Ach, Phoenix
Komm doch mit zum Konzert, sagte sie, du kannst dich doch nicht ewig verkriechen. Doch, sagte ich, ich will zurück in meine Höhle und in Ruhe Liebeskummer haben. Hör wenigstens rein, sagte sie, morgen kauf ich die Karten, nur ein Lied. Damals hörte ich eigentlich immer nur meinen Liebeskummer-Soundtrack, Ryan Adams, Ash, Social Distortion, A.s Musik, ich hörte mich ihm nah. Diese seltsame Hoffnung, dass das schon alles noch wird mit uns, wenn ich ihn nur genug liebe, er liebt mich doch auch, wenn er betrunken ist, jedenfalls. Das eine Lied, das ich mir anhörte, eigentlich nur um ihr zu sagen, dass ich auf Franzosenpop nicht stehe, war "Love for Granted". Viel mehr brauchte es nicht, nur dieses eine Lied. Don´t tell me bout your lies, don´t tell me bout your secrets, even though we´ve said it all, I would never let us fall with you, hang on to a little chance, you bet I´m in. If it is for better, this illusion comes after, it´s true, hang on to a little chance, you bet I´m in. Keine Ahnung, wie oft ich dieses Lied in dieser Nacht noch gehört habe, sehr oft, so oft, dass ich verstanden habe, dass es so eine Sache ist mit dem Chancen geben, dem immer wieder Chancen geben und hoffen und sich auf die Fresse packen. Irre, aber genauso war das: Um zu kapieren, dass ich diesen Mann niemals ändern kann hab ich drei Jahre gebraucht. Drei Jahre und ein Lied.
Später. Wieder Phoenix. Und noch ein Anfang. Diesmal ohne Ende. Too Young und er und ich, es ist kompliziert, dann ist es sehr einfach, kein Fragezeichen mehr, nicht eines, immer gewusst, dass er es ist,
auch wenn dieses Gefühl am Anfang so fremd war, dass ich ihm fast misstraut hätte, so ungewohnt, mal irgendwo zu Hause zu sein, jemandem Zuhause zu sein.
Der Soundtrack unseres Paris-Urlaubs, ein paar Jahre darauf, es ist irrsinnig heiß und wir hören Wolfgang Amadeus Phoenix, wir liegen im Bett, essen Tuc-Cracker mit Philadelphia, trinken eiskalte Orangina und erzählen uns unser Leben, wir reden und wir reden nicht. Ein Jahr später, immer noch Wolfgang Amadeus Phoenix, oder schon wieder, er hasst Lisztomania, ich liebe es und tanze dazu, ich stehe vorm Spiegel und strecke meinen nackten Bauch heraus, fünfter Monat schon, und man sieht immer noch fast gar nichts, ich will endlich einen Bauch, sage ich, und wenn es ein Junge wird, müssen wir ihn Thomas nennen, oder Lippe, wie heißt der eigentlich wirklich, du immer mit diesem Gitarristen, sagt er, außerdem wird es ein Mädchen.
Eben gerade. Diese Doku auf Arte über Phoenix, und ich guck ihn an, wie er da neben mir liegt, müde, schön, mitsummt, hier und da. Ach, Phoenix.
(Hier. Hier. Hier. Und hier.)
Ein allerletzter Platz (... ist jetzt vergeben!)
Es ist sensationell und ich kann es kaum glauben: 52 56 SWAPPER machen beim Glückspakete verschicken mit! Wie irre ist das denn? Und als ich gerade alle verschickt hatte, hab ich eine Email von Eva bekommen, die auch noch gerne mitmachen will. Es ist also noch EIN ALLERLETZTER PLATZ ZU VERGEBEN! (Wer zuerst an postanslomo@googlemail.com schreibt, ist dabei). Mein Paket ist im Kopf schon gepackt! Viel Spaß beim Swappen! (Falls irgendwer, der sich angemeldet hat, jetzt noch KEINE Post von mir hat... bitte melden!)
Fanny
47 Wochen.
Babypubertät. Will die Schublade aufmachen und schafft es nicht und weint. Schafft es schließlich doch und klemmt sich die Finger und weint. Ist sauer, wenn sie es nicht schafft, sich die Socken auszuziehen. Ist sauer, wenn man ihr dabei hilft. Liebt Weißwurst. Hasst Weißwurst. Will auf den Arm. Will krabbeln. Will auf den Arm. Ist müde und will nicht schlafen. Weint, wenn Papa aus dem Zimmer geht. Will nicht im Hochstuhl sitzen. Will nicht im Kinderwagen sitzen. Will Fisherman´s Friends essen. Und die Schere. Wacht nachts alle zwei Stunden auf. Ach, Fännchen.
Ich bin so müdemüdemüde. Und frage mich, ob mein Kind das einzige auf dieser Welt ist, das NIEMALS durchschläft. Oder erst mit 16. Und die To-do-Liste wird immer länger und länger, und ich werd immer nöliger und nöliger. Ich brauch jetzt unbedingt ein paar Lakritzstangen, diese dänischen, die es bei Ting gibt und die so herrlich nach Sommerferien schmecken. Aber es regnet. Und mir ist kalt. Und der Mann reagiert auf den Satz "Ich hab soooo Heißhunger auf Lakritzstangen, LIEBLING" nur mit "Bringst du mir Kippen mit?". Muha. Ist das der Herbst oder bin das nur ich? Oder hab ich mich bei Fanny mit Babypubertät angesteckt? Ich glaub, ich mach uns jetzt mal Pfannkuchen.
Dieser, nein dieser, oder der?
Letzte Woche so gegrinst, als ich gelesen habe, dass ich nicht allein bin mit meiner Lipbalm-Sucht. Wie hat das bloß angefangen? Und wieso werde ich nervös, wenn ich ohne aus dem Haus gehe? Momentane Favoriten: Amilab (aus Paris mitgebracht), Homeoplasmine (auch aus Paris mitgebracht, ein KNALLER), Eight Hour Cream von Elizabeth Arden und der Lip Balm von Bobbi Brown. Und was schmiert ihr?
Die Einladung
=
Gestern ein bisschen gebastelt und eine Einladung für Fannys ersten Geburtstag gemacht (passend zu ihrem Lieblingsquietscheentchen).
Ein paar Dinge, die mir gute Laune machen
Das Wochenende mit zwei tollen Frauen verbracht zu haben. (Irgendwann werde ich dem Internet mal ein paar Blumen dafür schicken, dass es mich mit Rotkapi verkuppelt hat. Und der Welt, weil sie mir eine Kollegin wie Angela beschert hat).
Schon Sonntagabend ganz kribbelig zu sein wegen SAMSTAG und die Tage zu zählen. Am SAMSTAG ist Blogshop-Wochenende in Berlin - zusammen mit Marlene und Steffi lerne ich endlich Photoshop und wenn der Kurs auch nur annähernd so ist wie auf diesem Video, wird das ein ziemlich Spaß.
Die Idee, einen Donut-Maker zu bestellen. Und Ahornsirup-Donuts zu machen. (Hat einer von Euch so ein Teil? Lohnt das? Oder landet das Ding nach einer Woche bei seinen neuen besten Freunden, dem Sandwichmaker und Babybreikocher in der hinterletzten Ecke?)
Dieses Video von Miranda July. Via Bleubird.
Pfannkuchenessen mit Fanny. Und jedes winzige Pfannkuchenstück auf Fannys winzige Babygabel zu pieksen.
Ein neues Nneka-Album. Großartig.
Diese Tapeten. Via Poppytalk.
3191 Miles Apart.
Meine kleine Bastelei. (Morgen mehr).
Meine neue Winterjacke anziehen. Oder drinnen sitzen und Kakao trinken. (Ich weiß, es kommt noch der Tag, wo ich diese Kälte ganz furchtbar finde, und er kommt schnell, aber im Moment freue ich mich gerade über den Herbst, über dicke Decken und dicke Jacken und dicke Tücher).
Mal wieder ins Kino gehen (und ENDLICH "Midnight in Paris" sehen, bevor er nicht mehr läuft).
Dieser Print von dazeychic.
Jetzt noch einmal ins Bett und mit Fanny ein kleines Schläfchen machen.
Schon 41 SWAPPER. YEAH.
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