EIN SPAZIERGANG DURCH BERLIN-MITTE (UND EINE LISTE
VON LIEBLINGSADRESSEN)



Manchmal braucht es nur eine kleine Pause. Einmal kurz durchatmen, rausgehen, spazieren, rumgucken. Der letzte Mittwoch war so ein Tag, ein geschenkter Tag. Verbracht habe ich ihn mit einem Spaziergang durch Mitte, einem Mittagessen mit Marlene (und Arlo!) und einem Bummel durch ein paar Lieblingsshops und solche, die ich mir schon länger mal ansehen wollte. Schön war das, ein Ferientag in der eigenen Stadt. Hier sind ein paar Lieblingsadressen:

* Vom Einfachen das Gute
Der Name beschreibt es sehr gut: Vom Einfachen das Gute. Die Auswahl in diesem schönen Lebensmittelgeschäft ist nicht riesig, aber toll: Wein, Brot, Wurst, Schinken, Käse, Senf, verschiedene Soßen und die "Moroccan Spiced Almonds", die ich dem Mann als Überraschung mitgebracht habe.
Invalidenstr. 155, 10115 Berlin, Mo-Sa 10-20 Uhr.

* Parkhaus
Wie kann man diesen Concept-Store am besten beschreiben? Vielleicht wie eine Wohnung, in die man sofort einziehen möchte. Überall gibt es Schätze zu entdecken – Papiergirlanden fürs Kinderzimmer, gute Bücher, Eiffelturm-Flaschenöffner, duftende Radiergummis, aber auch Lampen, Tische oder Stühle für größere Verschönerungsmaßnahmen. Ich werde auf jeden Fall wiederkommen, wenn ich auf der Suche nach einem besonderen Geschenk bin (oder endlich mal unser Schlafzimmer renoviere).
Schröderstr. 13, 10115 Berlin, Di-Fr 12-19h, Sa: 12-18h.

* Tiny
Dieser Kinderladen ist einfach zu schön. Passiert mir selten, dass ich wirklich alles toll finde, was im Angebot ist, aber "Tiny" hat mich wirklich zum Rumstammeln gebracht. "Ist das süß!". "Oh Gott, und DAS hier." "Ohhhhh." Mitgenommen habe ich am Ende ein gepunktetes Portemonnaie für Fanny, eine Packung Wachsmalstifte und Dinosaurier-Tattoos. Wenn das nicht der Anfang einer großen Liebe ist, dann weiß ich auch nicht.
Schröderstr. 14, 10115 Berlin, Mo-Fr 11-19h, Sa: 11-18h.

* Alpenstück Manufaktur
"Süddeutsche Heimatküche – mit Liebe gemacht" steht in dem kleinen Prospekt, den der nette Mann hinter der Theke mir mitgegeben hat. Und diese Liebe merkt man der feinen Auswahl von Lebensmitteln aus eigener Herstellung auch an: Tomatenmarmelade, Orangen-Chili-Marmelade, Kekse, Maultaschen – ich freu mich schon darauf, hier mal für ein ganz besonderes Abendbrot einzukaufen, vielleicht, wenn meine Mama zu Besuch kommt. Direkt gegenüber ist übrigens das Alpenstück-Café (mit Bäckerei), dem ich nur widerstanden habe, weil es zum Mittagessen zu Mogg & Melzer ging.
Alpenstück Manufaktur, Schröderstr. 15, 10115 Berlin, Mo-Sa 10-18h, 
Alpenstück Café und Bäckerei, Schröderstr. 1, 10115 Berlin, Mo-Fr 7-19h, Sa-So 8-18h.

* Mogg & Melzer
Zwei Worte, für die ich mich jederzeit aufs Fahrrad setze: Reuben-Sandwich. Hier gibt es ein sensationell gutes. Mein Mann isst lieber das Pastrami-Sandwich (und meckert netterweise nicht, wenn ich ihm den Krautsalat klaue, den ich so mag). Marlenes Bagel sah auch sehr gut aus.
Auguststr. 11-13, 10117 Berlin, Mo-Fr ab 8h, Sa & So ab 10h.

* Princess Cheesecake
Falls danach noch etwas zum Glück fehlt oder man einfach Lust auf richtig guten Käsekuchen hat. Hier ausführlicher beschwärmt.
Tucholskystr. 37, 10117 Berlin, Mo-So 10-19h.

* Konk
Einer dieser Läden, in denen man findet, wonach man nie gesucht hat. Das ist vor allem Mode von Berliner Designern, aber auch wirklich schöner Schmuck und Accessoires. Außerdem wird man hier ganz außergewöhnlich nett und aufmerksam behandelt, das mag ich sehr.
Kleine Hamburger Str. 15, 10117 Berlin, Mo-Fr 12-19h, Sa 12-18h.

* Do you read me?!
Eine richtig gute Auswahl an internationalen Magazinen – hier gibt´s meine Lieblingsmagazine, aber immer wieder auch tolle Neuentdeckungen. Und ich mag die Notizbücher ("who is afraid of 95 sheets of white paper?!").
Auguststr. 28, 10117 Berlin, Mo-Sa 10-19.30h.

* R.S.V.P.
Ich habe eindeutig einen Papierknall. Auf (und unter) meinem Schreibtisch stapeln sich die Notizbücher, was mich allerdings nicht davon abhält, nach neuen zu schauen. Am liebsten in diesem feinen Laden für Schreibwaren aus der ganzen Welt.
Mulackstr. 14, 10119 Berlin, Mo-Do 11-19h, Fr-Sa 11-20h.

* Aesop
Selten einen so schön designten Laden gesehen wie den Aesop-Store in der Alten Schönhauser Straße. Außerdem ist die Beratung wirklich beeindruckend – bei einem frischgebrühten Tee (hatte ich auch noch nie), werden einem in aller Ruhe die Produkte gezeigt, man darf alles probieren und bekommt großzügig Proben, bevor man etwas kauft. Entdeckt habe ich dabei die "Parsley Seed Cleansing Masque" – die leider kein Schnäppchen ist, aber richtig gut – und das vegane Foodblog der supernetten Verkäuferin: Wholy Goodness.
Alte Schönhauser Str. 48, 10119 Berlin, Mo-Sa 11-19h. 

* Zeit für Brot
Diese Zimtschnecken. Diese Zimtschnecken. Diese Zimtschnecken. Womit auch schon alles gesagt wäre, außer: das Brot in dieser Bäckerei ist auch hervorragend.
Alte Schönhauser Str. 4, 10119 Berlin, Mo-Fr 7:30-20h, Sa: 8-20h, So 8-18h. 

Für demnächst vorgemerkt:

* Wolfen
Im Herbst werde ich auf eine Strickjacke von Wolfen sparen.
Auguststr. 41, 10119 Berlin, Mo-Fr 12-19h, Sa 12-18h.

* Ocelot
Ein toller Buchladen, in dem man einen Nachmittag mühelos vertrödeln kann.
Brunnenstr. 181, 10119 Berlin, Mo-Sa 10-20h. 

* Joris
Ich muss wirklich mal wieder zu Joris. Hier gibt es leckere Salate und Suppen und vor allem: Backkartoffeln – genau das richtige Mittagessen, um danach loszuziehen.
Brunnenstr. 158, 10115 Berlin, Mo-Fr 9-17h.

* Du Bonheur
Und zum Nachtisch bitte ein Karamell- oder Kaffee-Macaron von Du Bonheur. Oder ein Canelé. Oder diese Blätterteig-Ungeheuerlichkeit mit Creme. Oder. Oder.
Brunnenstr. 39, 10115 Berlin, Mi-Fr 8-19h, Sa-So 9-19h. 

* Café Oliv
Ich mag das Café Oliv. Die Einrichtung ist schön, die Stimmung entspannt, der Kuchen und die Salate richtig gut. Ein schöner Ort für eine Pause oder eine Verabredung mit einer Freundin.
Münzstr. 8, 10178 Berlin, Mo-Fr 8.30-19h, Sa 9.30-19h, So 10-18h.

Eine schöne Woche!

BOYHOOD




Zehn Tage ist es jetzt her, dass ich Boyhood gesehen habe. Und immer noch schieben sich Bilder aus dem Film in meinen Nichtfilmalltag, muss ich lächeln, weil wieder eine Erinnerung hochkommt, rumort ein gar nicht so böse gemeinter Satz in mir, als wäre er meinem Leben passiert. Ich bin im Kino nie ein wahnsinnig analytischer Mensch gewesen, aber so nahe wie Boyhood ist mir selten ein Film gegangen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass er ein großartiger, warmherziger, virtuos geschriebener und gespielter Film ist – aber dass er sich so verhakt, liegt wahrscheinlich eher daran, dass er auch ein Nicht-Film ist, dass man, während man im Kinosessel sitzt und der Freundin ins Ohr flüstert, dass dieser Film bitte nie zu Ende gehen darf, auch dem Leben selbst zusieht.

Dem Älterwerden, Größerwerden, Erwachsenwerden, Anderswerden, noch Älterwerden, dem Wachsen an der Zeit, dem Verletztwerden durch die Zeit. Die Schauspieler, die das so toll spielen, werden im Verlauf der gut zweieinhalb Stunden, die Boyhood dauert, ja tatsächlich zwölf Jahre älter. Aus einem sechsjährigen Jungen wird ein 18-Jähriger, der von zu Hause auszieht. Aus seiner achtjährigen Schwester eine junge Frau. Aus einer jungen Mutter eine geschiedene Frau, der die Liebe zwar weh getan hat, die aber trotzdem entschieden weiterliebt. Aus einem jungen, sich gegen das Solidesein wehrenden Vater einer, der doch noch die Kurve kriegt. Dieses Älter- und Anderswerden ist es, was an Richard Linklaters Film nicht nur Film, sondern Leben ist. Was einem sofort alle möglichen Fragen in den Kopf und ins Herz treibt: Wie wird mein Kind sein, in zwölf Jahren? Wie werde ich sein, in zwölf Jahren? Wie kann die Zeit bloß so schnell vergehen? Wo ist die Pausetaste, wenn man sie braucht? Wie kriegt man es hin, sich nicht kleinkriegen zu lassen? Und wie schafft man es, den Moment öfter mal im Moment zu sehen, statt später, hinterher, beim Zurückschauen?

Was ich auch mochte: Wie ernst Linklater die Kindheit und Zeit als Teenager nimmt. Mit welcher Wärme und Genauigkeit er sie betrachtet. Die Verzweiflung darüber, dass die eigenen Eltern einen so wenig verstehen. Das Erstaunen, wenn die eigenen Eltern einen wirklich verstehen. Die Verbundenheit zu Geschwistern, die man manchmal zum Mond schießen könnte. Die Frustration darüber, jemand zu sein, für den Entscheidungen getroffen werden (selten die, die man selbst getroffen hätte). Die Grausamkeit, dem Leben der Eltern hinterher ziehen zu müssen, in eine neue Stadt, eine neue Schule, eine neue Nachbarschaft. Der Augenblick, in dem man weiß: Jetzt hat man sich verknallt, zum ersten Mal, so richtig. Der Augenblick, in dem man weiß: Das war es jetzt mit der ersten Liebe, für immer war nicht für ewig. Die Wut auf sich selbst und das verdammte Unvermögen, die Dinge so auszusprechen, wie man sie fühlt und denkt. Die Aufregung, wenn man etwas gefunden hat, das man wirklich gerne tut, wirklich liebt.

Am Ende dann dieser Moment, in dem man diesem Jungen und seiner Mutter zusieht und beiden so gut nachfühlen kann. Da ist der Junge, der erwachsen geworden ist und von zu Hause auszieht (ich erinnere mich noch so gut an den Tag, als ich mit meinem Bruder in eine WG zog, die Tür zur neuen Wohnung öffnete, unserer eigenen Wohnung, Tag eins einer neuen Zeitrechnung). Und die Mutter, die am Küchentisch sitzt und nicht weinen will, aber auch nicht nicht weinen kann, während sie ihrem Kind, das ein Erwachsener geworden ist, beim Packen zusieht, bis es sich umdreht und geht (ich möchte mir diesen Tag lieber nicht vorstellen).

Es ist vielleicht das Einzige, das ich an Boyhood schrecklich fand. Dass er dann doch zu Ende ging.

UND WIE MACHST DU DAS, HELENE?



Hier ist mal wieder eine neue Folge meines Mutter-Fragebogens. Ausgefüllt hat ihn Helene, Mutter von Åsa, Beraterin für strategische Kommunikation und Inhaberin des Online-Shops "Nordliebe".

Name: Helene
Alter: 35
Mutter von: Åsa, 4 Jahre
Stadt: Berlin

Wie ist bei dir die Kinderbetreuung organisiert? Bist du zufrieden damit?
Meine Tochter geht in die Kita und wird nachmittags von mir und manchmal von unserer Kinderfrau abgeholt. An diesen Tagen kann ich länger arbeiten, das entlastet mich und ermöglicht mir eine gewisse Flexibilität.

Unter welchen Bedingungen arbeitest du? Wie funktioniert das für dich?
Bei mir sieht eigentlich kein Tag gleich aus. Ich bringe meine Tochter morgens in die Kita. Danach bin ich beim Kunden, im Büro, im Lager, habe Termine, arbeite zwischendrin mal vom Café aus, wenn es eine Stunde zwischen Terminen gibt. Alle diese Tage müssen sehr gut organisiert sein, damit alles klappt. Sonntagabend plane ich meistens die neue Woche durch. Dabei versuche ich, die Wege kurz zu halten, unnötige Fahrstrecken zu vermeiden, Telefonkonferenzen so zu legen, dass ich sie unterwegs erledigen kann. Die größte Herausforderung ist es, immer alles Notwendige dabei zu haben: den richtigen Rechner, die richtigen Unterlagen und so was wie den Spielzeugtag in der Kita und die diversen Geburtstage nicht zu vergessen. Auf Reisen kann ich auch gut arbeiten, da ich eigentlich nur Laptop, Handy und Kamera brauche. Ich mag die Abwechslung. Als Mama lernt man eh, viele Dinge gleichzeitig zu tun. Davon profitiert man auch im Job. Konzepte und Texte schreibe ich aber am liebsten in Ruhe zu Hause. Dafür eignet sich der Freitag, wenn das Telefon meistens etwas ruhiger ist. Wenn viel zu tun ist, gibt es abends noch mal eine Schicht. Es erfordert manchmal viel Selbstdisziplin, die Existenz des Sofas zu ignorieren.

Wieviel Zeit hast du für dich – jenseits deiner beruflichen und familiären Aufgaben? Reicht sie dir?
Das ist wohl auch die größte Umstellung, wenn man Kinder bekommt, dass man einfach sehr wenig Zeit für sich hat. Wenn man alleinerziehend ist, ist das natürlich noch heftiger. Man kann nicht einfach mal abends weg oder schnell zum Supermarkt flitzen. Da nimmt man das Kind dann eben mit und alles dauert doppelt so lange, weil unterwegs jede Schnecke begrüßt und jeder Kronkorken umgedreht werden muss. Aber so ist das eben. Man muss einfach einen Weg finden, wie man sich Freiräume schafft und trotzdem eine gute Mama ist. Ich finde es sehr wichtig, dass man etwas für seine Balance tut, denn nur eine glückliche Mutter ist eine gute Mutter. Ich brauche eigentlich sehr viel Zeit für mich. Ich sehe zu, dass ich mir an meinen kinderfreien Wochenenden Raum für mich nehme, zum Yoga und regelmäßig zum Laufen gehe. Das Schönste ist definitiv das Ausschlafen, eine Wohnung, die aufgeräumt bleibt (die Sicherheit zu wissen, in welchem Zustand sich ein Zimmer befindet, bevor man die Tür öffnet, ohne Überraschungsmomente wie "aha, die Heizung kann man also auch mit Edding – ist das eigentlich der permanente? – bemalen, ach, schön!") und das Ausgehen. Essen zu gehen (ohne einkaufen, kochen und aufräumen zu müssen) oder ins Kino ist einfach herrlich. Freunde zu treffen ist auch sehr wichtig, über Themen reden zu können, die sich nicht nur um Kinder drehen. Ich merke, dass ich eigentlich mehr Zeit für mich brauche, aber dann denke ich wieder: Ach, langweilen kann ich mich ja noch im Altersheim.

Hast du dir das Muttersein so vorgestellt, wie es ist? Was hast du dir anders vorgestellt?
Ich bin wahnsinnig gerne Mutter. Ich kann mir mich selbst gar nicht anders vorstellen, das ist ein wichtiger Teil von mir. Und auch, wenn es manchmal stressig ist, ist es noch viel schöner, als ich es mir vorgestellt habe.

Was empfindest du als besonders anstrengend?
Tausend Dinge gleichzeitig zu machen und viele Bälle in der Luft zu halten. Und zu arbeiten, auch wenn man eigentlich hundemüde ist.

Was macht dich besonders glücklich?
Eigentlich nichts Besonderes. Ich finde den Alltag sehr schön. Die Vorfreude im Bauch, wenn ich um die Ecke zur Kita biege. Ihr Gesicht, wenn sie mich entdeckt, auf mich zugeflitzt kommt und ihre sandig-klebrigen Ärmchen um mich schlingt, in der Abendsonne auf dem Spielplatz zusammen ein Eis zu essen, noch mal ins Kinderzimmer zu schauen, bevor man selbst ins Bett fällt.

Hast du das Gefühl, dass die Gesellschaft, die Politik, Menschen mit Kindern ausreichend unterstützt? Was müsste deiner Meinung nach besser werden?
Ich bin sehr froh, dass wir in Berlin so eine gute Betreuungssituation haben. Es ist mir ein Rätsel, wie das alleinerziehende Mütter an anderen Orten machen, wo die Kitas früh schließen, und sie trotzdem alleine die Familie ernähren müssen.

Was hast du durchs Muttersein über dich und die Welt gelernt, das du vorher nicht wusstest?
Ich finde, das Elternsein verändert noch mal die Sicht auf die eigenen Eltern und die eigene Kindheit. Das ist schon sehr interessant, wie sich da die Perspektive verändern kann. Und man wird viel härter im Nehmen und gleichzeitig so viel weicher.

Du hast 48 Stunden kinderfrei: was tust du?
Einfach raus. Ans Meer oder in eine schöne Stadt.

Was würdest du einer Frau sagen, die sich fragt, ob sie Mutter werden soll?
Den perfekten Zeitpunkt gibt es nicht. Es ist ein krasser Job, aber es ist der schönste Job der Welt.

Hier sind noch ein paar Bilder vom Nordliebe-Onlineshop mit skandinavischem Design für Kinder. Vielleicht gefällt er euch ja so gut wie mir...

Fotos: Copyright Lina Grün für Little Years. Danke, liebe Helene.


MAI 2014 (UND DREI SEHR SIMPLE LIEBLINGSREZEPTE)


Irgendwie kommen das Jahr und ich bislang nicht so recht zur Ruhe. Aber da es ja nun auch nichts bringt, sich hinzusetzen und einzujammern, habe ich in den letzten Wochen versucht, mich auf die schönen Dinge zu konzentrieren. Und da waren einige: Die allererste Begegnung mit dem kleinen Jungen meiner Freundin, der mich ganz sprachlos vor Entzücken macht. Warme Sommertage im T-Shirt und mit Sandalen. Spaziergänge mit Fanny. Riesige Schüsseln mit Wassermelonenstückchen und Erdbeeren mit Vanillezucker. Das Wiederlesen eines meiner Lieblingskinderbücher: "Na klar, Lotta kann Rad fahren". Knallpinke Pfingstrosen auf dem Schreibtisch (meine Lieblingsblumen). Eine ausgewachsene "The Good Wife"-Sucht (die erste Fernsehserie seit Ewigkeiten, auf die wir beide uns mal wieder einigen können). Eine CD, von der ich gerade nicht genug bekommen kann: Haim (die so herrlich nach 80er klingen, das man sofort blauen Lidschatten auflegen will – danke für den Tipp, Melanie! – hier kann man mal reinhören). Nachdem ich in den letzten Wochen extrem viel Blödsinn gegessen habe, hat der Mai auch ein paar alte und neue Lieblingsrezepte gebracht – ich dachte, ich schreibe sie statt des üblichen Rückblickes einfach mal auf – ein Monat in (sehr alltagstauglichen) Rezepten sozusagen.

Eine Frühstückspremiere für mich:
Mango-Kokosmilch-Porridge
Keine Ahnung, warum ich mich nie für Porridge interessiert habe, aber dieser Mango-Kokosmilch-Porridge war tatsächlich eine Premiere für mich. Und ich liebe ihn, weil er gleichzeitig warm und schlotzig, frisch und knackig ist. Und die Zubereitung ungefähr fünf Minuten dauert. Für eine ordentliche Frühstücksschüssel braucht man:

40g Haferflocken (die schmelzende Sorte), 100 ml Milch, 100 ml Kokosmilch, 1 EL braunen Zucker, 1 Mango und ein paar Mandeln (ich bin gerade ganz versessen auf Mandeln mit Honig und Salz). Die Haferflocken, die Milch und die Kokosmilch mit dem braunen Zucker kurz aufkochen bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Mangowürfel und Mandeln dazu, schon fertig.
(Rezept hier gefunden).

Mein liebster Mittagssnack, wenn nicht viel Zeit ist:
Joghurt mit Blaubeeren, Müsli und Ahornsirup
Irgendwie ist es schon ein Ritual geworden – am Sonntagnachmittag machen Fanny und ich Müsli, ein riesiges Glas voll, von dem wir uns dann die ganze Woche bedienen. Eine große Portion Joghurt, eine noch größere Portion Müsli drauf, ein Schuss Ahornsirup und alle Beeren, die der Markt gerade hergibt. Irgendwann habe ich das Rezept schon mal aufgeschrieben, aber hier ist es noch einmal. Für ein Vorratsglas Müsli braucht man:
4 Cups Haferflocken (300g, die nichtschmelzende Sorte), 1-2 TL Zimt, 1-2 TL Salz, 60g weiche Butter, 1/2 Cup Honig (170g), 1/2 Cup braunen Zucker (110g), 2 TL Vanilleextrakt, zwei Handvoll Mandelblättchen, Rosinen (nach Belieben).

Den Ofen auf 160 Grad vorheizen (Ober/ und Unterhitze). In einer Schüssel die Haferflocken, den Zimt und das Salz vermischen. In einer zweiten Schüssel den Honig, die Butter, den braunen Zucker und die Vanille vermischen. Die Haferflockenmischung dazu geben und gut durchkneten, es dürfen sich ruhig Klümpchen bilden. Die Mischung auf einem mit Backpapier belegten Blech verteilen und für zehn Minuten in den Ofen geben. Nach zehn Minuten die Müslimischung wenden, damit nichts anbrennt, und die Mandelblätter dazu geben. Noch einmal für 10-15 Minuten im Ofen lassen, das Müsli sollte nicht zu dunkel werden. Eine Minute vor Schluss die Rosinen dazu geben und eine Prise Salz. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen. Sieht erst gar nicht aus, als würde es knusprig werden – sobald alles abgekühlt ist, wird es aber schön knusprig. Dann fülle ich es in unser Müsliglas um.
(Rezept von hier.)

Ach, und nicht zu vergessen: die Pommes von David Lebovitz aus "My Paris Kitchen".
Die könnte ich gerade dauernd zum Abendbrot essen – mit einer Riesenportion Kräuterbutter und einem kalten Bier. Man braucht dafür:
1,3 kg große, festkochende Kartoffeln, 1 guten Schuss Olivenöl, Salz, einen Bund Thymian (oder Rosmarin).

Die Kartoffeln gut waschen und in ein Zentimeter breite Scheiben schneiden, die wiederum in ein Zentimeter dicke Pommes geschnitten werden. Wenn alles fertig geschnitten ist, die Pommes für eine Stunde in eine Schüssel mit kaltem, leicht salzigen Wasser geben (neulich habe ich das nur für eine Viertelstunde gemacht, weil ich es eilig hatte – das geht notfalls auch). Den Ofen auf 200 Grad Ober/ Unterhitze vorheizen. Die Pommes gut abtrocknen, auf einem mit Backpapier belegten Blech verteilen, ein paar Spritzer Olivenöl dazu geben, ein paar Prisen Salz und die klein gehackten Kräuter. Alles gut mit den Händen durchmischen. Für 45-50 Minuten backen, bis sie schön knusprig sind – zwischendurch immer mal wieder wenden.

Ich wünsch euch eine schöne Woche!
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