GLÜCKLICH, DANKBAR, MÜDE


















Die Tage ziehen und ziehen sich und sind doch rasend schnell vorbei, der Himmel kann sich nicht entscheiden, ob er grau oder blau sein will, der Mann sitzt in der Küche und guckt dem Kind beim Gehen zu, während aus seinem Computer eine seiner merkwürdigen Zufallsplaylists kommt, eine Cellosuite von Bach, Everyday People von Sly & the Family Stone, Abdullah Ibrahim, es passt nicht zusammen und verrückterweise doch perfekt, ich liege auf dem Sofa und gucke "Zwielicht", obwohl ich ihn schon drei oder vier Mal gesehen habe, ich bin müde auf eine Weise, wie ich es zuletzt mit 18 war, wenn ich zwei Nächte durchgemacht hatte. Das Jahr sitzt mir in den Knochen. Und in jeder Zeile, jeder Bewegung, jedem Gedanken, jedem Gefühl. Zerschossene Nächte, Tage, in denen nicht viel mehr geschieht, als dass ich Fanny dabei zusehe, wie sie wächst, wie sie schläft, krabbelt, lallt, spielt, geht, weint, lacht, immer weiter, und acht gebe, dass ihr nichts dabei geschieht. Ich hatte keine Ahnung, wie viele Kanten, Ecken, Spitzen es gibt, keine Ahnung, was man alles essen kann, Papier, Lippenstifte, Nasen, und wie müde man werden kann vom Gucken und Behüten. Ich bin müde von diesem Jahr. Ich bin müde vom Glück. Nicht müde des Glücks, sondern tatsächlich müde vom Glück. Auch so eine Erkenntnis dieses Jahres, dass einen das Glücklichsein schlauchen, erschöpfen, anstrengen kann. Stimmt, denkt man, warum auch nicht, wie sollte es auch anders sein, schließlich ist Glück ja ein starker Stoff, aber man überlegt sich das ja nie, weil man Glück sonst eher nur von kleinen Dosen kannte, nicht in XXXXL-Packungen. Das Kind. Der Mann. Die Liebe. Das richtige Leben, endlich, nach all den Jahren, nach all dem Hinfallen und nie wieder Aufstehen wollen. Das komplette Programm mit Redeflashs und "Guck doch nur"-Sagen und Mitternachtstänzen mit dem Kind in dunklen Zimmern. Noch nie so viel gelacht wie in diesem Jahr. Noch nie so viel geweint wie in diesem Jahr, manchmal aus purer Erschöpfung, meistens aus Rührung. Und das Schreiben, ohne Ziel, Auftrag, Gefühlen, Impulsen, Intuitionen hinterher. Dieses Weblog hat mich sehr glücklich gemacht in diesem Jahr. Weil es ein Ort für mich war, mein Ort, meine Zweitwohnung, mein ewiger Sommer, meine Badewanne, mein Salon, mein Sandstrand, mein Ringelshirt, mein guilty pleasure. Wie verrückt, dass einen das Schreiben und Lesen so glückssatt machen kann, ich habe das bis zu diesem Jahr nicht gewusst, obwohl ich schon seit Jahren vom Schreiben lebe. Das hat auch viel mit euch zu tun, den Leserinnen. Den Freundinnen. Ich bin euch so dankbar. Für so vieles. Wenn ihr wüsstet.

Im letzten Glückspaket des Jahres ist ein Paket Links. Zu Weblogs, die mich beim Lesen, Schauen, Lesen glücklich machen:

Spruced.
Ohhh...Mhhh.
Hausbesuchswins.
Vier und Mutig.
Photisserie.
Fräulein Text.
Ms. Fisher.
Tastesheriff.
Lykkelig.
Frau Heuberg.
Halbe Sachen. 
aloveisblind.
Dorobot.
A Cup of Jo.
Bleubird.
Rockstar Diaries.
Miss Moss. 
You Are My Fave.
Solid Frog.
Chantelle Grady.
Delicious Days.
What Katie Ate.
NutriCulinary.
Into the Gloss.
Le Love.
Vague.

Und jetzt geh ich schlafen. Ich bin so müde. Danke, Glück, dass du mich umgeschmissen hast. Danke euch.

DAS BESTE GESCHENK ALLER ZEITEN

video

Das beste Geschenk aller Zeiten: Fanny beschließt Heiligabend, dass sie jetzt gehen kann.




















Das andere beste Geschenk aller Zeiten: Er hat gefragt. Und ich hab ja gesagt.

FROHES FEST!













Ich wünsche euch ein frohes, glückliches, entspanntes, verfressenes, leuchtendes Weihnachtsfest!

SELBSTGEMACHTE SCHOKOLADE


























Ach, Schokolade. Wenn sie so aussieht. Was für ein Blog, was für eine Idee. Muss ich auch machen. Wenn es nur nicht so gemein wäre, Schokolade zu machen. Der Weg ist das Ziel, heißt es. Nur nicht in der Küche, nicht beim Schokolademachen. Da ist die Schokolade das Ziel und der Weg zu ihm eine Qual. Man mag mit den Fingern in die Schüssel. Man mag sie in die flüssige Schokolade tunken, man mag sich in die Schüssel hineinlegen. Darf man alles nicht. Man muss warten, bis die geschmolzene Schokolade wieder erkaltet und fest wird. Vorher muss man sie belegen, beträufeln, bespritzen, mit flüssiger weißer Schokolade. Statt sie zu futtern, sofort, alles auf einmal. Dann muss man sie verpacken und beschriften, Schokolade mit Erdnüssen und Salzflocken, Dunkle Schokolade mit weißer Schokolade und Marshmallows, Schokolade mit Cranberries und Mandeln, Schokolade mit roten Beeren und Anis. Dann bringt man sie zur Post. Tu das nicht, sagt der Mann, der im Fernsehen gerade einen Bericht gesehen hat, in dem die Schokolade aus sechs von fünfzig Briefen verschwand, bei der Post gibt es jemanden, der sich nicht beherrschen kann. In Wahrheit will er sie nur für sich selbst. Ich auch. Fanny auch, das kleine Schokomonster. Gut, dass ich noch ein Geheimdepot habe, von dem niemand etwas weiß.

GETRAGEN
















































































Anderthalb Jahre lang war Mode etwas für andere. Nicht für mich. Ich war etwas, das wuchs. Ich war etwas mit einer Silhouette, für die es keine Mode gibt oder wenigstens nicht viel. Ich hatte einen Körper, der nicht aufhörte, sich auszudehnen. Es war großartig. Die Beule war schließlich mein Kind. Ein bisschen Sehnsucht hatte ich trotzdem. Sehnsucht nach etwas, das keinen Gummibund hat. Sehnsucht, meine Sachen zu tragen. Sehnsucht nach meinem Ringelshirt, nach meiner Rüstung gegen schlechte Tage. Wie wichtig so ein T-Shirt plötzlich wird, bloß weil es nicht mehr passt. Ich erinnere mich noch an den ersten Tag, an dem ich es endlich wieder anziehen konnte, ein vernieselter Pariser Tag im August. Am nächsten Tag ging ich zu Printemps und kaufte mir diese blaue Jacke, ohne schlechtes Gewissen und ohne Zögern, ganz untypisch für mich. Auch aus Paris: die beigen Boots, die ich kaum mehr ausgezogen habe. Auch weil sie ein Geschenk sind. Und die Wildledertasche, nicht gesucht, aber gefunden, butterweich, groß genug für Fannys Windeln und mein Leben, das Innenfutter ist dunkelblau mit weißen Sternen. Das letzte halbe Jahr hat ihr ein paar Flecken zugefügt und ein paar Schrammen, Fanny hat sie ungefähr 5000 Mal aus- und wieder eingepackt und reingebissen, so mag ich sie sogar noch mehr. In den Sandalen habe ich den Sommer verbracht, sie sind mit mir am Strand von Mallorca spazieren gegangen und über die Champs Elysee. Vielleicht bin ich deshalb so verknallt in sie: weil sie mich durch den besten Sommer meines Lebens getragen haben. Der Duft: Chloé. Schon seit Jahren. Weil er nach großen Ferien riecht. Die Uhr: Auch schon seit Jahren. Ich mag, wie schwer und unkaputtbar sie ist. Ich mag, dass sie aussieht wie eine Männeruhr. Und schließlich der Schal, erst ein paar Wochen alt, mein Mittelfinger gegen den Berliner Winter. 

DAS GLÜCKSPAKET ZUM WOCHENENDE


























Ah, Weihnachtsferien. Der letzte Text ist geschrieben, alle Weihnachtsgeschenke besorgt, jetzt will ich ehrlich nur noch: umfallen. Rumliegen. Tee aus meiner Lieblingskanne trinken (was ist das eigentlich nur mit Lieblingskannen, der Tee ist ja jedes Mal derselbe, trotzdem könnte ich schwören, dass er nur aus dieser Kanne wirklich gut schmeckt). In meinem Pyjama wohnen (der in meiner Vorstellung aus Seide ist und Punkte hat wie dieser hier). Unentwegt "A Very She & Him Christmas" von der unglaublichen Zooey Deschanel hören, zugeschickt von der mindestens genauso unglaublichen Silke, und das ist eher eine Untertreibung. Falls ich mir einen Film anschaue, wird es ziemlich sicher "Tatsächlich...Liebe" sein, der einzige Weihnachtsfilm, den auch der Mann liebt (okay, außer "Bad Santa"). Bevor ich umfalle, backe ich noch Kekse, Höhlenfutter, Erdnuss-Schokoladen-Zimt-Cookies von Martha Stewart, zusammen mit Kati, die ich so unheimlich gerne mag, sie in München, ich in Berlin, gemeinsames Fernbacken.

Erkenntnisse der letzten Woche:

Man kann auch zu viel über Dinge nachdenken.

Ich liebe Fenchelsuppe.

Ich stehe doch auf Castingshows.

Es gibt Geschenke, die so schön sind, dass sie einem das Herz umdrehen. Meines hat sich diese Woche so oft gedreht, dass es gar nicht mehr weiß, wo oben und unten ist, ich danke dir so sehr, A.

Drei Wochen ohne Marlene sind drei Wochen zuviel. (Viel Spaß in Australien!).

Ich muss wieder mehr lesen. Und Musik hören. Und schlafen. Und rausfinden, wie das zusammen geht.

Ein schönes Wochenende! (Aber nicht ohne Steffi, die hoffentlich bald wieder ganz gesund ist!).

EIN PAAR DINGE, DIE MIR GUTE LAUNE MACHEN
















Cocos Foodblog "Roost - A Simple Life".

Dieses Video (auch wenn es nur eine Vorschau ist).


















































Mein neuer Mitbewohner.




































Dieses Kleid.































Dieser Spruch. Mal so für den Hinterkopf. Via Bodie and Fou. 

Fleur de Sel  Caramels.

Dieser Trailer. Und dieser.

Zu überlegen, was ich am Donnerstag backe. Und am Freitag (mit Kati & Sam). Und am Samstag. Dann beginnen nämlich die Weihnachtsferien und das muss gebacken werden.

Mein kleines großes Mädchen läuft. Sie LÄUFT. (Dass das immer noch mehr werden kann mit der Liebe, jeden Tag).

GESCHENKE, GESCHENKE: FÜR KLEINE KINDER




















































1. Als Kind habe ich sie geliebt, jetzt bekommt Fanny sie zu Weihnachten: Eine Babushka-Puppe mit sechs Tieren von "Die Schatzinsel" (24 Euro).
2. "Sophie La Girafe" habe ich zum ersten Mal bei Fannys kleiner Freundin Klara gesehen. Weil Fanny sich so schwer trennen konnte, bekommt sie jetzt ihre eigene Giraffe von "Die Schatzinsel" (15,99 Euro).
3. Tolle Idee: die Schwestern Bolette und Louise Blaedel aus Dänemark haben sich Kindermöbel zum Rumtoben ausgedacht. Ich mag diesen Wal. Und ich mag das Krokodil. Nicht ganz so gern mag ich die Preise der "Bobles Tumbling Animals" von d.nik (119  und 89 Euro). 
4. Ein roter Schaukelelch. Mehr muss man dazu nicht sagen. Von Ikea (29,99 Euro).
5. Die "Wilde Hummel" hat Fanny von Marlene zum Geburtstag bekommen. Liebe auf den ersten Blick. Von Brio über Amazon (14,98 Euro).
6. Ein Kinderteller mit Gesicht. Was für ein Spaß. Von Amazon (15,30 Euro).

MARLENES STILKOLUMNE










Das sind meine Ugg Boots. Ehrlich, ich wollte nicht, dass es je soweit kommt. Aber es ging nicht anders. Der Winter vor drei Jahren war zu hart, meine Füße waren zu kalt und sahen Uggs nicht doch irgendwie okay aus? Und wenn schon nicht okay, dann wenigstens warm? Ich probierte sie im Laden an. Sie waren sogar sehr warm. So warm, dass sich meine Füße anfühlten wie kleine Öfen. Außerdem waren sie herrlich bequem. Vielleicht würde es niemandem auffallen, wenn ich sie trug...

Als ich am nächsten Tag damit ins Büro kam, rollte die Modekollegin ihren Stuhl zu meinem Schreibtisch, warf einen Blick auf meine Füße und zischte: "Verräterin."

Sie hatte natürlich Recht. Ugg Boots sind für Schuhwerk, was Anoraks für Oberbekleidung sind. Unförmig. Unelegant. Der Untergang für jedes Outfit. Ich sehe darin aus wie ein Babyelefant. Ich laufe darin auch wie ein Babyelefant. Sobald ich die Uggs im Winter aus ihrem Karton hole, habe ich das Gefühl, meine anderen Schuhe gucken mich vorwurfsvoll an und sagen: Die? DIESE Stiefel? Willst du uns beleidigen?

Nichts wäre mir lieber, als endlich Stiefel zu finden, die genau so warm und bequem sind, dabei aber sensationell aussehen. Ich habe die letzten drei Winter nach solchen Stiefeln gesucht. Vergeblich. Eine Bekannte von mir hat den Kompromiss geschlossen, ihre Uggs nur drinnen zu tragen. Gute Idee - wenn ich es einrichten könnte, von November bis April nicht vor die Tür zu gehen.

Dieses Jahr versuche ich es mit einer anderen Taktik: ich fliege für fast vier Wochen nach Australien, wo die Dinger herkommen - und wo interessanterweise kaum einer die Dinger trägt. Fanny werde ich allerdings Uggs mitbringen. An Kindern finde ich sie nämlich entzückend.

Da es etwas ins Geld gehen würde, jedes Jahr im Winter nach Australien zu fliehen, meine Frage an euch: in welchen Schuhen kommt ihr durch den Winter?

Wenn ihr sagt "Mukluks", schrei ich. 

Marlene

EIN GLÜCKSPAKET FÜR UGANDA UND EINE BITTE



Ich war schon mal besser drauf. Die letzten drei Tage war ich krank, müde, nölig und bin knietief in Selbstmitleid versunken, herrje, ist das alles gerade anstrengend und superdramatisch. Bis ich eine Email von einem Kollegen bekam. Er kenne da eine Gruppe von Berliner Medizinern, die in Uganda eine Schule für Waisen unterstütze, schrieb er. Man könne Patenschaften für die Schüler übernehmen, mit denen Lehrmaterial, Kleidung und Essen bezahlt werde, für die meisten Kinder sei dieses Essen die einzige Mahlzeit am Tag. Auf meine Frage, worum genau es da geht, habe ich heute eine lange Email von Frau Theuring vom Institut für Tropenmedizin an der Berliner Charité bekommen – eine, nach der ich mich gründlich für mein Selbstmitleid geschämt habe.

Rose Kabasinguzi, eine ehemalige ugandische Mitarbeiterin im HIV-Forschungsprojekt des Instituts für Tropenmedizin, hat ein Kinderhaus mit dem Namen „Sky is the Limit Integrated Children´s Center“ gegründet. In der Fort Portal-Region in West-Uganda gibt es viele Kinder, die keine Familien haben und auf der Straße leben, viele von ihnen AIDS-Waisen. In keinem anderen Land der Welt gibt es so viele AIDS-Waisen wie in Uganda, um die 1,2 Millionen. Und die staatlichen Netze sind zu weitmaschig, um diese Kinder auffangen zu können. Das „Sky is the Limit Integrated Children´s Center“ will sich der AIDS-Waisen in der Region annehmen, ihnen medizinische Grundversorgung, Nahrung, Unterkunft und Fürsoge und in der eigens gegründeten Schule auch eine Ausbildung bieten. Die Grundschule ermöglicht derzeit etwa 160 Kindern den Schulbesuch, 70 Kinder besuchen den Kindergarten, etwa 40 Waisenkinder leben im „Children´s Center“. Um noch mehr Kinder aufnehmen und ihre Versorgung dauerhaft verbessern zu können, wurde im Jahr 2008 mit dem Bau eines Wohngebäudes begonnen, das aus Geldmangel bisher jedoch nicht fertig gestellt werden konnte.

Wenn Euch das so beeindruckt wie mich und Ihr gerne helfen möchtet: Außer durch freie Spenden kann man die Kinder auch durch Patenschaften unterstützen, um ihnen den Schulbesuch zu ermöglichen. Das Spendengeld geht zur 100 Prozent direkt an das Projekt und die Kinder.

Wer gerne spenden möchte (und auch kleine Beträge helfen) kann das hier tun:

Empfänger: Msaada e.V. Konto: 3056287 BLZ: 83094495 (Ethikbank)
Verwendungszweck: Institut für Tropenmedizin, „Sky is the limit“

Wer wie ich gerne eine Patenschaft übernehmen möchte, die im Monat etwa 15 Euro kostet, schreibt mir bitte eine Email an: postanslomo(at)googlemail(dot)com, ich leite sie ans Institut für Tropenmedizin weiter. 15 Euro im Monat. Vielleicht kann man nicht die Welt verbessern, aber ein paar Leben, oder?

Vielen Dank für Eure Unterstützung.
Okka

PS: Und schaut doch mal bei Steffi vorbei, die hat wieder ein schönes Glückspaket fürs Wochenende geschnürt.

HELLO DARKNESS, MY OLD FRIEND - MIXTAPE NO.1




























Her - EELS
Most of the Time - SOPHIE ZELMANI
First Day of My Life - BRIGHT EYES
Little Sister (Acoustic) - JEAN-PHILIPPE VERDIN
Let´s Get Lost - ELLIOTT SMITH
Amen Omen - BEN HARPER
Vanderlyle Crybaby Geeks - THE NATIONAL
Rome - Neighbours with Devendra Banhart Remix - PHOENIX
Another World - ANTONY & THE JOHNSONS
La Cienega Just Smiled - RYAN ADAMS
Faded from the Winter - IRON & WINE
Melancholie - GISBERT ZU KNYPHAUSEN

Ein Mixtape für Abende wie diesen. Hier anzuhören.

Foto: Achim Multhaupt. Die gesamte, außerordentlich wundervolle Nacht-Serie von Achim Multhaupt gibt es übrigens hier zu sehen.

HAPPY NIKOLAUS!
































Ein bisschen melancholisch heute. Nichts Schlimmes, kleine Winterschwere und großes Verlangen auf Badewanne, Bett und ein paar Filme. Aber auch: glücklich heute. Weil ich eben Romys Glückspaket aufgemacht habe und mich so unendlich auf ihr Lieblingsbuch und ihren Lieblingsfilm und Schokolade und schwedische Handcreme und Sauerkirschspitzen freue und, ach, es hört gar nicht auf. (Dieses Lypsyl ist ein Knaller, Romy, ich fürchte, das wird eine große Liebe). Was für ein unglaubliches Paket. Mit wieviel Liebe gepackt und ausgedacht und verschickt. Liebe Romy, ich danke dir von Herzen. Mir ist ganz warm nach dem Auspacken. Und dann ist da auch noch ein Paket vom Tastesheriff, einfach so, ich kann es kaum glauben. Ach, C. Ach, danke. Und das Nikolauspaket von Rosie Grey, ich habs schon gestern aufgemacht, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe. Und es macht heute immer noch glücklich. Die Melancholie ist schon ganz beleidigt, dass sich überhaupt niemand mehr für sie interessiert.

Habt ihr schon ausgepackt? Und einen schönen Nikolaus? Oder glückliche Melancholie?

PS: Ach, Meike, das ist ja gleich noch einmal Bescherung. Auch dafür danke.

FOOD-PORN





















S´Meaches von Claire Thomas (1). How to Make Nut Milk von My New Roots (2). Beet Cake von Tiger in a Jar (3). Ribboned Asparagus Salad von Tiger in a Jar (4). Millefeuille Fruits Rouges von Griottes (5). Apple Galette von Rachelchew (6). Stop-Motion Biscuit Cake von Alan Travers (7).

STILKOLUMNE





















































Jedes Jahr um diese Zeit wünsche ich mir, ich wäre jemand, der im Oktober schon alle Geschenke kauft, pünktlich zum 1. Dezember die Wohnung festlich geschmückt hat und auf einer stilvoll arrangierten Weihnachtsfeier selbstgemachte Kekse und Punch serviert. Denn jedes Jahr um diese Zeit fällt mir auf, dass in ungefähr zwei Sekunden Weihnachten ist und ich mal wieder nichts von alldem geschafft habe. 

Da mein Wunsch vermutlich hoffnungslos ist und ich in der Zeit vor Weihnachten für immer die Frau sein werde, die euch im Kaufhaus auf dem Weg zur letzten Rolle Geschenkpapier beiseite stößt, habe ich mir überlegt: Ich entspann mich jetzt mal und verbringe den Sonntagnachmittag nicht damit, furchtbar effektiv und kreativ sein zu wollen, sondern damit, meine Wunschliste zu schreiben.

Dabei habe ich dann auch ein paar Sachen gefunden, die ich selbst verschenken werde. He, ich bin plötzlich doch in Weihnachtsstimmung...

1. Contax Tvs III. Weniger Weihnachtswunsch als Wenn-ich-mal-im-Lotto-gewinne-erfülle-ich-mir-diesen-Wunsch-selbst. Eine unglaublich tolle Kamera, die unglaublich teuer ist.

2. Die bestickten T-Shirts von Maison Labiche (via Colette) würde ich alle nehmen, aber am liebsten das mit dem Schriftzug "be bop a lula" (oder doch das mit "elvis"? mhm...)

3. Die Illustrationen von Sarah Illenberger sind so großartig, dass ich jede davon kaufen könnte und zum Glück gibt es viele davon als Fine Art Prints. Die "Granate" hängt in meinen Gedanken schon über unserem Küchentisch.

4. Lack. Schwarz. Louboutin. Dankeschön.

5. Kein Geschenktipp von mir, sondern von Gwyneth Paltrow (oder von wem auch immer, der ihren Newsletter schreibt): ein Filz-Badge von Best Made Company, das ich heimlich in ein Hemd von meinem Mann nähen werde.

6. Wenn jede Frau ein kleines Schwarzes im Kleiderschrank braucht, dann brauche ich ganz sicher dieses von Acne.

7. Eine neue Lederjacke brauche ich nicht. Aber, Himmel, ist sie schön. Von Allsaints.

8. Kennen wir uns eigentlich schon gut genug, um euch meine unerklärliche Liebe zu Bruce Springsteen zu gestehen? Aber was heißt unerklärlich. Schaut euch den Mann doch an! Nächstes Jahr kommt er für drei Konzerte nach Deutschland und ich habe mir vorgenommen, bei einem davon in der ersten Reihe zu stehen - mit meinem Papa, dem ich meine Liebe zu amerikanischem Gitarrenrock zu verdanken hab.

9. Wir verreisen dieses Jahr zu Weihnachten und eigentlich ist im Koffer kein Platz für Geschenke. Aber vielleicht am Koffer? Anhänger von Cos.

10. Roter Nagellack geht immer und macht mir gleich bessere Laune. Gleich eleganter seh ich mit einem puderfarbenen Lack aus. Bilde ich mit wenigstens ein. La Laque von YSL. 

11. "Metals" von Feist. Schön.

Marlene

DAS GLÜCKSPAKET ZUM WOCHENENDE






































Mein Wochenende wird gemütlich. Sehr gemütlich. Ich bin müde und ziemlich alle von der Woche, deswegen freu ich mich auf zwei Tage auf dem Sofa. Jogginghose, ein paar Filme, Fußball, Bratäpfel und Kekse.

Endlich lesen möchte ich: Das "Sweet Paul"-Weihnachtsheft. "Artig und Fein" von Sodapop und Birdyblue. Das Rue-Magazine. Und Lonny.

Endlich schreiben möchte ich: meinen Wunschzettel. Wunsch eins: ein Print aus der Photisserie-Edition. Die machen schon beim Ansehen glücklich (und hungrig) und ich muss mich sehr zusammenreißen, nicht sofort ALLE zu bestellen. Guckt doch nur mal die Pfefferminz-Fliege an. Und den Apfel-Korken. Und die Mandelflamme.

Oder geh ich doch zum Holy Shit Shopping?

Oder guck mir die "Fashion Food"-Ausstellung im Museum für Kommunikation an (danke für den Tipp, Jean-Yves)? Sehr gerne ansehen möchte ich mir auch Taryn Simons "A Living Man Declared Dead and Other Chapters" in der Neuen Nationalgalerie - aber vielleicht erst, wenn ich ein bisschen ausgeschlafener bin.

Das wunderbare "Don´t bring me down" habe ich übrigens auf dem Blog der amerikanischen Illustratorin Danielle Kroll gefunden. Und weil sie mir mit ihren Bildern trotz Migräne so gute Laune gemacht hat, darf sie in diesem Glückspaket nicht fehlen. Genau wie Steffi, die mir mit "Ohhh...Mhhh..." so oft meine Morgenmuffeligkeit vertreibt.

Habt ihr schöne Pläne? Und vielleicht einen guten Film-Tipp für mich?
Ein schönes, entspanntes Wochenende!























































































Alle Illustrationen von Danielle Kroll

SCHNEEMÄNNER AM STIEL UND EIN TÜRCHEN BEI SO LEB ICH


























Wie ich mich auf diesen Tag gefreut habe. Ich liebe Adventskalender, schon seit meiner Kindheit. Eben hat Fanny ihr erstes Tütchen geöffnet (ein Pixie-Buch, yeah!). Und noch ein Türchen öffnet sich heute und ich bin irre aufgeregt: Vor einer Weile hat mich Claire von der Wohn-Community "Solebich.de" gefragt, ob ich nicht Lust hätte, beim großen Adventskalender mitzumachen. Die Idee hatte ich schon länger, aber irgendwie hab ich mich nicht getraut: Schneemänner am Stiel, Cake-Pops mit Mütze, ist das nicht total kompliziert? Ich hätte es ja auch nicht gedacht, aber: nein, überhaupt nicht. Nicht mal für Grob-Motoriker wie mich. Und es vertreibt die Zeit bis zum ersten Schnee und macht nicht mal kalte Hände. Zum Rezept bitte hier entlang. Und was war hinter eurem ersten Türchen?

EIN GUTER TAG UND EINE VERLOSUNG

Ah, was für ein guter Tag. Ein glücklicher, leichter, schöner Tag, weil...

... ich mich so über eure tollen, schlauen, herzerwärmenden Kommentare gefreut habe.
.... das neue "Feld 100"-Magazin erschienen ist. Mit einer riesigen, umwerfend schönen Geschichte von Rotkapi über ihre Hausbesuche im Prenzlauer Berg. Und mit den Fünf Dingen von James Castle. Toll geschrieben, toll fotografiert, hier nachzulesen.
... mich zwei Minuten nachdem ich diese Geschichte gelesen habe, James angerufen und gesagt hat, dass mein Blazer fertig ist. Morgen hole ich ihn ab. (Waaaaaaaaaah!).
.... das neue Saveur-Magazin im Briefkasten lag.
... ich Fannys allerersten Adventskalender aufgehängt habe. Ist der vielleicht schön. Danke, Ahoimeise.
... ich mein Glückspaket losgeschickt habe.
... wir eben fantastisch gut essen waren "Beim Bauern unter den Sternen".
... heute der große Slomo-Geburtstagsmonat mit einer großen Verlosung zu Ende geht, über die ich mich ungeheuer freue.

Vor ein paar Monaten saß ich mit Marlene in ihrer Küche. Fanny, guck doch mal, sagte sie, ich hab hier noch etwas für dich. Einfach so, fragte ich. Einfach so, sagte sie, ich konnte nicht widerstehen. Als wir ausgepackt hatten, wusste ich, was Marlene meinte: Ein Krokodil mit Schleife, hellgrün mit weißen Punkten, die süßeste Rassel, die mir je untergekommen ist. Fand Fanny auch. Das Krokodil wurde ihr bester Freund, wurde rumgetragen und angeknabbert und hat ihren Schlaf bewacht. Was für ein Geschenk.

Ausgedacht hat sich dieses Krokodil die Autorin und Stylistin Grit Stern. Auf ihrer Seite "A Star is born" gibt es nicht nur Rasseltiere, sondern auch Kissen, Windeltaschen, Wickelunterlagen und Turnbeutel. Ich hätte bitte gerne einmal alles. Diese Stoffe, diese Farben, diese Liebe zum Detail:




Eins: Rassel-Würfel. Zwei: Rassel-Giraffe. Drei: Motivkisse Rocket. Vier: Wickelunterlage. Fünf: Babyschuhe. Sechs: Tücherbox-Hülle.

Und ich darf heute etwas verlosen (danke, Grit!): ein Kissen mit Rakete und einen passenden Turnbeutel dazu. Wenn ihr mir bis zum 2. Dezember um 18 Uhr in die Kommentare schreibt, welches Geschenk euch als Kind unsagbar glücklich gemacht hat. Toi, toi, toi.




















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Herzlichen Glückwunsch, liebe....*lini*, du hast gewonnen! Hurra! Schönes Wochenende!


UNGEFRAGT

Pst. Pssst.
Nein, nicht jetzt.
Ach, du weißt schon, was ich dir sagen will?
Natürlich weiß ich das. Du bist mein schlechtes Gewissen, ich kenn dich nur zu gut.
Dann kann ich ja wieder gehen.
Nee, ehrlich, wenn du so auf beleidigt machst, bist du noch viel schlimmer zu ertragen. Du verschwindest doch sowieso nicht, bis ich mir anhöre, was du zu sagen hast. Also fang schon an.
Wir sind aber empfindlich heute.
Stimmt, sehr empfindlich. Müde und empfindlich. Gemeine Mischung.
Und sauer auf dich selbst.
Vor allem sauer auf mich selbst. Weil mir die guten Sätze immer erst hinterher einfallen. Weil ich die Klappe gehalten habe, statt einfach mal zu sagen, was ich denke. 
Nicht so schnell. Wie war das genau.
Entschuldige. Ich hab zufällig diese Frau wiedergetroffen, die ich eigentlich ganz gerne mag, ihre Tochter ist so alt wie meine Tochter. Wir haben einen Kaffee getrunken und über unser Leben geredet.
Klingt doch ganz nett.
War es auch. Bis ich erzählt habe, dass das letzte Wochenende echt anstrengend war, weil Fanny Fieber hatte und nur geweint hat und völlig durch den Wind war und überhaupt nicht schlafen wollte und nicht angezogen und nicht ausgezogen werden wollte und nicht essen und auch sonst eigentlich überhaupt gar nichts wollte. Ich bin so müde, sagte ich, wenn sie wenigstens mal durchschlafen würde. Wie, sagte sie, DEIN KIND SCHLÄFT NICHT DURCH? Wie alt ist sie jetzt, EIN JAHR? Meine Tochter schläft schon seit Monaten durch, SEIT MONATEN, jede Nacht von halbacht bis halbacht, ohne jedes Problem.
Kann dir doch egal sein.
Könnte es, da hast du recht. Sollte es sogar. Aber du hättest ihren Blick sehen müssen. Als hätte sie mich gerade als Ladendiebin enttarnt.
Da stehst du doch drüber.
Am Anfang schon. Bis sie mir erklärt hat, dass ich selbst schuld bin. Weil Fanny bei uns am Bett schläft und manchmal auch bei uns im Bett, statt in ihrem eigenen Zimmer zu liegen. Dann würde sie nämlich schon längst durchschlafen. 
Weißt du nicht am besten, was gut für dein Kind ist?
Natürlich. Und trotzdem. Diese Frau ist ein bisschen wie du, ich will das alles nicht hören, weghören kann ich aber auch nicht.
Und dann?
Hat sie mir erzählt, wie total supertiefenentspannt ihr erstes Jahr mit Kind war. Ihre Tochter hat NIE gemault, NIE geweint, die war NIE anstrengend, die war ein TRAUM, nonstop, eigentlich könnte sie gleich das nächste Kind machen, so easy wie das ist. Dann hat sie mir gezeigt, was ihre Tochter schon alles kann. Die kann nämlich schon Tiere nachmachen. Guck mal, hat sie gesagt, Luise, mach mal den Fisch. Und die Biene, wie macht die Biene? Und der Hase, Luise, der Hase, DER HASE, LUISE, genau. DAS IST DER HASE. Alles nur eine Frage der Übung, solltest du auch mal machen.
Kann sie auch den Vogel? Den könnte sie ihrer Mutter wirklich mal zeigen.
Du bist lustig. Du bist nie lustig. Und viel zu nett bist du heute auch, was ist los mit dir?
Auch wenn es manchmal nicht so aussieht: Ich bin auf deiner Seite. Ich will dir eigentlich nur dabei helfen, ein bisschen klarer zu sehen.
Und was siehst du?
Du bist verunsichert. Und das ist bescheuert und völlig unnötig. Weil du glücklich bist mit deinem Kind. Und dein Kind die meiste Zeit ziemlich glücklich aussieht. Es gibt keinen Grund, sich von irgendwelchen Supermuttis erzählen zu lassen, was du angeblich alles anders machen musst. Erstens geht sie das alles überhaupt nichts an. Zweitens glaube ich nur die Hälfte von dem, was sie da erzählt, wenn überhaupt. Drittens solltest du ganz allein auf dich hören, damit bist du die ganzen letzten Monate doch ziemlich gut gefahren, nicht wahr? 
Wenn das alles so klar ist, warum bist du dann da, schlechtes Gewissen?
Weil du dir die ganze Zeit diese Frage stellst.
Wieso ich die Klappe gehalten habe? Ihr nicht gesagt habe, dass sie eine Panflöte ist und Kindererziehung nicht olympisch?
Die Antwort darauf weißt du selbst: Weil du höflich sein wolltest, weil du dachtest, das ist es nicht wert,  weil du keine Lust hattest auf eine Diskussion und ein bisschen feige warst. Nicht schön, aber auch nicht so dramatisch. Ich meinte eine andere Frage. Du weißt schon welche.
Ich weiß, was du meinst. Aber das ist nicht so einfach. 
Es ist aber wichtig. Raus damit. Sei nicht schon wieder feige.
BinicheineguteMutter.
Ich hab dich nicht verstanden.
Bin ich eine gute Mutter?
Was tut so weh an dieser Frage?
Dass ich die Antwort eigentlich weiß. Und sehen kann, jeden Tag. Dass ich glücklich und angekommen bin, dass ich es liebe, eine Mutter zu sein, dass alles ganz automatisch passiert und sich gut anfühlt und richtig und schön. Und es trotzdem nur eine einzige Supermami braucht, damit ich mich frage, ob ich wirklich alles richtig mache oder nicht doch alles falsch. Ich bin sonst nicht so umwerfbar. Ich möchte nur so gern alles richtig machen, weißt du? Ich liebe dieses Kind so sehr.
Was ist denn wohl das Beste, das du machen kannst?
Auf mein Gefühl hören. Nicht auf die Panflöte.
Und was fühlt sich richtig für dich an?
Eigentlich alles. Auch ganz ohne eigentlich. Alles. 
Da hast du doch deine Antwort. Und ich endlich meine Ruhe. Ich geh dann mal.
Gute Nacht. Ach, eines noch.
Ja, was denn?
Erinnerst du mich hin und wieder an die Antwort, wenn ich mal wieder so einen Panflöten-Tag habe?
Ehrensache. Und jetzt schlaf. Du kannst es gebrauchen.
Ich danke dir. Komm nicht so schnell wieder.

STILKOLUMNE


Vor ein paar Wochen hat meine Freundin Sandra meinen Kleiderschrank fotografiert. Was mir dabei auffiel: wie viele blaue Hemden ich besitze. Was ihr dabei auffiel: wie erstaunlich reduziert der Inhalt meines Kleiderschranks ist.

Erstaunlich, weil: sie mich in Paris erlebt hat, als ich mit meiner Kreditkarte extrem freizügig war. Ich habe ihr allerdings auch nicht die Rumpelkammer gezeigt, in der diverse Kisten mit Klamotten stehen, für die im Schrank kein Platz ist. Manchmal gucke ich in die Kisten und stelle fest: Interessant! Ich habe also schon zwei Paar weiße Jeans, hätte ich mir das dritte Paar womöglich sparen können. Dann finde ich mich kurz bescheuert, mach die Kisten wieder dicht und schlepp sie auf den nächsten Flohmarkt.

Seit ein paar Jahren sind es nicht mehr so viele Kisten wie früher. Nicht, weil ich so oft auf den Flohmarkt gehe. Sondern weil die Fehlkäufe weniger geworden sind. Das dritte Paar weiße Jeans brauchte ich sicher nicht. Aber die blauen Hemden in meinem Schrank, die brauche ich alle. Die Schublade voller weißer T-Shirts. Die Pullis mit V-Ausschnitt. Weil ich irgendwann festgestellt habe, dass das die Dinge sind, die ich immer wieder trage. Weil sie mir stehen (und, nein, ich werde hier nicht ausrechnen, wie viel mich diese Erkenntnis in Fehlkäufen gekostet hat).

Und dann gibt es noch die Sachen, die ich niemals weggeben könnte, egal wie lange sie zwischendrin ungetragen sind. Manche davon, weil sie eine Menge Geld gekostet haben. Einige dagegen so gut wie nichts. Aber alle bedeuten mir mehr als nur ein Stück Stoff. Das sind die Sachen, die in meinem Kleiderschrank immer Platz haben werden:

Diese Jeansjacke. Mit 15 für acht Mark auf einem Flohmarkt in Stade gekauft, zusammen mit – kann es wahr sein? – einer gebatikten Schlaghose. Die Hose ist längst entsorgt. Die Jacke ist für mich: lange Sommer in Dänemark, Bier aus Dosen trinken, das erste Festival und bis morgens um sechs in der Mülltonne (so hier unsere Kneipe in Stade, doch wirklich) sitzen und mich nicht trauen, DEN Jungen anzusprechen. Ich werde sie noch tragen, bis sie komplett auseinanderfällt.

Ein blaues Hemd mit weißen Nadelstreifen, von einer Freundin in Boston geschenkt, weil sie keinen Platz mehr dafür in ihrem Koffer hatte, als sie zurück nach Schweden ging. Ich weiß nicht, was aus ihr geworden ist. Aber mit diesem Hemd fing meine Sammlung blauer Hemden an.

Ein langes Seidenkleid, dass James mir vor ein paar Jahren für eine Hochzeit genäht hat. Weil es das erste Stück ist, das er für mich gemacht hat und weil es so schön und kostbar ist, dass ich es nur ein paar Mal im Jahr anziehe.

Ein Kleid von Twenty8Twelve, in New York gekauft. Ah, New York! Mein Freund Aaron und ich waren den ganzen Tag durch die Stadt gelaufen und landeten schließlich, geschafft und glücklich, bei Saks. Da hing es dann, das Kleid. Die Verkäuferin, die es mir in die Umkleide brachte, das weiß ich noch, hieß Norma Jean. Eigentlich konnte ich mir das Kleid nicht leisten, aber Aaron sagte: Hau es auf die Kreditkarte und dann führ ich dich darin aus! Und so war es dann auch. Ein grandioser Abend.

Eine weiße Baumwollbluse mit gehäkeltem Halsausschnitt. Weil es meiner Mama gehörte, als sie meine Mama wurde.

Und was könntet ihr niemals aufgeben?

Marlene


DAS GLÜCKSPAKET ZUM WOCHENENDE (UND EINE VERLOSUNG)

Aufgewacht, weil Fanny auf mich gekrabbelt ist und an meine Backe gepatscht hat, Mam-mam-mam, aufwachen, los, ich will spielen. Brioche zum Frühstück gegessen und Fanny ein Stückchen abgegeben, Brioche mit Creme fraiche, was für eine herrliche Schweinerei. Danach angefangen, das große Geburtstagsessen zu kochen, Möhren geschnitten und Ingwer und Rotkohl und Äpfel, und Musik gehört, nichts Besonderes eigentlich, und doch das Schönste, was ich mir für einen vernebelten Morgen vorstellen kann. Blumen gekauft, Christrosen, die Lieblingsblumen meiner Mutter. Einen Riesenspaziergang mit S. gemacht, und immer nur gedacht: Du bist so tolltolltoll, du bist so schön und warm und schlau. Nach Hause gekommen und mit M. telefoniert und schon wieder geseufzt. Bitte lass uns ewig Freundinnen bleiben wie wir jetzt Freundinnen sind, lass uns ewig über unsere Leben reden und über unseren Tag und darüber, was wir uns dieses Jahr zu Weihnachten schenken, oder vor Weihnachten, dieses Jahr bist du ja verreist (immer muss ich dich vermissen). Zum Abendessen den perfekten Burger und die perfekten Zwiebelringe und Süßkartoffelpüree mit Marshmellows vom Lieferservice. Vielleicht guck ich mir später noch "Barney´s Version" an, vielleicht überlege ich mir, welchen Geburtstagskuchen ich meiner Mama backe, vielleicht mach ich auch einfach das Licht aus und hör noch ein paar Mal dieses Lied. Und dieses.

Warum ich das alles schreibe? Weil ich an Tagen wie diesen gerne einen Brief ans Universum schicken und danke sagen würde, nein, DANKE. Das war ein guter Tag, großes kleines Glück. Und das Wochenende hat noch nicht mal angefangen.

In dieser Minute hat meine Mutter Geburtstag und wird 70 Jahre alt und wir werden zum ersten Mal seit Jahren zusammen feiern, in meiner Küche. Das ist mein Glückspaket fürs Wochenende: Wir alle an einem Tisch und ein gutes Essen (hoff ich jedenfalls). Happy birthday!


Weil ich mich diese Woche so über eure Kommentare und Emails gefreut habe, weil meine Mama und ihr Geburtstag gefeiert werden müssen, habe ich aber auch ein Glückspaket für euch: Erinnert ihr euch noch an meinen Lieblingsladen Ting? Bei Ting gibt es wunderschöne Dinge aus Asien und Skandinavien, die allerleckersten Lakritzstangen (nach denen ich total süchtig bin) und einen Schnack mit Inhaberin Laura Huppert, deren Groupie ich bin. (Wirklich, liebe Berliner und Berlin-Besucher: Macht einen Abstecher zu Ting, danach braucht ihr auch keine Weihnachtsgeschenke mehr zu suchen). Ein großer Geburtstagsmonat ohne Ting geht natürlich gar nicht. Deswegen verlosen Ting und ich heute zwei Kerzenständer, die passenden Kerzen dazu und eine Packung LØv-Tee. Wenn ihr mir bis zum 29.11. um 18 Uhr in die Kommentare schreibt, wofür ihr mal DANKE sagen wollt. Ein schönes Wochenende! Und nicht vergessen, bei Steffi vorbeizugucken - die ist zwar diese Woche im Urlaub, aber Mr. Linky sammelt eure Glückspakete!


PS: Hahaha.
Foto: Benedict Sicheneder für Ting.

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Das Glückspaket von Ting hat Jenni Sophia Fuchs gewonnen. Herzlichen Glückwunsch, hurra!

EIN NIKOLAUS-GLÜCKSPAKET-SWAP

Weil es das letzte Mal so viel Spaß gemacht hat (und so glücklich), weil bald Weihnachten ist, und man überhaupt nie genug Pakete bekommen kann, weil Rike gefragt hat, startet heute ein neuer Glückspakete-Swap.

Jeder, der Lust hat mitzumachen (selbstverständlich auch ohne Blog)...
...packt ein Nikolaus-Glückspaket (und bekommt dafür eins). Nichts Riesengroßes, ein paar Kleinigkeiten, mit Liebe gekauft, gebacken, gebastelt, was immer euch einfällt.
... schreibt eine kleine Karte oder einen Gruß dazu.
... verschickt sein Paket so, dass es spätestens am 6. Dezember ankommt.

Wer mitmachen will, schickt bis Sonntagabend (27. November) um 18 Uhr eine Email mit seinem Namen und seiner Adresse an postanslomo(at)googlemail(dot)com. Ich schicke euch dann euren Tauschpartner.

Wer macht mit?
Hohoho,
Okka

PS: Und nochmal DANKE für all die Fannypost, die hier immer noch ankommt. Ich kann es kaum glauben. Soviel Mitfreuen, soviel Anteilnahme. Wunderbar.

OH, HAPPY DAY










Ein paar Bilder von der großen Geburtstagsparty. (Und tausend Dank an die Fotografin Marlene, nein, TAUSEND DANK, ohne dich hätte ich keine Bilder von diesem Tag, den ich nie vergessen möchte!).

PS: Nein, die Cupcakes hab ich nicht selbst gemacht. Alles andere, aber nicht die Cupcakes - die würde ich NIE so gut hinkriegen wie Kay von Vanilla in Berlin. Ich bin verrückt nach ihren Snickers-Cupcakes. Die gute Nachricht: Sobald ein bisschen Zeit ist, darf ich ihren Laden fotografieren und sie verrät mir das Rezept.

ZWEI GEBURTSTAGE UND EINE VERLOSUNG

Am Freitag wird meine Mutter 70 Jahre alt, und ich bereite schon das große Geburtstagsessen vor. Und noch jemand feiert diese Woche einen großen Geburtstag, der ordentlich gefeiert werden muss: Die Schönhaberei wird ein Jahr alt. Ich liebe diesen Laden, die Cupcake-Förmchen, die Punkte-Teekanne, die Rezeptboxen, die Weihnachtsknallbonbonsdiese Aufkleber, die gute Laune, die ich jedes Mal bekomme, wenn ich auf diese Seite gehe (und mir, ähem, eine Winzigkeit bestelle). Als ich Angela Huttner gefragt habe, ob sie beim großen Slomo-Geburtstagsmonat mitfeiern möchte, hat sie sofort zugesagt. Deshalb gibt es heute zur Feier des Tages einen 20-Euro-Einkaufsgutschein zu gewinnen. (Und noch bis Mittwoch 20 Prozent Geburtstagsrabatt auf alle Artikel...). Happy birthday, Schönhaberei! Ich freu mich schon aufs nächste Jahr!



Eins: Cupcake-Förmchen. Zwei: Einmachglas. Drei: Teekanne. Vier: Dosenset. Fünf: Popcorn-Tüten.

Wer gewinnen möchte, schreibt bis zum 24. November um 18 Uhr in die Kommentare, was ihm heute gute Laune macht. Das Gewinnerlos zieht (und isst) wie immer Fanny. Viel Spaß, viel Glück! Und DANKE noch einmal an Angela Huttner!

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Vielen Dank für all Eure Kommentare! Hab sehr gute Laune beim Lesen bekommen. Den 20-Euro-Gutschein hat HANNAH gewonnen (die sich über die Europaletten der Nachbarn gefreut hat). Schickst Du mir eine Email, liebe Hannah? Herzlichen Glückwunsch!

STILKOLUMNE


Früher, als Okka und ich ein Büro teilten, gab es die Schreibmützentage. Eine Idee von Okka und eine großartige dazu. Sobald eine von uns eine Wollmütze aufhatte, wusste die andere: Sie muss sich aufs Schreiben konzentrieren und damit sie keinen Nervenzusammenbruch kriegt, bevor der verdammte Text fertig ist, spricht man sie besser nicht an. Ausnahme: zur Absprache der Schokoladenzufuhr. Tage, an denen wir beide eine Mütze trugen, müssen für unsere Kollegen die Hölle gewesen sein.

Obwohl Okka und ich - leider! - schon lange nicht mehr in einem Büro sitzen: Das Ritual, eine Mütze aufzusetzen, sobald es mit einem Text kompliziert wird, ist geblieben. Es hilft.

Und genau wie die Mütze, hilft dieser Hut. Nicht beim Schreiben, dafür gehen nur bestimmte Mützen (klingt wahnsinnig, ist es auch. Wenn man manchmal um drei Uhr morgens über einem Text sitzt und keine Worte findet, ist man dem Wahnsinn halt sehr nah). Nein, der Hut hilft gegen Novembertage. Gegen Tage, an denen ich morgens am liebsten im Bett liegen würde, weil so viel zu tun ist, dass ich denke: schaff ich eh nicht, lass mich in Ruh. Gegen Ich-bin-heute-ganz-klein-ohne-Hut-Tage. Denn dieser Hut, er macht größer. Aufrechter. Gewappneter. Selbst wenn ich nur das Altglas wegbringe oder bei meiner Krankenkasse anrufen muss (trage ich den Hut drinnen? Manchmal - wenn ich bei meiner Krankenkasse anrufen muss). Er ist der Trick, den ich anwende, wenn ich vom Erwachsensein mal kurz entzaubert bin. Ein Paar spitze schwarze Stilettos haben die gleichen magischen Kräfte. Und ein knatschroter Lippenstift.

Und weil heute einer dieser Tage ist, will ich wissen: Was sind eure Schreibmützen?

Marlene

DAS GLÜCKSPAKET ZUM WOCHENENDE

Viel glücklicher kann ich gerade gar nicht mehr werden. Ein Glückspaket gibt es aber natürlich trotzdem. Und das fängt mit Steffi an, der wunderbaren, wunderschönen Steffi (die mich nicht nur letzten Samstag ganz mächtig beeindruckt hat). Guckt euch doch nur mal an, was Steffi gebastelt hat!

Worauf ich mich dieses Wochenende freue:

Heute Abend auf die Ausstellung des wunderbaren Fotografen Matthias Heiderich: Um 19 Uhr geht es los in der Spot-Galerie (Greifenhagener Str. 64).



Eine kleine Shopping-Runde (hm, dieses Kleid?).

Und eine große Bestellung: Als Marlene mir aus Paris dieses Foto gezeigt hat, hab ich mich dermaßen in diesen Blazer verliebt, dass ich ihn UNBEDINGT haben muss. Dann habe ich James beim Frühstücken von meiner neuen großen Liebe erzählt, den kann ich dir machen, sagte er, und ich musste mich zusammen reißen, nicht mitten im Café laut loszubrüllen, natürlich kann er das, er ist schließlich Modedesigner, wieso bin ich denn nicht früher darauf gekommen, und er wird unglaublich aussehen und er wird maßgeschneidert sein, MASSGESCHNEIDERT, und es wird ihn so nur ein einziges Mal geben (ah, Schnappatmung). Guckt doch mal:


Worauf ich mich noch sehr freue: Am Samstag ist Flohmarkt vom Himbeer-Magazin.

Und ich werde in Ruhe das Weihnachtsheft von Sweet Paul ansehen, ich möchte schon das Cover essen.

Und nach all dem Backen und Kochen gehen der Mann und ich heute Abend mal richtig schön Chinesisch essen. In Schlunzklamotten, auf dem Sofa. Ich bin vermutlich der allerletzte Mensch, der auf die Idee kommt, mal bei Bloomsburys zu bestellen, wow, sind die gut. Und auf die Minute pünktlich. Und superfreundlich. Toll.

Ein schönes Wochenende! Worauf freut Ihr Euch?

Foto: Matthias Heiderich (1), Marlene Sörensen (2).

DANKE (SO SEHR)



Danke. Danke so sehr. Ich kann nicht glauben, wie toll Ihr seid, Ihr da draußen, die ich nicht kenne, nie gesehen, nie getroffen habe, fremde Freunde. Heute haben wir Geburtstag gefeiert, den allerersten, und Ihr wart dabei, habt mitgefeiert, Euch mitgefreut, Briefe geschrieben, Pakete gepackt, Geschenke in Geschenkpapier eingewickelt und sie Fanny geschickt, die vor Freude nur noch gequietscht hat. Heute Abend haben wir Fanny alles vorgelesen und mit ihr ausgepackt, und sie hat jede Karte, jeden Brief, jedes Paket in die Hand genommen und mir gezeigt, Mama, guck doch mal, schau doch nur. So stolz, so aufgeregt. Eben hab ich mir noch einmal alles angeguckt und durchgelesen. Und noch einmal.

Wenn Ihr nur wüsstest, wie viel mir das bedeutet. Vor einem Jahr habe ich Slomo begonnen, um mein erstes Jahr mit Kind aufzuschreiben, um nichts zu vergessen, für mich, für meine Familie. Irgendwann habt Ihr mitgelesen, Euch mitgefreut. Und das hier wurde so viel mehr als nur mein Notizbuch. Manchmal frage ich mich: Kann ich das wirklich schreiben? So unmittelbar, aus dem Bauch heraus, so ungefiltert (erst gestern Nacht wieder)? Und dann lese ich, was Ihr Fanny, was Ihr mir schreibt, als Kommentar unter meinen Brief, auf Postkarten, Briefe, Emails und brauch schon wieder Taschentücher. Ich bin komplett umgeworfen von so viel Liebe, Wärme, Anteilnahme. Wenn Fanny groß ist, werde ich ihr von diesem Tag erzählen und wir werden Eure Briefe noch einmal lesen. Sie wird es nicht glauben können. Wie ich jetzt.

Danke für soviel Fernwärme. Danke Marie & Stepha fürs Kapern und diese wundervolle Idee (und für alles Andere). Danke Frau Heuberg & Ines & Ebba, danke Kati, danke Anja, danke Berit & Leon, danke Isabell, danke S. vom Blech, danke Rike, danke Silke, danke Ella und Noah und Léo, danke Julia & Phillis und Lulu und Kolja, danke Nelja, danke Doro & Lise, danke Aiko, danke Lini, danke Laura, danke Elli, danke Kristin, danke für jeden einzelnen Kommentar.

Fast alle Fotos, die ich heute gemacht habe, waren unscharf. Zum Glück hat Marlene ganz viel fotografiert und schickt mir am Wochenende ein paar Bilder. Hier sind ein paar Fotos, die nicht verwackelt waren (aber irgendwie auch kein Wunder, so durchgeschüttelt wie ich heute war...).




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