DER DEZEMBER 2017 (UND WAS IHN GUT GEMACHT HAT)





Frohes neues Jahr!

Wie geht´s euch? Seid ihr gut in dieses neue Jahr gekommen? Habt ihr Pläne geschmiedet, oder lasst ihr das Jahr lieber einfach auf euch zukommen? So oder so wünsche ich euch ein gutes, gesundes 2018! Hier ist noch ein kleiner Rückblick auf unser Jahresende. 

Wie die letzten Wochen waren:
Bis kurz vor Weihnachten total chaotisch. Danach total ruhig. Wie das immer so ist (zumindest bei uns): Die Tage vor Weihnachten sind hektisch, voller Erledigungen und kein bisschen besinnlich. Dann beginnen die Ferien und mit ihnen das große Ausatmen. Wir haben Filme geschaut (zum ersten Mal „Der kleine Lord”), Waffeln und Kekse gebacken, am Heiligabendhimmel nach dem Weihnachtsmann gesucht, eine riesige Höhle in der Küche gebaut und kleine Runden um den Pudding gedreht. Was für ein herrliches Gefühl, mal so gar nichts zu müssen.

Der schönste Tag: 
Tatsächlich Heiligabend. Seit ein paar Jahren habe ich ein albernes, aber wahnsinnig schönes Ritual: Die Kinder bleiben bei ihrem Papa, und ich fahre gleich morgens, wenn die Geschäfte öffnen, in die Stadt, gehe in die Galeries Lafayette und kaufe zwei, drei besondere Weihnachtsköstlichkeiten. Macarons, Crème fraiche, die so dick ist, dass der Löffel darin stecken bleibt, und Madeleines. Danach bummle ich durch ein paar Läden, kaufe allerletzte Geschenke, atme einmal tief durch, fahre nach Hause, mache den Rotkohl, und es ist tatsächlich Weihnachten.

Noch ein Ritual: 
Der Adventskalender an unserer Tafel. Jeden Sonntag haben wir eine Kerzenflamme dazu gemalt (und während Fanny oben malte, wischte Hedi unten die Kalendertage wieder weg). 

Nachgedacht: 
Über all das, was in unserem Leben ist, und all das, was wir haben, vor allem unser Wir, das so wenig selbstverständlich ist.

Gerne gesehen:
Am Ende hat mich „Berlin Station” dann doch noch gekriegt und ich habe die Agenten-Serie bis zur letzten Folge durchgesehen. Ebenfalls toll, wenn auch sehr düster: Alias Grace, eine Serie, in der das Hausmädchen Grace Marks, 1843 wegen des Mordes an ihrem Dienstherren verurteilt, einem Psychiater ihre Version der Geschichte erzählt.

Gelesen:
Noch etwas, das ich an den Weihnachtsferien mag: Endlich ist Zeit zum Lesen. Ich habe angefangen, meinen Weihnachtsbuch-Stapel kleiner zu lesen. Da liegen: „Das Nest” von Cynthia D´Aprix Sweeney, „Schwimmer” von Sina Pousset und eure Empfehlung: „Das achte Leben”. Mit den Kindern haben wir auch ganz viel gelesen: das Bilderbuch „Schläfst du?”, das von acht schlafenden Hunden erzählt (bis einer aufwacht). Das wirklich hinreißende „Wie das Kuscheln erfunden wurde”, zu dem es auch ein Malbuch gibt (schaut euch das mal an, falls ihr gerade 2-6-Jährige zu beschenken habt). Und ein ganz tolles, irre interessantes Buch über den Körper: „Ich weiß jetzt 100 Dinge mehr! Der menschliche Körper” (darin erfährt man zum Beispiel, dass unser Herz an einem Tag genug Blut zum Füllen von 39 Badewannen pumpt und Niesen in jeder Sprache anders klingt). 

Geschenkt bekommen:
Merkwürdig, an was für Dinge aus seiner Kindheit man sich später mit Wärme im Bauch erinnert. Zu besonderen Anlässen (und manchmal auch einfach so) stießen meine Eltern mit den winzigen, alten Gläsern ihrer Schnapsglassammlung an, die immer auf einem silbernen Tablett im Wohnzimmer standen. Als meine Mama mich vor Weihnachten gefragt hat, was ich mir dieses Jahr wünsche, sagte ich eher aus Spaß zu ihr: den Anfang meiner eigenen Schnapsglassammlung. Dann bekam ich  tatsächlich ein silbernes Tablett mit fünf alten Gläsern geschenkt. Selten hat mich ein Geschenk so gerührt wie dieses. Ich habe es mit dem ersten Schluck Alkohl nach fast zwei Jahren (Walnusslikör!) eingeweiht.

Was gerade in der Wohnung passiert:
In den Weihnachtsferien habe ich eine Bilderwand über das Sofa gehängt, für Hedis Zimmer ein großes Bild mit Herz gemalt und endlich Gardinen aufgehängt. 

Im Netz entdeckt:
* „Clothes aren´t always easy. But style doesn´t always have to be hard.” Was für eine tolle Geschichte: „How I Found My Personal Style” von Ashely Ford auf „A Cup of Jo”. (Sofort darüber nachgedacht, ob ich eigentlich schon meinen persönlichen Stil gefunden habe...).
* Und wenn wir schon bei „A Cup of Jo” sind – mein Lieblingsblog aller Zeiten: Hier ist ein Interview mit Gründerin Joanna Goddard (nach dem ich sie noch ein bisschen lieber mag, als vorher schon, wenn das denn möglich ist).
* Ein Pfannkuchenrezept, das ich unbedingt ausprobieren möchte.
* Eine Mama darüber, wie es ist, eine Teenager-Tochter großzuziehen (mit Anmerkungen der Tochter): „Raising a Teenager Daugther”.
* Die unglaubliche Geschichte von Ada Blackjack, die Anfang der 20er-Jahre mit gerade einmal 23 Jahren eine Arktis-Expedition überlebte: „Ada Blackjack, the Forgotten Sole Survivor of an Odd Arctic Expedition”. 
* Ein wirklich schönes Apartment in Brooklyn.
* Und die Wahnsinns-Wohnung von Jenna Lyons. 
* Der Trailer für „Ocean´s 8”. Ich freue mich jetzt schon.
* Selbstgemachtes Badesalz. Muss ich mal ausprobieren.
* Vor einer Weile habe ich für die Myself eine Geschichte über Lucy Kalanithi geschrieben, deren Mann Paul im Alter von 37 Jahren an Lungenkrebs gestorben ist (und vor seinem Tod noch das Buch „Bevor ich jetzt gehe” geschrieben hat). Lange war ich nicht so beeindruckt von einer Frau wie von Lucy (übrigens die Zwillingsschwester von Joanna Goddard). Nun hat sie sich wieder verliebt.

Falls es hier in den nächsten Tagen übrigens ein wenig stiller wird: Ich arbeite gerade an einem neuen Layout für Slomo. Da das zeitlich ein wenig aufwendiger ist, als ich es erwartet hatte, und ich mich in dieses neue System erst einmal hineinarbeiten muss, wird es hier vermutlich ein paar Tage Pause geben. Dafür geht´s (jetzt öfter als früher) auf Instagram weiter.

Kommt gut in die Woche!

17 FRAGEN AN 2017 (UND WIE DAS JAHR FÜR MICH WAR)


2017 war das Jahr, in dem ich öfter als je zuvor das Gefühl hatte, dass alles gut ist. 2017 war das Jahr, in dem ich in mein Frühstücksmüsli geheult habe, weil ich so verdammt alle war und mich gefragt habe, ob ich je mal wieder nicht alle sein würde und weitergeheult habe, obwohl ich die Antwort darauf kannte. 2017 war das Jahr, in dem ein zweites kleines Mädchen angefangen hat, mich Mama zu nennen, naja, eher Mammam. Und jedes Mal, wenn sie es sagt, stolpert kurz mein Herz, selbst wenn sie gerade fürchterlich wütend ist und das Mammam ziemlich laut schreit, weil sie mein Handy nicht haben darf. 2017 war das Jahr, in dem die Sonntage nach Gulasch und Schnitzel geduftet haben. 2017 war das Jahr, in dem wir am Sonntagmorgen den Plattenspieler angemacht haben, und jeder durfte mal aussuchen, nur Fanny immer zweimal. 2017 war das Jahr, in dem ich mit Hedi im Tragetuch durch Paris und Amsterdam spaziert bin. 2017 war das Jahr, in dem ich mich nicht gefragt habe, ob ich eine gute Mutter bin. 2017 war das Jahr, in dem ich angefangen habe, zusammen mit Fanny Cellounterricht zu nehmen. Ich bin nicht oft zum Üben gekommen, eigentlich nie, aber Himmel, macht mich das froh. Auch diese Sonntagmorgende mit ihr, nur wir beide, zwei Celli und eine lange Busfahrt. Wie mutig und liebevoll und unschüchtern und zart sie ist. Wie sehr sie mich ihre Liebe spüren lässt. 2017 war das Jahr, in dem wir manchmal, wenn die Kinder endlich geschlafen haben und wir eigentlich auch nur noch schlafen wollten, angefangen haben, in die Dunkelheit hinein zu reden und dann immer weiter geredet haben über nichts und alles und die beiden und uns. 2017 war das Jahr, in dem ich „meine Töchter” gesagt habe, wahnsinnig oft und nie ohne Staunen. 2017 war das Jahr, in dem ich gemerkt habe, dass ich mehr Kraft habe, als ich dachte – aber meine Kraft nicht unbegrenzt ist. 2017 war das Jahr, das ein paar Mal ganz schön weh getan hat, die Frage, was genau so weh getan hat, aber zu interessanten Antworten geführt hat. 2017 war das Jahr, in dem wir in eine neue Wohnung gezogen sind, die sich erstaunlich schnell wie eine alte angefühlt hat. 2017 war das Jahr der gestohlenen Momente. Ein Essengehen mit Fanny, nur wir beide. Ein Weihnachtsmorgenbummel, ganz alleine. 2017 war das Jahr, in dem ich mich manchmal danach gesehnt habe, mal kurz alleine zu sein. Um mich sofort daran zu erinnern, wie oft ich mir früher gewünscht habe, nicht mehr so alleine zu sein. 2017 war das Jahr, in dem ich manchmal wach wurde, weil ein kleines Mädchen neben mir saß und mich angrinste, um vier Uhr morgens, und sich dann in mich hineindrehte, als wären wir noch immer ein Körper. 2017 war das Jahr der Müdigkeit. 2017 war das Jahr, in dem mein Buch endlich fertig geworden ist. 2017 war das Jahr, in dem ich unser Wohnzimmer dunkelblau gestrichen habe. 2017 war das Jahr der „Geh bitte nicht vorbei”-Momente. Und viele hatten mit Fanny und Hedi und ihrem Schwesternsein zu tun – sie in ihrem Arm, ihr Milch gebend, Hedis Glücksgurren, wenn sie morgens ihre Schwester sieht oder nachmittags, wenn wir sie von der Schule abholen, die beiden in der Küche tanzend. Überhaupt: Küchentanzen. Überhaupt: ihnen zuzusehen beim Siesein. 2017 war das Jahr, in dem ich gelernt habe, dass es okay ist, um Hilfe und Rat zu bitten, und dass einen das nicht schwächer macht. 2017 war das Jahr, in dem ich meine erste richtig gute Braten-Soße gekocht habe. 2017 war das Jahr, in dem ich angefangen habe, deutlichere Grenzen für mich zu ziehen. 2017 war das Jahr, in dem Hedi ihre ersten Schritte gegangen ist. 2017 war das Jahr, in dem ich zu oft die Geduld verloren habe. 2017 war das Jahr, das mich ganz dankbar zurücklässt. So dankbar für das alles.

Und jetzt hänge ich die Glitzer-2018 über den Küchentisch und schreibe all das, was ruhig in 2017 bleiben darf, auf einen Zettel und zünde ihn an, obwohl das albern ist, und dann schreibe ich mit einer Wunderkerze einen Wunsch in die Luft, weil ich auch daran glaube. Später, wenn alle schlafen, setze ich mich an den Küchentisch, futtere den letzten Berliner und überlege mir die Antworten auf ein paar Fragen, die ich mir ausgedacht habe, weil mir das hilft, noch einmal alles zu sortieren und zu entknoten, das Wichtige vom weniger Wichtigen zu trennen und vorfreudig zu werden. Falls es euch auch so geht – hier sind 17 Fragen an 2017. Kommt gut ins neue Jahr. Ich hoffe, es bringt euch viel Gutes.

Alles Liebe für euch. Und: nochmal danke für das alles hier.


EIN KLEINES DANKESCHÖN AN EUCH:
ZWEI EXEMPLARE VON „HERDWÄRME” ZU GEWINNEN



Das Kribbeln ist noch immer da, auch nach sieben Jahren. Dieses kurze Zögern und einmal Durchatmen, bevor ich auf „Veröffentlichen” drücke. Und das Gefühl, dass diese kleine Ecke im Internet ein ganz besonderer Ort für mich ist. Mein Notizbuch, mein Spielplatz, mein Wohnzimmer. Und ein Ort des Austausches. Unglaublich, was für Menschen ich über dieses Weblog kennengelernt habe (ich kann mir überhaupt nicht mehr vorstellen, sie nicht in meinem Leben zu wissen). Und unglaublich, was ihr hier kommentiert und mir schreibt. Wie oft ich hier sitze und staune, gerührt bin, ferngewärmt und inspiriert (gruseliges Wort, aber ihr wisst, was ich meine).

Es gab einige Momente, in denen ich darüber nachgedacht habe, das Slomo-Schreiben einfach zu lassen. Manchmal ist in meinem Leben so viel passiert, dass ich nicht hinterher gekommen bin. Manchmal war ich sauer auf mich, dass ich all die Dinge, die ich hier so gerne ausprobieren, schreiben und machen wollte, dann doch nie geschafft habe – ich habe immer noch keine Facebook-Seite und stelle vielleicht ein, zwei Fotos die Woche auf Instagram. Manchmal hatte ich auch gleich das ganze Internet satt (was mehr mit mir als mit dem Internet zu tun hatte). Und habe dann doch immer weiter geschrieben. Weil ich nicht nicht weiterschreiben konnte. Weil mir dieser Ort so viel bedeutet. Weil es so schön ist, einen Platz zu haben, an dem ich einfach losschreiben kann. Vor allem aber, weil ihr immer noch hier seid. Euch mitfreut, mitfiebert, mitfühlt, still mitlest, kommentiert, mir schreibt. Dafür wollte ich heute danke sagen.

Mit einem DANKE in Großbuchstaben und zwei Exemplaren von „Herdwärme”. Vielleicht freut sich der eine oder andere von euch über mein Buch (ich schreibe auch gerne etwas hinein) oder sucht noch ein allerletztes Weihnachtsgeschenk. Es gibt auch ein paar Neuigkeiten: Zu meiner riesengroßen Freude ist „Herdwärme” schon in der zweiten Auflage. Und letztes Wochenende habe ich erfahren, dass es in der Kategorie „Blogger” den Gourmand-Award in Deutschland gewonnen hat und nun ins weltweite Rennen um diesen Kochbuch-Preis geht, der im Mai 2018 in China verliehen wird.

Wer gerne ein Exemplar von „Herdwärme” gewinnen möchte, schreibt mir bis zum 17.12.2017 um 20 Uhr in die Kommentare, welches Essen für euch nach Herdwärme schmeckt. Bitte keine Email-Adressen dazu schreiben, sondern einfach am Montagmorgen nachschauen, wer gewonnen hat. Ich drück euch die Daumen und bin gespannt, womit ihr euch glücklich esst. Hier ist noch ein kleiner Blick ins Buch.



***

Jetzt muss ich schon wieder DANKE sagen. Danke für all eure Kommentare, die ich so wahnsinnig gerne gelesen habe, die mich gerührt und gewärmt und irrsinnig hungrig gemacht haben. Die beiden Bücher gehen an Lisa mit ihrem Kommentar vom 15. Dezember um 12:26 Uhr (Milchreis) und an Jule mit ihrem Kommentar vom 15. Dezember um 19:15 Uhr (Dampfnudeln mit heißen Kirschen). Seid doch so gut und schickt mir eine Email mit eurer Adresse an postanslomo(at)googlemail.com, damit die Bücher noch vor Weihnachten an euch rausgehen können. Kommt gut in die Weihnachtswoche, ich melde mich hier auf jeden Fall noch einmal, bevor das Jahr zu Ende geht.

GESCHENKE FÜR KLEINE UND GROSSE (VON 5 BIS 42 EURO)


Habt ihr eure Weihnachtsgeschenke schon alle zusammen? Ich bin noch nicht fertig. Falls es euch auch so geht, sind hier ein paar Lieblingsdinge für Kleine und Große:

1) „Das Wetter-Experiment” von Peter Moore habe ich in diesem wunderbaren Buchladen entdeckt. Ein Sachbuch (schon 2016 erschienen) über die Pioniere der Meteorologie und die stürmischen Anfänge der Wettervorhersage. Würde ich selbst gerne lesen, aber ich weiß schon, wem ich das schenke. (Mare, 560 Seiten, 26 Euro.) 

2) Die perfekte Kleinigkeit: „Danziger Goldwasser” ist ein Gewürzlikör aus dem 1906 gegründeten Familienbetrieb Bruns. Erfunden wurde es als Verlobungsgeschenk. Als Weihnachtsgeschenk macht es sich aber auch sehr gut, finde ich. Gefunden für 4,70 Euro in noch so einem fabelhaften Laden: „Dr. Kochan Schnapskultur”

3) „Good Night Stories for Rebel Girls" von Elena Favilli und Francesca Cavallo: 100 Geschichten über 100 außergewöhnliche und beeindruckende Frauen. Dieses tolle Buch habe ich Fanny und mir schon vor Weihnachten geschenkt, weil wir es im Buchladen nicht liegen lassen konnten. Jetzt lesen wir vorm Einschlafen immer ein oder zwei der Geschichten. Und ich lerne dabei mindestens genauso viel wie sie. Hier gibt es eine Leseprobe. (Hanser, 224 Seiten, 24 Euro.) 

4) Eine Hunde-Spieluhr zum Einschlafen. Man kann sich sogar aussuchen, welches Lied sie spielen soll – von „Lalelu” über Schuberts „Wiegenlied” bis „Imagine” ist alles dabei. Sogar „Hamburg, meine Fußballperle”.  Der Löwe ist auch toll, oder? Für 42 Euro von Sternwerk. 

5) Bookdarts – falls man jemandem nicht nur sein Lieblingsbuch schenken, sondern auch die schönste Stelle markieren möchte. Eine Dose mit 50 Lesezeichen aus Federbronze, Messing oder Edelstahl kostet bei R.S.V.P. Berlin 8,90 Euro.

6) Eigentlich bin ich meinen Lieblingsstiften sehr treu, für diesen Füller von Kaweco würde ich aber fremdgehen. Vielleicht verschenke ich ihn aber auch einfach an jemanden, der gerne Briefe schreibt. In Schwarz. Oder in Mint? Schon wieder von R.S.V.P. für je 18,50 Euro (noch ein Lieblingsladen in Berlin).

7) „Pierre, der Irrgarten-Detektiv, jagt Mr. X”. Damit ausgerechnet Weihnachten nicht alle Lichter der Stadt erlischen, muss Pierre, der berühmte Irrgarten-Detektiv, einen Weg durch die Labyrinthe von New Maze City finden. Dabei braucht er jede Menge Hilfe. Dieses riesige, spannende Rätsel-Wimmelbuch habe ich auf dem Lieblingsbücher-des-Jahres-Tisch von Dussmann entdeckt und war total begeistert. Schaut euch nur mal diese Bilder an! (Von Ic4design und Hiro Kamigaki, Prestel, 19,99 Euro). 

8) Als ich mir auf dem Rückweg vom Zahnarzt die „Sleepy”-Bodylotion von Lush gekauft habe, hatte ich keine Ahnung, was für ein Kult-Produkt ich mir da zugelegt habe. Es gibt Blogger, die schwören, dass man mit „Sleepy” tausendmal besser ein- und durchschläft. Ich kann das schwer einschätzen, weil ich gerade einschlafe, sobald mein Kopf das Kissen berührt. Aber ich liebe den leicht lavendeligen Duft dieser herrlich reichhaltigen Creme (obwohl ich Lavendel sonst überhaupt nicht ausstehen kann) und benutze sie gerade jeden Abend. (100 ml für 11,95 Euro). 

9) Als ich auf Instagram die Aquarell-Tiere von Swantje & Frieda für Vinta Series gesehen habe, musste ich sofort grinsen. Sind die vielleicht süß. Es gibt einen Esel, einen Hund, einen Löwen, einen Schwan und einen Wal. Ich mag sie alle. Für je 39 Euro bei Vinta Series.

10) Nein, über „Schwupps will nicht schlafen” kann ich hier nicht ganz neutral schreiben – dafür mag ich Claudia von „Was für mich” viel zu gerne. Aber auch ganz nüchtern betrachtet ist dieses Bilderbuch über ein Ferkel, das partout nicht einschlafen möchte, einfach nur bezaubernd. (Hier zu bekommen für 16,90 Euro. Und wenn ihr schon auf der Seite seid: Die Bastelbücher sind genauso klasse). 

11) Das „Aroma Kochbuch” von Kille Enna wünsche ich mir zu Weihnachten. Da ich Gewürze liebe, aber noch relativ wenig Ahnung von all den Möglichkeiten ihrer Verwendung habe, würde ich das Buch der dänischen Köchin wirklich gerne lesen und etwas über die 50 Mischungen lernen, die sie sich ausgedacht hat. Ich meine: Piment - Ceylon-Zimt - Zitronensaft - Olivenöl - Meersalzflocken - Muskatblüte - Ahornsirup - geräuchertes Paprikapulver und Haselnuss. Mit Kürbis. Oder: Safran - Datteln - Apfelsaft - Meersalz - Olivenöl. Mit: Chicorée. Genau. (Prestel, 288 Seiten, 29,95 Euro).

Habt einen schönen zweiten Advent!

DER NOVEMBER 2017 (UND WAS IHN GUT GEMACHT HAT)


Wie die letzten Wochen waren:
Das gleiche Pensum wie in den Monaten davor, aber das Verrutschte ist weg. Manche Knoten lösen sich offenbar wirklich von selbst. Mir geht´s gut gerade. Nicht jeder Tag ist voller Sonnenschein – ich bin immer noch saumüde, genervt vom andauernden Nachts-arbeiten-Müssen und habe große Sehnsucht nach einer kleinen Pause. Aber Himmel, ist da gerade viel Schönes in unserem Leben. Hedis „Hi”, das manchmal wie „Ei” klingt und manchmal wie „Hai”, aber immer so, als würde sie mich gerade zum allerersten Mal sehen. Dieser vertrödelte Samstag neulich. Zum ersten Mal Weihnachtslieder gehört, einen großen Topf Chili gekocht und „Das Wunder von Manhattan” geguckt. Die kleine Hand, die sich jeden Morgen auf dem Weg zur Schule in meine Jackentasche schleicht und nicht loslässt bis zum Kuss-Stein vor der Schultür. Das Zahnarztschränkchen, das jetzt in unserem Wohnzimmer steht. Und das Gulasch, das er gerade jeden Sonntag kocht. Schon der Duft wärmt.

Der schönste Moment:
Nach viermal, dreimal, zweimal, nur noch einmal schlafen: Fannys Geburtstagsmorgen. Weil wir noch vor der Schule die Bescherung gemacht haben, war es ganz dunkel. Eigentlich wollte ich ihr ins Ohr flüstern, dass heute ihr Geburtstagsmorgen ist, aber dann war sie es, die mich weckte. Es dauerte einen Moment, bis ich wirklich wach war, einen viel zu langen, und noch einen viel, viel zu langen, bis auch der Rest der Familie wach war und ich in der Küche die Kerzen auf dem Kuchen angezündet hatte. Aber dann – endlich, endlich. (Und obwohl ich weiß, wie alt sie wird, überrascht es mich doch jedes Mal wieder. Die Erinnerung an die ersten Stunden mit ihr, die ersten Tage, Monate, Jahre. All die Weißt-du-nochs, die gerade erst passiert und schon sieben Jahre her sind. Und dann pustet sie alle Kerzen auf einmal aus und fragt, ob sie wirklich nicht verraten darf, was sie sich wünscht, und verrät es dann doch, und nimmt Hedi auf den Schoss und lässt sie das Papier aufreißen, vier Hände, die gar nicht schnell genug auspacken können und schon wieder ein Weißt-du-noch). 

Gerne gesehen:
„Anne with an E” auf Netflix. Ende des 19. Jahrhunderts findet das 13-jährige Waisenmädchen Anne Shirley bei den Geschwistern Marilla und Matthew Cuthbert endlich ein Zuhause. Eine Geschichte, die von Einsamkeit und Zusammenhalt erzählt, von Liebe und Sehnsucht, von angepassten Frauen und einem herrlich wilden Mädchen. Genau richtig für dunkle Tage. Total anders, aber auch ganz toll: die Indie-Soap „Lampenfieber”. Angefangen und am Stück durchgeguckt. Jetzt fehlt mir noch eine Serie zum entspannten Wegglotzen (wenn ihr wisst, was ich meine). Gerade habe ich mit „Berlin Station” angefangen, aber so richtig gefesselt bin ich noch nicht.

Andauernd gehört:
Weihnachtslieder. Dieses Jahr ist die Weihnachtsstimmung lange vorm Tannenbaum da. Zum Glück geht´s dem Rest der Familie auch so und keiner rollt mit den Augen, wenn hier ständig Weihnachtsmusik läuft. Am liebsten: die Weihnachtshit-Playliste von Spotify (mit Mariah Carey, Wham und Chris Rea – ewig kann man die nicht hören, aber ein paar Mal, und dann sehr laut), die Kinder-CD (samt Buch) „Am Weihnachtsbaume” (die man tatsächlich immer wieder hören kann, ohne dass sie nervt) und meine alte Weihnachtsplaylist

Endlich gelesen:
Immer noch nichts. Ich bin abends einfach zu müde. Was mich aber nicht am Bücherkaufen hindert, denn in den Weihnachstferien möchte ich möglichst viel lesen. Auf meinem Stapel: „Das Leben des Vernon Subutex” von Virginie Despentes, „Fangirl” von Rainbow Rowell und „Swing Time” von Zadie Smith. Welches Buch hat euch dieses Jahr denn so richtig gut gefallen?

Eine Idee, die ich sofort geklaut habe:
Die Candy-Box von annikaoninsta. Nach einem (selbstgekauften) Geburtstagskuchen und Kuchen für die Schule habe ich für Fannys Detektiv-Party statt Kuchen Nummer drei eine Süßigkeiten-Box gemacht. Kam super an und wird wiederholt.

Gesucht und gefunden:
Eine neue Wintermütze. Nachdem ich es tatsächlich geschafft habe, meine beiden anderen innerhalb von einer Woche zu verlieren. Diese hier ist so kuschelig, wie sie aussieht.

Was gerade in der Wohnung passiert:
Ach, so vieles. Und eigentlich möchte ich gar nicht so richtig fertig werden. Nach Fannys Zimmer und der Küche ist nun das Wohnzimmer dran. Über dem Sofa sollen ganz viele Bilder hängen (wenn ich es je schaffe, sie aufzuhängen). Und in der Ecke neben dem Schränkchen soll ein Lese-Sessel stehen. Hellgrau soll er sein, möglichst gemütlich und nicht zu wuchtig. Mal sehen, ob ich so einen finde.

Im Netz entdeckt:
* „Ich lass das Loch einfach”. Indre von MiMA hat mit Melanie Garanin gesprochen, auch über den Tod ihres Sohnes. Und das hat mich sehr bewegt.
* Der neue Familien-Freizeit-Guide vom Himbeer-Magazin ist erschienen: Berlin mit Kind 2018. Wie immer ganz toll und voller Entdeckungen.
* Eine Geschichte über einen gemieteten Vater. 
* Immer und immer wieder: Die Modern-Love-Section der New York Times.  
* Die es übrigens auch als Videos gibt. Wie toll.
* Ein Autor verreist mit seinem Schwiegervater: „Wir kennen uns seit sieben Jahren und doch gibt es so vieles, was wir nicht voneinander wissen.”
* Schokoladen-Karamell-Kuchen? Der wird ausprobiert.
* Das Leben von Hedy Lamarr – gezeichnet.
* Über dieses Video musste ich wahnsinnig lachen: Angela Merkel übt ihr Poker-Face.
* Und bei diesem Video habe ich mir eine Träne weggewischt: Aretha Franklin singt „A Natural Women”. 
* Noch so ein Video, das mich wahnsinnig gerührt hat: „Portrait of Lotte, 0 to 18 years”. Ein Kind wird in fünfeinhalb Minuten erwachsen.

Und ihr? Wie geht´s euch? Hattet ihr einen guten November? 

EINE STERNENKARTE FÜR UNSERE KÜCHE
(UND IN WELCHEM TOLLEN LADEN ICH SIE GEFUNDEN HABE)

Ist es schlimm, wenn ich schon wieder einen Laden beschwärme? Ich kann nicht anders. Das liegt nicht nur an meinem Schwärmdrang, sondern auch daran, dass Läden manchmal Orte sind, an denen sich Visionen, Schönheit, Lebensentwürfe und Leidenschaften ausdrücken. „Discover Prints” in Berlin-Mitte ist so ein Ort. Uwe Berger verkauft darin Drucke (im Original und als Reproduktionen), die einem die Welt und das Universum zeigen, aufschlüsseln, benennen, erläutern. Land- und Seekarten aus der vordigitalen Zeit, Ansichten des Mondes, der Milchstraße oder von Kometen in ihrem Flug durch das All, Kunstdrucke, auf denen Hunde 21 verschiedener Rassen friedlich versammelt sind oder ein Schwimmer, der die einzelnen Phasen des Brust- und Rückenschwimmens demonstriert. So hat man Wissbegierigen die Ordnung der Dinge vermittelt, als es Google Maps, die Wikipedia und das Internet noch nicht gab. Man zeichnete oder malte, was es zu wissen gab, und die Wirkung dieser Drucke hat viel damit zu tun, dass sich auf ihnen wissenschaftliche Präzision mit künstlerischer Interpretation verbindet – eine Poesie der Aufklärung gewissermaßen, die Schönheit des Dinglichen, Charakteristischen und Typischen. Die Bilder, die man bei „Discover Prints” entdecken und (in verschiedenen Größen) kaufen kann, bringen einem nicht nur bei, was man auf ihnen sieht, sondern lassen einen auch wieder Staunen über die Welt.

Was dieses Staunen in einem bewirken kann, dafür ist Uwe Berger selbst ein gutes Beispiel. In einem früheren Leben war er mal Meeresbiologe in Norwegen und Schweden und danach Bio- und Physiklehrer, auch an zwei Berliner Gymnasien. Die Drucke, alten Karten und wissenschaftlichen Abbildungen sammelte er nur für sein privates Vergnügen. Bis er sich eines Tages eingestand, dass sie es sind, für die er wirklich brennt und aus seiner Faszination einen Beruf machte. Zuerst auf Flohmärkten, schließlich in seinem Laden, den ich vor einer Weile beim Bummeln entdeckt habe und von dem ich hin und weg war. Von den Schätzen, die man dort findet, von der freundlichen (und kenntnisreichen) Beratung und den überaus gut gemachten Produkten. Berger litographiert die Drucke, die er sammelt, printet sie auf hochwertigem Papier oder auf Leinwand, vergrößert sie, macht sie zu Bildern, die man bei sich zu Hause an die Wand hängen kann.

Seit ein paar Tagen hängt an der Wand in der Küche, eine „Sternkarte des nördlichen Himmels” und eine „Sternkarte des südlichen Himmels” – zwei Kreise voller Sterne, Nebelflecke und Tierkreiszeichen, und seitdem bin ich mitten im Gespräch manchmal für ein paar Sekunden sehr, sehr weit weg, Lichtjahre entfernt. Und wenn ich dann wieder auf der Erde lande, ist mir, als wäre mir ein wenig leichter.

„Discover Prints”, Weinbergsweg 2, 10119 Berlin-Mitte, Di–Sa 12-20 Uhr. Der Onlineshop ist hier zu finden. 




EIN BLICK IN UNSERE NEUE KÜCHE

Das erste Zimmer in der neuen Wohnung, das sich fertig anfühlt, ist unsere Küche. Eine wilde Mischung aus alt (wir haben unsere weißen Unterschränke doch mitgenommen, statt eine ganz neue schwarze Küche zu kaufen), improvisiert (dort, wo eigentlich das zweite Küchenbrett hängen sollte, finden sich nun weiß angestrichene Holzkisten – an dieser merkwürdigen Wand gab es einfach zu viele Leitungen, die das Anbringen unmöglich gemacht haben, also haben wir überall dort, wo mal keine verliefen, weiß angestrichene Kisten angebracht – was mir nun lustigerweise viel besser gefällt als unser ursprünglicher Plan) und neu (in meiner zweiten Laden-Lieblings-Neuentdeckung bin ich ein bisschen durchgedreht und habe mir in den letzten Monaten einen Flaschentrockner, das kleine Schränkchen und den wunderschönen, alten Tisch gekauft – ein Unvernunftskauf, den ich aber kein bisschen bereue). In keinem anderen Zimmer sitzen wir öfter als hier. Schauen Hedi beim Schubladenausräumen zu, arbeiten, essen mit Freunden, morgenmuffen uns beim Frühstück an, pellen uns eine Clementine, reden über das Leben und die manchmal so komische Welt da draußen. 
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