Fanny

















25 Wochen.

Darf ich vorstellen? Fanny, das ist Löffel. Löffel, Fanny. 
Knapp eine Woche, bevor sie sechs Monate alt wird, haben wir Fanny zum ersten Mal Brei gegeben. Ganz vorsichtig und zaghaft, guck mal Fännchen, das ist Möhre, koste doch mal. Und das Kind? Grabscht sich mit seinen kleinen Händen blitzschnell den Löffel und schiebt sich gleich alles rein. Lutscht. Zieht die Augenbrauen hoch. Lutscht weiter. Schluckt. Lacht. Täuscht links an, geht rechts vorbei und nimmt sich eine ganze Hand voll Möhrenbrei. Rein damit. Und noch eine Hand. (Ah. Ahhhhh. AHHHHHH. Sie ISST!).

Was für eine Woche. Erst die Impfung und drei fiebrige Tage, in denen sie fast nur geschlafen hat.




Dann wacht sie morgens auf und ist plötzlich ein ganz anderes Baby. Rollt sich vom Rücken auf den Bauch. Und vom Bauch auf den Rücken. Versucht sich aufzusetzen. Kriecht von links nach rechts. Und ist richtig empört, wenn sie nicht so schnell voran kommt, wie sie will. Sitzt für eine Weile ganz alleine. Streckt die Arme nach uns aus. (STRECKT DIE ARME NACH UNS AUS, ah, ahhhhh, AHHHHHHH). Lachtlachtlacht, wenn man ganz tief und dann ganz piepsig all ihre Kosenamen aufsagt. Ein Spiel, von dem sie gar nicht genug kriegen kann. Vor allem nicht, wenn ihr Papa das macht. (Ach, die beiden. Wie sie manchmal ihren Papa anschaut und er sie. Wie sie sich an ihn ranschmiegt, wenn sie auf seinem Bauch einschläft, und wie er dann auch immer einschläft, keine fünf Minuten später, und dann beide neben mir liegen, ein tiefer Atem und ein ganz hoher). 

Gruß aus der Küche


* Great Food - eine neue Serie von Penguin Books, hier ausführlich im Guardian besprochen. Und hier ist ein Interview mit der Illustratorin Coralie Bickford-Smith.

* Großartig: Die Website "What The Fuck Should I Make For Dinner" und der deutsche Ableger "Scheisse was koche ich heute".

* "The 50 best cookbooks of all time" im Guardian.

* "A Piece of Proustian Cake" im New Yorker.

* "Summer Express - 101 Simple Meals Ready in 10 Minutes or less" in der NY Times.

* Drei Kochbücher von denen ich begeistert bin (bald mehr darüber): "Babyfutter" von Jenny Carenco, "Genussvoll vegetarisch" von Yotam Ottolenghi und "The Perfect Scoop" von David Lebovitz.

* Oh, und dieses Foto auf dem wunderbaren Blog "From Me to You".

* Die beste Kochshow aller Zeiten: "Masterchef Australia".

* Und der Oscar für den Besten Nebendarsteller geht an..... das SANDWICH:

Safran-Biscotti



Letzte Woche habe ich zufällig diese Bonbon-Gläser entdeckt, nach denen ich schon eine ganze Weile gesucht habe. Jetzt habe ich angefangen, sie zu füllen. Für das erste Glas habe ich Safran-Biscotti nach einem Rezept aus "Backen mit Leila" von Leila Lindholm gemacht. Hm, sind die köstlich (und nicht so steinhart, dass man sie ohne Espresso kaum beißen kann). 

Zutaten für ein Blech Biscotti:
100g Butter
1 Briefchen Safran (0,1g)
2 Eier
120g Zucker
300g Weizenmehl
1 1/2 TL Backpulver
100g geschälte ganze Mandeln (ich hab nur ungeschälte bekommen, die schmecken auch)

Den Backofen auf 175° C Umluft vorheizen. Die Butter zusammen mit dem Safran schmelzen und zusammen mit den Eiern in einer Schüssel aufschlagen. Den Zucker, das Mehl und das Backpulver mit den Mandeln mischen und unter die Eier-Butter-Masse heben. Den Teig zu drei Stangen formen und auf einem Blech mit Backpapier so andrücken, dass sie die typisch halbrunde Biscotti-Form bekommen. Im vorgeheizten Ofen für 25 Minuten backen. Das Blech herausnehmen, den Ofen auf 125°C herunter schalten, die Teigstangen in etwa 1cm dicke Scheiben schneiden, die wieder aufs Blech gelegt werden und im Ofen noch einmal für 15 Minuten backen. 

Über das Durchschlafen. (Und blöde Sprüche).

Das Blödeste an Tagen wie heute: Ich weiß es eigentlich besser. Ich weiß, dass es Zeitverschwendung ist, sich mit dummen Sprüchen von dummen Menschen zu beschäftigen. Nicht gut für den Teint. Und auch sonst nicht weiter nützlich, vor allem, wenn man weiß, von wem der Mist kommt. Und draußen scheint die Sonne. Und das Kind hat nach zwei Tagen Fieber und zwei Tagen mäßiger Stimmung die allerbeste Laune und über Nacht gelernt, wie man sich vom Bauch auf den Rücken dreht. Und es gibt Erdbeeren. Und die allerersten Pfingstrosen. Und ich hatte ein tolles Wochenende. Und mir gehts gut. Bis mir wieder dieser verdammte Spruch einfällt. Und ich mich frage, ob nicht vielleicht doch etwas dran ist. Wenigstens so ein klitzekleines bisschen. Wird man mit dem Alter eigentlich weniger bescheuert? Gibt es eine Immunisierung gegen Blödheit (vor allem die eigene)?

Aber es gibt Wichtigeres. Zum Beispiel diesen Text übers Durchschlafen auf einem Bog namens "Das Nuf Advanced". Ein Text, bei dem ich andauernd nicken musste: "Wenn man Kinder hat, dann gibt es Fragen, die total nerven", schreibt "Das Nuf""In den Top Ten ist die Frage "Und? Schläft es schon durch?" Alltime Spitzenreiter.* Das letzte Mal wurde mir diese Frage wenige Tage nach der Geburt von Kind 3.0 gestellt. Ich habe geantwortet: "Nein, aber ich mache mir keine Sorgen. Mein Mann ist 38 und der schläft auch noch nicht durch...". Durchschlafen. Erziehungsziel Nummer eins." (...)


"Ich würde gerne etwas völlig undogmatisches und wertfreies über das Schlafen schreiben. Ich fürchte aber, es wird mir nicht gelingen. Kinder schreien zu lassen und zu erzwingen, dass sie alleine im eigenen Bett im eigenen Zimmer schlafen, finde ich persönlich furchtbar und glaube auch nicht, dass es den Babys besonders gut tut. (...) Ich bin großer Freund des Familienbetts. Die ersten Monate haben unsere Kinder direkt in unserem Bett geschlafen und dann in einem Kinderbettchen welches direkt an unser Bett anschließt. (...) Für uns als Eltern hat das nur Vorteile und unsere Kinder wirken auf mich angstfrei und fröhlich. Das Familienbett erleichtert z.B. ungemein das nächtliche Stillen. Ich wälze mich nur zur Seite (meistens werde ich nicht mal richtig wach) und wir schlafen gemeinsam wieder ein. (...) Beim ersten Kind habe ich tatsächlich versucht, das Neugeborene mehr oder weniger rasch ans eigene Bett zu gewöhnen (Ratgebern der Risikominimierung von SIDS und gesellschaftlichen Zwängen geschuldet). Ich erinnere mich an die Qualen nachts aufzustehen, neben dem Bettchen zu wachen, das Baby nicht rauszunehmen, meine mütterlichen Gefühle zu übergehen, etc. Nach unendlichen drei Wochen habe ich aufgegeben und es tut mir heute noch leid, dass ich es versucht habe. Die Babys ins Elternbett zu holen, fördert für mich in erster Linie nicht das Durchschlafen, sondern das Seelenheil und zwar für Babys und Eltern. Wie gesagt, macht es wie ihr wollt. Denen, die aber die geringsten Zweifel haben, ich kann sie nur bestärken: Nehmt die Kleinen in Euer Bett, an Euren Körper und schaut, ob Ihr Euch damit besser fühlt". 


Wie recht sie hat. Warum ich das weiß? Weil Fanny vor Kurzem nie länger als ein, zwei Stunden schlafen konnte. Über ein paar Wochen macht einen das ziemlich fertig. Also habe ich versucht, sie nicht jedes Mal zu stillen und zu uns ins Bett zu nehmen, wenn sie aufgewacht ist und geweint hat - all die wohlgemeinten Ratschläge und Sprüche noch im Ohr. "Das gewöhnst du ihr nie wieder ab". "Danach schläft sie nie wieder in ihrem eigenen Bett". "Die Kinder im Bett? Das ist doch unverantwortlich". Zwei Nächte habe ich es durchgehalten, zwei Nächte habe ich sie in ihrem Bett (das direkt an unseres anschließt) weinen lassen. Sie war fertig. Ich war fertig. Dann habe ich sie einfach zu uns genommen. Keine Ahnung, ob es da einen Zusammenhang gibt, aber: Seitdem schlafen wir sehr viel besser. Sie schläft in ihrem Bettchen ein, ganz unkompliziert und schnell, und wenn sie wach wird, nehme ich sie zu uns rüber. Manchmal schläft sie auch von Anfang an bei uns. Und es fühlt sich soviel richtiger an.

Jetzt würde mich wirklich interessieren: Wie haltet Ihr das?

* (Gleich gefolgt von: "Ist das ein JUNGE?" und: "Was ist DAS DENN für ein Name?")

Word Portraits




Die "Word Portraits" von John Sokol: Samuel Beckett mit "Warten auf Godot" (1), Charles Baudelaires mit "Die Blumen des Bösen" (2) und William Faulkner mit "Schall und Wahn" (3). Via "Le Projet D´Amour".

Samstag

































Am Samstag waren Stella (Fannys große Schwester), Heike (ihre Mutter) und Karla (ihre kleine Schwester und VIER Jahre alt) zu Besuch. Was für ein schöner Tag.

Schwarz und weiß




Die Wohnung von Interior-Designerin Moa Lundberg, Fotos von Pia Ulin für die schwedische Elle Interiör. Via Emmas Designblogg.
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