How I Met Your Style
"How I Met Your Style was concocted from the combined forces of two photographers, who wanted to introduce the style gurus behind the blogs and brands. Revealing more intimate portaits of these trendsetters, they hope to focus on life on the other side of the mirror."
Erwischt
Mich eben bei einem Gefühl erwischt, für das ich mich schäme. Mir, bei aller Liebe, bei aller überbordenden, gar nicht mehr in einen Körper oder ein Herz passenden Liebe, gewünscht, endlich mal wieder allein zu sein. Nur für einen Tag. Zu schlafen, eine ganze Nacht, aufzustehen, wenn ich wach bin, oder noch ein bisschen liegen zu bleiben, um schlechtes Frühstücksfernsehen zu gucken, durch die Stadt zu fahren, keine Ahnung wohin, in ein Museum vielleicht, Fotos angucken, an einen See, nachmittags vielleicht kurz in die Friedrichstraße, ein paar Klamotten probieren, ohne dabei auf die Uhr zu gucken, einen Espresso trinken oder zwei, oder in eine Nachmittagsvorstellung, ein guter Film, das Kino ganz leer, und ich such mir einen Platz aus, oder einfach nur daliegen, und gar nichts tun, Musik hören, ein Bier trinken, ein bisschen schreiben, oder auch nicht, eine Nacht lang Filme gucken, für nichts verantwortlich sein, an nichts denken, nichts reden, nichts organisieren, rumsumpfen, kurz darüber nachdenken, ob ich nicht eine rauchen soll, es dann lassen, und stattdessen lieber eine Packung Windbeutel fressen, direkt aus der Packung, noch ein bisschen Musik hören, sentimental werden bei diesem Ryan Adams-Lied und bei Cat Power, so irgendwie. Und dann höre ich sie im Babyfon, ach Fanny, du schläfst doch gerade erst eine Stunde, aber sie weint und ist ganz untröstlich, und ich hab keine Lust, und will jetzt endlich mal Zeit für mich haben, jetzt, um Mitternacht. Und dann lege ich mich neben sie ins Bett und sie rollt sich an mich, nah, nah, noch ein bisschen näher, und legt ihre kleine Patschehand auf meine und vergisst ihren bösen Traum und guckt mich noch mal an und schläft einfach weiter. Und ich muss mich zusammenreißen, nicht zu heulen, vor Müdigkeit, vor Glück und weil ich so bescheuert bin.
Fotos: Marlene Sörensen
Ich packe Fannys Koffer
...und nehme mit: Die Flasche mit den großen Griffen, die sie gar nicht mehr hergeben will. Kurze Hosen (ah, Babyspeckbeine). Die bunten Plastikeimer, mit denen sie immer und immer wieder spielt. Fürs Flugzeug habe ich dieses bunte Spiel-Armband mit Klettverschluss gekauft, ich werde es noch einpacken in irgendein Papier, das ganz toll knistert.
... ihre Quietsch-Ente. Wenn nichts mehr geht, geht immer noch die Quietsch-Ente. "Mein allererstes Buch vom Essen" - ein Klappbuch, das wir gerade sehr gerne lesen. Für die Tiere auf der oberen Klappseite sucht man auf der unteren das richtige Futter: Einfache Idee, wunderschöne Bilder, großer Spaß. Ihr Sonnenhut. Ihr allererster Badeanzug.
Weil ich schon so aufgeregt bin vor unserer ersten großen Reise nach Spanien, habe ich in den letzten Tagen nach guten Tipps für das Reisen mit Kindern gesucht. Und ein paar gute gefunden, vor allem bei Joanna Goddard von "A Cup of Jo":
* Während der Schlafenszeiten fliegen. Wir fliegen um sechs Uhr morgens, Fanny schläft normalerweise bis neun, mal sehen, ob das hilft.
* Stillen während Start und Landung, um den Druck auf den Ohren auszugleichen. Werde ich auf jeden Fall ausprobieren.
* Eine interessante Idee: auf Langstreckenflügen getrennt zu sitzen. Joanna schwört darauf: "Alex and I agreed to switch off with Toby every hour. It was GREAT for us (we each got frequent breaks to sleep/read/eat/watch TV/etc. and weren´t on co-baby-duty for the entire flight) and GREAT for the baby (it was fun and refreshing to see mom/dad each time we switched and kept things interesting throughout the long flight)."
* Ein Apartment oder Haus statt einem Hotelzimmer: Wir haben auf Mallorca eine Finca gemietet (zusammen mit der Familie meiner Schwester, dann wird es auch bezahlbar). In Paris tauschen wir die Wohnung mit einer Familie.
* Auto-Sitz als Kinderwagen-Aufsatz. Vorteil: Man kann Taxi fahren oder ein Auto mieten. Und mit dem Kind trotzdem spazieren fahren. Ich frage mich nur, ob das für Fanny auch einigermaßen bequem ist?
* Babysitter-Casting via Skype. Eine Idee so einfach, dass ich im Leben nicht darauf gekommen wäre. Mit unserer Familie aus Paris tauschen wir nicht nur die Wohnungen, sondern auch die Babysitter - so jedenfalls der Plan. Sich vorher schon einmal gesehen zu haben, finde ich eine sehr gute Idee. Ein, zwei Abende im Urlaub zu zweit zu verbringen, auch. Joanna geht es genauso: "It was GREAT to have babysitters for a few evenings during our vacations. We loved spending the days with Toby, of course, but at night, Alex and I were excited to go out to romantic dinners without a baby in tow (and it really helped make the vacation feel like a true break). Toby was asleep anyway, so we felt fine leaving him, and the babysitter would just hang out and guard the fort."
* Fürs Flugzeug werde ich zwei kleine Überraschungen einpacken.
*Außerdem an Bord: mein Manduca. Obstbrei, der nicht aufgewärmt werden muss. Ein kleiner Beutel mit allem, was man zum Windelwechsel braucht (damit ich nicht die ganze Tasche mitnehmen muss).
* Nicht schlecht für Reisen innerhalb von Deutschland: Bei Rossmann, Schlecker oder windeln.de kann man online Windeln bestellen und sich alles, was man sonst noch so braucht, schicken lassen statt es mitzuschleppen.
Hier ist noch einmal die ganze Geschichte von Joanna Goddard.
Was hat Euch unterwegs geholfen? Was hat überhaupt nicht funktioniert? Worauf kann man verzichten? Das würde ich nur zu gerne wissen.
Ich packe meinen Koffer
... und nehme mit: Meinen Hut. Mein Ringelshirt, alt, ausgewaschen, genau richtig so. Mein Kleid (in den Farben von meinem Lieblingseis Bottermelk-Zitrone). Meine Lieblingsschuhe.
... die einzige Sonnenbrille mit der ich nicht aussehe wie Biene Maja. Mein Tuch mit den Sternen. Meine neue Bluse. Und "Der letzte Sommer auf Long Island" von Colson Whitehead - ein Buch, das ich schon ewig lesen will.
Fanny
33 Wochen.
Kaum zu glauben, wie groß sie in den letzten Wochen geworden ist. Sämtliche Kleider, die ich ihr für den Sommer gekauft habe, passen nicht mehr bevor der Sommer überhaupt richtig angefangen hat. Auch das Krabbeln ist schon gar nicht mehr sonderlich aufregend für sie. Nun will sie: stehen. Und sich überall hochziehen. Am Tisch. An ihrem Bett. Am Sofa. Sehr aufregend. Vor allem für uns - so schnell sie sich irgendwo hochzieht, lässt sie nämlich auch wieder los. Sie sagt "Mama" und "da" und "ahhhh", wenn sie etwas komisch findet. Die lautesten Lacher der letzten Woche bekamen Spongebob und Claudia Roth. Sie nuckelt an ihrem Zeigefinger. Sie macht gerne lange Spaziergänge, sitzt aber lieber wieder in der Trage als im Kinderwagen, vielleicht, weil sie so mehr sehen kann. Sie mag Blumen, Blätter, andere Kinder und Aloe Blacc. Lieblingsbeschäftigung der Woche: Fernbedienungs-Weitwurf. Gar nicht beliebt diese Woche: Wickeln, anziehen, umziehen, schlafen.
Sommerliste
Eben diese Liste von "Whatever..." gefunden und gleich den Regen draußen vergessen.
Ich werde diesen Sommer:
In den Pool springen. An der Seine spazieren gehen. Steak frites essen. Und Prickel Pit. Lesen. Grillen. Eiskalte Orangina trinken. Pain au chocolat futtern. Ins Open Air Kino gehen. Espandrilles tragen. Und Saltwater Sandals. Fanny das Meer zeigen. Und den Eiffelturm. Ein neues Glücksarmband bei Merci kaufen. In der Rose Bakery sitzen. Und auf der Terrasse vom Hotel Amour. Ganz viel schlafen. Ein paar Tage mit meiner Schwester verbringen. Und mit meiner Nichte und meinem Neffen. Orangefarbene Nägel tragen. Und Lippenstift. Tomaten ernten. Boule spielen. Und Tischtennis. Jubiläum feiern. Hut tragen. Und Kleid. Midnight in Paris gucken. Und Fußball. Fahrrad fahren. Und Jill Scott hören.
Was sind Eure Pläne?
PS: Und herzlich willkommen hier Frau Engelmeier!
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