WAS GIBT´S ZUM ABENDBROT? SHAKSHUKA


Es gibt viele Gründe für Shakshuka. Weil es kalt und verregnet ist und das Leben endlich wieder wie Sommer schmecken muss. Weil es warm und sonnig ist und Shakshuka so gut zur Leichtigkeit eines solchen Tages passt. Weil ich Kraft brauche, aber sofort. Weil dieses Essen so unheimlich schlotzig ist, dass man immer weiter und weiter essen muss. Weil es so gut tut. Weil es wenig Besseres gibt, als die letzten Soßenreste noch mit einem Stück Milchpide wegzustippen. Außer vielleicht: das Ei anzustechen, das dann goldgelb zerfließt, und es, zusammen mit ein bisschen Soße, mit einem Stück Milchpide aufzustippen. Weil dieses Abendbrot wie Urlaub schmeckt. So ist das mit der Shakshuka und mir. Große Liebe. Hier ist das (leicht abgewandelte) Rezept von Yotam Ottolenghi, mal wieder aus "Genussvoll vegetarisch":

SHAKSHUKA

ZUTATEN (für eine große Pfanne):
1/2 TL Kreuzkümmel
Ein sehr guter Schuss Olivenöl
2 große Zwiebeln, in Ringe geschnitten
2 rote und 2 gelbe Paprika, in 2 cm breite Streifen geschnitten
2 EL brauner Zucker
2 Lorbeerblätter
6 Zweige Thymian, die Blätter abgezupft und gehackt
2 EL gehackte Petersilie
2 EL gehacktes Koriandergrün, mehr zum Drüberstreuen
6 reife Tomaten, grob gehackt
1 Prise Cayennepfeffer
Salz und schwarzer Pfeffer
4 Eier (ggf. mehr, je nachdem wie viele Eier die Esser mögen)

Den gemahlenen Kreuzkümmel in einer sehr großen Pfanne (oder in zwei Pfannen) bei hoher Temperatur ohne Fettzugabe kurz rösten.
Das Öl und die Zwiebeln zugeben und 5 Minuten anbraten.
Die Paprikastreifen, den Zucker und die Kräuter hinzufügen und weitere 5-10 Minuten bei hoher Temperatur braten, bis das Gemüse etwas Farbe bekommt.
Die Tomaten, den Cayennepfeffer und etwas Salz und Pfeffer hinzufügen.
Auf niedrige Temperatur schalten und 15 Minuten garen.
Während des Garvorgangs immer wieder etwas Wasser zugießen (insgesamt bis zu 250 ml), sodass die Mischung die Konsistenz einer Tomatensauce annimmt. (In dieser Phase würde ich vorsichtig sein, dass die Shakshuka nicht anbrennt oder trocken wird).
Bei Bedarf nachwürzen. Es sollte würzig und aromatisch schmecken.
Die Lorbeerblätter entfernen und mit einem Löffel kleine Kuhlen für die Eier ausheben. In jede Lücke ein aufgeschlagenes Ei gleiten lassen.
Mit etwas Salz bestreuen, bei sehr niedriger Temperatur 10-12 Minuten garen, bis die Eier gestockt sind.
Mit frischem Koriander bestreuen.

Dazu passt Fladenbrot oder Milchpide.

Rezept aus: Yotam Ottolenghi, Genussvoll vegetarisch, 288 Seiten, 24,95 Euro, Dorling Kindersley.









LIEBLINGSLÄDEN IN BERLIN: SILO


Schon ewig wollte ich hier etwas über den Concept-Store Silo schreiben, der letzten Sommer im Prenzlauer Berg eröffnet hat. Bei Silo gibt es modernes Design und traditionelle Produkte, alle "Made in Spain" und alle so schön und liebevoll ausgewählt, dass man immer etwas Besonderes findet. Ein Mitbringsel für die Freundin, ein Geschenk für den nächsten Kindergeburtstag, Olivenöl für die Eltern. Hier haben Fanny und ich die Hausschuhe gekauft, die uns über den Herbst und den Winter gebracht haben, hinreißende Notizbücher, eine schöne Strohtasche oder einen Buntstift, der auf der einen Seite blau und auf der anderen Seite rot malt. Ausgedacht haben sich diesen Laden Julieta Benito Sanz, Elena Nieto und Cristina Schuttmann. Weil ich wissen wollte, wie es eigentlich dazu kam, habe ich Julieta ein paar Fragen gestellt...



Wie seid ihr auf die Idee gekommen, einen spanischen Concept-Store in Berlin zu eröffnen?
Ehrlich gesagt: Ganz zufällig. Wir haben einen Abend zusammen gesessen und uns darüber unterhalten, dass in Spanien so viele schöne Dinge gemacht werden, die auch dort oft gar nicht geschätzt werden.

Habt ihr dann lange überlegt oder nicht lange gezögert?
Dieser Abend war der Anfang eines langen Prozesses - wir haben recherchiert, gesucht, überlegt, kalkuliert. Ungefähr ein Jahr später hat Silo eröffnet.

Ich stelle es mir herrlich vor, gemeinsam mit Freunden einen Laden zu eröffnen. Gleichzeitig hätte ich ein wenig Angst, dass irgendein Arbeitsquatsch der Freundschaft in die Quere kommt...
Wir haben uns erst hier in Berlin kennengelernt. Wir verstehen uns natürlich super und vertrauen uns vor allem gegenseitig, aber weil wir vorher auch nicht dicke Freundinnen waren, entwickeln sich beide Beziehungen jetzt parallel.

Was habt ihr vorher gemacht, und wo genau kommt ihr her?
Elena und ich kommen aus Spanien, Cristina ist gebürtige Kolumbianerin, aber in Spanien groß geworden. Elena ist Designerin, Cristina hat im Marketing-Bereich gearbeitet, ich habe Architektur studiert.

Seit wann seid ihr in Berlin? 
Ich bin seit meinen Studienzeiten in Berlin, also schon über zehn Jahre. Ich habe mich zuerst in die Stadt verliebt, danach auch in meinen Freund, also bin ich geblieben. Die anderen beiden sind relativ neu in Berlin, Elena ist seit drei oder vier Jahren hier, Cristina seit ein oder zwei Jahren. Sie haben sich Berlin einfach als die Stadt ausgesucht, in der sie mit ihren Familien leben wollen und als Stadt, in der sie ihre Kinder großziehen möchten.

Hat Berlin es euch eher leicht oder schwer gemacht?
Berlin ist eine superfreundliche Stadt mit einer tollen Energie und Ausstrahlung, da sind wir uns einig. Für meine Partnerinnen sind die ersten Monate allerdings auch ein bisschen schwierig gewesen, die Wohnungssuche zum Beispiel, oder die Suche nach einem Kita-Platz.

Wie lässt sich so ein Laden denn mit dem Muttersein vereinbaren?
Da wir alle drei Mütter sind, versuchen wir, unsere Zeiten gerecht aufzuteilen: Wir teilen uns die Nachmittage und Samstage auf, damit wir alle Zeit mit unseren Familien verbringen können. Und wenn die Kinder krank sind, heißt es "hoy por ti mañana por mir" (heute für dich und morgen für mich). Wir haben Verständnis füreinander und helfen uns gegenseitig.

Welche Produkte kann man bei Silo finden?
Wir verkaufen ausgewählte Produkte für verschiedene Lebensbereiche: von Kleidung über Interieur und kulinarischen Spezialitäten bis hin zu Schmuck, Kinderspielzeug und Bürobedarf.

Wonach wählt ihr die Marken aus?
Wir suchen jede Marke sorgfältig und mit Liebe aus. Und wählen ausschließlich Produkte, die uns sowohl von ihrer Form als auch von ihrer Mentalität und Funktionalität überzeugen. Natürlich müssen sie auch "Made in Spain" sein, wir arbeiten mit Familienbetrieben, Handwerkern und jungen Designern, also hat jedes Produkt eine andere interessante Geschichte.

Hast du ein bestimmtes Lieblingsprodukt? Was würdest du einer guten Freundin zum Geburtstag schenken?
Das ist natürlich schwierig, denn irgendwie sind alle Produkte Lieblingsprodukte! Einer guten Freundin würde ich ein Wunscharmband unserer Schmuckdesignerin Sara Lasry oder eine Dose unseres kaltgepressten Bio-Olivenöls von La Cultivada schenken.

Meine Tochter und ich haben den ganzen Winter in den pinken Hausschuhen verbracht, die wir bei euch gekauft haben. Woher stammen denn die?
Das sind die traditionellen mallorquinischen "Babuchas" aus einem Familienbetrieb, der sich seit Jahrzehnten auf die Produktion von Hausschuhen konzentriert.

Wird es auch einen Silo-Onlineshop geben?
Ja, wir arbeiten gerade daran!

Herzlichen Dank, liebe Julieta.

Silo, Senefelderstr. 33, 10437 Berlin, Öffnungszeiten: Mo-Sa 11-19 Uhr, Tel: 030 - 52 68 46 33, www.silo-store.com


FEBRUAR 2014


Pffff, der Februar. Sowas von schön. Sowas von daneben (die Gedanken irgendwo zwischen dem hier und dem hier). War ich vielleicht durcheinander und traurig. Aber jetzt kommt der März. Den stelle ich mir ungefähr so vor. Oder so. Was sonst noch passierte:

* In Berlin ist Frühling.
* Und auf dem Küchentisch steht jetzt eine riesige Schüssel voller Narzissen.
* Wir haben das erste Eis des Jahres gegessen.
* Und ich war zum ersten Mal im Restaurant von Yotam Ottolenghi in London.
* Ich habe die Schnecken von "Zeit für Brot" mit weißer Schokolade probiert. Wie nannte eine Freundin sie neulich? Unfair.
* "Kamfu mir helfen?" hat mir eine tolle Buchhändlerin in einer tollen Buchhandlung empfohlen, beim nächsten Besuch muss ich ihr erzählen, wie glücklich sie Fanny (und mich) mit diesem hinreißenden Buch gemacht hat, das wir beide schon fast auswendig können. (Und wie schön es ist, eine Buchhandlung zu entdecken, in der man nicht nur richtig gute Empfehlungen bekommt und in der es ein Riesensofa gibt, auf dem man Bücher anlesen kann, wie Fanny es immer nennt, sondern in der auch aus der Zeitung ausgeschnittene Rezensionen unter den Büchern liegen....).

Gelesen: Paul Austers "Winterjournal". "Deutschland vegetarisch". Und Delicious - ein London-Mitbringsel. Jetzt bin ich gespannt auf "Der Distelfink" von Donna Tartt und auf "Schwätzen und schlachten" von Verena Roßbacher.
Gehört: "Morning Phase" von Beck. Sinfonie Nr. 9 von Dvorak. James Blake. Jill Scott. Und Pharrell Williams.
Gesehen:"Yves Saint Laurent".
Geklickt: Letters of Note (im Mai erscheint das Buch). Have Cake, Will Travel. Trine Truxen. "What it´s Like to be a Bird"Sézane. Life in the Nineties von Roger Angell: "Getting old is the second-biggest surprise of my life, but the first, by a mile, is our unceasing need for deep attachment and intimate love." Bruce Springsteen: "Stayin Alive". "#Hastag".
Gemufft: Über den krassen Heuschnupfen.
Gefreut: Über den nächsten Haustausch im Sommer, noch einmal New York, dieses Mal: Brooklyn.
Gegessen: Fanny und ich haben Müsli gemacht und auch gleich wieder aufgefuttert.  Knusprig, leicht salzig, sowas von gut. Auch mal wieder gemacht (und sicher wieder öfter): Tomaten-Avocado-Salat.
Getragen: Meinen Second-Hand-Fund von Soeur: eine camelfarbene Jacke von Bellerose.
Gebraucht: Sehr viel Strawberry-Cheesecake-Schokolade.
Gerochen: Den Frühling.
Gedacht: Ich bräuchte eine neue schwarze Tasche, die alte fällt auseinander. Vielleicht die Nora von James Castle? Oder auf diese hier sparen? Oder hat jemand noch einen Tipp für eine schlichte, große Tasche?
Gemocht: London.

KOSMETIK-LIEBLINGE IM JANUAR & FEBRUAR







Eigentlich wollte ich etwas über die Kosmetik schreiben, die mir über den Winter geholfen hat. Und jetzt ist draußen Frühling (oder tut der nur so?). Am Ende aber auch völlig egal, denn diese fünf Lieblinge werde ich auch benutzen, wenn es wieder wärmer wird:

1) Meine absolute Lieblingsentdeckung der letzten Wochen: der "Rêve de Miel"-Lippenbalsam von Nuxe mit Honig und Sheabutter. Richtig toll gegen trockene Lippen, vor allem, wenn man ihn über Nacht aufträgt. (Meinen Tiegel habe ich in der Apotheke gekauft.)

2) Das Hagebuttenöl von Pai trage ich gerade jeden Abend vor dem Schlafengehen auf, und ich bin sehr beeindruckt vom Ergebnis: Meine Haut ist weicher und deutlich weniger trocken als sonst. Gegen Narben hilft dieses Öl auch richtig gut. Und es ist sehr ergiebig - ich brauche jeweils nur ein, zwei Tropfen.

3) Das Körperöl "Huile Tonic" von Clarins. Der Preis ist happig, aber dieses Öl hat mich wirklich über den Winter gerettet, denn in diesen Monaten wird meine Haut an Armen und Beinen so kratzig, dass ich kaum hinterher cremen kann. Seit ich vor dem Schlafengehen dieses Öl einmassiere, ist das Kratzen verschwunden. Ich mag, dass es nicht wie ein Film auf der Haut liegt, sondern super einzieht. Und den Kräuter-Duft mag ich auch.

4) Der "Un"Cover-Up Concealer von RMS. Benutze ich gegen meine nicht gerade subtilen Augenringe. Und das funktioniert ziemlich gut: Der Concealer mit Kokosöl ist deutlich cremiger als mein alter Concealer und verschmilzt toll mit der Haut. (Wer ihn erstmal ausprobieren will, kann das in Berlin zum Beispiel bei MDC Cosmetic tun oder im Quartier 206).

5) Der "Jean Queen" Lippenstift von Lipstick Queen. Habe ich mir in London gekauft und seitdem jeden Tag getragen. Die Farbe ist perfekt, wenn das Gesicht noch ein bisschen blass oder müde aussieht und man ein bisschen Farbe, aber nicht zu dick auftragen will. Die Konsistenz ist glossig, ohne schmierig zu sein. Toll.

Habt ihr in letzter Zeit schöne Entdeckungen gemacht? Und schon Frühlingsgefühle?
Kommt gut ins Wochenende!

EIN KOCHBUCH, EIN REZEPT: DEUTSCHLAND VEGETARISCH


Nachdem ihr so von "Deutschland vegetarisch" geschwärmt habt, habe ich mir Stevan Pauls neues Kochbuch angesehen und kann nur mitschwärmen: Was für ein außergewöhnlich schönes, liebevoll gemachtes Kochbuch. Toll fotografiert und gestaltet (drei Lesebändchen, so etwas mag ich). Vor allem aber: was für tolle Rezepte.

Die Idee: Deutsche vegetarische Rezepte. Gibt es denn da überhaupt so viele, dachte ich kurz, aber die gibt es selbstverständlich: "Bis in die Wirtschaftswunderjahre hinein war Fleisch in deutschen Speisekammern und Küchen eine Sonntagsangelegenheit - etwas ganz Besonderes", schreibt Stevan Paul. "Daher findet sich in allen Bundesländern eine regionale Gemüseküche mit langer Tradition." Das macht natürlich Sinn. Und mir großen Hunger. Die Bärlauch-Mandel-Paste mit Röstkartoffeln aus dem Ofen oder die Remoulade von 1858 mit Pellkartoffeln, zum Beispiel. Spinatomelett oder Zwiebelkuchen. Pilzpfanne und Thüringer Klösse mit dunkler Soße. Mir haben es aber vor allem auch die süßen Rezepte angetan: Gebratene Griessschnitten mit Rhabarberkompott, Kirschenmichel, Zwetschgenklösse, Süsse Nudeln mit Backobstkompott und Ofenschlupfer. Ich könnte endlos weitermachen, es gibt tatsächlich wenig Rezepte, die mich nicht neugierig machen.



Das Rezept, das ich heute gebacken habe, hat hier allen herrlich geschmeckt: Süße Rohrnudeln mit Vanillesauce. Ein tolles Rezept für einen Sonntagvormittag. Wenn man nach dem Frühstück gemütlich anfängt zu backen, hat man zum Mittagessen dampfende, duftende, mit Pflaumenmus gefüllte Rohrnudeln. Das dauert eine Weile, der Teig muss drei Mal gehen (sehr zum Entzücken des kleinen Mädchens, das ihn jedes Mal samt Einschlaflied zugedeckt hat), aber ich finde es schön, wenn sich ein Rezept (und ich mir) mal Zeit lässt (keine Zeit haben wir ja alle oft genug). Hier ist das Rezept:

SÜSSE ROHRNUDELN MIT VANILLESAUCE

ZUTATEN FÜR DIE ROHRNUDELN (für eine Auflaufform)
100ml Milch
280g Mehl (Typ 405)
20g frische Hefe
ca. 50g Zucker
40g weiche Butter
4 Eigelb (Größe M)
1 Ei (Größe M)
Prise Salz
Mehl für die Arbeitsfläche
ca. 80g Zwetschgenmus
Butter für die Form
1 EL Sahne
Puderzucker

ZUTATEN FÜR DIE VANILLESAUCE
100ml Sahne
1 Vanilleschote
250ml Milch
50g Zucker
2 Eigelb
8g Speisestärke

Zubereitung der Rohrnudeln:

Die Milch leicht erwärmen.
Mehl in eine Schüssel geben, in der Mitte eine Mulde formen, die Hefe hineinbröckeln und mit 3 EL Milch, 1 TL Zucker und Mehl vom Rand weg verrühren.
Den Vorteig mit einem Küchentuch bedecken und an einem warmen Ort eine Viertelstunde gehen lassen.

Die restliche Milch, den restlichen Zucker, die weiche Butter, 3 Eigelb, Ei und Salz zugeben.
Mit dem Knethaken des Handrührgerätes zu einem glatten Teig verarbeiten.
Den Teig auf einer bemehlten Fläche mit den Händen 2 Minuten kräftig kneten. (Bei mir war er noch sehr feucht, deswegen habe ich noch ein wenig Mehl dazu gegeben).
In einer Schüssel mit einem Küchentuch bedeckt an einem warmen Ort 40 Minuten gehen lassen.

(Das ist ein guter Moment, die Vanillesauce zu machen, Anleitung unten.)

Den aufgegangenen Teig kurz durchkneten und auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einer Rolle formen.
Die Rolle in 12 Stücke schneiden.
Jedes Stück mit den Händen leicht flach drücken und mit je 1 TL Zwetschgenmus füllen.
Den Teig über die Füllung klappen, zusammendrehen, rund formen und mit der Nahtseite nach unten nebeneinander in eine gebutterte Auflaufform setzen.
Mit einem Küchentuch bedecken und 20 Minuten gehen lassen.

Den Ofen auf 180°C vorheizen.
Das Eigelb mit der Sahne verquirlen und die Oberfläche der Rohrnudeln damit bestreichen.
Für 30-35 Minuten backen.
Mit Puderzucker bestäuben.

Zubereitung der Vanillesauce:

Die Sahne cremig-steif schlagen.
Die Vanilleschote längs halbieren und mit Milch, Zucker, Eigelb und Stärke unter Rühren aufkochen. 1 Minute kochen.
Die Sauce in eine Schüssel geben, die Sahne unterheben und unter gelegentlichem Rühren abkühlen lassen.


Falls jemand Stevan Paul noch nicht kennt: Hier ist sein Weblog - dort findet sich auch eine Liste seiner Bücher - Stevan Paul kann nämlich nicht nur sensationell kochen, sondern auch schreiben.

"Deutschland vegetarisch" von Stevan Paul (Autor) und Katharina Seiser (Herausgeberin), 272 Seiten, Brandstätter Verlag, 34.90 Euro.


WAS GIBT`S ZUM ABENDBROT? GEBACKENE SÜSSKARTOFFEL


Obwohl ich nicht gerade wenig Kochbücher besitze, kochen wir unter der Woche eigentlich fast immer die gleichen vier, fünf Lieblingsessen. Damit da mal ein bisschen Abwechslung reinkommt, suche ich gerade nach neuen Rezepten, die man unkompliziert zum Abendbrot machen kann. Beste Entdeckung der letzten Tage: Die "Big Comfy Sweet Potato" von "My New Roots" - die genauso schmeckt wie sie heißt. Ich mag Süßkartoffeln sowieso sehr gerne, bin allerdings noch nie auf die Idee gekommen, sie einfach für eine Stunde in den Ofen zu schieben, aufzuschneiden und mit allem zu belegen, was gerade da ist (oder worauf man gerade Lust hat): Avocado, rote Paprika, Bohnen, Mais, Cherrytomaten, Frühlingszwiebeln, frische Kräuter, Sour Cream oder Quark zum Beispiel.

Dazu hat sich Sarah Britton eine Soße ausgedacht, die so sensationell schmeckt, dass ich sie auch ganz allein essen würde. Die Zusammenstellung der Zutaten klingt erstmal seltsam (Datteln, Zwiebeln, Kakao, Zimt, Knoblauch), passt aber erstaunlich gut zusammen. Für mich: ein neues Lieblingsessen.


ZUTATEN FÜR DIE SÜSSKARTOFFEL

* 1 Süßkartoffel pro Person
* Dazu: was immer gerade da oder gewollt ist (zum Beispiel: Avocado, Paprika, Frühlingszwiebeln, schwarze Bohnen, Frühlingszwiebel, Mais...)

Den Ofen auf 200° C vorheizen.
Die Süßkartoffeln mit einer Gabel rundum ein paar Mal einstechen. Auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen.
Für ungefähr 60 Minuten backen, bis sie weich sind (man merkt das gut beim Aufschneiden, der Kern sollte weich sein - wenn er es noch nicht ist, lege ich die Süßkartoffeln einfach noch zehn Minuten länger in den Ofen).
Nach Geschmack belegen.


ZUTATEN FÜR DIE "RED BLANKET SOSSE" (leicht abgewandelt)

* Ein wenig Kokosnussöl (oder Butter oder Öl)
* 1 TL Kreuzkümmel
* 1/2 TL Zimt
* 1/2 TL getrockneter Thymian
* 1 Prise Cayenne
* 1 mittelgroße klein gehackte Zwiebel
* 1 gehackte Knoblauch-Zehe (im Originalrezept: 3)
* 400 g passierte Tomaten (im Original: 1 Dose ganze Tomaten)
* 3 getrocknete Datteln, fein gehackt
* 1 EL Kakaopulver (im Original: 2)
* 1 EL Tahini (eine Sesampaste, die ich im Supermarkt bekommen habe)
* 1 EL Limonensaft (im Original: 1 1/2 EL)
* Ggf. ein paar EL Wasser
* Salz

In einem mittelgroßen Topf bei mittlerer Hitze etwa eine Minute lang die Gewürze im Kokosöl duftend rösten, dabei ständig umrühren.
Danach die gehackte Zwiebel weich kochen (ca. 5 Minuten), dann den gehackten Knoblauch dazu geben und ebenfalls weich kochen (3-4 Minuten). Bei all dem immer wieder rühren und aufpassen, dass nichts anbrennt - eventuell 1-2 EL von den passierten Tomaten dazugeben.
Jetzt die Tomaten dazu geben, ein paar Minuten lang köcheln lassen, mit Salz abschmecken.
Nun die gehackten Datteln, das Tahini, das Kakaopulver und den Limettensaft hinzugeben (wie dabei die Balance ist, hängt von den eigenen Vorlieben ab - mir war es im Originalrezept ein bisschen zu viel Kakao und Limettensaft).
Mit einem Pürierstab oder in einer Küchenmaschine die Sauce fein pürieren und nach Belieben mit ein wenig Wasser strecken (habe ich nicht, ich mag die Sauce dickflüssig).

Das Originalrezept stammt von hier.


LONDON, SO WAR DAS


Irgendwie ging ziemlich viel schief an diesem Tag, es gab einen Streik in London und die U-Bahnen fuhren nur ausnahmsweise, es regnete, ich hatte einen dicken Hals. Und dieser Tag? Macht trotzdem, was er will, und ist von vorne bis hinten ganz einfach: wunderbar. Weil die Schlangen vor den U-Bahnen, die überhaupt noch fuhren, so unendlich lang waren, ging ich zu Fuß, den ganzen Tag, quer durch die Stadt. Und sah dabei Dinge, die ich sonst vermutlich nie gesehen hätte: Das Licht in diesem kleinen Park, als die Sonne mal für zwei Minuten kurz rausblitzte. Diese Gruppe alter Damen in knallroten Mänteln, laut lachend, überschwänglich, als würden sie gerade einen Junggesellinnen-Abschied feiern, aber vielleicht haben sie das ja auch. Der italienische Fremdenführer, der mich fragte, ob er mir helfen könnte, als er mich in die Karte gucken sah, und der mir nicht nur den Weg zeigte, sondern auch das hinreißendste Lachen, das man an einem Regentag überhaupt nur haben kann.

Die Ausstellung über Isabella Blow im Somerset House war nicht ganz so toll, wie ich es mir vorgestellt hatte, aber immer noch toll - auch weil mitten in dieser Ausstellung in irrsinniger Lautstärke auf einer großen Leinwand in einem dunklen Raum die Alexander McQueen-Show von 2008 gezeigt wurde. Ich sah sie mir an, einmal, zweimal, dreimal, eine Frau setzte sich neben mich und stand auch nicht auf, lange hat mich Mode nicht mehr so gerührt. Gerührt hat mich auch einer von Isabella Blows Lippenstiften, einfach bloß durch sein noch da sein, in einem dunklen, sehr dramatischen Rot, schon ganz abgenutzt. (Die Dinge, die bleiben, wenn die Menschen schon gegangen sind).

Der Frühstücksburger bei Shake Shack, eine Erinnerung an unseren Sommer in New York, gerade als ich reinbeißen wollte, fing ein älterer Mann hinter mir plötzlich an, Opernarien zu singen, erst leise, noch ein bisschen schüchtern, dann sehr laut und mit ordentlich Vibrato, eine Gruppe von Schulmädchen in grün-schwarz karierten Schulmädchen-Uniformen, vielleicht sechs oder sieben Jahre alt, blieb mit ihrer Lehrerin stehen, und war genauso begeistert und verkichert über diesen unverhofften Auftritt wie ich. (Schon seltsam, dass einem diese Art Staunen eigentlich immer nur in fremden Städten einfällt). Danach eine Stunde in den Gängen von Whole Foods umhergegangen (er lacht immer über meine beknackte Leidenschaft für Supermärkte, aber es macht mich ehrlich glücklich, mir Lebensmittel anzusehen, die ich vorher noch nie gesehen habe, einen riesigen Berg Schokoladen-Baisers oder Erdbeer-Fruchtrollen mit einem Bär vorne drauf, von dem ich sofort wusste, wie sehr er Fanny entzücken würde). Eine Frau malte mit einem dicken Stift energische Herzen auf die Kühlschrank-Türen und summte dabei, ist ja bald Valentinstag.

Rumgebummelt, wie ich es zu Hause eigentlich nie tue, wenn immer noch etwas zu erledigen, zu machen ist, mit großer Ausführlichkeit und Zeitlosigkeit. Am Ende mit dem Bus, den mir der Fremdenführer gezeigt hatte, nach Notting Hill gefahren, zum Restaurant von Yotam Ottolenghi. Einen Teller geröstete Auberginen mit Nüssen und Joghurt gegessen und hinterher einen Käsekuchen mit karamellisierten Macadamianüssen, ein schöner, kleiner Ort ist das, das Ottolenghi-Deli in Notting Hill, einer dieser Orte, die man gerne mit nach Hause nehmen würde, um sie in der eigenen Nachbarschaft wieder auszusetzen. Im Zug zum Flughafen die Mini-Baisers gefuttert, die ich mir für zu Hause mitgenommen hatte, nicht rausgefunden, wonach genau sie schmecken, Johannisbeere?, Rose? beides?, gut jedenfalls, sehr gut. So war das.

Was ich mochte:
* Ottolenghi, 63 Ledbury Road.
* Daylesford, 208-212 Westbourne Grove.
* Space.NK, 127-131 Westbourne Grove.
* Whole Foods, 20 Glasshouse Street.
* Liberty, Regent Street.
* Shake Shack, Covent Garden, 24 Market Building.
* Isabella Blow im Somerset House.


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