht hat.

Ich freue mich wie immer sehr über Tipps und Empfehlungen, alte und neue Kochbuch-Entdeckungen und Lieblingsbücher. Danke!

LIEBLINGSLÄDEN IN BERLIN: HÄPPIES



Wenn ich mir als Kind ein Geburtstagsessen wünschen durfte, dann war es immer nur das eine: Klöße mit Soße - weiße Hefeberge in einem Meer aus Vanillesoße mit eingekochten Pflaumen in einer kleinen Extraschüssel. Ich muss nur die Augen schließen und an diese Knödel denken und sitze wieder am Esstisch, um meinen Teller eine Geburtstagsgirlande aus dem Buchsbaum-Busch im Garten, vor meinem Teller die braune Kanne mit der Vanillesoße - dick, aber nicht zu dick, schaumig, mit klitzekleinen, schwarzen Vanillepunkten. Ich habe oft an diese Knödel gedacht, aber nie überlegt, sie selbst zu machen - die Knödel meiner Mutter sind nun einmal die Knödel meiner Mutter. Es ist eine große Liebe. Und eine sehr unerfüllte.

Bis vor ein paar Wochen bei mir im Kiez ein Germknödelladen eröffnet hat. Die Idee ist so einfach wie genial (wie ja die meisten genialen Ideen): Ein kleines Restaurant nur für Germknödel, hauptsächlich herzhaft - mit nur einer Ausnahme: meinem Lieblings-Kindheitsknödel. Ich habe mich so über diesen Laden gefreut, dass das Essen dort eigentlich nur eine Enttäuschung sein konnte. Vor zwei Wochen sind wir am Wochenende trotzdem Germknödel essen gegangen - eine vegane Variante mit Curry, Tofu, Mango-Kokossoße und Peanut-Crumble für mich (und hinterher natürlich einen mit Vanille und Pflaumen), Lachs-Frischkäse mit Kapern, Honig-Senf-Sauce und Dill-Croutons für den Mann und ein Wiener Würstchen-Germknödel für Fanny. Ergebnis: Helle Begeisterung beim Kind, riesige, fast schon gerührte Begeisterung bei mir, ziemliche Begeisterung beim Mann (was ein Wunder ist - der Mann ist Österreicher und wurde in seiner Kindheit so mit Germknödeln malträtiert wie ich mit Rahmspinat, ein leises Seufzen und ein leerer Teller sind das größte Kompliment).

Genauso toll: Besitzerin Uli Marschner, ihre ansteckend fröhliche, unglaublich herzliche Art (man fühlt sich schon beim ersten Besuch als Stammkunde, das hab ich selten), ihre Aufmerksamkeit (Bärenpflaster für eingeklemmte Kinderfinger), ihr Gespür für Einrichtung und Farben (der Laden ist schlicht, aber nicht kühl, ganz so, wie ich es mag), ihr Mut und ihre Zielstrebigkeit (bei meinem dritten Besuch erzählte sie mir, dass sie für diesen Laden ihre Karriere als Werberin aufgegeben hat und per Crowdfunding mehr als 10 000 Euro Startkapital gesammelt hat, wie toll ist es bitte, wenn jemand seine Idee auch tatsächlich Realität werden lässt?!), ihre Rhabarber-Limonade nach dem Rezept ihres Papas, das hinreißende Knödel-Logo mit dem schiefen Grinsen und der Name für den Laden und die Germknödel, der so gut beschreibt, wie man sich fühlt, wenn man hier gegessen hat: Häppies.

Häppies, Dunckerstr. 85, 10437 Berlin, Di-Fr 12-20 Uhr, Sa-So 12-18h, www.haeppies.de
Letztes Foto: Lilia Belz, alle anderen Fotos von mir.





EIN PAAR DINGE, DIE MIR GUTE LAUNE MACHEN




* Dieses Video: "Deep End Dance" von Choreograph David Bolger (Regie: Conor Horgan), gedreht im Schwimmbad, in dem seine Mutter Madge viele Jahre als Schwimmlehrerin gearbeitet - und auch ihrem Sohn das Schwimmen beigebracht hat. (Hier ist das Making-Of zu sehen).
* Eine Duplo-Figur im Schuh zu finden. "Die hat da geschlafen".
* Erdbeeren zum Frühstück.
* "Salted Banana Peanut Butter Ice Cream with Chocolate Caramel Sauce".
* Überhaupt dieses Weblog: "A House in the Hills".
* Sonnencremegeruch.
* Limonade. Und noch mehr Limonade.
* Der Bücherstapel, der neben meinem Bett gewachsen ist (nächste Woche mehr darüber).
* "Warum Kinder zu gehen beginnen". Was für eine Illustration, was für Zahlen: Kleinkinder legen im Schnitt pro Stunde 2 367 Schritte zurück.
* Narratively. Summer in the City. Tolle Geschichten.
* Sprinklerspringen.
* Kochpläne fürs Wochenende: Spinat-Feta-Auflauf. Und Milch-Pistazienrosen. Vielleicht auch Feta-Wassermelonen-Salat (lustig, ich hab ungefähr zwei Mal im Jahr Lust auf Feta - dann aber so richtig...).
* Was für unglaubliche Fotos: "22 Unbelievable Places that are Hard to Believe Really Exist". 
* Dieses tolle Haus.

Habt ein schönes Wochenende!

EIN KOCHBUCH, EINE APP, EIN REZEPT: THE GREEN KITCHEN




Die Reihe der Blogger-Kochbücher in meinem Regal wird immer länger. Da sind "What Katie Ate", "Dinner - A Love Story" und das wunderbare "The Smitten Kitchen Cookbook". Und seit drei Wochen steht auch noch das vegetarische Kochbuch "The Green Kitchen" von den Food-Bloggern David Frenkiel und Luise Vindahl an ihrer Seite oder besser gesagt: nicht an ihrer Seite, weil ich ständig damit koche. Den Salat mit Brokkoli, Granatapfel, roten Zwiebeln, Rosinen und Joghurt zum Beispiel. Den Sommerdrink mit Passionsfrüchten, Orangen und Ingwer. Die Fenchel-Kokosnuss-Tarte (die ich mit einer Winzigkeit Käse pimpe). Und immer wieder diesen Schokoladenkuchen, den ich in der Dessert-App von "The Green Kitchen" gefunden habe (die ich nur empfehlen kann).

Ich war ein bisschen aufgeregt, als ich diesen Kuchen für ein Essen mit Freunden zum ersten Mal gebacken habe... Kein Mehl? Kein Zucker? Dafür ein halbes Kilo Datteln? Aber dieser Kuchen ist gut, er ist sogar sehr gut. Es ist diese Art Kuchen, von dem man immer noch eine Gabel nimmt und noch eine allerletzte und jetzt aber wirklich allerletzte. Der Geschmack hat eine schon fast winterliche Süße, die mich ein bisschen an Marzipan erinnert (obwohl kein Marzipan verwendet wird) - mit einer Haube aus frischen Beeren und einem ordentlichen Schlag Creme Fraiche schmeckt dieser Schokoladenkuchen aber auch im Sommer herrlich. Hier ist das Rezept:

SCHOKOLADENKUCHEN

ZUTATEN
250g gemahlene Mandeln
500g Datteln (ohne Kerne)
100g 85% dunkle Schokolade, grob zerbrochen
6 Eier
1 Bio-Orange, Saft und Schale
1 TL Vanille-Extrakt
3 EL Kakao-Pulver
4 EL Kokosnuss-Öl (auf Raumtemperatur abgekühlt)
Frische Beeren (ganz nach Geschmack)
Creme Fraiche (auch nach Geschmack)
Puderzucker (wer mag)
Erforderlich: eine Küchenmaschine

Den Ofen auf 175°C vorheizen.
Die Schokolade im Wasserbad schmelzen und abkühlen lassen.
Die Mandeln mit den Datteln in einer Küchenmaschine klein mixen (ich mache das in zwei Schritten, erst die eine Hälfte der Datteln und Mandeln, dann die andere).
Die Dattel-Mandel-Mischung in eine Schüssel geben und alle restlichen Zutaten unterrühren: die (flüssige) Schokolade, die Eier, den Orangensaft, die Orangenschale, den Kakao und das Kokosnuss-Öl. Den Teig in eine eingefettete 20-cm-Springform geben und für 40-45 Minuten backen lassen (ich mag es ja, wenn der Teig innen noch ein bisschen flüssig ist, deshalb kommt der Kuchen bei mir nur 40 Minuten in den Ofen).
Den Kuchen abkühlen lassen, aus der Springform lösen und mit Beeren belegen.








... und noch ein paar Kochbücher von Food-Bloggern, die ich wirklich gerne mag, einige habe ich oben ja schon genannt:
* "Dinner - A Love Story" von Jenny Rosenstrach
* "Sweets - Himmlische Verführungen für den ganzen Tag" und "Geschenkideen aus der Küche" von Nicole Stich
* "The Smitten Kitchen Cookbook" von Deb Perelman
* "What Katie Ate" von Katie Quinn Davies
* "La Tartine Gourmande" von Béatrice Peltre
* "A Homemade Life" von Molly Wizenberg
* "My Berlin Kitchen - A Love Story" von Luisa Weiss

Auf dem Wunschzettel:
* "Super Natural Every Day" von Heidi Swanson
* "Small Plates Sweet Treats" von Aran Goyoaga
* "The Sprouted Kitchen" von Sara Forte

Welches Kochbuch hat euch zuletzt so richtig Spaß gemacht? Oder welches fehlt in meiner Liste? Ich wünsch euch ein schönes Wochenende!

PS: Eine ganz ernsthafte Bitte: Schaut doch heute mal bei Steffi und Inga vorbei - Inga braucht unsere Hilfe...

SÜCHTIG NACH... FRÜHLINGSROLLEN




Es ist mal wieder soweit. Ich bin druff, wie der Mann immer so schön sagt. Ich habe mich süchtig gefuttert, ich kann nicht genug bekommen von Frühlingsrollen. Die "Spring Rolls" von Elephantine sind tatsächlich Frühling auf dem Teller (wenn das Original sich schon so bitten lässt): knackig und frisch, mit einer Extraportion frischer Kräuter und einer großen Schüssel Erdnuss-Dip. Ich hätte sie auch fotografiert, aber meine Fotos wären nie im Leben an das Original herangekommen, dieses schöne Video von Elephantine. Nur das Rezept habe ich eine Winzigkeit abgeändert: Ich nehme Hühnchen statt Tofu und verzichte auf den Salat. Auch die Soße mag ich lieber mit weniger Reisessig und mehr Erdnussbutter. Hier ist meine Variante:

FRÜHLINGSROLLEN (nach einem Rezept von Elephantine)
1 Packung Reispapier
1 Hühnerbrust
1 kleines Stückchen Ingwer
1 Schuss Sojasoße
1 große Möhre
1 Gurke
1 Packung Glasnudeln
Thai-Basilikum
Minze

Die Hühnerbrust in Streifen schneiden, den Ingwer in dünne Scheiben, beides zusammen in einer Pfanne in Öl anbraten. Knapp bevor das Hühnchen fertig ist, einen Schuss Sojasoße darüber geben. Die Zubereitung erklärt sich im Video ja von selbst.

ERDNUSS-DIP (reicht für 2 Personen)
3 EL Reisessig
2 EL Sojasoße
1-2 EL brauner Zucker
1 EL Chillisoße (meine heißt "Chilli Sauce for Spring Rolls", stammt aus dem Asia-Shop und ist nur mild scharf)
3 EL Erdnussbutter (nicht gehäuft, sonst wird es zu dickflüssig)
1 Handvoll Erdnüsse, gehackt

Bis auf die Erdnüsse alle Zutaten zusammenrühren und abschmecken (manchmal braucht es noch einen Schuss mehr Sojasoße, manchmal ein bisschen mehr Zucker - aber das schmeckt man schnell raus). Am Ende die gehackten Erdnüsse dazu geben.

Rezept, Video und Inspiration von Elephantine. Hier ist das vegetarische Originalrezept.

PS: Ein riesengroßes DANKESCHÖN für all eure Tipps und Kommentare zu meiner Parfüm-Frage!

EIN KOCHBUCH, EIN REZEPT: WHAT KATIE ATE









Eben musste ich daran denken, wie meine Mutter reagierte, als sie bei mir in der Küche saß und sich "What Katie Ate" von Food-Bloggerin Katie Quinn Davies ansah, das ich mir gerade gekauft hatte. Eine ganze Kanne Tee lang blätterte sie schweigsam in diesem Kochbuch, von den Fotos fasziniert, beinahe könnte man sagen: ergriffen. Dann sah sie mich an und sagte: "Das ist ja fast wie ein Kunstbuch. Nur, dass ich es essen will." Mir ging es ganz ähnlich. Sprachloses Staunen beim Anblick dieser Food-Fotografie (die auf einzigartige Weise dunkel und dramatisch, aber nie übertrieben inszeniert aussieht), riesige Lust aufs Kochen, großer Hunger. Was auch daran liegt, dass in diesem Kochbuch herrlich gekrümelt und gekleckert wird. Ich mag das Gefühl, beim Lesen mit am Tisch zu sitzen. Ich mag es, wenn man sieht, wie gerne der Mensch hinter dem Bild isst. Und die Rezepte mag ich auch. Manche sind etwas aufwendiger, aber die Idee ist immer sehr bodenständig. Es gibt wenige Gerichte, die mir nicht gefallen (hauptsächlich die, in denen Meeresbewohner vorkommen, mit denen ich es ja nicht so habe) und viele, die ich in den nächsten Wochen auf jeden Fall (wieder) kochen werde: den Toast mit Champignons, Walnüssen und Ziegenkäse. Den Kartoffel-Salat mit Chorizo, Rauke und Manchego-Käse. Die Würstchen im Schlafrock mit Äpfeln und Pistazien. Die Aussie-Burger. Das Zitronen-Hühnchen. Das Kartoffel-Knoblauch-Gratin. Und die Röstkartoffeln. Von den Desserts erst gar nicht zu reden: Der Blutorangen-Rosmarin-Kuchen. Die gebackenen Pfirsiche mit Honig. Und das Mokka-Schokoladen-Mousse mit Whiskey.

Eines meiner Lieblingsrezepte aus dem Buch ist ein Dessert: Schokoladen-Baisers. Süß (aber nicht zu süß), schokoladig (aber nicht zu mächtig), knusprig (aber auf der Zunge zergehend) - genau die Art tröstlicher Süße, die mich an wie-lange-dauert-dieser-Winter-denn-noch-Tagen glücklich macht.

SCHOKOLADEN-BAISERS

ZUTATEN (für 1-2 Bleche Baisers)
1 TL "Weinstein"-Backpulver (das bekommt man im Supermarkt oder im Bio-Markt)
1 TL Speisestärke
1 EL (lösliches) Espresso-Pulver
1 EL Kakao
2/3 Cup fein gehackte, dunkle Schokolade (mit 60-70% Kakaoanteil) (also ca. 100g, was genau eine Tafel Schokolade ist)
1/2 Zitrone
6 Eiweiß (die Raumtemperatur haben)
1 1/3 Cup Zucker (268g)
1 TL Weißwein-Essig

Den Ofen auf 120°C vorheizen (im Rezept sind 150°C angegeben, vielleicht liegt es an meinem Ofen, aber das erste Blech ist fast verbrannt, danach habe ich auf 120°C herunter geschaltet - das hat deutlich besser funktioniert).
Ein Blech mit Backpapier auslegen.
In einer Schüssel das Backpulver, die Speisestärke, den Espresso, den Kakao und die gehackte Schokolade verrühren und zur Seite stellen.
Die Innenseite einer Rührschüssel mit der halben Zitrone ausreiben (damit sie fettfrei ist).
Das Eiweiß in dieser Schüssel mit einem Mixer auf mittlerer Geschwindigkeit so lange aufschlagen, bis es weiche Spitzen bildet. Die Geschwindigkeit hochschalten, nach und nach den Zucker dazu geben und so lange mixen bis das Eiweiß steife Spitzen bildet (ich schneide immer mit einem Messer hinein, wenn der Schnitt sichtbar bleibt, ist es fertig).
Die trockenen Zutaten und den Weißwein-Essig dazu geben und mit einem großen Metall-Löffel unterheben (beim Rühren nicht übertreiben, es reicht aus, alles fünf, sechs Mal unterzuheben).
Mit einem kleinen Löffel Baiser-Häufchen auf dem Backblech verteilen (ich habe pro Portion drei TL genommen).
Für eine Stunde im Ofen trocknen lassen, bis die Baisers fest sind und sich ohne Probleme vom Backpapier lösen lassen. Dann den Ofen ausstellen, einen Holzlöffel in die Ofentür stecken und die Baisers im Ofen abkühlen lassen.
Mit Kakao bestäuben, mit geschlagener Sahne oder pur essen.






"What Katie Ate" von Katie Quinn Davies (Studio, 304 Seiten, 25,95 Euro, auf englisch) erscheint in der deutschen Ausgabe im April beim Umschau Verlag. Hier ist ihr wundervolles Weblog (und all ihre Rezepte) und hier ist ein Video zur Entstehung des Buches.
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