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AUGUST 2014: NEW YORK, NEW YORK (PART 1)
1) Zimt-Challah zum Frühstück.
2) Die Frau beim Karussell, die Fanny ihre Tickets entwertete, indem sie auf die Rückseite einen Stern zeichnete, ein Herz und einmal sogar eine Katze.
3) Die Braut auf dem Holzpferd neben uns, die nicht aufhörte zu lächeln. Als sie abstieg, konnte man ihren pinken Hochzeitsschuhe sehen.
4) Und die beiden aufgeregten jungen Frauen, die neben der Karussell einen Tisch aufbauten, darauf ein riesiger Strauß Rosen, davor jede Menge Konfetti und ein Schild: "Will you marry me?".
5) Die Verkäuferin bei Madewell, die mir nicht nur die beste Jeans herausgesucht hat, sondern auch vom Metropolitan Museum erzählte, wo sie ebenfalls arbeitet, ich solle mir doch bitte die Garry Winogrand-Ausstellung ansehen, unbedingt, wirklich – und wie recht sie hatte mit ihrer Empfehlung und ihrer Aufgeregtheit.
6) Lulu, die Katze, mit der wir uns die Wohnung teilten, wenn wir nach Hause kamen, wartete sie schon an der Tür auf uns, obwohl sie sich nie streicheln ließ.
7) Der Zoo im Prospect Park, der für Kinder gemacht ist. Das riesige Spinnennetz, in dem sie eine halbe Stunde Spinne spielte, das Riesenei, aus dem sie schlüpfte, die Weitsprung-Bahn, die neben den eigenen Fußabdrücken zeigte, welches Tier genauso weit springen kann, die Maltische mit den Buntstiftdosen, Robben und Erdmännchen gab es auch.
8) Der Tanz-Fitnesskurs neben dem Kinderspielplatz am Pier 2, bei dem jeder mitmachen konnte, der Lust darauf hatte oder gerade vorbei kam, eine energische Frau tanzte zu irrsinnig lauter Musik ein paar Schritte vor, und hundert New Yorker tanzten es ihr nach – Salsa, glaube ich, ich kenne mich da nicht gut aus, hätte Fanny nicht auf die Schaukel gewollt, ich hätte mitgetanzt, weil man gar nicht nicht mittanzen konnte, wenn man ihnen zusah.
9) Die abendlichen Spaziergänge zu Whole Foods.
10) Ihr Entzücken beim Anblick der Muscheln auf Coney Island. Und wie sie sich dann doch traute, so nahe ans Wasser zu gehen, dass die Wellen ihre Füße umschwappten, und dann gar nicht mehr genug davon bekommen konnte, die Wellen zu jagen.
11) Der Buchladen mit dem riesigen Ledersofa.
12) Die ältere Dame, die so unglaublich schick aussah, dass ich sie anhielt und fragte, woher sie ihre Bluse hatte, die wirklich schönste Streifenbluse, die ich je gesehen habe, aber vielleicht war sie auch nur deshalb so schön, weil diese Frau so schön war, sie ging wie eine Tänzerin. Wir sprachen ein paar Minuten, sie malte mir die Straße und den Laden auf, wo sie die Bluse gefunden hatte, ein paar Tage später kaufte ich sie mir tatsächlich.
13) Dulce de Leche-Donuts.
14) Wie man nach ein paar Tagen die fremde Stadt zur eigenen Stadt macht, unser F-Train, unser Supermarkt, unser Deli, unser Burgerladen.
15) Wie unglaublich freundlich die Menschen waren, wie in jeder U-Bahn sofort jemand aufstand, sobald er mich mit dem Kind sah, wie viele Menschen auf der Straße mit Fanny sprachen, in der Nachbarschaft grüßten, fragten, woher man denn komme, wenn sie merkten, dass man kein Englisch sprach, und die Frauen und Männer in den U-Bahn-Häuschen, denen Fanny immer zuwinken wollte und die jedes Mal zurückwinkten.
16) Das Nebeneinander verschlafener Ruhe, einer Ruhe, die so leise war, dass einem schon das Zischen eines Rasensprenklers im Nachbargarten laut vorkam und hupender, dröhnender, in allen möglichen Sprachen sprechender Lautstärke, nur eine U-Bahnfahrt entfernt.
17) Immer wieder diese Skyline. Man geht die Straße entlang und plötzlich ist da das Empire State Building. Oder das Flatiron Building. Oder das Rockefeller Center.
18) M&Ms mit Erdnussbutter.
19) Die Nettigkeiten, mit denen diese Riesenstadt einen immer wieder überrascht, die Picknickplätze am Pier mit Blick auf die Skyline von Manhattan, die Handy-Ladestationen, der Pop-up-Pool, in dem man im Sommer kostenlos baden kann, die Spielplätze mit den Wassersprinkler-Anlagen – Angebote, die zugleich auch eine Ermutigung sind: Hier kannst du schwimmen lernen, hier kannst picknicken, hier kannst du rumtoben, wenn du möchtest.
20) Im Garten Crocket zu spielen.
21) Und im Baumhaus zu frühstücken.
22) Der Demeter-Parfümstand bei Duane Reade, was für irre Düfte: Dirt, Snow, Sunshine, Baby Powder, Thunderstorm, einige kann man tatsächlich erriechen, wenn man vorher nicht auf das Label schaut, Snow riecht wie Schnee, Gin Tonic macht Durst. Ich entscheide mich für Salt Air und Clean Skin.
23) Der Central Park, der nie weniger faszinierend wird, wir picknicken an der gleichen Stelle wie vor einem Jahr, und vorm Spielplatz sitzt tatsächlich noch die gleiche Frau wie vor einem Jahr, und malt Kindern die Gesichter bunt, Fanny will ein roter Hund sein, sie findet diesen Wunsch kein bisschen seltsam und malt ihr einen roten Hund aufs Gesicht.
24) Die Schönheit der High Lane, selbst wenn es richtig voll und richtig heiß ist.
25) Ziellos zu sein.
26) Die Menschen, die abends auf den Stufen vor ihren Brownstones sitzen, die Zeitung lesen, ein Eis essen, miteinander reden, oder schweigen, grüßen, weiterreden, weiterschweigen.
27) Sich morgens für die Stadt schön zu machen.
28) Die Entdeckung des Bonbonladens.
29) Eis mit kandierten Kürbiskernen.
30) Die allernetteste Nachbarin kennenzulernen.
31) Vor Monets Seerosen zu stehen.
32) Gleich am ersten Abend alle Lieblingsmagazine zu kaufen.
33) Zum ersten Mal über den Smorgasburg-Flea-Food-Market zu gehen.
34) Und dann in diese riesige, dampfende Pizza zu beißen, die Fanny sich mit mir geteilt hat.
35) Das Twister-Spiel der Haustausch-Kinder, wie lange habe ich kein Twister gespielt.
36) Der Spaziergang über die Brooklyn Bridge am letzten Tag.
37) Die Unmöglichkeit, sich von dieser Stadt zu verabschieden.
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Labels: Ah-huh-huh, Ferien, Fernweh, Haustausch, Liebe, New York, Rückblick, Urlaub, USA
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NEW YORK, PT. 3: MEINE LIEBLINGSADRESSEN
LIEBLINGSAUSFLÜGE
* Der Nelson A. Rockefeller Park. Unser Lieblingsspielplatz am Hudson River: Rutschen, Klettergerüste, Wackelbrücken, Trampoline, ein Karussell zum Selbertreten. Nur ein paar Schritte weiter versteckt sich zwischen Hochhäusern noch ein anderer toller Spielplatz: der Teardrop Park mit einer Riesenrutsche und einer Wassersprenkler-Spiellandschaft. Danach ein Cheeseburger und eine Blaubeer-Limonade bei Shake Shack oder eine Take-Away-Box mit Salaten von Whole Foods.
Nelson A. Rockefeller Park: Battery Park City, North End Ave, Ecke Vesey St
Teardrop Park zwischen Warren Street und Murray St
Whole Foods, 270 Greenwich St
Shake Shack, 215 Murray St
* Die High Lane, eine zur Parkanlage umgebaute ehemalige Hochbahntrasse im Meatpacking District. Nach einem Frühstück oder Mittagessen im (beeindruckend kinderfreundlichen) Pastis und einem Abstecher zu Kate Spade Saturday ein wunderbarer Spaziergang. Es lohnt sich übrigens, die High Lane zwischendurch zu verlassen und bei Story zu stöbern - einem Concept Store, der alle vier bis acht Wochen das Thema, die gesamte Einrichtung und alle Produkte wechselt. Hier habe ich schöne Mitbringsel gefunden.
High Line - Eingang zum Beispiel in der Gansevoort St
Pastis, 9 Ninth Avenue
Kate Spade Saturday, 30 Gansevoort St
Story, 144 10th Avenue at 19th St
* Eine Schifffahrt nach Dumbo. Mit der Fähre kann man vom World Financial Center bequem (und mit wunderschönem) Ausblick nach Dumbo fahren. Eigentlich wollten wir am Ufer des East Rivers Karussell fahren - leider hatte Jane´s Carousel am Dienstag geschlossen. Einen tollen Nachmittag kann man hier trotzdem verbringen: Wir sind einfach am Wasser entlang spaziert, haben ewig auf die Brücke geschaut und auf die Stadt am anderen Ufer, ein Eis in der Brooklyn Ice Cream Factory gegessen und ein Sandwich bei Luke´s. Der Spielplatz im Brooklyn Bridge Park ist klein, der Ausblick beim Schaukeln dafür spektakulär.
Jane´s Carousel, Brooklyn Bridge Park, Eingang: Dock St oder Main St
Juliana´s Pizza, 19 Old Fulton St, Brooklyn (soll hervorragend sein)
Brooklyn Ice Cream Factory, The Corners of Old Fulton and Water St, Brooklyn
Luke´s Lobster, Brooklyn Bridge Park, 11 Water St
* Der Central Park. Unser Lieblingsnachmittagsritual: zwei Runden auf dem Karussell, ein Picknick, das wir uns vorher bei Pret A Manger gekauft haben, danach weiter zum Spielplatz. Das Naturkundemuseum gleich neben dem Central Park ist sagenhaft schön und lohnt einen Besuch - auch ohne Kinder. Vom Central-Park-Zoo war Fanny begeisterter als wir.
Central Park
American Museum of Natural History, Central Park West at 79th St
Pret A Manger, 1350 6th Ave
* Das MoMA. Wir haben uns den Besuch mit Fanny fürs nächste Mal aufgehoben, wenn sie ein kleines bisschen älter ist - das MoMA ist mir von allen Museen das liebste. Und Freitagnachmittag von 16 bis 20 Uhr ist der Eintritt frei.
Museum of Modern Art, 11 W 53rd St
* Ein Spaziergang durch Williamsburg. Frühstück im Egg Restaurant. Schmuckgucken bei Catbird. Schokolade bestaunen bei den Mast Brothers. Auch gut: Joinery, Jumelle, In God We Trust, Bird und der Brook Farm General Store. Fürs nächste Mal vorgemerkt: ein Burger bei Dumont und Abendessen bei Fette Sau.
Egg Restaurant, 135 North 5th Street, Brooklyn
Catbird, 219 Bedford Ave, Brooklyn
Mast Brothers, 111 N 3rd St, Brooklyn
Joinery, 263 South 1 St, Brooklyn
Jumelle, 148 Bedford Ave, Brooklyn
In God We Trust, 129 Bedford Ave, Brooklyn
Bird, 203 Grand St, Brooklyn
Brook Farm General Store, 75 South 6th St, Brooklyn
Dumont Burger, 314 Bedford Ave, Brooklyn
Fette Sau, 354 Metropolitan Ave, Brooklyn
SHOPPING
* Williams Sonoma, 121 E 59 St. Ein herrlich altmodischer Küchenwaren-Laden mit einer tollen Auswahl an Kochbüchern und Lebensmitteln.
* Fish´s Eddy, 889 Broadway at 19th Street. Geschirr, Becher und schöne Mitbringsel.
* Sephora. Lange hält man das Gewusel und die Lautstärke in diesem Riesenkosmetikladen nicht aus - aber es macht Spaß, Produkte auszuprobieren, die es zu Hause nicht gibt.
* Madewell. Super Jeans, schöne Blusen, tolle Schuhe.
* J. Crew. Die große Schwester von Madewell: stolze Preise, aber die Qualität ist entsprechend, das Jeanshemd, das ich mir hier vor Jahren gekauft habe, ist immer noch eines meiner Lieblingsstücke.
* Uniqlo. Richtig gute Basics (ab Frühjahr 2014 auch in Berlin).
* Saturday Kate Spade, 30 Gansevoort Street. Kleider und Hosen in knalligen Farben und Prints. Mir haben die (schlichteren) Accessoires und Taschen am besten gefallen.
* Story, 144 10th Avenue at 19th Street.
* Steven Alan. Die Mode ist absolut mein Geschmack (dieser Trenchcoat!). Die Preise allerdings weniger.
* Anthropologie. In der Filiale am Rockefeller Center kann man ewig stöbern: Kleidung, Accessoires, Wohnbücher, Geschirr.
* McNally Jackson Books, 52 Prince Street. Mein Lieblingsbuchladen.
* Barnes & Noble, 33 East 17th Street. Nicht der schönste Buchladen der Welt, aber die Auswahl ist gut - und man findet viele Magazine.
* Strand Book Store, 828 Broadway. 29 Kilometer neue und gebrauchte Bücher, immer ein Erlebnis.
ESSEN
* Dean & Deluca, 560 Broadway at Prince Street. Obst, Gemüse, Brot, Schokolade, Öle, Salz, ein schöner Ort für Menschen, die Essen lieben.
* Eataly, 200 5th Avenue. Beim ersten Besuch bin ich mit offenem Mund durch diesen Riesenladen gegangen, der eine Mischung aus Espressobar, Supermarkt, Feinkostgeschäft und Restaurant ist und sich auf italienisches Essen spezialisiert hat. Unbedingt anschauen und ein Orangenbrot probieren.
* Whole Foods. Eine amerikanische Biosupermarkt-Kette, in der man super fürs Abendessen einkaufen kann. Es gibt eine große Auswahl an Take-Away-Salaten und Gerichten. Ich mag die Filiale in Tribeca am liebsten.
* Magnolia Bakery. Himmel, diese Cupcakes sind süß. Aber ein New York-Besuch ohne Magnolia-Cupcakes wäre irgendwie auch nicht ganz komplett.
* Shake Shack. Unsere Lieblingsburger. Die Blaubeerlimonade, die Pommes, die Vanilleshakes und das Eis sind auch nicht zu verachten.
* Mast Brothers, 111 N 3rd Street, Brooklyn. Schon der Geruch beim Betreten dieser Schokoladenmanufaktur macht satt und glücklich. (Schönes Video, übrigens).
* Pastis, 9 Ninth Ave. Ein französisches Bistro im Meatpacking District, ich mag die Croques, Fanny war glücklich über ihre Pommes und die Malstifte, die sie geschenkt bekommen hat.
* BLT Prime, 111 East 22nd Street. Bei unserem letzten Besuch haben wir hier Geburtstag gefeiert und hatten einen richtig schönen Abend. Verdammt gute Steaks und die besten Zwiebelringe, die ich je gegessen habe. (Die Einrichtung haut einen nicht unbedingt vom Hocker, aber bei diesem Essen hat man eh keinen Blick dafür übrig...).
Auf meiner Liste, aber leider unbesucht:
* Ovenly
* Big Gay Ice Cream
* The Smile
* The Butcher´s Daughter
* Black Brick Coffee
* Dough
* The Spotted Pig
* Café Gitane
DAS NÄCHSTE MAL
... möchte ich gerne das New York City Ballet besuchen.
GERNE DABEI GEHABT
Der Not for Tourists-Guide - ein kleines Buch mit nach Vierteln geordneten Stadtplänen und einem ausklappbaren U-Bahn-Plan.
LIEBSTES MITBRINGSEL
Ein Armband von Catbird. Und ein Baseball-T-Shirt aus dem Central Park-Shop, das mich an unser Picknick gleich neben den Baseball-Feldern erinnert.
SCHÖNE NEW YORK-KINDERBÜCHER
Laura Krauss Melmed und Frane Lessac: New York, New York - The Big Apple from A to Z, Harper Collins
Salvatore Rubbino: A Walk in New York, Walker Books.
Miroslav Sasek: This is New York, Universe.
Puck und Kevin Somers: 1 2 3 New York: A Cool Counting Book, Duo Press.
Guy Fox: New York City Children´s Map, Bertrams.
AMERIKANISCHE LIEBLINGSMAGAZINE UND -ZEITUNGEN
New York Magazine.
New Yorker.
New York Times (am Sonntag).
Vanity Fair.
Bon Appetit.
Lucky Peach.
Gather Journal.
Domino (kommt im Herbst zurück!).
Vogue.
Harper´s Bazaar.
Allure.
Kinfolk.
ZEHN FILME UND ZWEI SERIEN GEGEN DAS FERNWEH
Frances Ha.
Last Days of Disco.
Tootsie.
Harry und Sally.
Man on Wire.
Frühstück bei Tiffany.
Der Teufel trägt Prada.
Tiny Furniture.
Manhattan.
Sex and the City (der erste Film).
Girls.
The Newsroom.
UND EIN SONG ZUM SEHR LAUT HÖREN
PS: Falls ihr irgendwelche Fragen zum Thema Haustausch habt - schreibt sie gerne in die Kommentare oder schickt mir eine Email (postanslomo@googlemail.com) - ich wollte in den nächsten Tagen mal etwas darüber schreiben.
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