DREI (SUPERLEICHTE) KINDERGEBURTSTAGSREZEPTE


Ich liebe Geburtstage (außer meinem eigenen) und ihre Geburtstage ganz besonders. Nachdem ich mich letztes Jahr ein bisschen sehr in die Vorbereitungen hineingesteigert habe, war die Geburtstagsbäckerei dieses Jahr: schön simpel. Ein paar Schokoäpfel mit bunten Streuseln, ein paar Brezeläffchen und Brötchenschnecken für die beiden Partys, die wir gefeiert haben. Fanny hat es gefallen, mir hat´s viel Spaß gemacht. Hier sind die Rezepte (falls man sie denn so nennen kann):

SCHOKO-ÄPFEL
* Äpfel
* Weiße Kuvertüre
* Bunte Streusel (oder auch: Kokosraspel, Mandelsplitter, Schokostreusel...)

Die weiße Kuvertüre über einem Wasserbad schmelzen.
Eine Schale (so groß, dass die Äpfel noch gerade hineinpassen) ungefähr zur Hälfte mit der geschmolzenen Kuvertüre füllen, die Äpfel hinein tunken, mit Streuseln bestreuen und trocknen lassen (auf der schokoladenfreien Seite).
Ich habe noch Holzspieße hineingesteckt, damit man die Äpfel besser essen kann.
Nach einer Idee von Oh Joy!.

BREZELÄFFCHEN
* Eine Tüte große Salzbrezeln
* Weiße Kuvertüre
* Schokotropfen (aus der Backabteilung)
* Nasen (da kann man nehmen, was sich gerade findet – ich habe diese bunten Teilchen genommen, die "Pico-Balla" heißen, man könnte aber auch Mandeln nehmen oder saure Schnüre für Elefantenrüssel)

Die Salzbrezeln auf einem Bogen Backpapier verteilen.
Die weiße Kuvertüre schmelzen.
Mit einem Teelöffel so viel Schokolade auf jede Brezel geben, bis sie gut gefüllt ist.
Augen und Nasen drauflegen.
Gut trocknen lassen.
Nach einer Idee von Worth Pinning.

BRÖTCHEN-SCHNECKEN
* Eine Packung Knack & Back-Hörnchen (reicht für 6 Schnecken)

Den Teig in die vorbereiteten Dreiecke schneiden.
Jedes Dreieck von der Längsseite her zu einer Wurst aufrollen (ich hab die Spitze vorher eingeknickt, damit der Schneckenkopf nicht zu dünn wird und anbrennt).
Zu einer Schnecke eindrehen.
Nach Anleitung backen.

BREZELN MIT WEISSER SCHOKOLADE
* Die restlichen Brezeln
* Die restliche Kuvertüre

Weil noch ein paar Brezeln und ein wenig Kuvertüre übrig geblieben ist, habe ich die restlichen Brezeln einfach mit weißer Kuvertüre besprenkelt. Klingt jetzt wahrscheinlich schräg, aber: Salzige Brezeln mit weißer Schokolade schmecken unglaublich gut. Und sind eine schöne Zwischendurchknusperei.

Habt ein schönes Wochenende und einen gemütlichen ersten Advent (kaum zu glauben, dass es wirklich schon wieder so weit ist...).

VIER


Vier.
Vier.
Vier.
Vier.
Ich kann es noch viermal sagen, aber glauben kann ich es trotzdem nicht. Jetzt ist sie wirklich vier. Nicht mehr klein, noch nicht so richtig groß. Ein kleines Mädchen, das auf den Arm will, getragen werden, ihre kalten Hände unter meinen dicken Schal schieben will. Ein kleines Mädchen, das aus einem gemeinen Traum aufwacht und untröstlich ist, bis es wieder tröstlich ist. Ein kleines Mädchen, das sauer wird, wenn es die Knöpfe der Jacke nicht zubekommt, die blödenblöden Knöpfe der blödenblöden Jacke, die sie nienie wieder anziehen will. Ein kleines Mädchen, das seine kalten Füße zwischen meine Beine schiebt und nicht einschlafen kann, noch eine Geschichte hören will und das Einschlaflied, das wir schon so lange nicht mehr gesungen haben, "Guten Abend, gute Nacht, wer soll denn jetzt schlafen, das ist Fanny, Fannylein...", und dann soll auch der Schweinsbär schlafen, "Schwei-heins-bär", und ihr "Fu-hu-huß" und die Wand und die Tür und die Lampe, und sie muss so lachen, dass sie schon wieder hellwach ist, also singe ich "Twinkle, twinkle little star", das Lied, mit dem ich sie als Baby immer müde gesungen habe, und sie singt mit und schläft auf keinen Fall. Dann ist sie plötzlich groß. So groß, dass sie jedes Mal lächelt, wenn ich sie groß nenne, dann zeigt sie die vier Finger, die sie jetzt alt ist, und nächstes Jahr: fünf, eine ganze Hand alt, und dann, sagt sie, kommt sie fast in die Schule (ein Gedanke, der mir noch unendlich fern scheint). Sie will alles alleine machen, ich darf ihr nicht helfen, und wenn ich ihr helfe, dann helfe ich falsch. Sie will, dass ich ein Tuch über den Eingangsschlitz des Geburtstagszeltes lege, Tür zu, es ist ja ihr Zelt. Sie will nicht mehr Flöckchen genannt werden, bloß noch Fanny. Sie rennt los, schiebt den Hocker an den Kühlschrank, holt sich das Kühlpad, das ich ihr immer auf ihre Beulen lege, holt ein Handtuch, wickelt es ein, legt es auf mein Knie, das ich mir verdreht habe, pustet, streichelt meinen Kopf, mit einer Emsigkeit und Zärtlichkeit, die mich ganz weich macht.

Ich habe mir das manchmal vorgestellt, als sie noch ein Baby war. Wie sie riesengroß ist. Wie wir zusammen Kakao trinken gehen, zusammen Kuchen backen, zusammen lesen (das ist ein merkwürdiger Gedanke, aber gemeinsam mit jemandem in einem Raum zu sitzen oder herumzuliegen und zusammen zu lesen, finde ich unheimlich schön). Gedanken wie eine Karamellbonbonwerbung. Und die Realität ist trotzdem schöner, weil das Glück mit ihr ein so direktes, unkitschiges, lustiges Glück ist. Mit ihr durch den Kiez zu spazieren, und sie nimmt irgendwann meine Hand. Mit ihr einen Schritt zurückzugehen an der großen Straße, weil sie das in der Kita immer so machen, denn die große Straße, die ist voll gefährlich. Mit ihr das allererste Halloween-Kostüm zu basteln, ein Handtuch mit Löchern und einem Mund, das dann ein Gespenst ist, gefährlich und gruselig, bis ich schreiend wegrenne und sie mir hinterher, "aber Mama, das bin doch nur ich, brauchst doch keine Angst zu haben, nur ein bisschen". Mit ihr ins Café zu gehen, und sie stellt sich auf die Stange, die ein paar Zentimeter über der Erde angebracht ist, sie guckt schon einen Kopf weit über die Theke, und sie bestellt sich einen Kakao mit Strohhalm, und rührt dann ihr Kakaoschaumherz weg und meine Kakaoschaumblume und erzählt mir aus ihrem Fannyleben. Sagt, dass sie von einem roten Glitzerpferd geträumt hat, das Lulu hieß, wie gerade alle Tiere Lulu heißen, weil sie die Haustauschkatze in New York so mochte, die Lulu hieß. Sagt, dass sie auf dem roten Glitzerpferd von der Kita nach Hause geritten ist. Sagt, dass sie so ein rotes Glitzerpferd gerne zu Weihnachten hätte und es ja im Wohnzimmer wohnen könne mit dem Sofa als Bett. Vor ein paar Tagen hat sie gesagt, dass sie mal ein Renner werden will, wenn sie groß ist, jemand, der ganz schnell rennt. Vor ein paar Tagen hat sie gesagt, dass Papaland ihr Lieblingsland ist. Manchmal springt sie an mir hoch und drückt mir Küsse überall aufs Gesicht, noch einen und noch einen, und ich sage: "Womit habe ich das denn verdient?" und sie versteht die Frage gar nicht. Manchmal kriege ich keine Küsse, weil die Küsse alle noch schlafen oder gerade in der Kita sind. Vor einem Jahr hatten die Dinge noch nicht so viele Worte, die Gefühle auch nicht. Jetzt sagt sie, was sie denkt, was sie ärgert, was sie glücklich macht, was sie essen will, wovon sie geträumt hat, worüber sie traurig ist, in all diesen Worten, die sie sich hoffentlich nie abgewöhnt, Eierspiegel, Schuhfaden, Flitzschuhe, Rollsocken, Superfrau, Blödwurst.

Manchmal bin ich so alle gerade. Manchmal kriege ich so wenig auf die Reihe, was ich auf die Reihe kriegen müsste, wie sehr ich mich auch anstrenge, ich scheine doch nie hinterher zu kommen, und dann ist es schon wieder Nachmittag und ich hole sie aus der Kita, hetze los und meine schlechte Laune hinterher, und dann steht sie da und strahlt und nimmt mich an die Hand, obwohl ich mir noch nicht einmal die Schuhe ausgezogen habe, "Mamaaa, komm mit, ich muss dir was zeigen, wir haben Kreide gemacht, meine ist ROT!" So ist das gerade oft. Ich will viel und schaffe wenig. Ich bin gereizt, weil ich müde bin und das Anziehen vor der Kita eine halbe Stunde dauert, weil sie sich nicht entscheiden kann, welche Socken sie denn ganz alleine anziehen will und die Katzensocken nicht findet, die es am Ende sein sollen. Oder ich erschrecke, weil ich merke, dass mein Kopf ganz woanders ist, bei den Dingen, die mir diese Woche das Herz so schwer gemacht haben, und sie sagt mir schon zum zweiten Mal, dass das auf dem Bild ein Weihnachtsmann mit Schneeflocken ist, mit einer Schlange (die sie sich wünscht, grün, mindestens zwei Arme lang) und einem Feuer, damit der Weihnachtsmann nicht friert. Und dann sitzen wir beim Abendessen und sie isst das Brot mit ihrer Lieblingsmarmelade und freut sich darüber, dass Papa auch noch diesen Mini-Käse eingekauft hat und die Luftballons vom Geburtstag noch hängen, und ich weiß: Wenn ich in zehn Jahren zurückschaue (merkwürdig, dieses plötzliche Nachdenken über die Zeit, über die Jahre, die vergehen, das kam auch erst mit dem Muttersein), dann werde ich genau an diese Momente denken: die Marmeladenbrotmomente. Wie sie sich ihre Zebramütze aufsetzt und auf ihrem schon viel zu kleinen Laufrad die Straße herunterrast, bis zur Ecke, und wieder zurück, mit einer Vollbremsung. An die Lümmelsamstagnachmittage, wenn wir "Die Kinder von Bullerbü" gucken, und sie laut aufschreit, als Lasse beim Schlittschuhlaufen in ein Wasserloch fällt, obwohl wir uns diesen Film schon oft angesehen haben, und sie jedes Mal vorher sagt: "Pass auf, gleich fällt er ins Loch" (war das wirklich Lasse? Ich vergesse immer seinen Namen). Ich werde daran denken, wie sie jeden Sonntag mit ihrem Papa in der Küche steht und Sonntagsschnitzel klopft, und ich darf nicht mitklopfen, weil das ihr Schnitzelding ist. Ich werde an ihren Bockigblick denken, daran wie sie guckt, wenn sie so richtig sauer ist, wie neulich, als es so blödblödblöd von mir war, dass ich die Tiere auf dem Sofa weggeräumt habe, die da doch geschlafen haben. Ich werde daran denken, wie sie tanzt. Ich werde daran denken, wie sie mir Bücher vorliest, "Es war einmal eine Raupe, die hat sehr viel gegessen. Bonbons und Wurst und noch mehr Wurst, dann hatte sie einen dicken Bauch. Fertig." Ich werde an ihren Enthusiasmus denken, an ihr Talent, sich über die Dinge und das Leben zu freuen, sich in ihrer Freude völlig aufzulösen, das ist, neben so vielen anderen Dinge, so unglaublich schön. Ich werde daran denken, wie ich in der Nacht vor ihrem Geburtstag Luftballons aufgepustet habe, weil sie es so gerne mag, wenn an der Tür eine Luftballonwand hängt, durch die sie rennen kann, und wie ich ihr einen Herzkuchen gebacken habe, weil sie den vor ein paar Tagen im "Berlin mit Kind"-Heft gesehen hatte und so toll fand, ihre Wünsche sind immer sehr präzise, ein Schokoladen-Herzkuchen mit ganz viel bunten Streuseln und mit Happy-Birthday-Kerzen und mit diesen Zuckererdbeeren, die ich dann zwar noch gefunden, aber nicht mehr auf den Kuchen draufbekommen habe, weil ich so viel Teig in die Form gegossen hatte, dass der Herzkuchen eher ein Herz-Mount-Everest geworden ist, und wie ich um Mitternacht wieder Tränen in den Augen hatte, was eine ziemliche Untertreibung ist, und wie ich zu ihrem Bett gegangen bin und sie mitternachtsgeburtstagsgeküsst habe, auf ihre warme Backe, die ich erstmal freilegen musste, weil ihre Haare so lang geworden sind. Wahrscheinlich werde ich auch an diesen Satz denken, den eine tolle Frau mir neulich in einer Email geschrieben hat, ich hab  in den letzten Tagen so oft an diesen Satz gedacht: "Ich bin so sehr ich durch sie." Durch sie und durch ihn. Das bin ich wirklich.

EIN KOCHBUCH, EIN REZEPT: FEUILLETÉ MIT BIRNEN UND ZIEGENKÄSE AUS "WOCHENMARKT" VON ELISABETH RAETHER


Da ist diese Frau. Sie macht die Tür auf und umarmt einen fest, fester, als man das bei ihr erwarten würde. "Setz dich zu mir in die Küche", sagt sie, "ich koche gerade." In der Küche riecht es nach Pizza, nein, nur so ähnlich, es duftet herrlich, aber Pizza ist das nicht. "Was hast du da im Ofen", frage ich. "Feuilleté mit Birnen", sagt sie, und bevor ich fragen kann, was denn nochmal ein Feuilleté ist, grinst sie schon, als wäre das Wort irgendwie albern: "Blätterteig mit Ziegenkäse und jeder Menge Thymian. Schmeckt gut", sagt sie, "willst du ein Bier?" Sie kocht so nebenbei, dass man es fast gar nicht mitkriegt. Drückt den Teig auf das Blech und schlägt die Ränder um. Bestreicht den Teig mit Ziegenfrischkäse, als hätte sie es schon hundertmal gemacht (was wahrscheinlich daran liegt, dass sie es schon hundertmal gemacht hat). Schält die Birnen, nimmt sich ein Stück, schneidet die Birnen in dünne Streifen, legt sie auf den Teig, nimmt sich ein paar Zweige Thymian, riecht kurz, aber energisch an ihnen, zupft sie ab und verstreut das Grün auf all dem Weiß. Gerade als sie das Blech in den Ofen geschoben hat, klingelt auch schon der Wecker – vielleicht verging die Zeit auch schnell. Sie holt das Blech aus dem Ofen und tropft ein bisschen Honig darüber, "mehr", sage ich, und sie tropft noch ein bisschen mehr darüber, dann schneidet sie das große Stück in sechs kleine. Ich nehme einen Bissen. Und noch einen. Ich höre auf zu reden. Die saftige Birne, der knisternde Blätterteig, der Ziegenfrischkäse, mild, aber nicht langweilig, der Thymian, mein Lieblingskraut, diese Ahnung von Honig. "Gut?", fragt sie und ich stöhne, es klingt albern, aber das macht nichts. Dann reden wir. Über das Leben, Jobkram, Bücher, Klamotten, Fernsehserien, Müdigkeiten.


So ungefähr ist Elisabeth Raether, ich kenne sie ein bisschen und habe ihr tatsächlich schon mal beim Kochen zugesehen. Sie kocht mit einer Überzeugung und Gelassenheit, die eine Küche mit Wärme füllt. Aber das wüsste ich auch, wenn ich nur ihr Kochbuch gelesen hätte. Das ist auch etwas Schönes an ihr: Man kann dem, was sie macht, ablesen, wie sie ist, das hat man ja nicht oft. Elisabeth Raether schreibt seit drei Jahren eine wunderbare Kochkolumne für das Zeit-Magazin. Wunderbar, weil sie richtig gut schreibt, weil sie schöne und schlaue Gedanken hat ("Petersilie ist ein Kraut, das praktisch zu allem passt, zu jedem Fleisch, zu jedem Gemüse, zu jedem anderen Kraut. Gegen kein Aroma wehrt sich die Petersilie. Aber es ist leider so: Wenn man es jedem recht macht, wird man irgendwann übersehen. Undankbare Welt. Dabei hat vor allem glatte Petersilie einen schön kräftigen, leicht bitteren Geschmack (...)." Wunderbar, weil ihre Rezepte jeden Aufwand scheuen, dabei aber schmecken, als hätte man sich mächtig ins Zeug gelegt. Man könnte diese Rezepte Angeber-Rezepte nennen, weil man mit ihnen super angeben kann, aber das wollen sie gar nicht, sie wollen bloß schmecken. Wunderbar, weil diese Rezepte ihre Zutaten auf eine Weise ehren, die ich schön finde. Es werden nicht sonderlich viele Zutaten verwendet, aber jede hat ihren Sinn, ihren Platz, ihren Geschmack, ihren Auftritt. Wie der gebackene Chicorée mit Parmaschinken. Oder der gegrillte Radicchio mit Walnüssen und Ziegenkäse. Oder der Coq au vin. Oder eben dieser Blätterteig mit Birne, Ziegenkäse und Thymian. Außerdem mag ich, mit welcher Souveränität sie schreibt. Nein, das Rezept für Blätterteig verrät sie nicht, den kann man nämlich kaufen und in der gesparten Zeit lieber ein Buch lesen. Oder wie sie selbst in der allerersten Kolumne dieses Kochbuches schreibt:

"Hier werden keine Wasserbäder gemacht, es wird nicht flambiert und nicht nappiert. Man könnte das den minimalistischen Ansatz nennen, wahrscheinlich ist es aber schlicht Küchenfaulheit. Das bedeutet zum Beispiel, dass praktisch jedes Gemüse, das es gibt, bei uns einfach in den Backofen gesteckt wird, aus dem es nach kurzer Zeit in eine Schönheit verwandelt wieder hervorkommt."

Wunderbar. Wirklich. Dieses Rezept auch.

FEUILLETÉ MIT BIRNEN UND ZIEGENKÄSE (für 2-3 Personen)

1-2 Birnen (das Originalrezept verlangt nur nach einer, ich nasche immer, deshalb: zwei)
200g tiefgekühlter Blätterteig (ich habe eine Blätterteigrolle aus dem Kühlregal genommen)
100g Ziegenkäse (Frischkäse oder Ziegencamembert)
Ein paar Zweige Thymian
2 TL Honig, Salz und Pfeffer

Den Ofen auf 210°C vorheizen.
Den aufgetauten Blätterteig auf ein Blech mit Backpapier legen.
An den Rändern ca. einen Zentimeter einschlagen.
Den Ziegenfrischkäse direkt auf den Blätterteig streichen, nimmt man festeren Käse, zerbröckelt man ihn und gibt die Stückchen auf den Teig.
Die Birnen schälen, in dünne Scheiben schneiden und auf dem Käse verteilen.
Die Thymianblätter von den Zweigen lösen und auf dem Käse-Birnen-Belag gleichmäßig verteilen.
Salzen und pfeffern.
Etwa 15-18 Minuten goldbraun backen.
Vorm Servieren noch etwas Honig darüber geben.

"Wochenmarkt – Die frischen, einfachen Rezepte aus dem Zeit-Magazin" von Elisabeth Raether, Bloomsbury Berlin, 19,99 Euro.

OKTOBER 2014 (UND EIN PAAR DINGE, DIE MIR GUTE LAUNE MACHEN)


Wie viel Zeit sie sich lässt. Fürs Blättersuchen, das, nein, dieses, nein, das hier, fürs Blätteraufkleben und Blättertiermalen. Zeit haben wir uns auch für unseren Sonntagsknödel bei Häppies gelassen, für mich dieser hier mit Ziegenkäse und Cranberrys, für sie einer mit Pflaumenmus und zerlassener Butter, und er schmeckte so gut, so sonntäglich, dass ich mir auch noch einen bestellt habe. Auf dem Nachhauseweg liegt diese Straße, die ich so schön finde, die Straße mit dem Blätterdach. Noch sind ein paar Bäume grün und es war fast sommerlich warm, aber das Licht ist schon Herbstlicht. Noch eine Schönheit: der Dahlienstrauß, den ich mir nach einem blöden Tag gekauft habe, an dem ich traurig war, weil ich mich ungerecht behandelt gefühlt habe (und es manchmal so schlecht hinkriege, das Unwichtige vom Wichtigen zu trennen) – es sind ja oft die kleinen Dinge, die gegen die großen helfen. Große Freude und Aufregung über das Erscheinen meines Buches – und über die Kommentare und Texte, die mich so dankbar machen, so rühren, erstaunen, wärmen. Heiter bis glücklich hat mich auch das Zitat im Zeit-Magazin gemacht. Und das allererste Halloween mit dem kleinen Schreckgespenst, was für ein Spaß. Irgendwann wurde der Oktober dann doch noch kalt und brachte die ersten Mützentage. Sie trägt am liebsten ihr Schaf, ich suche noch nach einer Mütze für den Winter. Und immer wieder: der glühende Himmel über Berlin. Was für ein aufregender, schöner, verwirrender Monat.

Noch ein paar Dinge, die mir gute Laune machen:

* Am Samstag mache ich Kürbissuppe. Vielleicht diese Variante? Und zum Nachtisch: Zimtschnecken.
* Die Vorfreude auf Amsterdam, auf ein paar Tage ganz allein, auf eine Stadt, die mir noch ganz fremd ist.
* Die Weihnachtskarten, die ich gestern bestellt habe. Noch nie war ich so früh dran. Aber diese hier von Held & Lykke haben es mir wirklich angetan.
* Eigentlich bin ich ein Kaffee-Trinker. P & T hat mich wieder auf Tee gebracht. Am Wochenende habe ich mir eine kleine Tüte "Top of the Day" gekauft mit Apfelstücken, Hibiskusblüten, Pfefferminzblättern, Zitronengras und Rosenblütenblättern.
* Die zweite Staffel der Dokumentation über das New York City Ballet. Hier kann man sie ansehen.
* Die Herbst-Ausgabe des Chick Pea-Magazines. Hier anzusehen. Und die neue Ausgabe vom Mutti-Magazin.
* Der neu angeschaffte Pizzastein. (Und wie sie den Pizzateig über Nacht schlafen legt und zudeckt und morgens, drei Sekunden nach dem Aufwachen, in die Küche rennt, um nachzusehen, ob er denn auch gut aufgegangen ist). Diesen Flammkuchen würde ich gerne mal probieren.
* Dieses Video. Was für ein Mann.
* Zwei Filme, die ich wirklich gerne sehen möchte: "In No Great Hurry. 13 Lessons in Life with Saul Leiter." Und "The Skeleton Twins".
Dieses Sweatshirt.
* Ich glaube, am Sonntag gibt´s mal wieder Frühstück im Bett. So wäre es schön. Und diesen Karotten-Bananen-Orangen-Kuchen stelle ich mir auch sehr lecker vor, vielleicht backe ich ihn Samstagabend, ich finde es unheimlich schön, am Abend zu backen, wenn alles still und es draußen dunkel ist.
* Und dieser Song: Rainmen von Erlend Øye.

Was macht euch denn gerade gute Laune?
Schönes Wochenende!

UND WIE MACHST DU DAS, MAREICE?







Ein neuer Mutterfragebogen: Mareice, eine Autorin und Mutter von zwei Mädchen, die in Berlin lebt und das Blog Kaiserinnenreich schreibt.

Name: Mareice
Alter: 32 Jahre
Mutter von: zwei Mädchen (3 und 1,5 Jahre alt)
Stadt: Berlin (Hamburg im Herzen)

Wie ist bei dir die Kinderbetreuung organisiert?

Mittlerweile: gut. Bis hierhin war es ein langer, nervenzehrender Weg. Meine heute dreijährige Tochter kam mit einem seltenen Chromosomenfehler und dadurch mehrfach behindert zur Welt. Ihre ersten Lebensmonate verbrachten mein Mann und ich mit ihr in diversen Krankenhäusern, das Babybett zu Hause blieb lange Zeit leer. Dann haben wir erstmal alles selbst gemacht, Intensivpflege rund um die Uhr. Bis wir nicht mehr konnten. Es hat uns viel Zeit und Kraft gekostet, eine Infrastruktur rund um sie und uns herum aufzubauen, die es zulässt, dass wir Eltern ein klitzekleines bisschen Freizeit haben und/oder arbeiten können. Mittlerweile funktioniert das ganz gut – allerdings immer nur, solange unsere Tochter gesundheitlich stabil ist. Ein Pflegedienst betreut sie in der Nacht und eine Krankenschwester begleitet sie tagsüber in die Kita. Das bedeutet, dass nachts immer jemand an ihrem Bett sitzt. Während sie schläft, wird der Sauerstoffgehalt in ihrem Blut von einem Monitor überwacht und wenn der piepst, benötigt sie zusätzlichen Sauerstoff. Das übernehmen dann die Krankenschwestern – nachts zu Hause und tagsüber in der Kita. So können wir nach zwei Jahren ohne Tag-Nacht-Rhythmus endlich wieder schlafen. Allerdings hat die Krankenkasse die Kostenübernahme für den Pflegedienst noch nicht bewilligt. Solche Stolpersteine sind belastender als alle Behinderungen meiner Tochter zusammen.

Die Betreuung unserer kleinen Tochter zu organisieren war im Vergleich dazu ein Kinderspiel. Sie geht seit ihrem ersten Geburtstag in die gleiche Kita wie ihre große Schwester, hat eine blitzschnelle Eingewöhnung hingelegt und freut sich jeden Tag, wenn es zusammen mit ihrer Schwester losgeht zur Kita – genauso freut sie sich, wenn wir sie nachmittags wieder abholen. Zusätzlich haben wir eine Einzelfallhelferin für unsere große Tochter, die mittlerweile seit einem Jahr mindestens einen Nachmittag pro Woche mit ihr verbringt. Sie ist uns allen sehr ans Herz gewachsen und schafft Flexibilität für meine Arbeit, da sie manchmal auch mit beiden Mädchen spielt. Sie ist zu einem Teil der Familie geworden.


Unter welchen Bedingungen arbeitest du? Wie funktioniert das für dich?
Vor meinen Kindern habe ich als Redakteurin hauptsächlich für Werbeagenturen gearbeitet. Nach meiner langen Elternzeit, die aus der Pflegebedürftigkeit meiner ersten Tochter resultierte, versuche ich gerade wieder beruflich Fuß zu fassen. Erster Schritt zurück ins Berufsleben ist mein Blog Kaiserinnenreich, auf dem ich seit etwa einem halben Jahr über unser inklusives Familienleben und dadurch verbundene gesellschaftspolitische Stolpersteine schreibe. Durch das Bloggen bin ich wieder zum Schreiben gekommen – die vergangenen Jahre drehte sich ja alles um Kinder, Kacke und Krankenhäuser. Ich bin dankbar über die Schreib-Routine, die sich ganz langsam wieder einstellt. Über mein Blog haben sich schon tolle Möglichkeiten ergeben, so wurde ich bereits zu Diskussionsrunden zum Thema Inklusion eingeladen, schrieb Artikel für diverse Publikationen, arbeite zur Zeit an einem Workshop für Jugendliche und bekomme auch einfach so zwischendurch positives Feedback von Leserinnen und Lesern. Nach der langen abgeschotteten Familienzeit, in der es oft nur um Krankheiten, Defizite und Bürokratie ging, tut das unheimlich gut. Es fühlt sich an, wie von einer Reise zurückzukehren – einer Reise ins All oder so. Finanzieren kann ich mich im Moment aber leider noch nicht allein durch das Schreiben, daher versuche ich mich zur Zeit auch in der Akquise für redaktionelle Jobs in unterschiedlichen sinnhaften Bereichen. Leider habe ich es als zweifache Mutter nicht mehr so leicht wie früher als kinderlose Frau, zu Vorstellungsgesprächen eingeladen zu werden. Das ist ziemlich ernüchternd, zumal ich durch meine Kinder so viele Kompetenzen dazu gewonnen habe. Dank der Kita-Betreuung habe ich täglich von 9.30 bis 15.30 Uhr Freiraum, mich dem journalistischen Schreiben zu widmen. Ich genieße diese Zeit sehr und bin vor allem meiner großen Tochter dankbar, dass ihr Gesundheitszustand es nun schon seit Wochen zulässt, dass sie glückliche Tage mit den anderen Kindern gut betreut verbringen kann. Arbeit fühlt sich für mich wie Wellness an.


Wieviel Zeit hast du für dich – jenseits deiner beruflichen und familiären Aufgaben? 

Reicht sie dir?

Jenseits der beruflichen und familiären Aufgaben hatte ich in den vergangenen 1,5 Jahren einen einzigen Abend für mich. Ich habe ihn genutzt, um mit meinem Mann zu einem Konzert zu gehen. Das war herrlich – hat uns aber auch vor Augen geführt, wie verrückt es ist, dass so ein Abend so eine außerordentliche Ausnahme für uns ist. Zum besseren Verständnis: Vor unseren Kindern waren wir beide äußerst aktive Kulturschaffende. Wir produzierten gemeinsam eine Radiosendung, machten in Bands Musik, besuchten Ausstellungen von Freunden und waren eigentlich immer kreativ und produktiv unterwegs. Mit der Geburt unserer behinderten Tochter fiel diese Seite unserer Persönlichkeiten komplett unter den Tisch. Wir sind gerade dabei, uns diese kleinen – und für uns lebenswichtigen – Freiheiten peu à peu zurückzuerobern. 





Wie sieht ein ganz normaler Wochentag bei dir aus?

Um sieben Uhr schreibe ich der Krankenschwester, die meine große Tochter in der Nacht betreut hat, eine Nachricht bei WhatsApp: „Alles okay?“. Im besten Fall war es das und ich höre, wie sie kurze Zeit später die Wohnung verlässt. Dann haben wir eine Stunde Familienzeit, bis die Krankenschwester, die meine große Tochter in die Kita begleitet, kommt. Zwischen neun und halb zehn sitze ich in einem Journalistenbüro und arbeite – dabei geht leider noch immer viel Zeit für die Bürokratie rund um meine große Tochter drauf. Um halb vier hole ich im Wechsel mit meinem Mann und der Einzelfallhelferin die Kinder von der Kita ab. Spielplatz, Logopädie oder Physiotherapie für die große Tochter, Verabredungen mit anderen Familien, Einkäufe. Und immer sehr, sehr viel: Wäsche waschen, Wäsche aufhängen, Wäsche einräumen. Ganz wichtig ist uns das gemeinsame Abendessen um 18 Uhr, da sind wir echte Spießer. Vor allem, seitdem wir festgestellt haben, wie wichtig diese feste Zeit für unsere kleine Tochter ist. Halten wir uns an diesen Plan, schläft sie verlässlich gegen 19.30 Uhr ein. Wenn sie schläft, genieße ich die Zeit mit meiner großen Tochter, bis der Nachtdienst um 21 Uhr kommt. Meistens bin ich dann auch schon so müde, dass ich selbst ins Bett falle...


Was empfindest du als besonders anstrengend?
Die Beurteilungen von außen. Mir kommt es vor, als würde alles, was Eltern mit ihren Kindern machen, erstmal von einer Gesellschaftspolizei bewertet werden. Das fängt beim Stillen/Nicht-Stillen an und hört beim Essverhalten der Kinder auf – na ja, also ehrlich gesagt hört es gar nicht auf. Ich wünsche mir, dass meine Kinder einfach so gelassen werden können, wie sie sind. Außerdem empfinde ich die Bürokratie rund um meine behinderte Tochter als kräfteraubend und vor allem: unnötig. Die Streitigkeiten mit der Krankenkasse um Hilfsmittel empfinde ich als echtes Armutszeugnis für die Gesellschaft, in der wir leben. Warum beeinträchtigte Menschen so sehr um Unterstützung kämpfen müssen, werde ich nie verstehen. 


Was macht dich besonders glücklich?

Geistige Entwicklung und (Weiter-)Bildung. Wenn ich singe und meine kleine Tochter dazu tanzt. Dass meine große Tochter seit der letzten Operation von alleine Stuhlgang haben kann und Schmerzen nicht mehr zu ihrem Alltag gehören. Dass das Krankenhaus eine immer kleiner werdende Rolle in unserem Familienleben einnimmt. Wertschätzung meiner Arbeit.


Hast du das Gefühl, dass die Gesellschaft, die Politik, Menschen mit Kindern ausreichend unterstützt? Was müsste deiner Meinung nach besser werden?

Puh, nein, das Gefühl habe ich ganz und gar nicht. Im Gegenteil. Verbessern müsste sich eine Grundeinstellung der Gesellschaft. Wenn ich mit meinen Kindern unterwegs bin, habe ich oft den Eindruck, dass die Menschen, denen wir begegnen, vergessen haben, dass sie auch mal Kinder waren. Uns begegnen mehr mürrische als freundliche Gesichter. Das finde ich schade. Wenn das Kind in uns allen präsenter wäre, wären auch Politik und damit die Gesellschaft kinderfreundlicher. Ähnlich ist es, was die Unterstützung von Menschen mit Behinderung angeht. Bei Kämpfen mit der Krankenkasse habe ich schon oft gedacht, dass die Sachbearbeiter/innen dort mal meine Tochter kennenlernen sollten. Dann würden sie nicht so viele bescheuerte Entscheidungen treffen, die uns als Familie und vor allem meiner Tochter das Leben erschweren. Ein Punkt, bei dem ich mir von der Inklusionsdebatte einiges erhoffe, ist die Barrierefreiheit. Wer sich mit dem Kinderwagen durch die Welt bewegt, bekommt eine klitzekleine Ahnung davon, was es heißt, mit einem Rollstuhl unterwegs zu sein. 


Was hast du durchs Muttersein über dich und die Welt gelernt, das du vorher nicht wusstest? 
Wie sehr ich mich auf meine Sinne verlassen kann. Wie effektiv und fokussiert ich arbeiten kann. Wie nah Leben und Tod beieinander liegen. Wie sich bedingungslose Liebe anfühlt. Dass es kein Recht auf ein gesundes Kind gibt. Dass mein Perfektionismus unnötiger Quatsch ist. Dass ich gut bin, wie ich bin. Dass einfach SEIN lebenswert ist. Das hat mir meine taubblinde Tochter gezeigt und ich bewundere sie für alles, was sie ist und ausstrahlt.


Du hast 48 Stunden kinderfrei. Was tust du? 
Die Möglichkeit ist für mich – noch – zu weit weg, als dass ich es wirklich wüsste. Schön wäre eine kleine Reise. Oder Shopping (allerdings nur mit Geld in der Tasche und unter der Bedingung, keine Kinderläden zu betreten – denn dort landen wir Mamas ja meist zwangsläufig). Kaffeetrinken mit einer Freundin, ein gutes Gespräch oder noch besser: Wodka Lemon. Ausgehen, tanzen, wenn die Vögel zwitschern ins Bett fallen, ausschlafen, langes Frühstück, wieder ins Bett gehen. Lesen. Schreiben. Küssen.

Ein Gegenstand Deiner Kinder, den du ewig aufbewahren wirst? 
Die Bilder von ihnen in meinem Kopf. Den großen Schmerz, als ich meine erste Tochter nicht bei mir haben konnte direkt nach ihrer Geburt. Das große Glück, meine zweite Tochter nach ihrer Geburt stundenlang nicht loslassen zu müssen, ihr Geruch. Nicht ewig, aber lange: Die erste selbstständig vollgekackte Windel meiner ersten Tochter. Klingt eklig, war für uns alle aber ein Befreiungsschlag.

Ein Gegenstand, der Dich an Deine Kindheit erinnert?
Leider gibt es nur ein unvollständig geführtes Fotoalbum von mir als Kind. Das bedauere ich sehr. Ich wünsche mir, dass ich das für meine Töchter anders machen kann und fotografiere fleißig, habe schon hübsche Alben in der Schublade und bin gerade dabei, Ordnung in das digitale Chaos zu bringen. Die ersten ausgedruckten Bilder liegen auch schon bereit... Jetzt weiß ich also doch, wozu ich die 48 Stunden kinderfrei nutze: Zum Erstellen von Fotoalben meiner Töchter. Ha!

Was würdest du einer Frau sagen, die sich fragt, ob sie Mutter werden soll? 
Ich empfehle ihr den Text "Willkommen in der Bastelmuttihölle" von der großartigen Bloggerin Das Nuf zu lesen.

Hier ist noch ein sehr lesenwerter Text von Mareice über die Suche nach einem Kitaplatz für ihre erste Tochter aus der taz. Und auf ihrem Blog Kaiserinnenreich startet sie in den nächsten Tagen auch ihre eigene Version des Mutterfragebogens.

Erstes Foto von Carolin Weinkopf, zweites Foto von Anna Rozkosny & Kathrin Harms.

Schönes Wochenende. Und danke, liebe Mareice.

EIN SPAZIERGANG DURCH BROOKLYN (UND UNSERE LIEBLINGSADRESSEN)

Wenn ich aufschreiben müsste, was ich an New York so mag oder warum ich mich in dieser Stadt zuhauser fühle, als ich mich je sonst irgendwo zu Hause gefühlt habe, dann wäre das eine lange Liste. Ich habe ja neulich schon ein wenig angefangen, davon zu schreiben. Wie sehr die Stadt nachwirkt, merke ich noch acht Wochen nach unserer Heimkehr. Der Gedanke an die Zeit in Brooklyn macht mich unglaublich froh. Auf eine wirklich merkwürdige Weise macht mich diese Stadt auch mutig, sogar noch im Nachhall, oder vielleicht eher: optimistischer für Pläne. Gut möglich, dass das die Sicht des Urlaubers ist, die Stadt ist ja auch durchaus für ihre Unerbittlichkeit berühmt, aber immer wenn ich da bin, scheint tatsächlich vieles möglich(er) zu sein. Ganz sicher zweifeln auch die New Yorker (das Zweifeln gehört ja zum Leben), aber sie schaffen es (jedenfalls besser als ich), ihre Zweifel in Schach zu halten und einfach mal zu machen. Immer, wenn ich in New York war, bin ich hinterher ziemlich aufgedreht. Weil das eine so ansteckende Grundhaltung zum Leben ist, die man dort bei so vielen Menschen beobachten kann. (Und weil mich diese Haltung wieder daran erinnert hat, dass nicht immer alles so vollkommen festgefahren ist, wie es manchmal scheint und es sich lohnt, sich zu fragen, ob man an den Dingen, die einen mürbe machen, nicht vielleicht doch etwas ändern kann... Mut, was für ein schönes Mitbringsel). 

Wir haben ein paar spektakuläre Dinge in New York erlebt (der riesige Polizeieinsatz auf der Brooklyn Bridge am letzten Tag beispielsweise, als ein junger Mann einfach die Brücke bis nach ganz oben hochgeklettert ist, weil er Lust auf Nervenkitzel hatte). Am schönsten waren aber eigentlich diese Zeitlupen-Tage in Carroll Gardens, an denen wir uns ein Eis geholt haben, uns auf irgendwelche Treppenstufen gesetzt haben, mit wildfremden New Yorkern Smalltalk hielten, der dann ganz schnell gar nicht mehr small war, ein paar Runden geschaukelt haben, in den Supermarkt  gegangen sind, weil Fanny es so aufregend fand, dass man da Käsewürfelchen probieren durfte und weil sie da diese unfassbaren Donuts und Bananenbrot verkauft haben. Die Art Tage, an denen eigentlich gar nichts passiert und man einer Stadt vielleicht gerade deshalb besonders nahe kommt. 

Diese Adressen waren aber auch sehr glücklichmachend, falls jemand vorbeikommt:

Ein Ort, der aus der Zeit gefallen zu sein scheint: In einer Apotheke aus den 20er-Jahren kann man sich Eisbecher wie den "Sundae of Broken Dreams" mit Vanilleeis, warmer Karamell-Sauce und Bretzelstückchen bestellen. Oder einfach eine Kugel im Becher, die man auf der pinken Bank vorm Laden isst.
513 Henry Street, Brooklyn

Ein Bonbonladen, wie man ihn sich als Kind erträumt: Schwere Bonbongläser voller Jelly Beans in allen nur erdenklichen Geschmacksrichtungen. Dazu Zuckerstangen, Riesenlollies, Gummitiere, Brause-Ufos und Lakritze. Ich habe mir Brause-Ufos gekauft (ein Kindheitsgeschmack), Fanny hat sich am Ende für einen Lolli entschieden und noch Tage später von diesem Laden gesprochen.
254 Baltic Street, Brooklyn

Auf jeder unserer Reisen gab es immer ein Lieblingslokal, bei dieser New York-Reise war es Bareburger. Hier habe ich ohne jeden Zweifel den besten Burger meines Lebens gegessen: den Big Blue Bacon mit Blauschimmelkäse, Bacon, Röstzwiebeln, Champignons, Bacon-Marmelade und Süßkartoffel-Fritten. Dieser Burger war aber nicht der einzige Grund, warum wir so gerne hierher  gegangen sind. Auch der Service war toll, hat Fanny sofort ein Ausmalbild mit Stiften und ein Kinderessen mit einer Schüssel Apfelspalten gebracht. Und wenn man draußen einen Platz bekommt, kann man diesem wundervollen Stadtteil und seinen Bewohnern ganz in Ruhe beim Wundervollsein zusehen.
149 Court Street, Brooklyn

Ich mochte schon das Schild an der Tür: "When life gives you lemons, drink coffee! That way you´ll be nice and energized when chucking those lemons at life!" Der kleine Laden hinter der hellblauen Fassade ist mit seinen hübschen Kacheln an den Wänden und der Vitrine voll selbstgemachtem Kuchen, Macarons, Whoopie Pies und Keksen aber genauso charmant.
68 Dean Street, Brooklyn

Dieser Kosmetikladen ist so schön und edel, dass ich mich am Anfang kaum getraut habe, irgendetwas zu probieren oder anzufassen, bis der Besitzer Fanny und mir das Beeindrucktsein anmerkte und uns sagte, dass wir doch bitte alles ausprobieren sollen, was uns gerade interessiert. Aber wo fängt man in diesem Laden bitte an? Bei den Parfüms, von denen ich noch nie eines gesehen hatte? Bei den Nagellackfarben? Der Naturkosmetik? Am Ende haben wir uns einen Lippenpflegestift mit Kakao von "Meow Meow Tweet" gekauft, der seitdem immer in meiner Tasche ist.
360 Atlantic Avenue, Brooklyn

Würde mal eben kurz ein Geldregen vom Himmel fallen, würde ich genau hier einkaufen: Schlichte Hemden, Kleider, Pullover, dazu Taschen und wunderschöner Schmuck. Oder bei Bird.
347 Atlantic Avenue, Brooklyn & 220 Smith Street, Brooklyn

Acorn
Ein Kinderladen, der einem (wieder) das Staunen beibringt, so viele kleine und große Wunder kann man hier finden: ein Schattenspiel, wunderschöne Alphabet-Holzwürfel (sogar auf deutsch), einen feuerspeienden Holzdrachen, eine Blumenpresse. Und an der Decke hängt ein riesiges blaues Schiff mit dunkelblauen Segeln. Wunderschön.
323 Atlantic Avenue, Brooklyn

Ein Laden, in dem ausschließlich Produkte aus Brooklyn verkauft werden – und zwar tolle: Ingwer-Sirup von Morris Kitchen, Coffee BBQ-Sauce von Saucy By Nature, Duftkerzen von Apotheke oder ein Wasserturm-Modell zum Selberbasteln von Boundless Brooklyn. Der perfekte Ort, um hübsche Mitbringsel zu finden.
261 Smith Street, Brooklyn

Sensationell gutes Eis.
81 Bergen Street, Brooklyn

Ist das vielleicht ein gemütlicher Buchladen, aber auch ein guter: Die Auswahl an Kinderbüchern ist wirklich fabelhaft (die Beratung auch) und im Raum hinten steht ein riesiges Ledersofa, auf dem man in aller Ruhe Bücher ansehen kann. Neben einer großen Auswahl von Romanen gibt es hier übrigens auch tolle Kochbücher und Lesungen. Mit nach Hause genommen haben wir "The Wheels on the Bus" von Paul O. Zelinsky und die "Secret Pizza Party" von Adam Rubin und Daniel Salmieri.
163 Court Street, Brooklyn

Bei Paper Source gibt es Postkarten, Notizbücher, unheimlich schöne Kalender, kleine Geschenke, Stempel, Sticker und Washi-Tapes in riesiger Auswahl.
102 Smith Street, Brooklyn

Wunderschöne Karten zu jedem nur erdenklichen Anlass findet man in dieser Papeterie. Und an der Kasse steht ein großes Glas mit Buttons, von denen ein paar auf Fannys Jeansjacke mit nach Hause gereist sind.
225 Court Street, Brooklyn

Laut hier und ziemlich stressig, aber was für eine Auswahl an toller Kosmetik: Hourglass, Josie Maran, Fresh, Tarte.
210 Joralemon Street, Brooklyn

In nüchternen Worten: ein Bio-Supermarkt. In realistischen, angemessenen und immer noch sehr zurückhaltenden Worten: ein delirisches, extrem Futterbedürfnisse auslösendes Paradies für Fressmaschinen wie mich. Hier gibt es erstens ziemlich alles, was man essen können wollte, und zwar jeweils in 23 bis 230 Sorten (wieso habe ich die Kokoschips mit salzigem Karamell nicht mit nach Hause genommen, WIESO?, Quinoasalate, Bagels, Körner aller Art und Größe, ein ganzes Regal voller Chilis, Joghurtsorten, von denen ich nicht einmal wusste, dass es sie gibt, und immer so weiter, bis eine stadthallengroße Halle voll ist). Hier bekommt man zweitens das Gefühl, dass es Supermärkte gibt, die Essen genauso lieben und verehren wie man selbst. Und hier verlernt man drittens das Kochen, weil eine unfassbar große Convenience-Abteilung es einem ermöglicht, große Pappschachteln mit fertigem Essen vollzufüllen, für das ein Restaurant hingebungsvolle Kritiken bekäme. Es ist der Himmel. Und irgendwie auch die Hölle. Weil kein Mensch so viel essen kann, wie man hier essen möchte. Weil man so viel Wahlmöglichkeiten kaum verkraften kann. Weil man doch nicht nach New York fahren kann, um dann fast jeden Tag sehr lange im Supermarkt herumzustreunen. Jedenfalls: Auf der Liste meiner Gründe, nach New York auszuwandern, stünde auch Wholefoods.
214 3rd Street, Brooklyn

* Brooklyn Bridge, der Brooklyn Bridge Park, Jane´s Carousel und der Smorgasburg Flea Food Market
Der schönste von allen schönen Tagen in New York war der allerletzte Tag, den wir mit einem Spaziergang auf die Brooklyn Bridge begonnen haben. Diese Stadt haut einen ja immer wieder um, man muss sich nicht einmal anstrengen dafür, aber auf der Brooklyn Bridge zu stehen, ist so so schön, dass es einem die Tränen in die Augen treibt. Weil wir noch einen längeren Spaziergang und Tag vor uns hatten und es ja diesen großen Polizeieinsatz gab, sind wir nur zu Hälfte hinüber gegangen und am Ende wieder auf der Brooklyn-Seite angekommen. Von dort ist es nur ein kurzer Spaziergang zu "Jane´s Carousel", einem wunderschönen Karrussel mit 48 Pferden, das 1922 gebaut, bei einer Auktion 1984 ersteigert und restauriert wurde und seit 2011 im Brooklyn Bridge Park zwischen der Brooklyn und der Manhattan Bridge steht. Danach sind wir einfach die Piers im Brooklyn Bridge Park entlang gegangen. Man kann sich das vorstellen wie einen großen Park entlang des East Rivers mit Blick auf die Skyline von Manhattan. Am Wochenende drehen die Familien am Pier 2 auf einer Rollschuhbahn ihre Runden und die Mitglieder des Kanu-Vereins spielen im East River Kanu-Wasserball. Am Pier 6 gibt es unfassbar tolle Spielplätze (wir sind immer zwischen dem Spielplatz mit der Riesenrutsche und dem Wasserspielplatz hin- und hergegangen). Und an Pier 5 findet jeden Sonntag der Smorgasburg-Flea-Foodmarket mit unzähligen kleinen Food-Ständen statt, einer hungrigmachender als der nächste: belgische Fritten, mexikanische Sandwiches, "Asia Dogs", eingelegte Gurken, Donuts, Käsekuchen Macarons. Am Ende haben wir uns mit einer käsefädenziehenden Pizza, Teigtaschen mit Kokosnuss-Hühnchen, Dulce de leche-Donuts und Ahornsirup-Limonade ans Ufer gesetzt und uns so lange von New York verabschiedet, bis wir es endlich geschafft haben zu gehen.
Brooklyn Bridge Park, Brooklyn

Der Zoo im Prospect Park liegt in einer anderen Ecke von Brooklyn, aber weil er uns so gut gefallen hat, erwähne ich ihn trotzdem. Dieser Zoo ist ein Zoo für (kleinere) Kinder, es gibt Robben, Paviane, Otter und Erdhörnchen, genauso aufregend wie die Tiere fand Fanny aber die Ausstattung des Zoos: Auf dem "Discovery Trail" können Kinder gucken, welches Tier genauso weit springen kann wie sie selbst, in einem Spinnennetz Spinne spielen oder ein Küken, das aus einem Ei schlüpft. Im Streichelzoo kann man Ziegen und Schafe füttern und an Holzkühen das Melken üben. Der Prospect Park selbst ist auch wunderschön.
450 Flatbush Avenue, Brooklyn.

Wenn man sich unter einem Museum einen Ort vorstellt, an dem man an Ausstellungsstücken entlang spaziert, ist das natürlich kein Museum. Kennenlernen und lernen kann man hier aber sehr viel – nicht nur als Kind. Wie sich Grillen anhören. Oder wie fleischfressende Pflanzen aussehen. Oder wie man Wasserläufe verlegen kann, in einem großen Wasserpatschraum, in dem man eine große Schürze bekommt und sich dann austoben darf. Oder wie man eine Pizzabäckerei oder einen Tante-Emma-Laden betreibt, in gut ausgestatteten Spielräumen, die eben so aussehen wie eine Pizzabäckerei oder ein Tante Emma-Laden, nur eben auf Kindermaße geschrumpft. Auf zwei Etagen eines sehr großen Gebäudes können Kinder so ziemlich jeden Alters experimentieren und spielen und erfahren dabei beiläufig ziemlich viel über die Welt. Ein toller Ort. Fanny wollte gleich noch mal hin.
145 Brooklyn Avenue, Brooklyn.

Drin ist, was drauf steht: Der öffentliche Nahverkehr New Yorks (wenn man in New York von Nahverkehr reden kann). Und zwar in Gestalt von U-Bahn-Waggons seit Anbeginn der New Yorker U-Bahn. Man kann also in Waggons aus den 40er-Jahren sitzen. Oder aus den 60ern. Manchmal fühlt man sich dabei wie in Filmen, die man gesehen hat (auch so ein New Yorker Gefühl: Dieses gelegentliche Wiederkennen von Dingen, die man in Wahrheit noch nie in echt gesehen hat und einem wird trotzdem ganz warm im Herzen). Dazu gibt´s noch Busse. Drehkreuze. Und ein paar Installationen, mit denen man Strom erzeugen kann. Und einen netten Museumsshop, in dem man sich die U-Bahn in klein einpacken lassen kann.
Boerum Place, Brooklyn.

MEIN BÜCHERSTAPEL
(UND EIN NAGELLACK, EINE MASKE UND EINE FERNSEHSERIE)



Ein paar Bücher, die ich gerade lese (und lesen werde):

"Not That Kind of Girl – Was ich im Leben so gelernt habe" von Lena Dunham (S. Fischer)
Ich wünschte, ich würde dieses Buch so großartig finden, wie ich Lena Dunham, ihre Fernsehserie "Girls" und Texte, die ich von ihr gelesen habe (wie diesen wunderbaren Text über Nora Ephron) großartig finde, aber bislang komme ich einfach nicht in dieses Buch hinein. Es berührt mich nicht, und ich weiß nicht, warum das so ist. Sind meine Erwartungen einfach zu hoch? Wie kann einem ein Buch gleichzeitig zu viel und zu wenig sein? Vielleicht finde ich es heraus, wenn ich es zu Ende lese. Und vielleicht ist es ja auch einfach Liebe auf den zweiten Blick.

"Elsa ungeheuer" von Astrid Rosenfeld (Diogenes)
habe ich von Silke geschenkt bekommen, und da ich ihrem Geschmack sehr vertraue, freue ich mich unheimlich auf dieses Buch. Hier mehr zum Inhalt.

"Bilder deiner großen Liebe" von Wolfgang Herrndorf (Rowohlt)
Ich kann es nicht besser beschreiben, als Stepanini (die so oft so haargenau beschreibt was ich fühle oder denke) das bereits getan hat: "Natürlich schwingt das Wissen mit, um die Umstände unter denen es geschrieben wurde. Aber nach ein paar Seiten passiert das, was schon in Tschick passierte. Wenn ich das Buch beiseite lege und raus muss in die Welt, dann scheint sie mir ein irgendwie freundlicherer Ort zu sein. (...). Und dann ist wieder das passiert, was manchmal passiert beim Lesen, dass ein Buch einen anders zurücklässt."

"Women in Clothes" von Sheila Heti, Heidi Julavits und Leanne Shapton (Blue Rider Press)
Ein Buch, in dem die drei Autorinnen 639 Frauen gefragt haben, was sie tragen und wie diese Mode sie prägt. Wie schön, dass dieses Buch anders über Mode nachdenkt als in Trends und Must-Haves – nicht, dass ich etwas gegen Trends oder Must-Haves hätte, aber ich finde es spannend, auch anders über Mode nachzudenken. Mit einer wilden Mischung aus Interviews, Gesprächen, Gedichten, Essays und Fotografien. Mit Geschichten wie "Send a photograph of your mother from the time before she had children and tell us what you see". Oder: "Fifteen Women in a newspaper office photocopy their hands and talk about their rings." Oder: "Six strangers wear one another´s favorite outfits". Ich bin gespannt, ob die über 500 Seiten am Ende halten, was sie beim wilden Querlesen versprechen.

"Plenty more" von Yotam Ottolenghi (Ebury Press) (die deutsche Ausgabe ist hier zu finden)
Wie alle Kochbücher von Yotam Ottolenghi macht auch dieses mich schrecklich hungrig und glücklich. Vor allem, weil es mir Kombinationen und Geschmäcker beibringt, auf die ich selbst niemals kommen würde. Die mir aber, sobald ich sie einmal probiert habe, so vollkommen richtig vorkommen, dass ich gar nicht verstehe, wie ich je nicht auf sie kommen konnte. Der Salat mit Tomate und Granatapfel zum Beispiel. Oder der Salat mit karamellisierten Feigen, Orange und Feta. (Man merkt, ich habe mit dem Salat-Kapitel begonnen, mit dem "Tossed"-Kapitel – eine schöne Idee, die Kapitel nach Methoden zu unterteilen: "Tossed", "Steamed", "Blanched", "Simmered", "Grilled", "Roasted", "Fried", "Mashed", "Cracked", "Baked" und "Sweetened". Schon vorgemerkt: Die Suppe mit roten Linsen. Die Aubergine mit Kartoffeln und Tomaten. Und das gesamte Dessert-Kapitel, angefangen mit dem "Super French Toast" mit Orange, Zimt, Vanille und Sauerrahm).

Nicht auf dem Foto, aber nicht zu vergessen:

"Meine Sonne. Mein Mond. Meine Sterne. Das Leben nach der großen Liebe" von Alexa von Heyden (Eden Books)
Das habe ich bislang nur als E-Book, deshalb ist es nicht mit auf dem Foto, aber lesen sollte man es bitte trotzdem. Ich weiß nicht, wie Alexa es schafft, mit so großer Leichtigkeit und so großem Mut zur Ehrlichkeit davon zu erzählen, wie eine große Liebe zu Ende geht, aber sie schafft es. Zwischendrin musste ich mal aufhören zu lesen, weil es mir so das Herz umgedreht hat, und weil beim Lesen einige Momente wieder hochkamen, in denen die Liebe sehr weh getan hat. Aber so ist das wohl, wenn ein Buch einen kriegt. Und dieses Buch hat mich sehr gekriegt.

"Wochenmarkt" von Elisabeth Raether (Bloomsbury Berlin)
Große, große Vorfreude: Am 30. Oktober erscheinen die gesammelten Wochenmarkt-Rezeptkolumnen von Elisabeth Raether aus dem Zeit-Magazin. Es ist einfach so gut, wie Elisabeth Raether übers Kochen schreibt – und wie sie kocht: saisonal, vollkommen unaufgeregt (das ist ja nicht immer selbstverständlich), und wenn ich mal etwas nachgekocht habe vor allem: saulecker. (Ich sage nur: Chicorée aus dem Ofen). Und ich mag schon das Vorwort, weil es so treffend beschreibt, wie es mir mit dem Kochen geht: "Meine Messer kommen von der Treuepunktaktion des Supermarkts. Allerdings gibt es nicht viele Dinge des Alltags, die ich lieber tue als Kochen. Ich koche beinahe jeden Tag. Kühlschrank und Vorratsschrank sind immer voll. Ich besitze sechzig verschiedene Gewürze und unzählige Kochbücher. Ich gebe zu, dass ich selbst einen Einkauf im Supermarkt interessant finde, ich verbringe sinnlos viel Zeit bei den türkischen, asiatischen und russischen Lebensmittelhändlern, die es hier in Berlin gibt. Ich koche, wenn ich nach einem langen Tag nach Hause komme und keine Buchstaben mehr sehen kann. Ich gieße mir ein Glas Wein ein und hacke mit einer Hingabe, die mich selbst verwundert, Zwiebeln und Knoblauch für eine Pastasauce oder für ein Curry." Schön, oder? Hier gibt´s eine Leseprobe.

Die "So Much to Dew Midnight Mask" hat nichts mit Büchern zu tun, aber mit Rumlümmel-Abenden. Schon lange wollte ich mal die Kosmetik von Sampar ausprobieren, nachdem meine alte Übernacht-Maske nun aufgebraucht war, habe ich mich für diese feuchtigkeitsspendende Maske entschieden und bin bisher wirklich zufrieden: Wirkt die Maske über Nacht ein, ist die Haut am morgen prall und weich – und ich sehe deutlich ausgeschlafener aus als ich gerade bin. Einziges Minus: Der Preis ist für meinen Geschmack ein bisschen sehr stolz, auch wenn die Maske sehr ergiebig ist. Der dunkelpinke Nagellack fällt in die gleiche Kategorie: "Red Affairs" von Anny, gute Farbe für den Herbst.

Und: Die Fernsehserie "Orange Is the New Black". Der erste Probemonat bei Netflix ist kostenlos, und weil ich das mal ausprobieren wollte, habe ich mich angemeldet. Am ersten Abend die Fernsehserie "Orange Is the New Black" entdeckt, die ich schon ewig gucken wollte. Was soll ich sagen: Ich bin jetzt bei Staffel 2. Diese Serie ist mutig, lustig, krass, anders, berührend, spannend und ich liebe sie.

Was lest oder guckt ihr denn gerade gerne?
Schönes Wochenende!
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