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EINE FRAGE, ZWEI ANTWORTEN: WAS IST IN DER TASCHE?
Als ich vor ein paar Tagen meine alte Tasche ausgeräumt habe, um feierlich die neue Tasche einzuräumen, musste ich lachen: Was da so alles drin ist. Überleben in der Wildnis? Kein Problem. Als ich alles aussortiert hatte, was ich wirklich nicht brauche (zwei Packungen Batterien?? Drei Handcremes?? EIN SCHRAUBENZIEHER???), blieb das hier übrig. Dinge, die ich unterwegs gern bei mir habe. Liebe Marlene, verrätst du mir heute, was du immer bei dir trägst?
In meiner Tasche: Regenschirm von Muji (der beste, den ich je hatte, federleicht und winzig klein zusammenzufalten). Kalender "Keep on Reading" von Julie Joliat. Portemonnaie von Mango (ungefähr zehn Jahre alt, das Innenfutter ist schon herausgerissen, ich glaube, es wird langsam Zeit für ein neues). Meine Lieblingskopfhörer. Eine kleine Stiftemappe für meine Lieblingsstifte, Pflaster, Kopfschmerztabletten und Taschentücher. Lippenbalm von Bobbi Brown. Fisherman´s Friends, ein Holzpferdchen für meine Tochter und Creme von Weleda. Auch immer dabei: ein Notizbuch, Tino Hanekamps Roman "So was von da", den ich endlich mal zu Ende lesen möchte, mein iPhone, meine Sonnenbrille, Schlüssel und das Klappbuch "Welcher Po passt auf dieses Klo?" für Fanny.
Marlene: Da ist zuallererst mein Kalender von Moleskine. Und ein Notizbuch, ebenfalls von Moleskine. Das Buch "How did you get this number" von Sloane Crosley - Kurzgeschichten, die selbst in der Berliner S-Bahn gute Laune machen. Irgendein Lippenstift ist immer dabei, dieser ist "Schiap" von Nars. Die "Crème Jeunesse des Mains" von Clarins. Die Wimperntusche "Lash Power" von Clinique. Und eine Glasnagelfeile aus der Drogerie. Der Nagellack heißt "Camera" und ist von Essie - nicht, dass ich meine Nägel unterwegs anmale. Aber in meiner Tasche ist auch immer etwas, das ich nicht brauche. Fisherman´s Friends. Und eine rote Mütze von Urban Outfitters gegen das Wintergrau. Stifte von Muji. Die Streichhölzer hab ich neulich abends in einer Bar einer Frau abgekauft, die Streichholzschachteln bemalt und im Nachtleben verkauft. Ach, Berlin. Ich habe mir die mit Schnurrbart ausgesucht, hinten darauf steht folgendes Zitat von Winston Churchill: "My rule of life prescribed as an absolutely sacred rite smoking cigars and also the drinking of alcohol before, after and if need be during all meals and in the intervals between them." Ähem. Meine Schlüssel. Eine Sonnenbrille von Céline. Mein iPhone, alt. Und mein iPod, noch älter, aber er läuft und läuft und läuft. Die Tasche ist "The Impatient" von James Castle, klar.
Falls ihr spontan Lust habt, zu zeigen, was sich in eurer Tasche versteckt, dann hinterlasst in den Kommentaren doch einen Link. Und kommt gut in die Woche!
EINE FRAGE, EINE ANTWORT: WAS TUN GEGEN GRAUE TAGE?
Liebe Marlene, ich würde dir heute gerne eine schöne Modefrage stellen, aber in Wahrheit will ich mir gerade eigentlich nur die Decke über den Kopf ziehen. Ich bin so müde. Und so maulig. Und ich würde jetzt gerne bis April Winterschlaf machen. Kennst du das? Und was tust du gegen Tage, an denen die Stimmung so grau ist wie der Himmel über Berlin?
Marlene: Gerade heute ist so ein Tag. Ein Sonntag. Also ein Tag, an dem man eh nichts vor hat, was man nicht muss, und deshalb alles machen könnte. Aber wenn ich von hier im Bett aus dem Fenster gucke, sehe ich nur Wolken. Wenn ich den Fuß unter der Decke herausstrecke, fühle ich nur Hundskälte. Beides drückt mich zurück in die Kissen. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder, ich gebe mich der Melancholie mit aller Konsequenz hin. Dann bleibe ich mit dem Laptop auf dem Bauch im Bett und hole mir meine Lieblingsfilme mit Meryl Streep dazu, Kramer vs. Kramer, Silkwood und, ich könnte jetzt schon flennen: Jenseits von Afrika. Vielleicht geb ich´s mir aber noch härter und hol mir Sandra Bullock dazu. Oder die fünfte Staffel von Grey´s Anatomy (Izzie! George! Nein, nicht Geeeeoooooorge!). Mit Glück liegt noch eine Tafel Rittersport Erdbeer-Joghurt im Kühlschrank und es sind noch ein paar Löffel von der Dolfin Trinkschokolade übrig. Aber vorher gibt es noch ein Avocado-Sandwich mit Rührei. Dann leg ich mich in die Badewanne mit einem Buch, in dem ich versinken kann. American Wife von Curtis Sittenfeld ist so ein Buch. Schon drei Mal gelesen, jedes Mal verzaubert gewesen. Zurück im Bett lese ich noch ein paar Stunden Blogs und verplempere Zeit in Designshops. Kennt ihr Artilleriet? Ich glaube, ich habe mir gerade das New York Poster von David Ehrenstråhle gekauft, um es übers Bett zu hängen. Für das schönere Träumen, wenn man nach solchen Tagen vor lauter Nichtstun erschöpft einschläft.
Wenn dieser graue Tag aber zufällig auf einen Montag fällt, bleibe ich ein paar Minuten länger liegen und diskutiere mit mir, ob es wirklich nötig ist, aufzustehen. Ist es. Also, in die Küche, Joghurt mit Ymerdrys essen, eine Art dänisches Kraftfutter, dazu Florence + the Machine bis zum Anschlag aufdrehen, entweder Ceremonials ab "No Light, No Light" oder "Lungs" mit "Dog Days Are Over". Dann eine Stunde Sport mit Tracy Anderson. Die Frau ist eine elende Schinderin, aber graue Tage erfordern harte Gegenmaßnahmen. Und allein, die Stunde überlebt zu haben, setzt bei mir Glückshormone frei. Glücklich, wenn auch auf andere Weise, macht mich an solchen Tagen ein Lippenstift wie TOR von Uslu Airlines. Und hohe Schuhe auf denen man sich über alles erhaben fühlen kann. An solchen Tagen nehme ich mir etwas vor, das hart wird: eine Mail, ein Telefonat, ein Text, den ich schon ewig vor mir her schiebe. Und eine schöne Verabredung für später in der Woche. Nach all dem ist dieser Tag schneller vorbei als die schlechte Stimmung mich einholen kann.
EINE FRAGE, EINE ANTWORT: EIN PARKA?
Ich habe es dir nie erzählt, aber seit ich dich zum allerersten Mal gesehen habe, bin ich scharf auf deinen Parka. Du kamst in unser Büro, du sagtest "Hi, ich bin Marlene" und zogst dir diesen unfassbar lässigen Parka aus. Allererster Gedanke: "Wow, ist die toll, lass uns bitte Freundinnen werden." Zweiter Gedanke: "Ich muss so einen Parka haben". Gefunden habe ich ihn nie. Irgendwie gehört er auch zu dir, ich muss nur an diesen Parka denken und ich sehe uns vor zehn Jahren (ZEHN Jahre? Ist es wirklich schon so lange her?). Wie wir in deiner Küche sitzen, Bier trinken und meinen Liebeskummer wegtrinken. Wie wir gemeinsam ins Stadion gehen. Wie wir rauchend auf dem Balkon stehen und über unseren Chef fluchen. Als ich vor ein paar Tagen an der Supermarktkasse stand, wartete vor mir ein Mann in einem ganz ähnlichen Parka und der Wunsch war wieder da: ein Parka, möglichst schlicht, ungefähr so wie auf diesen Bildern. Die von J.Crew und von Barbour sind perfekt, aber nicht ganz meine Preisklasse. Hast du vielleicht einen Tipp für mich?
Marlene: Du weißt schon, dass ich diesen Parka (Foto oben) nur noch dank dir habe, oder? Kurz bevor wir beide nach Berlin gezogen sind, habe ich einen Sack Klamotten zum Flohmarkt gebracht und die Jacke war mit dabei. Ich hatte sie einfach so lange nicht mehr getragen. Du kamst vorbei und hast mir so gut wie verboten, sie zu verkaufen. Ein Glück! Vor ein paar Monaten habe ich sie mal wieder aus dem Schrank gezogen und jetzt trage ich sie ständig, wie damals. Ich weiß nicht mehr, wo ich sie damals gekauft habe. Und ohne meine Freundin Lexi wüsste ich auch nicht, um welches Tarnmuster es sich handelt. Es ist: Woodland. Lexi, leidenschaftliche Mode-Expertin, wünscht sich übrigens ein Modell in Flecktarn von der Bundeswehr. Gefällt mir auch gut. So einen findet man wahrscheinlich am ehesten und günstigsten in einem Armee-Shop. Ich mag allerdings auch diese Jacke von Urban Outfitters oder, alternativ, diese von Asos - wobei ich mich schon frage, was ein Pelzkragen an einer Armeejacke soll. Aber er ist ja abnehmbar. Ganz ohne Tarnmuster, aber diese Jacken würden trotzdem direkt in meiner Einkaufstüte landen: wieder eine von Urban Outfitters und, schon für den lässigen Schnitt, diese von Topshop. Mein Lieblingsteil ist aber vielleicht dieser Parka von The Kooples. Das Beste daran: Er ist im Sale! Darauf sollten wir dringend ein Bier trinken.
Fotos: Marlene Sörensen (1), J.Crew (2), Shini Park/ Park & Cube (3).
EINE FRAGE, EINE ANTWORT: WO FINDE ICH DAS PERFEKTE T-SHIRT?
Ab heute stelle ich Marlene in ihrer Kolumne immer eine Frage, die mich gerade interessiert. Den Anfang macht die Suche nach dem perfekten T-Shirt...
Keine Ahnung, wie lange ich schon nach dem perfekten T-Shirt suche, vermutlich schon mein ganzes Leben. Entweder sind sie zu dünn - ich mag es nicht, wenn ein T-Shirt zu durchsichtig ist. Oder sie sind zu dick. Entweder sie sind zu teuer oder schrumpfen nach dem Waschen auf Kindergröße. Ich hätte gerne ein schlichtes, weiches, nicht zu durchsichtiges, bezahlbares hellgraues T-Shirt mit Rundhals. Sørensen, übernehmen Sie!
Marlene: Vor ein paar Jahren bekam ich von einer Kollegin folgenden Auftrag: "Du fährst nach New York? Bring mir unbedingt einen Dreierpack T-Shirts von Hanes mit. Un-be-dingt! Männergröße. Kriegste im Supermarkt." Und ich wollte noch sagen: "Ich fahr nach New York - und alles, was du willst, sind T-Shirts?" Weil die Kollegin aber immer umwerfend aussah, ging ich für sie in den Supermarkt und nahm selbst gleich einen Dreierpack für mich mit. Ich hab die Shirts dann getragen, bis sie nur noch zu Putzlappen taugten. Sie haben einen ganz klassischen, schlichten Schnitt, die Ärmel lassen sich gut hochrollen (Vorbild: James Dean. Deshalb auch das T-Shirt-Modell für Männer) und man kriegt sie für eine Handvoll Dollar. Oder Euro. Denn inzwischen muss man nicht mehr nach Amerika fliegen, um sie zu kaufen, sondern bekommt sie hier. Noch eine Lieblingsmarke: A.O.cms, wieder die aus der Männerabteilung. Gibt´s zum Beispiel im Soto Store in Berlin. Meins sieht man auf dem Foto. Wenn ich dich irgendwie doch noch überzeugen kann, leicht fadenscheinigen T-Shirts eine Chance zu geben, dann vielleicht damit: den T-Shirts aus Leinen von Zara, auf die mich meine Freundin Charlotte gebracht hat. Und zum Schluss noch einen Tipp von meiner Freundin Sandra: T-Shirts von The Kooples. Kosten ein bisschen mehr als eine Handvoll Euro, sind allerdings auch aus Seide und - ich hab´s an Sandra gesehen - sitzen wie ´ne Eins.
PS: Marlenes Freund James hat übrigens einen neue Website, die ich ganz außerordentlich toll finde.
PPS: Heute um 14 Uhr bitte mal kurz Daumen drücken, dankeschön!
Habt ihr das perfekte T-Shirt schon gefunden?
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