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FEBRUAR 2014


Pffff, der Februar. Sowas von schön. Sowas von daneben (die Gedanken irgendwo zwischen dem hier und dem hier). War ich vielleicht durcheinander und traurig. Aber jetzt kommt der März. Den stelle ich mir ungefähr so vor. Oder so. Was sonst noch passierte:

* In Berlin ist Frühling.
* Und auf dem Küchentisch steht jetzt eine riesige Schüssel voller Narzissen.
* Wir haben das erste Eis des Jahres gegessen.
* Und ich war zum ersten Mal im Restaurant von Yotam Ottolenghi in London.
* Ich habe die Schnecken von "Zeit für Brot" mit weißer Schokolade probiert. Wie nannte eine Freundin sie neulich? Unfair.
* "Kamfu mir helfen?" hat mir eine tolle Buchhändlerin in einer tollen Buchhandlung empfohlen, beim nächsten Besuch muss ich ihr erzählen, wie glücklich sie Fanny (und mich) mit diesem hinreißenden Buch gemacht hat, das wir beide schon fast auswendig können. (Und wie schön es ist, eine Buchhandlung zu entdecken, in der man nicht nur richtig gute Empfehlungen bekommt und in der es ein Riesensofa gibt, auf dem man Bücher anlesen kann, wie Fanny es immer nennt, sondern in der auch aus der Zeitung ausgeschnittene Rezensionen unter den Büchern liegen....).

Gelesen: Paul Austers "Winterjournal". "Deutschland vegetarisch". Und Delicious - ein London-Mitbringsel. Jetzt bin ich gespannt auf "Der Distelfink" von Donna Tartt und auf "Schwätzen und schlachten" von Verena Roßbacher.
Gehört: "Morning Phase" von Beck. Sinfonie Nr. 9 von Dvorak. James Blake. Jill Scott. Und Pharrell Williams.
Gesehen:"Yves Saint Laurent".
Geklickt: Letters of Note (im Mai erscheint das Buch). Have Cake, Will Travel. Trine Truxen. "What it´s Like to be a Bird". Sézane. Life in the Nineties von Roger Angell: "Getting old is the second-biggest surprise of my life, but the first, by a mile, is our unceasing need for deep attachment and intimate love." Bruce Springsteen: "Stayin Alive". "#Hastag".
Gemufft: Über den krassen Heuschnupfen.
Gefreut: Über den nächsten Haustausch im Sommer, noch einmal New York, dieses Mal: Brooklyn.
Gegessen: Fanny und ich haben Müsli gemacht und auch gleich wieder aufgefuttert.  Knusprig, leicht salzig, sowas von gut. Auch mal wieder gemacht (und sicher wieder öfter): Tomaten-Avocado-Salat.
Getragen: Meinen Second-Hand-Fund von Soeur: eine camelfarbene Jacke von Bellerose.
Gebraucht: Sehr viel Strawberry-Cheesecake-Schokolade.
Gerochen: Den Frühling.
Gedacht: Ich bräuchte eine neue schwarze Tasche, die alte fällt auseinander. Vielleicht die Nora von James Castle? Oder auf diese hier sparen? Oder hat jemand noch einen Tipp für eine schlichte, große Tasche?
Gemocht: London.

KOSMETIK-LIEBLINGE IM JANUAR & FEBRUAR







Eigentlich wollte ich etwas über die Kosmetik schreiben, die mir über den Winter geholfen hat. Und jetzt ist draußen Frühling (oder tut der nur so?). Am Ende aber auch völlig egal, denn diese fünf Lieblinge werde ich auch benutzen, wenn es wieder wärmer wird:

1) Meine absolute Lieblingsentdeckung der letzten Wochen: der "Rêve de Miel"-Lippenbalsam von Nuxe mit Honig und Sheabutter. Richtig toll gegen trockene Lippen, vor allem, wenn man ihn über Nacht aufträgt. (Meinen Tiegel habe ich in der Apotheke gekauft.)

2) Das Hagebuttenöl von Pai trage ich gerade jeden Abend vor dem Schlafengehen auf, und ich bin sehr beeindruckt vom Ergebnis: Meine Haut ist weicher und deutlich weniger trocken als sonst. Gegen Narben hilft dieses Öl auch richtig gut. Und es ist sehr ergiebig - ich brauche jeweils nur ein, zwei Tropfen.

3) Das Körperöl "Huile Tonic" von Clarins. Der Preis ist happig, aber dieses Öl hat mich wirklich über den Winter gerettet, denn in diesen Monaten wird meine Haut an Armen und Beinen so kratzig, dass ich kaum hinterher cremen kann. Seit ich vor dem Schlafengehen dieses Öl einmassiere, ist das Kratzen verschwunden. Ich mag, dass es nicht wie ein Film auf der Haut liegt, sondern super einzieht. Und den Kräuter-Duft mag ich auch.

4) Der "Un"Cover-Up Concealer von RMS. Benutze ich gegen meine nicht gerade subtilen Augenringe. Und das funktioniert ziemlich gut: Der Concealer mit Kokosöl ist deutlich cremiger als mein alter Concealer und verschmilzt toll mit der Haut. (Wer ihn erstmal ausprobieren will, kann das in Berlin zum Beispiel bei MDC Cosmetic tun oder im Quartier 206).

5) Der "Jean Queen" Lippenstift von Lipstick Queen. Habe ich mir in London gekauft und seitdem jeden Tag getragen. Die Farbe ist perfekt, wenn das Gesicht noch ein bisschen blass oder müde aussieht und man ein bisschen Farbe, aber nicht zu dick auftragen will. Die Konsistenz ist glossig, ohne schmierig zu sein. Toll.

Habt ihr in letzter Zeit schöne Entdeckungen gemacht? Und schon Frühlingsgefühle?
Kommt gut ins Wochenende!

LONDON, SO WAR DAS


Irgendwie ging ziemlich viel schief an diesem Tag, es gab einen Streik in London und die U-Bahnen fuhren nur ausnahmsweise, es regnete, ich hatte einen dicken Hals. Und dieser Tag? Macht trotzdem, was er will, und ist von vorne bis hinten ganz einfach: wunderbar. Weil die Schlangen vor den U-Bahnen, die überhaupt noch fuhren, so unendlich lang waren, ging ich zu Fuß, den ganzen Tag, quer durch die Stadt. Und sah dabei Dinge, die ich sonst vermutlich nie gesehen hätte: Das Licht in diesem kleinen Park, als die Sonne mal für zwei Minuten kurz rausblitzte. Diese Gruppe alter Damen in knallroten Mänteln, laut lachend, überschwänglich, als würden sie gerade einen Junggesellinnen-Abschied feiern, aber vielleicht haben sie das ja auch. Der italienische Fremdenführer, der mich fragte, ob er mir helfen könnte, als er mich in die Karte gucken sah, und der mir nicht nur den Weg zeigte, sondern auch das hinreißendste Lachen, das man an einem Regentag überhaupt nur haben kann.

Die Ausstellung über Isabella Blow im Somerset House war nicht ganz so toll, wie ich es mir vorgestellt hatte, aber immer noch toll - auch weil mitten in dieser Ausstellung in irrsinniger Lautstärke auf einer großen Leinwand in einem dunklen Raum die Alexander McQueen-Show von 2008 gezeigt wurde. Ich sah sie mir an, einmal, zweimal, dreimal, eine Frau setzte sich neben mich und stand auch nicht auf, lange hat mich Mode nicht mehr so gerührt. Gerührt hat mich auch einer von Isabella Blows Lippenstiften, einfach bloß durch sein noch da sein, in einem dunklen, sehr dramatischen Rot, schon ganz abgenutzt. (Die Dinge, die bleiben, wenn die Menschen schon gegangen sind).

Der Frühstücksburger bei Shake Shack, eine Erinnerung an unseren Sommer in New York, gerade als ich reinbeißen wollte, fing ein älterer Mann hinter mir plötzlich an, Opernarien zu singen, erst leise, noch ein bisschen schüchtern, dann sehr laut und mit ordentlich Vibrato, eine Gruppe von Schulmädchen in grün-schwarz karierten Schulmädchen-Uniformen, vielleicht sechs oder sieben Jahre alt, blieb mit ihrer Lehrerin stehen, und war genauso begeistert und verkichert über diesen unverhofften Auftritt wie ich. (Schon seltsam, dass einem diese Art Staunen eigentlich immer nur in fremden Städten einfällt). Danach eine Stunde in den Gängen von Whole Foods umhergegangen (er lacht immer über meine beknackte Leidenschaft für Supermärkte, aber es macht mich ehrlich glücklich, mir Lebensmittel anzusehen, die ich vorher noch nie gesehen habe, einen riesigen Berg Schokoladen-Baisers oder Erdbeer-Fruchtrollen mit einem Bär vorne drauf, von dem ich sofort wusste, wie sehr er Fanny entzücken würde). Eine Frau malte mit einem dicken Stift energische Herzen auf die Kühlschrank-Türen und summte dabei, ist ja bald Valentinstag.

Rumgebummelt, wie ich es zu Hause eigentlich nie tue, wenn immer noch etwas zu erledigen, zu machen ist, mit großer Ausführlichkeit und Zeitlosigkeit. Am Ende mit dem Bus, den mir der Fremdenführer gezeigt hatte, nach Notting Hill gefahren, zum Restaurant von Yotam Ottolenghi. Einen Teller geröstete Auberginen mit Nüssen und Joghurt gegessen und hinterher einen Käsekuchen mit karamellisierten Macadamianüssen, ein schöner, kleiner Ort ist das, das Ottolenghi-Deli in Notting Hill, einer dieser Orte, die man gerne mit nach Hause nehmen würde, um sie in der eigenen Nachbarschaft wieder auszusetzen. Im Zug zum Flughafen die Mini-Baisers gefuttert, die ich mir für zu Hause mitgenommen hatte, nicht rausgefunden, wonach genau sie schmecken, Johannisbeere?, Rose? beides?, gut jedenfalls, sehr gut. So war das.

Was ich mochte:
* Ottolenghi, 63 Ledbury Road.
* Daylesford, 208-212 Westbourne Grove.
* Space.NK, 127-131 Westbourne Grove.
* Whole Foods, 20 Glasshouse Street.
* Liberty, Regent Street.
* Shake Shack, Covent Garden, 24 Market Building.
* Isabella Blow im Somerset House.


LONDON




Zu den Dingen, die ich mir für dieses Jahr vorgenommen habe, gehört vor allem: Öfter Pause zu machen. Kleine Pausen, wo es eben geht. Einmal kurz Luft holen, rauskommen, aus dem Alltag, der Stadt, der Wohnung. Erster Versuch, den Plan konkret werden zu lassen: Ich fahre für einen Tag nach London. Morgens hin, abends zurück, dazwischen: Zeit für mich alleine, zum Rumgehen und Bummeln, Essen und Gucken. (Irre, was so ein Flugticket an der Wand neben dem Schreibtisch für die Laune tut...).

Ich wollte schon lange mal für einen Tag nach London, um einmal bei Ottolenghi zu essen (ich weiß, wie albern das klingen muss). Ebenfalls notiert: die Isabella Blow-Ausstellung. Und natürlich ein Burger bei Shake Shack (ich merke gerade: meine Vorstellung von Glück hat sehr oft mit Essen zu tun). Habt Ihr noch weitere London-Tipps? Ich freu mich über Empfehlungen, sage: danke und kommt gut in die Woche!
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