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EIN KOCHBUCH, EINE APP, EIN REZEPT: THE GREEN KITCHEN




Die Reihe der Blogger-Kochbücher in meinem Regal wird immer länger. Da sind "What Katie Ate", "Dinner - A Love Story" und das wunderbare "The Smitten Kitchen Cookbook". Und seit drei Wochen steht auch noch das vegetarische Kochbuch "The Green Kitchen" von den Food-Bloggern David Frenkiel und Luise Vindahl an ihrer Seite oder besser gesagt: nicht an ihrer Seite, weil ich ständig damit koche. Den Salat mit Brokkoli, Granatapfel, roten Zwiebeln, Rosinen und Joghurt zum Beispiel. Den Sommerdrink mit Passionsfrüchten, Orangen und Ingwer. Die Fenchel-Kokosnuss-Tarte (die ich mit einer Winzigkeit Käse pimpe). Und immer wieder diesen Schokoladenkuchen, den ich in der Dessert-App von "The Green Kitchen" gefunden habe (die ich nur empfehlen kann).

Ich war ein bisschen aufgeregt, als ich diesen Kuchen für ein Essen mit Freunden zum ersten Mal gebacken habe... Kein Mehl? Kein Zucker? Dafür ein halbes Kilo Datteln? Aber dieser Kuchen ist gut, er ist sogar sehr gut. Es ist diese Art Kuchen, von dem man immer noch eine Gabel nimmt und noch eine allerletzte und jetzt aber wirklich allerletzte. Der Geschmack hat eine schon fast winterliche Süße, die mich ein bisschen an Marzipan erinnert (obwohl kein Marzipan verwendet wird) - mit einer Haube aus frischen Beeren und einem ordentlichen Schlag Creme Fraiche schmeckt dieser Schokoladenkuchen aber auch im Sommer herrlich. Hier ist das Rezept:

SCHOKOLADENKUCHEN

ZUTATEN
250g gemahlene Mandeln
500g Datteln (ohne Kerne)
100g 85% dunkle Schokolade, grob zerbrochen
6 Eier
1 Bio-Orange, Saft und Schale
1 TL Vanille-Extrakt
3 EL Kakao-Pulver
4 EL Kokosnuss-Öl (auf Raumtemperatur abgekühlt)
Frische Beeren (ganz nach Geschmack)
Creme Fraiche (auch nach Geschmack)
Puderzucker (wer mag)
Erforderlich: eine Küchenmaschine

Den Ofen auf 175°C vorheizen.
Die Schokolade im Wasserbad schmelzen und abkühlen lassen.
Die Mandeln mit den Datteln in einer Küchenmaschine klein mixen (ich mache das in zwei Schritten, erst die eine Hälfte der Datteln und Mandeln, dann die andere).
Die Dattel-Mandel-Mischung in eine Schüssel geben und alle restlichen Zutaten unterrühren: die (flüssige) Schokolade, die Eier, den Orangensaft, die Orangenschale, den Kakao und das Kokosnuss-Öl. Den Teig in eine eingefettete 20-cm-Springform geben und für 40-45 Minuten backen lassen (ich mag es ja, wenn der Teig innen noch ein bisschen flüssig ist, deshalb kommt der Kuchen bei mir nur 40 Minuten in den Ofen).
Den Kuchen abkühlen lassen, aus der Springform lösen und mit Beeren belegen.








... und noch ein paar Kochbücher von Food-Bloggern, die ich wirklich gerne mag, einige habe ich oben ja schon genannt:
* "Dinner - A Love Story" von Jenny Rosenstrach
* "Sweets - Himmlische Verführungen für den ganzen Tag" und "Geschenkideen aus der Küche" von Nicole Stich
* "The Smitten Kitchen Cookbook" von Deb Perelman
* "What Katie Ate" von Katie Quinn Davies
* "La Tartine Gourmande" von Béatrice Peltre
* "A Homemade Life" von Molly Wizenberg
* "My Berlin Kitchen - A Love Story" von Luisa Weiss

Auf dem Wunschzettel:
* "Super Natural Every Day" von Heidi Swanson
* "Small Plates Sweet Treats" von Aran Goyoaga
* "The Sprouted Kitchen" von Sara Forte

Welches Kochbuch hat euch zuletzt so richtig Spaß gemacht? Oder welches fehlt in meiner Liste? Ich wünsch euch ein schönes Wochenende!

PS: Eine ganz ernsthafte Bitte: Schaut doch heute mal bei Steffi und Inga vorbei - Inga braucht unsere Hilfe...

EIN KOCHBUCH, EIN REZEPT: WHAT KATIE ATE









Eben musste ich daran denken, wie meine Mutter reagierte, als sie bei mir in der Küche saß und sich "What Katie Ate" von Food-Bloggerin Katie Quinn Davies ansah, das ich mir gerade gekauft hatte. Eine ganze Kanne Tee lang blätterte sie schweigsam in diesem Kochbuch, von den Fotos fasziniert, beinahe könnte man sagen: ergriffen. Dann sah sie mich an und sagte: "Das ist ja fast wie ein Kunstbuch. Nur, dass ich es essen will." Mir ging es ganz ähnlich. Sprachloses Staunen beim Anblick dieser Food-Fotografie (die auf einzigartige Weise dunkel und dramatisch, aber nie übertrieben inszeniert aussieht), riesige Lust aufs Kochen, großer Hunger. Was auch daran liegt, dass in diesem Kochbuch herrlich gekrümelt und gekleckert wird. Ich mag das Gefühl, beim Lesen mit am Tisch zu sitzen. Ich mag es, wenn man sieht, wie gerne der Mensch hinter dem Bild isst. Und die Rezepte mag ich auch. Manche sind etwas aufwendiger, aber die Idee ist immer sehr bodenständig. Es gibt wenige Gerichte, die mir nicht gefallen (hauptsächlich die, in denen Meeresbewohner vorkommen, mit denen ich es ja nicht so habe) und viele, die ich in den nächsten Wochen auf jeden Fall (wieder) kochen werde: den Toast mit Champignons, Walnüssen und Ziegenkäse. Den Kartoffel-Salat mit Chorizo, Rauke und Manchego-Käse. Die Würstchen im Schlafrock mit Äpfeln und Pistazien. Die Aussie-Burger. Das Zitronen-Hühnchen. Das Kartoffel-Knoblauch-Gratin. Und die Röstkartoffeln. Von den Desserts erst gar nicht zu reden: Der Blutorangen-Rosmarin-Kuchen. Die gebackenen Pfirsiche mit Honig. Und das Mokka-Schokoladen-Mousse mit Whiskey.

Eines meiner Lieblingsrezepte aus dem Buch ist ein Dessert: Schokoladen-Baisers. Süß (aber nicht zu süß), schokoladig (aber nicht zu mächtig), knusprig (aber auf der Zunge zergehend) - genau die Art tröstlicher Süße, die mich an wie-lange-dauert-dieser-Winter-denn-noch-Tagen glücklich macht.

SCHOKOLADEN-BAISERS

ZUTATEN (für 1-2 Bleche Baisers)
1 TL "Weinstein"-Backpulver (das bekommt man im Supermarkt oder im Bio-Markt)
1 TL Speisestärke
1 EL (lösliches) Espresso-Pulver
1 EL Kakao
2/3 Cup fein gehackte, dunkle Schokolade (mit 60-70% Kakaoanteil) (also ca. 100g, was genau eine Tafel Schokolade ist)
1/2 Zitrone
6 Eiweiß (die Raumtemperatur haben)
1 1/3 Cup Zucker (268g)
1 TL Weißwein-Essig

Den Ofen auf 120°C vorheizen (im Rezept sind 150°C angegeben, vielleicht liegt es an meinem Ofen, aber das erste Blech ist fast verbrannt, danach habe ich auf 120°C herunter geschaltet - das hat deutlich besser funktioniert).
Ein Blech mit Backpapier auslegen.
In einer Schüssel das Backpulver, die Speisestärke, den Espresso, den Kakao und die gehackte Schokolade verrühren und zur Seite stellen.
Die Innenseite einer Rührschüssel mit der halben Zitrone ausreiben (damit sie fettfrei ist).
Das Eiweiß in dieser Schüssel mit einem Mixer auf mittlerer Geschwindigkeit so lange aufschlagen, bis es weiche Spitzen bildet. Die Geschwindigkeit hochschalten, nach und nach den Zucker dazu geben und so lange mixen bis das Eiweiß steife Spitzen bildet (ich schneide immer mit einem Messer hinein, wenn der Schnitt sichtbar bleibt, ist es fertig).
Die trockenen Zutaten und den Weißwein-Essig dazu geben und mit einem großen Metall-Löffel unterheben (beim Rühren nicht übertreiben, es reicht aus, alles fünf, sechs Mal unterzuheben).
Mit einem kleinen Löffel Baiser-Häufchen auf dem Backblech verteilen (ich habe pro Portion drei TL genommen).
Für eine Stunde im Ofen trocknen lassen, bis die Baisers fest sind und sich ohne Probleme vom Backpapier lösen lassen. Dann den Ofen ausstellen, einen Holzlöffel in die Ofentür stecken und die Baisers im Ofen abkühlen lassen.
Mit Kakao bestäuben, mit geschlagener Sahne oder pur essen.






"What Katie Ate" von Katie Quinn Davies (Studio, 304 Seiten, 25,95 Euro, auf englisch) erscheint in der deutschen Ausgabe im April beim Umschau Verlag. Hier ist ihr wundervolles Weblog (und all ihre Rezepte) und hier ist ein Video zur Entstehung des Buches.
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